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Transformation

"Wie Sklaven auf der Galeere"

Thomas Sattelberger über rückständige Eliten, mangelnde Visionen und den größten Fehler unserer Arbeitswelt

Erschöpfter Berufspendler: "Die Menschen spüren, dass wir einen immer höheren Preis für unsere tolle Effizienzkultur zahlen müssen" (Foto: © anyaberkut / Fotolia)

Erschöpfter Berufspendler: „Die Menschen spüren, dass wir einen immer höheren Preis für unsere tolle Effizienzkultur zahlen müssen“
(Foto: © anyaberkut / Fotolia)

XING Spielraum: Herr Sattelberger, unser neues Schwerpunktthema auf XING Spielraum heißt „Transformation“. Gemeinhin wird darunter hauptsächlich die technologische, digitale Transformation der Arbeitswelt verstanden. Sie aber sprechen sehr oft auch über persönliche Transformation, die wichtig ist, um Dinge zu verändern.

Thomas Sattelberger: Muss ich mich nicht selbst verändern, wenn ich die Welt verändern will? Transformation hat zwei, miteinander verbundene Ebenen: Das eine ist die Transformation der Wirtschaft, der öffentlichen Verwaltung, der Medizin, der Bildung – also die Makroebene. Dann aber auch die Mikroebene: Kann ich transformieren, wenn ich mich selber nicht transformiere?

Damit sind wir auf der Ebene des handelnden Akteurs: der Politikerin, des Wirtschaftsbosses, der Hochschulrektorin, aber auch auf der persönlichen Ebene eines Thomas Sattelbergers – der nicht nur wortgewaltig etwas proklamieren darf, sondern sich auch selbst verändern muss.

Und auf dieser persönlichen Ebene gibt es, gelinde gesagt, noch etlichen Handlungsbedarf. Ich bezweifle zum Beispiel, ob Herr Teyssen von EON, nur, weil er 30 Kilo abgenommen hat, die Transformation seines Unternehmens hinbekommen wird – denn er ist ja, das ist nichts Schlimmes – Vertreter des alten Systems. Ich sehe da noch keinen Läuterungsprozess. Kann ich das Neue, obwohl ich das Alte in den Sand gesetzt habe oder auch zum Erfolg geführt habe?

Oder nehmen Sie den Maschinenbauprofessor, mit seiner grundständigen Standardvorlesung, die er – leicht renoviert – schon seit 15 Jahren hält. Der jetzt feststellen muss, dass Maschinenbau und Informatik plötzlich Zwillinge sind – und das reine Maschinendenken für seine Studenten plötzlich zum großen Problem wird. Wo es in einem Autokonzern wie VW nicht mehr darum geht, tolle 12-Zylinder-Motoren für Phaetons zu entwickeln, um große Karriere zu machen, sondern darum, die Zukunft des Autos ganz anders anzugehen. Transformation betrifft jeden Akteur in unserem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem

„Unser Erfolg wird quasi zur „Mutter des Zögerns“ und zum Verhindern von Innovation“

Sie haben aber gerade besonders die Führungs- und Elitenebene angesprochen. Sind Sie enttäuscht darüber, wie diese so wichtige Schicht die Zukunft verpasst?

Sattelberger: Ja, wenn ich an die Millionen betroffener Menschen denke! Nein, wenn ich anerkenne, dass der Paradigmenwechsel oft ein jahrzehntelanger Prozess ist. Und gerade wir hier in Deutschland sind aufgrund unserer großen Erfolge im alten „Maschinenmodell“ sehr spät dran, in neuen Betriebssystemen zu denken. Unser Erfolg wird quasi zur „Mutter des Zögerns“ und zum Verhindern von Innovation. Wenn man extrem erfolgreich ist, streift man das nicht von heute auf morgen ab. Und wenn man Deutschland etwa im Vergleich zu Frankreich oder Großbritannien sieht, dann haben wir ja hierzulande seit der Weltwirtschaftskrise 2007 fast ein Jahrzehnt des Erfolges erlebt.

Thomas Sattelberger bei der Verlewihung des XING New Work Awards

Arbeitsweltexperte Sattelberger (bei der Verleihung des XING New Work Awards): „Ich bezweifle zum Beispiel, ob Herr Teyssen von EON, nur, weil er 30 Kilo abgenommen hat, die Transformation seines Unternehmens hinbekommen wird“

Aber trotzdem ist bei vielen Menschen, trotz aller guten Bilanzen, das Gefühl da, dass diese alten Muster unserer Erfolge nicht mehr greifen, nicht mehr zeitgemäß sind.

Sattelberger: Ja, die Menschen spüren, dass wir einen immer höheren Preis für unsere tolle Effizienzkultur zahlen müssen. Der Preis sind gesundheitliche Belastungen, eine Unzufriedenheit mit der herrschenden Arbeitswelt, eine soziale und kulturelle Verarmung der ländlichen Regionen. Und eine immer signifikantere Spaltung der Gesellschaft in arm und reich, noch verstärkt durch die Flüchtlingswellen. Darum kommt die Frage nach Fairness, Balance und Gerechtigkeit immer mehr auf. Und die Frage nach dem Sinn des Ganzen. Denn Effizienz, Margen und Wettbewerbsfähigkeit – das ist ja kein Sinn.

Ist unser altes Effizienzmodell also am Ende? Finden sich Menschen in ihren Werten, Überzeugungen und Wünschen nicht mehr in dem alten System wieder?

