ARD Themenwoche "Zukunft der Arbeit"

Von neuen Kollegen und alten Ängsten: die ARD-Themenwoche "Zukunft der Arbeit"

Mit der Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ widmet sich die ARD einer der wichtigsten Herausforderungen unserer Gesellschaft. XING Spielraum begleitet das Projekt als Medienpartner. 

koop_ard_spielraum_aufmacherOb wir es wahrhaben wollen oder nicht: Die Zukunft der Arbeit hat längst begonnen. Digitalisierung und Globalisierung schreiten unaufhaltsam voran. Die klassische Erwerbsarbeit des Industriezeitalters verliert an Bedeutung. „Industrie 4.0“, „Sharing-Ökonomie“ oder „Cloud-working“ heißen die Schlagworte. Das „Internet der Dinge“ wird schon bald Autos aus dem 3D-Drucker möglich machen, individueller und billiger als heute. Software wird Sachbearbeiter in den Büros ersetzen, Automaten werden sich selbst optimieren. Neue Plattformen und Netzwerke machen bereits jetzt jeden Autobesitzer potentiell zum Billig-Taxi-Anbieter und jeden Wohnungsbesitzer zum Vermieter von Gästezimmern. Aber wer sind dabei eigentlich Gewinner und Verlierer?

 Arbeit wird mit Geld entlohnt. Aber entspricht der Lohn auch der Leistung? Das monatliche Einkommen eines Bankers ist weit höher als das einer Altenpflegerin, ein Immobilienmakler verdient mehr als ein Konditor, eine Hausfrau bekommt gar keinen Lohn. Andere wiederum vermehren ihr Vermögen, ohne dafür zu arbeiten. Immer häufiger wird gefragt: Ist das gerecht? Wer bestimmt eigentlich den Wert und den Stellenwert von Arbeit in unserer Gesellschaft?

Arbeitnehmer brauchen künftig ganz andere Qualifikationen für neue Formen von Arbeit. Tarifverträge, Acht-Stunden-Tag, ein festes Einkommen: Nichts davon wird mehr selbstverständlich sein. Welche Arbeit ist dann noch sicher und was ist sie noch wert? Welche Auswirkungen für gewerkschaftliche Vertretung, Krankenversicherung oder Altersversorgung gibt es? Wie wirkt die neue (digitale) Arbeitswelt auf Körper und Seele? Wie kann sich die Gesellschaft heute darauf vorbereiten?

Die „Generation Y“ sieht den Wandel als Chance

Berufstätige Mutter mit Kind: selbstbewusste Forderungen einer neuen Generation (© Frank Gärtner - Fotolia.com)

Berufstätige Mutter mit Kind: selbstbewusste Forderungen einer neuen Generation (© Frank Gärtner – Fotolia.com)

Schon jetzt empfinden viele den Wandel als Bedrohung. Sie erleben, dass Berufe und Berufsfelder aussterben, Arbeitsplätze wegfallen, ganze Branchen verschwinden. Ganz anders die Jüngeren der sogenannten Generation „Y“: Sie sehen den Wandel als Chance, endlich flexibler zu werden und die Arbeit ihren Lebenswünschen anzupassen: Sich selbst zu entfalten, statt vom Chef dirigiert zu werden oder sich tot zu arbeiten. Kooperatives Arbeiten in selbständigen Projektteams statt starrer Hierarchien. Work-Life-Balance statt Workaholic. Kurz: Arbeiten, um zu leben und nicht leben, um zu arbeiten.

Die ARD-Themenwoche 2016 beschreibt ab dem 30.Oktober die „Zukunft der Arbeit“ dabei nicht aus einer rein technischen Perspektive des Machbaren, sondern stets im Hinblick auf den Wert der eigenen Arbeit: Welchen Stellenwert hat meine Arbeit? Was passiert mit meinem Arbeitsplatz? Wie verdiene ich mein Geld? Was müssen unsere Kinder lernen, wie müssen wir sie ausbilden? Wer sorgt dafür, dass unsere Arbeitsgesellschaft nicht auseinanderfällt?

