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Feel good @ work

"Feelgood Management": Hit oder Hype?

Feelgood-Management soll die Arbeitsatmosphäre verbessern und Mitarbeiter binden. Was in vielen US-Unternehmen längst Standard ist, etabliert sich nun auch in der hiesigen Arbeitswelt. Mit Vorteilen für beide Seiten.

Morgens mit einem Lächeln zur Arbeit gehen, Lust auf den Job haben: Das ist das Ziel des sogenannten „Feelgood-Managements“, einem der derzeit größten Trends der Arbeitswelt. Was zunächst als ein amerikanischer Hype aus Unternehmen wie Google nach Deutschland geschwappt ist, findet auch bei uns mehr und mehr Beachtung. Feelgood, das bedeutet, sich an seinem Arbeitsplatz wohlzufühlen und eine angenehme Atmosphäre zu erleben.

Mit dem Angebot von Gratis-Getränken und Frei-Obst für alle ist es aber nicht getan. Zu einem guten Feelgood-Management gehört mehr. Denn dass Firmen in Zeiten des Fachkräftemangels viel umworbene Experten nicht ausschließlich mit der Aussicht auf ein hohes Gehalt und einen Firmenwagen locken können, ist allgemein bekannt. Für Arbeitnehmer von heute zählen andere Dinge. Work-Life-Balance ist ein solcher Aspekt. Doch es gibt noch mehr, was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittlerweile einfordern.

Feel-Good-Expertin Monika Kraus-Wildegger: "Arbeitgeber sollten signalisieren: `Ihr seid uns wichtig.´"

Feel-Good-Expertin Monika Kraus-Wildegger: „Arbeitgeber sollten signalisieren: `Ihr seid uns wichtig.´“

Feelgood-Manager für den Wohlfühlfaktor

Das weiß auch Monika Kraus-Wildegger von „GOODplace“. Die Organisation berät Unternehmen zum Thema und bildet Feelgood-Manager aus. „Arbeitnehmer möchten, dass ihre Bedürfnisse ernstgenommen werden“, erklärt sie. Und das sind ganz verschiedene Bedürfnisse. So sind die Unterstützung des Arbeitgebers bei der Wohnungssuche oder die Einrichtung einer Betriebskita zur Betreuung der Mitarbeiterkinder nur zwei von vielen Aspekten, die dazu beitragen sollen, dass sich Beschäftigte in ihrem Unternehmen wohlfühlen.

Für die Umsetzung solcher Wünsche sind die Feelgood-Manager verantwortlich. Ihr Aufgabenspektrum ist breit gefächert. So sorgen sie für eine verbesserte Kommunikation am Arbeitsplatz, fördern das Gemeinschaftsgefühl und tragen dafür Sorge, dass das berufliche Umfeld ein entspanntes und zugleich effizientes Arbeiten ermöglicht. Darüber hinaus sind Feelgood-Manager die ersten Ansprechpartner für die Mitarbeitenden, wenn es Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge gibt.

Doch es gehört noch viel mehr zu ihrem Aufgabenbereich. Sie übernehmen Vernetzungsaufgaben, wie das Initiieren von Afterwork-Events, damit Beschäftigte, die neu in der Stadt sind, auch nach der Arbeit Kontakte knüpfen können, oder setzen sich für flexiblere Arbeitszeiten ein. Das Fraunhofer Institut zum Beispiel definiert den Feelgood-Manger klar als „Kulturgestalter“. Gelebt wird die Feelgood-Kultur insbesondere in Unternehmen mit flachen Hierarchien.

Mitarbeiter finden und binden

Längst schon ist das Feelgood-Management zu einem Aushängeschild auch für deutsche Unternehmen geworden. Und für die ist das Konzept mehr als nur Goodwill. „Ein guter Nebeneffekt des Feelgood-Managements ist es, dass die Beschäftigten nicht nur lieber arbeiten, sie arbeiten auch effektiver“, sagt Kraus-Wildegger und sie ergänzt: „Dazu kommt: Engagierte Mitarbeiter steigern den Umsatz.“

Bessere Gewinne durch zufriedene Mitarbeiter also? Für die Firmen, in denen das Feelgood-Management schon heute dazugehört, scheint das eine wichtige Rolle zu spielen. Und auch im Wettbewerb um vielfach umworbene Fachkräfte haben Unternehmen mit Wohlfühlfaktor laut Kraus-Wildegger die Nase vorn und können letztlich durch ihre Angebote überzeugen. Die Expertin erklärt. „Und die Unternehmen können Mitarbeiter besser binden.“ Denn wer zufrieden ist und sich in seinen Bedürfnissen ernstgenommen fühlt, der wechsle seltener zu anderen Arbeitgebern.

Aber ist das Feelgood-Management wirklich mehr als nur ein Hype? Mehr als eine Modeerscheinung, die schon in kurzer Zeit wieder überholt sein wird? Kraus-Wildegger ist davon überzeugt. „Feelgood-Management ist ein Instrument der Zukunft“, erklärt sie. „Besonders in einer digitalen Arbeitswelt, in der es uns gelingt, immer schneller und produktiver zu arbeiten, spielt es eine bedeutende Rolle, dass Mitarbeiter sich wohlfühlen.“

Aber nicht nur das bloße Wohlfühlen steht im Fokus von Feelgood. Auch die Wertschätzung nimmt einen wichtigen Raum ein. Das bestätigt auch Monika Kraus-Wildegger. „Für die Beschäftigten ist es wichtig, dass ihnen die Arbeitgeber signalisieren: Ihr seid uns wichtig.“

Text: Daniela Lukaßen

3 Kommentare

Dr. Bernd Geier

16.08.2016

Vielen Dank für den guten Artikel … ;o)
Wir (re-)agieren sofort darauf und suchen einen „Head of Happiness“: http://www.marenas-consulting.com/download/stellenangebote/marenas-headofhappiness.pdf

Ludwig Schuster

17.08.2016

Bei uns heißt die nicht mehr wegzudenkende Stelle „Happiness Manager_in“ – und bringt uns nicht nur ein internes Wohlfühlklima sondern auch immer wieder ungläubig staunende Gesichter neuer Kunden :)

Lisa-Marie Peters

14.10.2016

Hallo zusammen
zum Thema Feelgood Manager –
im Rahmen meiner Bachelorarbeit im Studiengang Wirtschaftspsychologie an der FH Bielefeld führe ich eine Befragung durch. Ziel der Befragung ist es, Informationen über Ihre Einstellung zu einem Feelgood Manager zu erlangen und diese mit verschiedenen Faktoren in Verbindung zu bringen. Ich würde mich freuen, wenn Sie sich etwa 10 Minuten Zeit nehmen und mich so bei meiner Bachelor-Arbeit unterstützen.
Vielen Dank.

Hier ist der Link zur Umfrage:
https://www.soscisurvey.de/befragung_fgm/
Passwort: FGM

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