Sattelberger: Das was Karl Marx „Entfremdung“ genannt hat, ist heute ja weniger ein Thema der Industriearbeit. Sondern vor allem der Wissensarbeit. Und die Hohlheit der proklamierten Werte knallt brutal gegen die Realität. Ich war neulich auf einem Kongress, auf dem ein Vortragender seine Firma anpries mit diesem „We want to be the best…“. Da hat man richtig gemerkt, wie das ganze Auditorium gegähnt hat und es einfach nicht mehr hören konnte.

Die Kluft zwischen dem, was die Menschen empfinden und womit sie tagtäglich bei der Arbeit konfrontiert werden, wird immer größer…

Sattelberger: …ja, im Prinzip ist moderne Wissensarbeit im Industriekorsett auch nur Galeerenarbeit. Aber damit ich da richtig verstanden werde: Ich habe nichts gegen Performance als Arbeitskriterium. Aber wenn der Sinn des Ganzen fehlt, dann bist Du nur ein Galeerensklave.

Aber wie schafft es jetzt dieses Unbehagen, diese Bauch-, Kopf- und Herzschmerzen von vielen Menschen auf der Mikroebene ins Bewusstsein der Entscheider und Bosse?

Vision_Forum

Sattelberger: Man kann das nicht erzwingen. Es gibt drei Transformationszünder: Die gemeinsame Not, den gemeinsamen Feind und die gemeinsame Vision. Wenn die gemeinsame Vision fehlt, dann wird möglicherweise erst die Not uns zur Erkenntnis bringen, oder ein Feind, egal ob er nun Google, Amazon oder Alibaba heißt.

Man sieht ja auch an Projekten wie dem Berliner Flughafen oder „Stuttgart 21“, dass es in die Hose geht, wenn technischer Fortschritt, gute Führung und Arbeitskultur sowie inspirierende Vision nicht gekoppelt sind.

Nehmen Sie das aktuelle Beispiel des neuen, großartigen Gotthardt-Tunnels. Das war ja für alle Beteiligten, ja für die ganze Schweiz nicht nur ein Bauprojekt, sondern eine Vision. Und die wurde begeistert, mit Disziplin und mit guter Führung umgesetzt. Der Flughafen Berlin-Brandenburg hätte auch einmal eine Vision sein können…

…im Moment ist es nur eine Schreckensvision.

Sattelberger: Ja, versuchte Rettung einer Ruine, in der es am Zukunftsbild, an Partizipation, an Vernetzung aller fehlte.

Und an einer Führung, zu der man aufblicken und Vertrauen haben kann.

„Silicon-Valley-Tourismus der Managementklasse reicht nicht aus“

Sattelberger: Genau, das waren eher Sklaventreiber oder bestechliche Manager. Dies alles ist die tiefe Erkenntnis, und auch Thema unseres Kongresses im September (siehe Hinweis), dass wir in Deutschland immer noch ein Land des Din-A4-Denkens, des technischen, starre, hierarchischen Managements sind. Der nüchternen Ingenieurswelt. Ihre Frage, wie ein neues Bewusstsein auf die Megaebene kommen könnte, hat zutiefst mit der Frage zu tun: Hat dieses Land, haben unsere Unternehmen erstens wieder ein echtes Zukunftsbild und zweitens: Verknüpfen wir wirklich sinnvoll technologische mit sozialen Veränderungen?

Sehen Sie, was für den Einzelnen der Sinn ist, den er sucht in der Arbeit, im Leben – das ist für unser Land, unsere Unternehmen und unsere großen Interessensgemeinschaften aus Wissenschaft und Kultur die große Vision, die da sein muss.

Und die Frage, ob ich nur Objekt in dieser Welt bin, ausgelaugter Galeerensklave oder Subjekt, begeisterter Ruderer, der Energie rein gibt und kämpft, hat viel mit Motivation und sozialem Ansporn zu tun. Das ist der tiefe Wandel, den diese Gesellschaft, nicht nur unsere Arbeitswelt, durchleben muss. Aber wenn wir mal bei der Arbeitswelt bleiben: Silicon-Valley-Tourismus der Managementkaste reicht dafür nicht aus, taugt gar nicht!

Und was sollte stattdessen stattfinden?

Sattelberger: Karl Weick von der Universität in Michigan hat vor vielen Jahren die Häufung von Todesfällen bei Feuerwehrmännern im Einsatz bei großen Waldbränden untersucht. Und er kam zu dem Schluss, dass viele der Männer starben, weil sie selbst vom Feuer gejagt, nicht ihre schwere Ausrüstung, ihre Äxte, Mäntel und andere Gerätschaften ablegen wollten, um schneller zu fliehen. Ihr Handwerkszeug gehörte so zu ihrer Identität als Feuerwehrmann, dass sie es nicht verlieren wollten. Stattdessen verloren sie ihr Leben, weil sie nicht agil und schnell genug waren. Ich finde, das ist ein gutes Bild, um zu verdeutlichen, dass man in transformativen Zeiten vieles von dem scheinbar unverzichtbaren Alten über Bord werfen muss, um neue Kraft und Beweglichkeit zu bekommen.