P.S. Wir werden in den kommenden Tagen auf XING Spielraum besonders interessante und wichtige Höhepunkte der ARD Themenwoche präsentieren und mit eigenen Interviews, Features und Diskussionen ergänzen. Zum kompletten Programm der Themenwoche geht es hier entlang

P.P.S. Wegen der vielen Nachfragen: Unser Aufmacherbild entstammt diesem Spot, mit dem die ARD die Themenwoche bewirbt:

5 Kommentare

Ari

27.10.2016

Wenn man den Erfolg mit Arbeit gleichsetzt dann müssen die Besteuerung und die Abgaben auf eine andere Basis gesetzt werden. Heißt nicht die arbeit/Lohn muss versteuert / mit abgaben belastet werden sondern der Erfolg = Gewinn .

Otfried G. von Koenigsmarck

27.10.2016

Der digitale Wandel beginnt jetzt! (…) Der Wandel verändert nicht nur unsere Arbeitswelt, sondern unsere Gesellschaft und das bedeutet, es ist nicht nur eine Bewertung von Arbeit etc., sondern eine Umformung des Lebens schlechthin. Und damit muss das „Humankapital“ insgesamt neu bewertet werden.

Rudolf Langer

27.10.2016

Autos aus dem 3D-Drucker: Bei aller Technik-Gläubigkeit, aber das wird es nicht geben …

Menzl

27.10.2016

Apropos „Ganz anders die Jüngeren der sogenannten Generation „Y“: Sie sehen den Wandel als Chance, endlich flexibler zu werden und die Arbeit ihren Lebenswünschen anzupassen: Sich selbst zu entfalten, statt vom Chef dirigiert zu werden oder sich tot zu arbeiten. “
Wenn Generation Y das wirklich so sieht, hat sie das letztendlich allein entscheidende aus den Augen verloren: das Arbeitseinkommen!
Entscheidend ist letztendlich nicht, was und wie gearbeitet wird, sondern welcher Nettolohn dafür zum Schluss auf Konto überwiesen wird. Arbeit bleibt auch in der schönsten und neuesten Welt letztendlich immer Mittel zu „Broterwerb“.
Deshalb ist entscheidend, dass für alle Tätigkeiten ein angemessener Lohn gezahlt wird und die Digitalisierung und Flexibilisierung nicht als globale Lohndrückerei missbraucht wird. Die einzigste Möglichkeit das gerecht zu erreichen ist, eine progressive Besteuerung einzuführen, die bei sehr hohen Einkommen (z.B. ab 2Mill.€ p.a.) bis 100% von jedem zusätzlichen Euro wegsteuert. Dadurch wird erreicht, dass extrem hohe Bruttoeinkommen letztendlich doch nur zu recht hohen – aber nicht extrem hohen – Nettoeinkommen führen. D.h. die derzeitige Schere zwischen sehr hohen und sehr niedrigen Nettoeinkommen, die zu extremen sozialen Verwerfungen bis hin zu unerträglichen Minirenten führt, wird vermieden. Extrem hohe Bruttoeinkommen der Chefs und in den Chefetagen lohnen sich nicht mehr, stattdessen kann das Geld in Innovationen oder in höhere Einkommen der unteren Hierarchieebenen oder auch in mehr Mitarbeiterlöhne (d.h. Steigerung der Belegschaftsstärke) innerbetrieblich umverteilt werden.
In diesem Umfeld wird dann die Digitalisierung und Flexibilisierung der Arbeit nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen, weil das Steuersystem Anreize enthält, um trotzdem neue Arbeitsplätze zu schaffen, etwas mehr Einkommensgerechtigkeit erreicht wird. Digitalisierung und Flexibilsierung der Arbeit kann dann von Unternehmen und Chefs weniger oder nicht mehr als Mittel missbraucht werden, damit sich ihre Nettolöhne permanent weiter erhöhen, während der einfache Angestellte immer mehr in ein Umfeld sozialer Unsicherheit gerät.

Harald Bulling

29.10.2016

Arbeit wird jetzt einfach neu bewertet, mehr nicht. Hat man bisher Arbeit immer nur im Zusammenhang mit Industrie gesehen, wird sie jetzt auf den Menschen bezogen. Kreativität und Mitwirkung stehen in Zukunft im Vordergrund, Arbeiten die ein Roboter übernimmt waren immer stupide und monoton, nun kommt die Gesellschaft der Vielfalt. Menschen planen und denken, Roboter stanzen und schrauben, der Rest ist nur Medienshow.