Arbeit & Geld

So viel weniger verdienen Frauen in Deutschland

Es hat sich nichts getan. Noch immer werden berufstätige Frauen in Deutschland deutlich schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen – bei gleicher Qualifizierung und auf den gleichen Karrierestufen, wie eine neue Studie beweist.

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Noch immer zu wenig: Bei den Gehaltsunterschieden zwischen Mann und Frau hat sich wenig getan (©Foto: Shutterstock)

Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger Geld als Männer – so groß ist die unbereinigte Lohnlücke in wenigen europäischen Ländern. Der generelle Verdienstunterschied, auch „Gender Pay Gap“ genannt, wird von Kritikern häufig entkräftet: Der Lohnunterschied basiere auf einer freien Entscheidung, schließlich würden Frauen Branchen bevorzugen, in denen generell weniger verdient wird, seltener Führungspositionen anstreben und häufiger in Teilzeit arbeiten.

Fakt ist zwar, dass naturwissenschaftliche Studiengänge aus dem Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik häufiger von Männern gewählt werden, allerdings zeigen kürzlich veröffentlichte Daten des Online-Portals gehalt.de: Selbst wenn Frauen mit einem entsprechenden Abschluss in einem MINT-Beruf arbeiten, bekommen sie weniger Gehalt. Das Portal untersuchte dazu 4.812 Vergütungsdaten der letzten zwölf Monate von Beschäftigten in der gleichen Position. Zwar sind die Verdienstmöglichkeiten in der Branche generell sehr gut, doch auch in technischen Berufen liegt der Gender Pay Gap zwischen 2,2 Prozent in der Versicherungsmathematik und 17 Prozent im Produktmanagement, wie die unten stehende Grafik unseres Kooperationspartner Statista zeigt.

Im Durchschnitt ergibt sich bei männlichen und weiblichen Arbeitnehmern ein Gehaltsunterschied von unter 10 Prozent – definitiv weniger als die 21 Prozent, die das Statistische Bundesamt für den gesamten deutschen Arbeitsmarkt nennt. Trotzdem handelt es sich um eine Summe, die sich nicht mehr mit der Wahl des Studienfachs oder einem Unterschied in der Führungsverantwortung der untersuchten Jobs erklären lässt, sondern womöglich einfach auf Geschlechterdiskriminierung zurückzuführen ist.

Infografik: Auch MINT-Berufe mit Gender-Pay-Gap | Statista

1 Kommentare

Marita Ede-Wilkens

02.01.2018

Ich freue mich einen Bericht über die immer noch vorhandenen Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern bei XING zu lesen.
Ich freue mich nicht darüber, dass es immer noch der Fall ist, das Frauen weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.
Da ist es auch keine Hilfe, dass Frauen seit 2017 das Recht eingeräumt wird nachzufragen,was ihre männlichen Kollegen wohl verdienen.
Das ist lediglich eine Möglichkeit, in ein erstes großes Fettnäpfchen am Arbeitsplatz zu treten und sich unbeliebt zu machen.
Alle kämpfen für Gleichberechtigung, auf vielen Ebenen. So soll es uns Frauen möglich gemacht werden auf öffentlichen Toiletten im Stehen zu pinkeln. Ich will nicht im Stehen pinkeln in öffentlichen Toiletten!
Ich will, dass alle den gleichen Anspruch auf gleiche Gehälter haben, unabhängig vom Geschlecht!
In welchem Jahrhundert leben wir!!! Und wieso regt Frau sich nicht darüber auf und unternimmt etwas dagegen.
Ich habe diesbezüglich schon 2 Leserbriefe in der Heimatzeitung verfasst und ernte Verwunderung darüber.
Mann und Frau erwidert darauf, dass es nicht sein kann, dass Frauen weniger verdienen bei gleicher Ausbildung und Arbeitszeit wie die männlichen Kollegen!
Danke für ihren Bericht! Vielleicht sollten sie ihn 2x im Jahr online stellen, damit er von immer mehr Menschen wahrgenommen wird.
P.S Ich habe nicht darauf geachtet, wann das dass mit ss oder s geschrieben wird.Es ist ja auch egal,denn bei den Gehaltsunterschieden zwischen den Geschlechtern kratzt es auch nur die wenigsten.