Das Interview führte Ralf Klassen


Veranstaltungstipp: Thomas Sattelberger ist Mitveranstalter des „VisionForum 2016“, das dem Thema „Innovation Valley – Wie gelingt ein ganzheitlicher technologischer, digitaler und sozialer Innovationsansatz?“ gewidmet ist. Hochkarätige Arbeits- und Sozialexperten aus Forschung und Praxis (Sven Gábor Jánszky, Andreas Boes, Valentina Kerst, Christoph Keese uva.) werden integrative Lösungsansätze aufzeigen, die Auswirkungen auf Arbeit und Gesellschaft diskutieren und mögliche Transformationswege und -erfahrungen skizzieren. XING ist Partner dieses von der „Zukunftsallianz Arbeit und Gesellschaft“ organisierten Events, das am 14./15. September 2016 im Allianz Forum in Berlin stattfindet. Mehr Informationen zu Anmeldung und Tickets gibt es hier.

27 Kommentare

Roland Knut Popp

05.07.2016

Die Sinnentleerung des Arbeitslebens konnte ich bei all meinen Projekten feststellen. Rudersklaven fand ich überall. Wenn es uns gelingen soll, die Mehrheit der Ruderer zu begeistern, dann können und MÜSSEN wir die Worte „ELITE“ und „BOSS“ als Unwörter des Jahres aus unserem Wortschatz streichen.

Kurt Sigl

05.07.2016

Dem Mann gehört das Bundesverdienstkreuz verliehen! Kann ich alles so unterschreiben.

Thomas Stutenbäumer

05.07.2016

Ich bin ein Ruderer in der IT. Es erschreckt mich immer wieder Führungskräfte vorzufinden, die keinen Sachverstand haben und vor lauter Angst etwas falsch zu machen ein riesiges Regelwerk erschaffen, dass den Ruderer daran hindert zu rudern.

Steffi lange

05.07.2016

Ich hoffe, Das lesen viele. Auch jeder Selbständige, wenn er allein erfolgreich sein möchte.

Wilfried Strassnig

05.07.2016

Der Mann hat Ahnung.
Jetzt muß nur noch die Politik………

Stephan Schneider

05.07.2016

Toller Beitrag , mit den richtigen Fragen. So lange die Ideologie der permanenten „Wettbewerbsfähigkeit” als heiliges Mantra von allen Kanzeln gepredigt wird, werden Egomanen jegliches Fairplay nach Regeln und die daraus resultierende Möglichkeiten von „Schwarmintelligenz” blockieren.
Die nicht weniger bedeutsame „Kooperationsfähigkeit” ist längst verlernt, und wird im öffentlichen Sprachraum weder erwähnt, noch gelehrt, geschweige denn praktiziert.
Vielmehr werden (sozialpsychologische, neurobiologische) Erkenntnisse für weitere Ausbeutung und Manipulation missbraucht. Es ist schade, aber als kooperationswilliger Mensch kann man sich von den sogenannten Eliten nur verabschieden …

Loka H.Rißmann

05.07.2016

(…) Was diese Welt braucht sind Herzen mit Visionen und Menschen die sie in die Tat umsetzen-
Was ist der Sinn des Lebens, wer bin ich? Was bin ich?
Dann wird auch schnell klar, Gewinnmaximierung wird da nicht mehr reichen, die Zeit ist schon lange vorbei.
Es gibt schon viele andere Menschen, die Veränderung schaffen und Projekte die am laufen sind.
Die Ausrichtung macht es, nicht die Politik oder Wirtschaft, von denen können wir nichts erwarten.
Fange doch einmal selber an, das ist ein Weg um Veränderung zu erschaffen und das System, sprich die Gesellschaftsform zu verändern, die Wir ja kreiert haben.
Und, und, und…

Dr. Stephan Haubold

05.07.2016

Toller Beitrag. Wie wir Organisationen sehen ist entscheidend für diese Haltung. Eine Maschine kann man steuern, reparieren, einzelne Komponenten austauschen…. Doch was setzen wir an dessen Stelle? Visionen alleine reichen sicher nicht. All diese Unternehmen haben für teures Geld und mit viel Unterstützung Visionen entwickelt. Die Frage ist, wie wir Vision in den Alltag übertragbar und für jedes Mitglied einer Organisation erfahrbar machen. Es reicht nicht aus Managern vorzuwerfen, dass sie aus der Vergangenheit kommen. Das tun wir alle. Unsere Aufgabe ist es das Bild von der Zukunft attraktiv zu zeichnen. Vor allem für diejenigen, die die Entscheidung darüber, ob sich eine Organisation dorthin auf den Weg macht oder nicht, beschleunigen oder verzögern können. Wenn wir einen Paradigmenwechsel wollen, statt darauf zu warten, dass die „alten“ Organisationsformen aussterben brauchen wir weniger Polemik darüber, wie sehr wir alle in diesen Organisationsmodellen ausbrennen sondern mehr reale Alternativen. Operativ machbare Alternativen. Alternativen, die auch im vollen Betrieb umsetzbar sind. Alternativen, die Manager umsetzen können ohne sich abzuschaffen.
Diese Alternativen gibt es bereits. Darüber sollten wir reden!

Mirjam Diezel-Hornfeck

05.07.2016

Chapeau! Wie immer, hat Herr Sattelberger präzise analysiert. Er besitzt die Größe und Authentizität, den Finger in die Wunde zu legen. (…)

Udo Wortmann

05.07.2016

Der Mann hat Recht, ohne echte eigene Transformation, ohne Vision und ohne ganzheitliches Denken sind keine Erfolge möglich – dem „Gewohnheitstier“ Mensch fällt echte Transformation schwer (Gewohntes gibt Sicherheit), aber ohne ist Erfolg schwer möglich, denn Erfolg kommt nicht von folgen, sondern von vorangehen.

