Arbeit & Recht

Wenn das Kind krank wird: Das steht berufstätigen Eltern zu

Der Herbst ist da, die Kinder werden krank. Berufstätige Eltern haben für die Betreuung ihrer Kleinen mehr Rechte, als viele wissen.

Krank Kind Sonderurlaub Betreuung

Für die Betreuung kranker Kinder bekommen berufstätige Eltern Sonderurlaub (©Foto: Dean Mitchell / Getty Images)

Ist das Kind krank, müssen Berufstätige häufig zu Hause bleiben, um den Nachwuchs zu betreuen. Dafür ist es nicht nötig, dass sie Urlaub einreichen. Beschäftigten stehen vielmehr freie Tage zu, erklärt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht aus Köln.

Ist das Kind nur kurz erkrankt, und Eltern können die Betreuung nicht anders gewährleisten, haben sie einen Anspruch auf bezahlte Freistellung gegenüber dem Arbeitgeber – und zwar nach Paragraf 616 Bürgerliches Gesetzbuch. Das gilt für maximal fünf Tage.

Ist der Nachwuchs länger erkrankt, muss der Arbeitgeber sie unbezahlt freistellen. Dafür bekommen sie aber bis zu zehn Tagen im Jahr und pro Kind bis zwölf Jahre Kinderkrankengeld. Das beträgt bis zu 90 Prozent des Nettoentgelts.

2 Kommentare

Astrid Prüger

10.10.2016

Interessanter Artikel. Aber wir „holt“ man sich diese fünf zustehenden Tage laut §616 BGB beim Arbeitgeber? Ich kenne es nur so: Es stehen jedem Elternteil 10 Tage (laut Krankenkasse) im Jahr zu, die man sich auch gegenseitig „weiterreichen“ kann. Von diesen 10 Tagen kann der Arbeitgeber selbst entscheiden (steht meist im Arbeitsvertrag) wie viele Tage davon bezahlt werden (100% Gehalt). Laut Ihrem Artikel hätte man ja aber 15 Tage Anspruch wovon 5 Tage auf jeden Fall zu 100% abgegolten werden und 10 Tage via Kinderkrankengeld. Korrekt?

Jule A.

18.10.2016

Alle schreiben immer nur von kranken Kindern die dann kurzfristige Betreuung benötigen; wie schauts denn aus wenn die Eltern „spontan“ krank werden…und ich als Tochter mich kümmern muss….?
Gibt’s da auch Regelungen?