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Neue Führung

Die Angst der Chefs vor ihren Fehlern

Viele Führungskräfte können mit eigenen Fehlern nicht umgehen. Dabei könnten sie und ihre Mitarbeiter davon profitieren – wenn die Chefs es richtig machen würden.

Chef Fehler

©Foto: Shutterstock

Auch Vorgesetzten passieren Fehler – doch viele von ihnen räumen das nicht gerne ein. Um nicht an Autorität zu verlieren, gehen sie stumm über eigene Fehlleistungen hinweg oder streiten sie ab.

Dabei ist das umgekehrte Verhalten in der Regel deutlich besser, sagt Kommunikationsberaterin Sabine Neuwirth aus München. Chefs verlieren in der Regel nicht an Respekt, wenn sie Fehler zugeben. Sie werden im Gegenteil für ihr Team eher menschlicher und greifbarer. Der Fehler habe dadurch am Ende im besten Fall sogar einen positiven Effekt, so Neuwirth. Die Beziehung zum Mitarbeiter wird gestärkt.

Nur wer transparent mit dem Missgeschick umgeht, kann außerdem verhindern, dass ein anderes Teammitglied den gleichen Fehler ebenfalls macht. Und noch etwas anderes passiert: Geht der Chef offen mit Fehlern um und ist Vorbild, werden die Mitarbeiter seinem Beispiel folgen. So kann verhindert werden, dass aus Angst vor Strafe Teammitglieder Fehlleistungen vertuschen – und sie dadurch am Ende im schlimmsten Fall noch einmal passieren, weil niemand daraus gelernt hat.

Passiert einem Mitarbeiter ein Fehler, sollten Vorgesetzte deshalb sich nicht mit ihrem Ärger darüber aufhalten und ihre Wut im schlimmsten Fall am Mitarbeiter auslassen. „Druck erzeugt nur Gegendruck und produziert neue Fehler“, sagt Neuwirth. Sie empfiehlt, sich voll und ganz auf die Lösung des Problems zu konzentrieren und den Mitarbeiter mit einzubeziehen. „Wie können Sie verhindern, dass das noch einmal passiert?“ Und „Wie kann ich Sie dabei unterstützen?“ könnten leitende Fragen dabei sein.

6 Kommentare

Franz Kass

13.09.2016

Chefs begehen keine Fehler. Es sind immer die Angestellten.
Der Chef befiehlt „HÜ“. Der Angestellte sagt „Chef, HOTT wäre hier aber angebracht und erklärt, warum“.
Der Chef befiehlt noch mal „HÜ“, der Angestellte macht es und die Sache geht schief.
Schuld ist der Angestellte. Er protestiert natürlich.
Antwort des Chefs „Sie sind schuld. Sie hätten mehr auf die Füße treten müssen…“
Phantasie? Nein, persönliche schlechte Erfahrungen.

Thomas Werner

13.09.2016

Bei meiner Chefin heißt es hinterher immer „Sie hätten eine Kommunikation aufbauen müssen“. Vorher juckt die überhaupt nix: Deadlines, Probleme die man nicht selber lösen / entscheiden darf, Hinweis auf Mitarbeiter die in Urlaub gehen.
Die Rechtfertigungen hinterher sind nur schwer zu ertragen und lassen nicht nur Insider am gesunden Menschenverstand zweifeln. Stattdessen wird haargenau analysiert was aus Ihrer Sicht schief ging, obwohl man „keine Schuldigen suche“.
Ja, ich habe hier ein echtes Prachtexemplar an Inkompetenz zu bieten. Meine Stelle wird demnächst frei !

Renate Liebens

14.09.2016

YOU’RE THE BOSS I’M THE HORSE …
It’s still the same … global …
Bereits vor 30 Jahren lernte ich an der FH Mönchengladbach, dass ‚Kollegealer Führungsstil‘ angesagt ist, weder ‚Legerer‘ noch als ‚Patriachat‘. Und ja, in den ersten 25 Jahren danach fand ich lediglich das vor, was Mitarbeiter krank und desinterressiert macht, ‚Leger und Patriachat‘!!! Das schlimmste ist wirklich der ‚Legere Führungsstil‘, er führt geradezu in den Ruin!
Ja, Vorgesetzte sind auch nur Menschen, aber es ist unerträglich, wenn sie konstruktive Kritik in persönliche wandeln. Heute sind häufig die Massnahmen in Folge:
1. Consultant angagieren: wenn in Folge etwas schief läuft, dann hat man wenigstens ein ’schwarzes Schaf‘, das herhalten muss!
2. Anwalt für Arbeitsrecht: dieser schult Vorgesetzte auf Vorgehensweise: „Wie werde ich langjährige Mitarbeiter los ohne Abfindung!“ … Das erscheint dann nicht in der öffentlichen Bilanzdarlegung, was beonders für Firmen mit besonders ‚Sozialem Touch‘ von grosser Bedeutung ist!!!
‚Soziale Versender‘ mit konkurrenzfähigen Preisen zu ‚Normalanbietern‘ sind NICHT sozialer.
Sie strampeln genauso wie jedes andere wirtschaftlich arbeitende Unternehmen …
Pech hast du nur, wenn die Gl von ‚Vaters Gnaden‘ eingesetzt ist und Fehler niemals wirklich in der Gl gesucht werden …
Funny ist es jedoch, wenn der wirkliche Aufschwung sich nicht wirklich einstellen will, obwohl die ‚ alten schlechten‘ fort sind und div. Neue auch bereits!
Result: am aktuellen Führungsstil gibt es noch empirische Arbeiten zu leisten!!,
Die grösste Sorge ist jedoch die Verbindung Handel und ich bezeichne sie als ‚ Kleingötter‘ = ‚ Manager‘ mit zuviel Testosteron!
Manager/ Gl’s haben nun mal viel davon, sonst hätten sie nicht den Ehrgeiz, aber sie sind meilenweit entfernt von Inhaber – geführten Qualitäten … Und das ist die ganz grosse ‚krucks‘
WO IST DAS MENSCHLICHE GEBLIEBEN?