Philipp Schilling

05.07.2016

Vermutlich konnten sich manche Galeerensklaven früher noch besser mit der Vision ihrer Kapitäne identifizieren als manche Konzern-Leibeigene. Wir werden um ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht herum kommen, damit die Menschen aus ihren Bullshit-Jobs raus können und wieder sinnvolle und wertstiftende Arbeit leisten können.

Frank Meier

05.07.2016

Warum gibt es nicht zahlreiche „Thomas Sattelberger“, die mit ihrem Denken, Wissen, Handeln Deutschland in die Zukunft führen.
Danke für dieses Interview

Andreas Fatscher

05.07.2016

Wie bekommt man dieses „richtige denken“ in die Köpfe der „CEOs“ in Deutschland?

Es gibt unzählig viele Stellschrauben die man betätigen kann und muss um eine Transformation von innen heraus zu generieren.

Solch eine Transformation geht aber niemals – niemals, niemals, niemals ohne die Belegschaft, ich gehe sogar soweit zu behaupten das eine erfolgreiche betriebliche Transformation ausschließlich durch die Belegschaft funktionieren kann und die Führungsebene schlicht als „Kanalisation“ fungieren soll – aber in diesem Modell muss man seinen Mitarbeitern vertrauen und zuhören was sie, wann, wo und wie sagen.

Denn, um es deutlich zu sagen – niemand weiß es besser als der, der es tagtäglich mehrere Stunden praktisch macht, was einen ankotzt und oder was man weiter ausbauen/verfolgen/umsetzen kann.

Liebes Führungspersonal, hört auf damit Bullshit zu labbern und lasst diese komischen nichts aussagenden Floskeln die eure eigene Unsicherheit über fachliche Kernkompetenzen retuschieren soll einfach mal weg (MAN MERKT ES) und stellt euch nicht als allwissend da – der immer und überall dazwischenfunkt und somit die Arbeit verkompliziert, wenn ihr was nicht wisst – ist das vollkommen OK und auch gut so, denn dafür habt ihr kompetente Mitarbeiter UND hört zu, Gott verdammt nochmal hört zu und differenziert das gesprochene oder geschriebene Wort euer Mitarbeiter!

TIPP: jedes Quartal eine offene Runde einbauen, jeder Mitarbeiter kann – auf einer sachlichen Ebene – sich in aller Runde auskotzen was man besser machen kann, nur weil man es „seit Jahren schon so macht“ heißt das nicht dass es automatisch das richtige/sinnvolle/einfachste ist.

Viele Mitarbeiter haben richtig gute Ideen, typische „Klettverschluss“-Ideen, einfach in der Planung, simple in der Umsetzung, mit großen Auswirkungen, man muss nur ZUHÖREN UND DIFFERENZIEREN.

Frank Baasner

05.07.2016

Ein bemerkenswert analytischer Artikel, dessen Aussagen ich voll und ganz teile. Die klassische Entfremdung ist in der modernen Arbeitswelt angekommen, und Sinnstiftung ist ein seltenes Gut in Zeiten hohler Phrasen geworden. Die Auswirkungen sind überall zu spüren, ob in den vermeintlichen Folgen der Globalisierung oder den Trends im Gesundheitssystem. Denn obwohl es uns im globalen und historischen Vergleich materiell außerordentlich gut geht beobachten mittlerweile nicht nur spirituelle oder esoterische Naturen sondern auch alternative Wirtschaftswissenschaften die gesellschaftliche Suche nach dem „Glück“, das uns in einer sinn-entleerten Arbeitswelt abhanden kommt. Insofern wünsche ich unserem Land die visionäre Aufbruchstimmung der Silicon-Valley-Gründergeneration, in der abseits der klassischen Arbeitswelt mit Freude und Begeisterung an der Realisierung gemeinsamer Ideen gearbeitetet wurde, so dass im übertragenen Sinn aus freien Stücken und ohne Ketten auf dem Oberdeck der Galeere gerudert wird, weil jeder in die gleiche Richtung will und den Himmel beim Rudern sieht!

Ulrich v. Prittwitz

05.07.2016

Ein sehr anregender Beitrag, danke, Herr Sattelberger! Ich entnehme dem eine Menge Arbeit für das Management/ die Führungskräfte, wenn sie mit motivierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen arbeiten wollen…

Decker

05.07.2016

Wir sind die Gewohnheitstiere, deswegen fällt es uns schwer, etwas Neues auszuprobieren, uns auf Fremdes einzulassen. Schade! Gerade in der Erfolgsphase sollten wir uns auf die andere Zeiten vorbereiten und uns Gedanken darüber machen, was und wie wir noch ändern könnten.

Georg Schwarz

05.07.2016

Danke für ihre Worte. Hat Sinn und Verstand. Ich bin der Ansicht, das jeder Mensch selbst für sich und seine Vision einstehen muß und sich danach richten soll. Entscheide selbst- willst du Hammer oder Amboss sein. Wer Hammer ist, der gestaltet und wer sich für den Amboss entschieden hat, wird gehämmert und gestaltet.
Manchmal frage ich meine Kunden: Was soll auf Deinem Grabstein stehen ? – natürlich im übertragenen Sinn. Das sind die Menschen, die heute noch nicht wissen, wo ihr Weg ist und was das Ziel im Leben.
Meine Entscheidung fiel vor 21 Jahren und ich habe diese nie bereut. Und wenn meine Kunden mich fragen, wie lange ich denn noch für Sie da bin, lautet meine Antwort: So lange, wie ich für Sie da sein darf, ob persönlich oder über andere Zugangsmöglichkeiten.

