Change 2017

Auf der Suche nach der Wahrheit: Mythos Veränderung

Was machen Erfolgsmenschen anders? Warum meistern sie Veränderungen scheinbar leichter? Und wie können Sie davon profitieren?

Ein Gastbeitrag von Carmen Uth

Kennen Sie das: „Früher war alles einfacher…“?! Das haben die reiferen unserer Generation selbst von den früheren Reifen gehört, als sie selbst noch „grün hinter den Ohren“ waren. Nach wie vor gilt diese Aussage, vielleicht noch massiver als jemals zuvor?

Theoretisch ermöglicht Veränderung es, viele unser heutigen Arbeiten zu vereinfachen, zu systematisieren. Hat uns beispielsweise früher eine Information gefehlt, mussten wir uns durchfragen oder Bücher besorgen. Heute tippen wir unsere Frage einfach online ein. Ergebnis: Eine Fülle von Lösungen, zum Lesen oder per Video. Schritt für Schritt, wie es einfacher geht.

Doch dies ist nur ein winziger Ausschnitt des Machbaren. Wie sieht es aber im Alltag aus, sowohl im beruflichen wie auch im privaten? Empfinden wir rasante Veränderungen als Vereinfachung? Oder sind wir einfach nur genervt und beunruhigt? Scheint Veränderung für uns nicht mehr greifbar, fühlt sie sich mystisch an!

Veränderung aber ist nicht wirklich mystisch, außer wir bewerten sie als solche. Tatsache ist und bleibt: Unsere Grundhaltung und somit unser emotionaler Bezug zur Veränderung ist entscheidend auf die Auswirkungen und wie wir sie im Alltag erleben.

Sind Sie auf der Suche nach „der“ Wahrheit über Veränderung? Dann seien Sie gespannt, wie Erfolgsmenschen mit Veränderungen umgehen. Vor allem, hören Sie in sich hinein, was davon gerade jetzt am besten zu Ihnen passt!

11 Erfolgsmenschen, 11 Impulse

Baroness Susan Greenfield*: „Ein starkes Backup ist wichtig. Menschen zu haben, die Sie unterstützen. Und auch ein inneres Gespür für Ihr Selbstvertrauen und Ihre Fähigkeiten.“
* britische Wissenschaftlerin, Autorin, Rundfunksprecherin und Mitglied des House of Lords. Spezialisiert auf Gehirnphysiologie.

Prof. Dr. Claus Hipp*: „Die passieren laufend in meinem Leben. Das ich heute dümmer bin als morgen, aber morgen gescheiter als ich am Tag zuvor war. Das ist eigentlich die Bescheidenheit, die Einsicht, wie Sokrates schon sagte: Ich weiß, dass ich nichts weiß und das es immer wieder Neues gibt.“
* Unternehmer und Geschäftsführer des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers Hipp, ausgezeichnet mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland und zahlreichen anderen Auszeichnungen

Stefanie Schneider*: „Für mich selbst ist es wichtig, dass ich anderen vertrauen kann und das Gefühl habe, nicht alles alleine machen zu müssen. Ich traue vielen anderen auch etwas zu und dass sie auch bessere Ideen haben, als ich. Diese Erkenntnis schwächt mich nicht, sondern stärkt mich. Ich fühle mich sehr gut, wenn ich neben Leuten bin, die wirklich sehr gut sind.“
* Landessenderdirektorin BW und stellvertretende Intendantin des Südwestrundfunks in Stuttgart. Sie zählt zu den 100 Spitzenfrauen von Baden-Württemberg

Prof. Dr. Alexander Kurz*: „Offenheit für Neues, eine gewisse Neugierde, eigene Erfahrungswerte, zum Beispiel dass es oftmals anders kommt, als man denkt und nicht den Einzelkämpfer, Alleinentscheidenen, den „einsamen Wolf“ spielen, sondern das Umfeld mitgestalten lassen. Natürlich muss ich am Ende selbst die Entscheidung treffen und dahinter stehen. Aber um zur Entscheidung zu kommen, um eine Veränderung herbeizuführen, da ist mir Rat wichtig.“
* Seit 2011 Mitglied des Vorstands der Fraunhofer-Gesellschaft, für Personal, Recht und Verwertung zuständig

