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Arbeit & Sinn

Unterfordert im Job? Nur meckern reicht nicht.

Ihre Arbeitsaufgaben sind nur noch eintönig? Ihre Stärken liegen ganz woanders? Das sollte der Chef wissen. Wer sich für Höheres berufen fühlt, muss das aber auch mit Argumenten belegen können.

Unterforderung Langeweile Job

Wer sich im Job ständig langweilt, sollte daran im Gespräch mit dem Chef etwas ändern. (©Foto: Bernd Opitz / Getty Images)

Ist bei Ihnen auch immer nur Fleißarbeit angesagt, während die wirklich spannenden Projekte andere Kollegen bekommen? Wer sich im Beruf unterfordert fühlt, sollte das gegenüber dem Chef ansprechen. Das allein genügt aber nicht. Man muss auch die eigenen Fähigkeiten aufzeigen, die bisher ungenutzt bleiben: „Vielleicht kennt der Vorgesetzte ihre wahren Vorzüge gar nicht“, sagt Prof. Brigitte Witzer, die Führungskräfte coacht. Der Ton ist beim Ansprechen entscheidend. Schließlich will ja keiner als Arbeitsverweigerer dastehen. Wichtig sei deshalb, das Ganze charmant zu verpacken.

Eine Möglichkeit sei es zum Beispiel, zu seinem Chef zu sagen: „Ich mache das gerne, keine Frage.“ Danach können Beschäftigte erklären, dass sie mit ihren Fähigkeiten bei anderen Aufgaben nützlicher sein können. „Man muss unbedingt wissen, was man richtig gut kann“, betont Witzer.

Soll eine Sekretärin zum Beispiel Daten in eine Excel-Tabelle übertragen, könnte sie gleich anbieten, diese auch auszuwerten, weil sie sich mit Statistik auskennt.

Männer werden nach Potenzial beurteilt, Frauen nach Performance

Bei ihrer Argumentation sollten Männer und Frauen einen entscheidenden Unterschied beachten: Männer werden vor allem nach Potenzial beurteilt. Entscheidend sei bei ihnen die Frage: Könnte er das lernen? Bei Frauen steht dagegen die Performance im Vordergrund, sie müssen sich oft erst in kleineren Projekten beweisen. Bei ihrer Einschätzung für Aufgaben lautet die Frage: Kann sie das? Dann müsse sie das auch zeigen, und zwar sofort. „Dieser Unterschied zwischen Potenzial und Performance ist geschlechterspezifisch“, meint Witzer.

Männer sollten darum vor allem ihre Möglichkeiten betonen, während Frauen auf Aufgaben und Projekte hinweisen sollten, die sie schon erfolgreich bewältigt haben. So zeigen sie, dass sie einer Aufgabe gewachsen sind.

Allerdings gibt es diese Unterschiede auch bei Vorgesetzten: Chefinnen schauen generell eher nach der Performance – unabhängig davon, ob sie Männer oder Frauen beurteilen. Man sollte klarmachen, welche Qualifikationen oder Erfahrungen für konkrete Aufgaben nützlich sein können.

2 Kommentare

Harry Heddergott

25.10.2016

Nach einer Industrie-Kariere vom Facharbeiter bis zum Geschäftsführer (360 MA) und danach Selbständigkeit, bin ich heute absolut davon überzeugt: Eine Befriedigung im Beruf und wahre Verwirklichung bekommt man nur due eine selbständige Tätigkeit.

Elke Pfahls

25.10.2016

Bitter, kein Wunder, dass Frauen abgehängt werden. Während bei IHM die nötige Intelligenz scheinbar ausreicht, muss SIE das Können schon in der Tasche haben. Kein Wunder, dass so viele Männer tolpatschig durch ihren gutbezahlten Job stolpern, während die schlecht bezahlte Assistentin die Arbeit macht.

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