Marc Steinwender

05.07.2016

Bedingungsloses Grundeinkommen!!!
Dann ist Raum für eine intinsisch motivierte Arbeitswelt, in der ich nicht rudern muss um zu überleben, sondern rumpaddeln oder voll durchziehen kann, weil ich will. Und wenn dann Gewinnmaximierung an oberster Stelle steht, na dann bitte – wen es glücklich macht.
Galeeren würden abgewrackt – gegen Drachenboote oder noch kleinere Kajaks, schnell, wendig, agil eigetauscht. Vielleicht entdecke ich dann aber auch den Wind oder die perfekte Welle für mich.
Existenznöte ketten mich an die Galeere. Existenzgeld gäbe mir die Freiheit für den ganz persönlichen und vorallem echten Paradigmenwechsel.
Sklaven mit Zuckerbrot statt Peitsche zu motivieren ändert ja nichts an den Ketten. Eine Galeere hübsch bunt zu machen und mit Liegedeck, Swimmingpool und Bar auszustatten … hmm – das kann es ja auch nicht sein, auch wenn die Ketten dann vieleicht nicht mehr so drücken.
Was nützt der Komfort, wenn das Meer in dem wir fahren völlig verseucht ist.
Wir brauchen eine Arbeitswelt, eine Existenzwelt in der wir weg kommen von dieser an­th­ro­po­zen­t­ristischen Grundhaltung. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens macht da Hoffnung.

Walter Zornek

05.07.2016

Ich gestatte mir, hier ein wenig Wasser in den süßen Wein der Laudatoren zu gießen. Die meisten Kommentare hier wirken auf mich, mit Verlaub, nüchtern-huldigend bis devot-unterwürfig. So wie ich Herrn Sattelberger verstehe, ist es genau diese Haltung, die er als Ursache mangelnder Transformationskompetenz sieht. Ich sehe die Aussagen von Herrn Sattelberger nicht als die Verkündigungen eines erleuchteten Transformations-Gurus, denen es uneingeschränkte Bewunderung und Zustimmung zu geben gilt.

Dies ist sicherlich auch nicht sein Anliegen. Herr Sattelberger „irritiert“ vielmehr das vorherrschende „System“, aus dem er selbst kommt. Das macht er authentisch, weil er selber viele Jahre als „Management-Haudegen“ in genau diesem System an relevanten Stellen aktiv war. Er stellt damit auch sein persönliches Credo der Vergangenheit in Frage. Das ist einerseits mutig, wirkt andererseits vielleicht aber auch kompromittierend für diejenigen, die eng mit ihm zusammengearbeitet haben. Schön wäre es, wenn diese Irritationen nicht nur mit „Ja-genauso-ist-es“ und „wie-recht-er-hat“ goutiert, sondern wiederum hinterfragt und interpretiert werden.

Inhaltlich geht für mich vor allem um die Auseinandersetzung mit bewährten Erfolgsrezepten und kritischem Infrage-Stellen von Verhaltensmustern, die Transformation erschweren. Als Ingenieur kann ich die Ansatzpunkte von Herrn Sattelberger nur zu gut verstehen. Wenn wir mit einem bestimmtem Verhalten, sei es auf Mikro- oder Makro-Ebene, über längere Zeit sehr erfolgreich waren, aus welchem Grund sollten wir dies ändern? Weiter so zu machen wirkt allzu menschlich und ist auch heuristisch sinnvoll, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren (never-change-a-running-system). Warum sollten wir mehrheitlich vorherrschende Paradigmen in Frage stellen und Bewährtes zerlegen? Das, was uns so erfolgreich gemacht hat? Wer kann nicht aus eigener Erfahrung, bei sich selbst oder im Unternehmen ein Lied davon singen?

Der Kern der Aussagen im Interview von Herrn Sattelberger ist jedoch, dass in jedem erfolgreichen Handeln bereits der Kern für zukünftige Veränderungen verankert ist. Warum? Wenn erfolgreiches Handeln auf ausgeprägter Problemlösungskompetenz für eine spezifische Umweltkonstellation beruht, ist dies nur so lange zweckdienlich, wie diese Konstellation fortbesteht. Ändert sich die Umwelt, ist ein Anpassungsprozess und damit Veränderung, bei paradigmatischen Veränderungen Transformation, notwendig. Erfolgt dies nicht, entstehen Krisen. Krisen, ob persönlicher oder organisatorischer Art, sind meist auf mangelnde Anpassung an Veränderungen der Umwelt zurück zu führen. Bei Herrn Sattelberger wären dies die „Not“ oder der „Feind“, beides sehr wirkungsvoll, aber auch sehr schmerzhaft.

Ziel von Führung, sei es Lebensführung, Mitarbeiter- oder Unternehmensführung sollte es sein, mögliche Krisen zu antizipieren bzw. sich bestmöglich darauf einzustellen, so dass das Große Ganze nicht in Gefahr gerät. Dabei kann eine Vision sehr hilfreich sein, dass was Herr Sattelberger auch Sinn nennt. Diese Vision oder der Sinn gibt keine Antwort auf das „Warum“, was fälschlicherweise oft angenommen wird. Die meisten Fragen nach dem Warum sind retrospektiv und führen zu Denkschleifen in die Vergangenheit. Vision und Sinn geben vor allem Antwort auf das „Wozu“, in die Zukunft gerichtet und damit erst Motivation und Ansporn. Nun ist Herr Sattelberger selbst ein Kind des Landes der „DinA-4“ Denker. Und hat auch, wie die meisten, systemerhaltend mitgewirkt, „Visionen und Sinn“ in Vorstandsrunden gemeinsam mit Marketing-Agenturen entwickelt und dann über die Mitarbeiter konzernweit „ausgerollt“.

