Neue Führung

Sieben Lob-Phrasen von Chefs - und was Sie bedeuten

Erfahrene Arbeitnehmer wissen: Lob von oben sollte man immer kritisch hinterfragen, bevor man sich freut. Das gilt auch für diese typischen Chef-Sprüche, die unser Kooperationspartner „Faktor A“ zusammengetragen hat.

Es ist nicht immer leicht, den richtigen Ton zu treffen. Oft genug steckt hinter einem Lob aber auch mehr oder wenig gut verpackte Kritik. Deswegen haben wir sieben oft gehörte Lob-Phrasen von Chefs für Sie gesammelt und so übersetzt, dass jeder sie verstehen kann. Denn schon Sigmund Freud wusste: Gegen Angriffe kann man sich wehren, gegen Lob ist man machtlos.

Chef sagt: „Herr Müller, ich merke wirklich, dass Sie sich nach Kräften bemühen, Ihre Aufgaben zu erfüllen.“
Heißt in Wirklichkeit: „Herr Müller, das einzige, was ich merke, ist Ihre Unfähigkeit. Bewerben Sie sich doch mal bei einer anderen Firma.“

Chef sagt: „Ihre Fähigkeiten im operativen Geschäft sind so ausgezeichnet, dass wir eine Beförderung nicht riskieren wollen.“
Heißt in Wirklichkeit: „Wir brauchen Sie als Arbeitstier und nicht als Chef. Am Ende können Sie den Job noch besser als ich.“

Chef sagt: „Sie sind krank? Macht nichts, lassen Sie sich verwöhnen und bleiben so lange zu Hause, bis Sie wieder gesund sind. Wir schaffen das hier.“
Heißt in Wirklichkeit: „Ihre Halsschmerzen glaubt Ihnen eh keiner. Aber egal: Solange Sie nicht da sind, können wir ungestört die wichtigen Projekte vorantreiben.“

Chef sagt: „Toll gemacht. Bei der nächsten Beförderung sind Sie dran.“
Heißt in Wirklichkeit: „Immerhin diesmal haben Sie nichts falsch gemacht. Bei der nächsten Beförderungsrunde müssen wir uns eine neue Ausrede einfallen lassen.“

Chef sagt: „Sie sind ein echter Teamplayer.“
Heißt in Wirklichkeit: „Finger weg von der Kollegin aus dem Controlling, Sie Büro-Casanova.“

Chef sagt: „Ich mag Ihre Spontaneität.“
Heißt in Wirklichkeit: „Wenn Sie mich noch einmal vor dem Kunden bloßstellen, fliegen Sie raus.“

Chef sagt: „Danke für Ihre Präsentation. Da war schon viel Schönes dabei.“
Heißt in Wirklichkeit: „Das war Schrott. Einfach nur Schrott.“


Jetzt mal im Ernst: Die fünf wichtigsten Fakten über das Loben

  • Eine Studie der Stanford University hat gezeigt, dass Mitarbeiter sich mehr anstrengen, wenn sie für ihren Einsatz gelobt werden. Fehlt Lob und Anerkennung, sinkt der Leistungswille.
  • Team- und Abteilungsleiter tun sich mit dem Loben oft schwer, weil sie selbst keine Anerkennung ernten. Wer aber ein hohes Selbstwertgefühl hat, dem fällt es leichter, andere Menschen wertzuschätzen.
  • Um für Nachwuchskräfte attraktiv zu sein, zählt heute auch die Feedback-Kultur. Die „Digital Natives“, also die junge Generation, braucht mehr Rückmeldung. Warten Sie nicht zu lange, schließlich gibt es genug andere Arbeitgeber.
  • Lob ist neurologisch messbar: Wird man gelobt, werden Glücksbotenstoffe freigesetzt. Das fördert die Lust am Arbeiten und den Mut, eigene Ideen zu entwickeln.
  • Lob erfordert Mut, Interesse am Mitarbeiter und daran, sich persönlich weiterzuentwickeln.

Mehr zum Thema „Richtiges Loben“ finden Sie in diesem Artikel unseres Kooperationspartners „Faktor A“, dem E-Journal der Bundesagentur für Arbeit,  das sich an Arbeitgeber und Führungskräfte richtet. Mit hochwertigen Reportagen, aktuellen Analysen und pointierten Kommentaren liefert es alles, was Unternehmer heute wissen müssen. Die Themenpalette reicht dabei von Ausbildung über Personal bis hin zu Mitarbeiterführung.

2 Kommentare

Franz Kass

13.09.2016

Beinahe würde ich sagen „Besser so ein Lob als gar keins“…
Ich bin es so gewohnt:
„Oh, es regnet schon wieder, und danke, dass Sie die Firma vor einer Beinahe-Pleite gerettet haben und was gibt’s heute zu essen?“
Und dieses Halb-Satz-Lob kam so mühsam raus, das hat den Chef richtig Überwindung gekostet. Hätte er ganz bleiben lassen sollen…

HC

29.12.2016

In Österreich heißt das
„Ned gschimpft is globt gnua“
Nicht geschimpft ist genug gelobt.