Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Mensch@Work

Team-Motivation: Fragen stellen statt Befehle brüllen

Wenn es stressig wird, verfallen Vorgesetzte oft in einen knappen Befehlston. Dabei beweisen neue Studien: Die beste Arbeitsmotivation erreicht man, wenn man seinem Team Fragen stellt – und bei der Antwort auch zuhört.

Richtige Kommunikation mit den Mitarbeitern ist nicht jeder Führungskraft Sache (©Foto: iluistrator / Shutterstock)

Richtige Kommunikation mit den Mitarbeitern ist nicht jeder Führungskraft Sache (©Foto: iluistrator / Shutterstock)

Die Zeit für den Abschluss des Projektes wird knapp, die zu lösende Aufgabe schwierig: In solchen Momenten neigen Führungskräfte dazu, nur kurz und knapp mit den Mitarbeitern zu reden. Zwei Wissenschaftler aus Hamburg und Australien sagen aber: Genau das ist falsch. Denn sie brauchen in solchen Fällen motivierte, selbstständige, leistungsstarke Mitarbeiter. Offene Fragen nutzen in diesen Momenten mehr als nur Befehle, lautet die These der Forscher, die ihre Arbeit in der Fachzeitschrift „Academy of Management Review“ veröffentlichen werden.

Vorgesetzte können ihre Mitarbeiter mit den richtigen Fragen also besser für die Arbeit motivieren und sogar deren Zufriedenheit im Job steigern. Die Frage sollte möglichst offen sein und dem Mitarbeiter Raum zum Antworten geben. Dieser fühlt sich dann als kompetent und wichtig wahrgenommen. Eine gute Frage lautet etwa „Wie läuft es Ihrer Meinung nach im Projekt?“

Dagegen motiviere es keinen, nur nach einem „Ja“ oder „Nein“ gefragt zu werden, erklärt Prof. Niels Van Quaquebeke von der Kühne Logistics University aus Hamburg. Er ist einer der beiden an der Arbeit beteiligten Forscher.

Der Chef sollte zeigen, dass er seine Mitarbeiter für wichtig und kompetent hält

In ihrer Studie prägen die Wissenschaftler den englischen Begriff „Respectful Inquiry“. Der lässt sich etwa mit „respektvolle Nachfrage“ übersetzen. Ganz neu ist der Ratschlag, Mitarbeiter mit Nachfragen zu mehr Leistung zu motivieren, nicht. Aber die Forscher untermauern die Empfehlungen mit Erkenntnissen aus der Selbstbestimmungstheorie.

Diese benennt verschiedene menschliche Grundbedürfnisse, die auch im Beruf zum Tragen kommen. Dazu gehören die Wünsche, lösbare Aufgaben selbst meistern zu können, eigene Entscheidungen treffen zu dürfen und sich zugehörig zu fühlen. Wenn der Chef mit Nachfragen signalisiert, dass er seine Mitarbeiter für wichtig und kompetent hält, könne er deren Begeisterung und Engagement steigern, heißt es.

Zur „Respectful Inquiry“ gehört neben der richtigen Frage auch, interessiert und zugewandt der Antwort zu lauschen. Wenn Chefs nach ihrer Frage schon weitergehen oder auf ihr Handy schauen, wirkt das auf Mitarbeiter wie Desinteresse. Im schlimmsten Fall demotiviert solches Verhalten statt – wie eigentlich gewünscht – die Leistung zu fördern.

P.S. Was ist für Sie die beste Motivation im Job? Verraten Sie es uns doch gerne, unten in den Kommentaren

14 Kommentare

Christopher Temt

29.09.2016

Wau, Benimm-Regeln, die höchstwahrscheinlich schon in der Steinzeit gegolten haben, werden uns als neue Erkenntnisse verkauft.
Solche Banalitäten und Selbstverständlichkeiten werden für mich anscheinend nur veröffentlicht, um bei diesem unsäglichen Ranking- und Veröffentlichungs-Wettbewerb mehr Punkte und damit mehr Forschungsgeld zu bekommen. Weit haben wir es gebracht.

Andreas Vetter

07.10.2016

Banal wirken diese Hinweise schon, dennoch werden sie in der Realität häufig genug nicht umgesetzt, im Gegenteil. Anstatt zuzuhören und gemeinsam Ideen und Lösungen zu erarbeiten, wird unverändert „durchregiert“. Change Management ist in vielen Unternehmen nicht angekommen.

Katharina Renzi

07.10.2016

Ja, es sind Selbstverständlichkeiten – aber diese werden nach wie vor selten oder gar nicht eingesetzt. Deshalb kann man nicht genug daran erinnern, vielleicht wird es irgendwann von Chefs/Teamleitern internalisiert.

Christoph Wulf

07.10.2016

Guten Tag zusammen.