Vom Saulus zum Paulus? Umgangssprachlich ist diese Redewendung in Deutschland ja nicht sehr positiv belegt, sie hat den Beigeschmack eines seine Fahne in den Wind hängenden Opportunisten. Ob dies bei Herrn Sattelberger so ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Bei Saulus war es, zumindest dem biblischen Mythos nach, nicht der Fall. Saulus erkannte demnach im sogenannten Damaskus-Erlebnis in einer Art Eingebung, dass er seinen bisherigen Weg nicht weiterverfolgen und statt dessen einen neuen, wenn auch vordergründig gefährlicheren Weg einzuschlagen hat. Dieses Erlebnis führte bei ihm zu einer inneren Erneuerung. Die zugrundeliegende Vision war zwar der Christliche Glaube, das Finden des Sinns, die Veränderung fand aber in ihm selbst statt, in dem er seine Sicht auf die Welt änderte. Heute würde man das sicherlich eher als persönliche Transformation bezeichnen und weniger als opportunistisches Wendemanöver. Fast alle Mythen beruhen auf solchen persönlichen Transformationen ihrer Helden und erzielten genau daraus ihre Kraft.

Wenn am Anfang von Transformation also nicht lebensbedrohliche Krisen stehen sollen, ist ein „Damaskus-Erlebnis“ notwendig. Dazu muss ich nicht die Erleuchtung auf einem Berg empfangen – für mich sind das vielmehr die innere Stimme, der gesunde Menschenverstand, der Wille zu Selbstbestimmung, der Blick auf das Ganze, die Gemeinschaft, die Fähigkeit zum Entscheiden und Handeln. Die Führungs- und Elitenebene sind keine Galeeren-Sklaven, es sei denn, sie lassen sich dazu machen. Transformation findet so oder so statt, das lehrt uns die Geschichte. Die Frage ist ob wir warten, bis uns die „Not“ oder der „Feind“ dazu zwingen, oder ob wir das „Damaskus-Erlebnis“ zu erkennen in der Lage sind. Unterstellen wir, dass unser Erleben auch unser Verhalten prägt, kann eine persönliche Wandlung vom Saulus zum Paulus sehr hilfreich sein, gerade wenn es um Unternehmensführung geht. Um es mit anderen Worten des Sinn-Forschers Viktor Frankl zu sagen „Wenn wir eine Situation nicht ändern können, müssen wir uns eben selbst ändern“.

Regina Tschud

05.07.2016

Danke für Ihren Kommentar, Herr Zornek.
Er regt zu weiterem Reflektieren an.

Harald Picard

05.07.2016

Jaja, schon klar.

Als Personalvorstand der Telekom hätte er ausreichend Gelegenheit und Befugnis zu Veränderungen gehabt, geschehen ist nichts – jetzt aus dem „Off“ weiß man dann alles besser… (…)

Norbert Stockmeier

06.07.2016

In Vielem kann man Herrn Sattelberger nur recht geben. Ich habe die letzten Jahre beobachtet, dass je weniger Ahnung die Neue Führung von dem hatte, was fachlich getan werden musste, um so mehr fanden Motivationsmeetings statt und die Zahl der „Berater“, welche den Mitarbeitern Ihre Ideen klauten und dann als eigene ausgaben, nahm exponentiell zu ( von den horrenden Zahlungen für die Ideen sollte man nicht sprechen). M.E. ist es ein Zeichen der jetzigen Zeit, dass gute eigene Leute nicht gefördert werden, sondern Heuschrecken von außen geholt werden, die dann genau das tun, was bei der Vorgängerfirma schon nicht funktioniert hat ( Auslagerungen, IT in Indien etc..). Frei nach dem Motto Wir schaffen das, die anderen waren nur zu dumm! Mal sehen, ob sich das noch drehen lässt, da der Fisch ja bekanntlich vom Kopf her…

Stefan Weiss

06.07.2016

Es geht hier um eine mutige Veränderung zu mehr AUTHENTIZITÄT bei Mensch und Unternehmen. Und egal wie laut eine solche Veränderung angekündigt oder gefordert wird… es handelt sich dann um einen leisen Prozess des Innehaltens und Neu-Ausrichtens für den man sich einfach entscheiden muss auch dann konsequent, begleitend umsetzen muss. Solche Projekte sind in Unternehmen allerdings (noch) ungewöhnlich weil es ein Investment in eine filigrane Energie ist, welche im Finanzergebnis nicht messbar ist. Doch schaffen wir es, die Authentizität zu steigern, dann stärken wir die eigene Kraft des Unternehmens als Ganzes. Die Herausforderung ist, diese Veränderung möglichst gleichzeitig bei allen Beteiligten in Gang zu setzen. Denn wenn nur ein Teil der Belegschaft authentisch(er) ist, wird es mit dem anderen Teil immer wieder Auseinandersetzungen geben. Dies kostet wertvolle Energie welche das Unternehmen an anderer Stelle besser gebrauchen kann.