Birte Karalus*: „Positiver Größenwahn! Wir schaffen das über Visualisierung mit Fragen wie beispielsweise: „Was würde passieren, wenn das Problem nicht da wäre?“ Es setzt unendlich viel Energie frei, dass man so beschwingt reingeht und etwas machen kann, dass man diesem Ziel näher kommt. Und es darf wirklich ruhig „spinnert“ sein.“
* Journalistin, TV-Moderatorin, Keynote Speakerin

Christian Kuhna*: „Vor allem der Dialog mit unterschiedlichen Menschen. Ich suche mir bewusst Sparring-Partner, die etwas ganz anderes machen und eine ganz andere Perspektive haben als ich. Auch diskutiere ich gerne mit ganz neuen Leuten, um mal ein ganz anderes Feedback und Echo zu bekommen.“
* Director HR Strategy – Think Tank Future Trends & Innovation at adidas group – ‎adidas group

Oberbürgermeisterin Margret Mergen*: „Die Neugier, das Wissen um die schöne Erkenntnis, die man hat, wenn man den Mut hat, etwas Neues anzugehen. Wenn das dann klappt, ist man dann reicher an Erfahrungen und menschlichen Begegnungen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn Neugier sich lohnt.“
* Politikerin und Oberbürgermeisterin von Baden-Baden

Frank Hassler*: „Durch Menschen! Ganz wichtig für mich ist der Austausch mit anderen Menschen, die im Veränderungsprozess betroffen sind oder mit welchen die durch eine ähnliche Erfahrung gegangen sind.“
* Senior Vice President E-Recruiting der XING AG

Annette Frier*: „Das habe ich zum Beispiel als Keynote Speaker bei einem Kongress zum Thema Immobilienforum erlebt. So etwas hatte ich zuvor noch nicht gemacht: Mit einem selbst geschriebenen Bühnenprogramm mich vor 700 Makler zu stellen. Also das hat für mich damit zu tun, dass man einfach Sachen macht, auf die man eigentlich nicht kommt. Das finde ich immer gut, weil das einen dazu anregt, zu improvisieren und aus gewohnten Pfaden heraus zu latschen. Das ist – glaube ich – mein Mittel dagegen.“
* Schauspielerin und Comedian

Joey Kelly*: „Ich halte mir meine Ziele und Herausforderungen vor Augen. Auch meine Berufung zu verfolgen. Das hält mich auf Trab.“
* Musiker, Ausdauersportler und Unternehmer, Mitglied The Kelly Family

Julia Käser*: „Ich versuche immer mich von außen, sozusagen wie ein Publikum zu sehen. Und ich hole mir Feedback von meinem Freund, das ist ehrlich.“
* Hauptmann bei der Bundeswehr

Ist das nicht spannend? Unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Wahrheiten. Die Wahrheit ist, es gibt nicht eine Wahrheit, es gibt nicht eine Lösung. Entscheidend ist, welche Grundhaltung und welcher emotionale Bezug zur Veränderung am besten zu Ihnen passt!

Treffen Sie also Ihre Entscheidung:
• Ein starkes Backup auf-/ausbauen
• „Ich weiß, dass ich nichts weiß…“
• Andere haben bessere Ideen als ich
• Neugierde & Erfahrungswerte
• Es darf wirklich ruhig „spinnert“ sein
• Ganz neue Leute
• Mut, etwas Neues anzugehen
• Austausch mit Betroffenen
• Improvisieren und aus gewohnten Pfaden heraus latschen
• Ziele und Herausforderungen vor Augen halten
• sich von außen, sozusagen wie ein Publikum sehen

Eines haben alle Punkte gemeinsam: Die Interviewpartner nehmen sich ZEIT für RUHE. Ob das ein paar Bruchteile von Sekunden sind oder eine ausgiebige Pause, ist nebensächlich. Wichtig ist, dass Sie die emotionale Blockade unterbrechen und damit kreativen Raum für Wandel erschaffen.

Treffen Sie Ihre Wahl oder kombinieren Sie ein bis zwei Punkte und dann machen Sie’s einfach.

Und machen Sie’s vor allem einfach.

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