Ich bin irritiert darüber, dass wir dafür Wissenschaft brauchen. Jede richtige Führungskraft sollte bemerkt haben, dass man auf diese hier beschriebene Weise mit seinem Team deutlich bessere Ergebnisse hervorbringt.

Allerdings sieht die Wirklichkeit an vielen Stellen anders aus und sogenannte Führungskräfte sind untauglich. Gerne bzw. besonders auch in Stresssituationen.
Vielleicht hilft so eine Studie ja, aber ich befürchte, dass diejenigen, die dass bisher nicht verstanden haben, dieses nach dem Lesen dieser Studie auch nicht verstehen und richtig leben werden.
Schlecht für die Mitarbeiter und die Produktivität.

Ich wünsche Ihnen einen guten Vorgesetzten.

MC

07.10.2016

genau

JF

07.10.2016

Die Summe von Banalitäten besteht darin, dass man sie (fast) alle kennt und dennoch immer nicht berücksichtigt… Leider auch eine Banalität, die oft unbedacht bleibt.

Corinne Kälin

07.10.2016

Wer Fragen stellt, führt!

Sylvia Dellinger

07.10.2016

Die Banalitäten im Umgang miteinander werden dann nicht eingesetzt, wenn die zugrundeliegende respektvolle und wertschätzende Haltung gegenüber seinem Team fehlt. Taktische Gesprächsführung ist da meiner Meinung nach nicht ausreichend.

Kleemann

07.10.2016

Die ganze Führerei trägt keine Früchte, wenn der Führende weder Vorbild, noch involviert und zudem mit dem Kopf agiert.
Entscheidend ist die Haltung und nicht das Argument, da jedes Argument ohne entsprechende Haltung tot ist.
Die Umkehrung Haltung ohne Argument findet in jeder Gruppe Rückhalt und führt zu Ergebnissen.
“ Der Führende sollte zeigen …….. “ – Nein – er muss es leben“ tut er dies nicht wird er nicht ernst genommen.

Die Regel aus er Steinzeit haben schon was. Es macht nur wenig Sinn sie immer wieder herunter zu beten. Die Verantwortlichen müssten sich in Frage stellen – am Besten im Kreise derer die Sie führen möchten. Hierdurch werden Sie am schnellsten feststellen wie es um Sie als „Führungskraft“ bestellt ist oder ob sie nur auf dem Papier führen.
Zudem sollte sich jeder der Führung beansprucht darüber im Klaren sein, dass Er “ der Führende “ für das Verhältnis zu den Geführten die Verantwortung trägt.

Peter Schellmoser

07.10.2016

gut auf den Punkt gebracht von c. kälin…. als unmittelbare Folge von Aufmerksamkeit und Bereitwilligkeit !

Henc Wolters

07.10.2016

Hallo,
ein Team zu motivieren, ist mit den angesprochenen Maßnahmen natürlich meistens machbar. In den bekannten Unternehmen in unserer Region wird das auch von den meisten so gemacht.
Jedoch wird aus einem stressunressistenten Vorgesetzten, kein zuvorkommender Fragesteller. Und eine Führungskraft mit mangelnder Kommunikationsbegabung, wird auch keine ausschweifenden Reden schwingen.
Wir sind alle verschieden, und lassen uns auch nicht in alle Richtungen umschulen (verbiegen) …
Als Vorgesetzter muss man eine Vorstellung von den einzelnen Teammitgliedern haben.
Wer reagiert auf Lob positiv, wer reagiert auf Lob „zu“ positiv.
Jeder reagiert auf Lob und Kritik anders.
Und da ist psychologisches Talent gefragt, und nicht nur der Standart “ Knigge“

Thomas Heps

08.10.2016

Der Ton macht die Musik, sage ich nur dazu………….

Malia Paro

08.10.2016

Ein Vorgesetzter sollte nicht nur empathiefähig sein, er sollte auch möglichst umfassend seinen eigenen Standort für sich selbst als Führungskraft entwickeln und selbstverständlich einnehmen können. Natürliche Autorität entspringt nicht zuletzt einer klar definierten geistigen Einstellung. Sie sollte zu den Grundpfeilern der Persönlichkeit einer jeden Führungskraft gehören. Wer seine eigene verantwortungsbewusste Verortung für sich selbst bestimmt hat, prägt damit seine Bereitschaft, ernsthaft vorgebrachten Fragen und Argumenten seiner Mitarbeiter zuzuhören. Daraus ergibt sich weitestgehend Führungsstil, Wortwahl und Tonfall den Team-Mitgliedern gegenüber. Respektvolles Führen wird sich langfristig positiv und motivierend auswirken können.

Tobias Kill

11.10.2016

Wenn „die Zeit für den Abschluss des Projektes […] knapp“ wird, dann verhilft auch „Respectful Inquiry“ nicht immer zum Erfolg.
Die Kommunikation von Arbeitsaufgaben und die Prüfung der bisher umgesetzten Abschnitte sollte präventiv und ständig erfolgen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.