Regina Tschud

07.07.2016

In dem Interview finde ich Vieles auf den Punkt gebracht.
Die Suche nach Sinn ist eng mit Orientierung an WERT(en) verbunden.
Solange sich WERT in einem Unternehmung oder Forschung in erster Linie an der Geldvermehrung orientiert und misst, anstatt den Fokus auf WERTE zu richten, werden Führungskräfte und Mitarbeiter letzten Endes vergeblich nach Sinn suchen. Geld allein ist nun mal nicht sinnstiftend. Welchen Beitrag liefert eine Unternehmung zur Lebensverbesserung innerhalb und außerhalb des Unternehmens – also sowohl auf der Mikro- als auch der Makroebene.

Was braucht es für Mitarbeiter, sich nicht wie „Galeerensklaven“ zu fühlen und dem entsprechend zu verhalten?
Sicher auch AUTONOMIE in Denken & Handeln sowie Eigenverantwortung. Diese zu entfalten beginnt bei jedem Einzelnen. Dafür Rahmenbedingungen zu schaffen, sehe ich als SINNvolle Führungsaufgabe. Die entsprechende Haltung kann jedoch nur jeder Einzelne selbst entwickeln.
Am Ende sollte sich der eigene Wertekanon am Ende mit dem der Forschung/Unternehmung, in die man seine Lebenszeit investiert, im Einklang befinden.
Dann kann eine SIN(N)fonie entstehen. ;)

Wolfgang Sternberg

09.07.2016

Ein aufschlußreicher Beitrag
So auch die Kommentare, von Herrn Walter Zornek und Frau Regina Tschud.

Transformation -> Umformung, Umwandlung, Veränderung

Um neue Kraft und Beweglichkeit zu bekommen, ist es auch wichtig, Altes anzuerkennen, um sich Neuem, zu öffnen, anzunehmen. Denn alle „Entwicklung“ in der Evolution, wurde durch Menschen hervorgebracht und betrieben. Seit dem Industriezeitalter, haben die Menschen schon erhebliche Veränderungen erwirkt und erlebt. Auch die Geschwindigkeit der Veränderungen erfordert einen Teil unserer begrenzten Energie, die wir als einzelne Wesen, zur Verfügung haben. Diese unsere Energie, gilt es einzuteilen, schlau einzuteilen.
Vielleicht so, wie es die kleinen und die großen Katzen machen. Sie nehmen zwischenzeitlich immer wieder Ruhezeiten, um neue Energie aufzunehmen. Meist bevorzugen sie dazu, ein Plätzchen an der Sonne. Denn wenn wir unsere Muskeln überdehnen, macht sich evt. ein Muskelfaserriss kenntlich. In der moderen Sprache, sagen wir auch, Burn out, dazu. Ein Burn out, bedeutet für uns so viel, wir fangen noch mal neu an. Dem nach ist eine Überhitzung immer mit einer Schwächung zu sehen. Wir haben immer die Chance, aus Fehlern zu lernen. An Veränderungen mitzuwirken. Und wenn daraus eine Vision entsteht, machen wir nichts anderes, wie es schon viele andere, vor uns getan haben. Natürlich möchten wir keine Galeerensklaven sein. Mit dem Bewußtsein etwas Gutes zu leisten, was den Mitmenschen hilft und auch weiterbringt, haben wir gute Energie. Der Geist bleibt klar und wach.
Wenn der Beitrag von Herrn Sattelberger dafür wirbt, Innovation Valley STATT Industrie 4.0, erscheint mir Industrie 4.0, mit einer Geschwindigkeit von 4,0 km/h, zu fahren, wobei Innovation Valley, mit einer Geschwindigkeit von 400 km/h, zu rasen scheint. Mir kommt es so vor, als ob Herr Sattelberger, seine Interessen mit Innovation Valley verknüpft hat.
Die Blutgrätsche gegen Herrn Teysen von EON, lässt das ahnen.
Das z. B. der moderne Maschinenbau, mit der aktuellen Informatik, ein besseres und effektiveres Zusammenspiel bildet, ist heute notwendiger als je zuvor und auch hinlänglich bekannt und anerkannt.
Einen Transformations Prozess auf der Makroebene, in Gang setzen zu wollen, ist ebenso unverständlich, wie in der Mikroebene, bei dem einzelnen Akteur, unverständlich.
Denn die Dinge um uns herum, verändern sich ständig und fortlaufend und wir mit.
In dem Ansinnen geht es wohl nicht schnell genug.
Maschinen, arbeiten genauer und schneller, als Menschen, dieses ist uns allen hinlänglich bekannt.
Mir kommt es so vor, der Mensch soll immer mehr den Maschinen angepasst werden, wir nennen das Effizienz.
Soll der Mensch selbst erkennen und akzeptieren, das Maschinen die besseren Arbeitsleistungen erbringen.
Soll es so werden, das der Mensch selbst zurücktritt, um die Arbeit, den Maschinen zu überlassen. Soll so dem Ganzen der Sinn erteilt werden ?
Wenn ein Schiff eine Reise beginnt, werden nicht nur die Maschinen das Schiff zum Ziel bringen, es werden hoffentlich, immer die Menschen sein, die das Schiff auf Kurs halten, und nicht anders herum !
Herr Sattelberger, war in seinem früherem Leben, im Personalvorstand, der Telekom.
Wenn ich selbst, nicht den Mut, die Geduld und die notwendige Empahtie, einzubringen in der Lage bin, oder die Veränderungen um mich herum, mir zu langsam erscheinen, werde ich eher nicht zu einer Transformation gelangen. Denn eine wirkliche Transformation benötigt, wie alles andere auch, ein Feedback.
Eine Umformung, Umwandlung, Veränderung, in der Arbeitswelt, bzw. in einem großen, weltweit operierendem Unternehmen, geschied nicht in rasender Geschwindigkeit.
Im Gegensatz zu einer Maschinenwelt, dort bedarf es nur einige Tastenkombinationen und schnell ist auch eine andere Geschwindigkeit erreicht. Mit Menschen, ich meine wirkliche Menschen, geht das nicht, in Maschinengeschwindigkeit.
Innovation Valley hat evt. mit Silicon Valley eine Verknüpfung, und genau an der Stelle, treten wir in eine andere Welt. Die „Innovationswiese“, Silicon Valley fordert viele Opfer, unsere aktuelle Arbeitswelt zeigt dieses Phänomen längst auf. Die Anforderungen für die Akteure, werden höher und verändern sich zunehmens schneller. Der einzelne Mensch, sieht sich immer neuen Herausforderungen ausgesetzt und kommt kaum noch zur Ruhe und Ausgeglichenheit, von Glück ganz zu schweigen. Doch wie gesagt, wenn der Mensch akzeptiert und anerkennt, daß Maschinen seine Arbeit effektiver zu leisten im Stande sind, wird der Mensch auch einen Transformations Prozess erfahren. Wenn in Silicon Valley die ersten „Menschen“ als Maschinen an den Start gehen, ist das heere Ziel evt. erreicht, denn dann tritt ein, wo vor Steve Jobs von apple, in einem eigenen Video, selbst gewarnt hat. Der Mensch als Maschine, willenlos, empathielos, rücksichtslos, anderen gegenüber. So wird die dunkle Macht sichtbar.
Herr Sattelberger war bei der Telekom, im Personalvorstand, dort waren sicherlich auch Möglichkeiten für Veränderungen gegeben, doch der Weg war wohl zu beschwerlich und er fühlte sich zu höherem berufen.
Silicon Valley in USA-Kalifornien, wirkt wie ein Magnet auf junge Menschen, viele gehen dort hin, um ihr Glück zu finden. Fast 600 tausend Studentinnen und Studenten leben in Kalifornien, 50 tausend von ihnen, sind obdachlos, schlafen bei Freunden, Bekannten, im Auto und auf der Straße.
Ich vergleiche das gern mit einem 100 m Läufer, Schwimmer oder Boxer. Alle sprechen immer nur von dem
einen Menschen, der es geschafft hat, an die Spitze zu gelangen, egal mit welchen Mitteln und Mittelchen.
Denn alle wollen nur eins, mitverdienen, für Ruhm und Einfluß, sprich Macht.
All´ die jenigen, die auf der Strecke zurück bleiben, über die spricht eher niemand, sie haben nichts vorzuweisen und das sind verdammt viele, sehr viele, viel zu viele. Jeder soll indivieduell für sich entscheiden und auch die Konsequenzen tragen, doch hin und wieder können wir die Reichweite unserer Entscheidungen nicht im Voraus erahnen. Immer werden wir ganz natürlich auch von unserem Umfeld mitgeprägt. Doch Geduld und die Achtsamkeit für unsere Mitmenschen, bringen uns auch voran, wenn auch vielleicht nicht immer so schnell. Doch wenn wir überhitzen, geraten wir auch schnell an unsere Grenzen, des machbaren.
Silicon Valley, ist eine künstliche Welt, keine menschliche.
Das menschliche Dasein beträgt z.Z. ca. 80 Jahre, und manch einer oder eine, will in so kurzer Zeit zu viel, lassen wir denen die von uns und durch uns kommen, noch etwas übrig, von dem so schönen Planeten Erde.