Peter Enge

14.09.2016

Ich kann diesen Artikel nur voll und ganz unterstützen. Seit fünf Jahren bin ich selber Führungskraft und arbeite mit Selbstständigen und Angestellten in einer Versicherungsagentur. Seit ich offen zugebe, das ich fast jeden Tag „Fehler“ mache, also im Nachhinein Fehlentscheidungen treffe oder ähnliches, jeden Tag etwas hinten runterfällt oder ich nicht immer alles schaffe, geht die Entwicklung in unserer Agentur nach oben. Die Kommunikation untereinander ist offener geworden und es werden in der Gesamtheit sogar Messbar weniger Fehler gemacht. Also, Liebe Kolleginnen und Kollegen Führungskräfte; Fehler machen ist nicht schlimm, sondern für das Ergebnis gut. Mut zur Lücke.

Dr. Tilman Spangenberg

19.09.2016

So wie es Peter Enge erlebt ist es doch meistens auch. Die Führungskraft, die offensiv und pragmatisch mit (eigenen und fremden) Fehlern umgeht, erreicht eine offene Kommunikation, ein besseres Betriebsklima, sinkende Angst vor Fehlern und einen Lerneffekt! Und den meist nicht nur für sich, sondern ebenso für die Kolleginnen und Kollegen!
Das Ergebnis hat Herr Enge auch schon beschrieben: sinkende Fehlerkurve und bessere Ergebnisse. Und diese auch in finanzieller Hinsicht!

Werner Striedl

23.09.2016

Es gibt Statistiken darüber wie viele Führungskräfte Psychopathen sind und Psychopathen, je nach Ausprägungsgrad, machen keine Fehler. Zudem werden nur sie aus positivem wie negativem profitieren, dass jemand anderes profitiert wollen sie gar nicht. Andere Menschen interessieren sie nicht und gehen notfalls über deren Leichen. Aus diesem Grund haben die Führungskräfte in der Regel keine Angst vor Fehlern, denn sie finden immer einen Schuldigen der die Suppe auslöffeln muss. Da diese Führungskräfte keine Fehler machen und in ihrer eigenen Respektwolke schweben, müssen auch nur die Fehler der „Anderen“ besprochen werden.
Meist bauen sie einen Mitarbeiter als Schutzschild für ihre Inkompetenz auf, so sind niemals sie selbst in der Schusslinie. Haben sie den Fehler begangen einen kompetenten Mitarbeiter als Schutzschild aufgebaut zu haben, der die Fehler der Führungskraft zur Sprache bringt, dann wird dieser kompetente Mensch skrupellos und systematisch psychisch zerstört, der Fehler ihm zugeschrieben und schnellstens ersetzt. Hilfe oder sogar Einsicht, sucht man bei einer solchen Führungskraft vergebens. Wirklich arm dran ist der, der gleich mehreren dieser Führungskräften und auch Kollegen ausgesetzt ist, er hat keine Chance und geht sang und klanglos unter. Gegendruck ist hier zwar möglich, geht aber meist für den kompetenten Kollegen nach hinten los. Viel wahrscheinlicher ist eine Kündigung des Mitarbeiters und damit ein eventuell erheblicher Schaden für das Unternehmen. Dies wird naturgemäß wieder einer anderen armen Seele angelastet.
Betroffene Führungskräfte werden ihre Kontrolle nicht abgeben, eher ausbauen und damit eine gute Kommunikation unter den Mitarbeitern verhindern. Und es ist völlig gleichgültig welche Maßnahmen versucht werden, sie sind meist zum Scheitern verurteilt, psychopathische Führungskräfte handeln und entscheiden immer in ihrem eigenen Sinn.
Jeder gute Ratschlag und jede gute Idee läuft bei nicht gefallen ins Leere, sofern sie der betreffenden Führungskraft nicht zu einem persönlichen Vorteil verhilft. Eine Bindung zum Mitarbeiter wird weder ernsthaft gesucht noch gefördert.
Eine Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit ist bei Psychopathen nicht nötig, denn sie sind in der Regel charmant, rhetorisch begabt und durchaus kommunikativ. Deshalb werden sie auch nicht sofort erkannt und winden sich aus jeder für sie negativen Situation. Jeder der so etwas schon einmal erlebt hat wird mir beipflichten.
Und die vielen anderen guten Führungskräfte werden sich sowieso, wie im Artikel beschrieben, positiv, kommunikativ und motivierend verhalten. Auch wenn keiner seine eigenen Fehler gerne einräumt. Trotzdem sind Fehler dann kein Thema, sondern Lösungen werden gemeinsam angestrebt und auch erreicht.
Für jeden anderen finde ich eine Kommunikationsberatung, wie oben beschrieben, bestens.

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