Fritsche

11.07.2016

Transformation? Gerne, wenn sinnvoll und human. Aber bitte nicht unreflektiert. Zu viele laufen zu vielen Gurus hinterher und trauen sich nicht zu hinterfragen. Am wenigsten die Gurus selbst, denn kein Guru ist, wer sich selbst kritisiert.
Anmerkung: Viele Führungskräfte darf man getrost der Gruppe der Gurus zurechnen.
Mein Beispiel für unreflektierte Transformationen: IoT. Wo bleibt der Mensch bzw. der Sinn des Mensch-Seins , der dann wegoptimiert und arbeitslos nur noch als hirnloser Konsument für all die Smartphones, Tablets,…fungiert?

Thomas Braun Sokrates

25.11.2016

Danke für alle vorangegangenen Gedanken. Wozu ein zusätzlicher Gedanke? Mir fehlt der Leitgedanke das Gewirke vom Auslaufmodell in das neue Modell zu führen, auf eine menschlich verträgliche Art. Wie lautet denn die Mission des neuen Modells unserer Gesellschaft? Z.B.: „Menschen gelingt dank des staatlichen Rahmens menschenwürdiges Zusammenleben zum Wohle der Zukunft des Ganzen“ bei einem solchen Missionstatement sind dann z.B. Wirtschaft, Oekologie, Gesellschaft nur noch wichtige Teilressourcen. Wissenschaft, Forschung, Bildung und Politik sind wichtige Teilprozesse. Prozesse und Ressourcen stehen dann aber im Dienste der Mission und verlieren ihren eitlen Selbstzweckstatus. Am Missionstatement muss sicherlich noch gearbeitet werden. Wichtig ist mir, dass wir die Strukturdebatte verlassen und die Werte und Inhalte gemeinsam definieren, dann gelingt uns unweigerlich die Zukunft.

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