Transformation

"Digitale Amnesie": Merken Sie noch was?

Tippen Sie auch während eines Meetings die Notizen in Ihr Laptop oder Smartphone? Dann prüfen Sie doch mal, woran Sie sich nach einer Woche noch erinnern.

Durch den verbreiteten Einsatz von mobilen Geräten zum Abspeichern von Informationen hat sich die sogenannte digitale Amnesie zu einem Phänomen auch in der Arbeitswelt entwickelt. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der deutschen Befragten einer Studie bemängeln, dass mit der Aufzeichnung von Notizen in digitaler Form vieles verloren geht, was für ein späteres Verständnis wichtig ist, etwa der Kontext und die Gefühle, die im Zusammenhang mit den Fakten geäußert wurden.

Fünf Prozent der befragten Deutschen seien sogar komplett abhängig von digitalen Notizen während eines Meetings, ergab eine Studie des Software-Unternehmens Kaspersky Lab. „Die digitale Amnesie in der Arbeitswelt birgt Risiken“, sagt auch Gorkan Ahmetoglu, Dozent für Arbeitspsychologie am University College London.

Die Studie zeigte zudem, dass jeder Zweite der Befragten in Deutschland und Europa während des Tippens seiner Meeting-Notizen nicht mehr aktiv dem Geschehen folgen kann. Der Rückschluss: Somit überschätzen viele Arbeitnehmer ihre Fähigkeiten zum Multitasking.

Befragt wurden 1.200 Menschen in Europa, davon 200 in Deutschland, neben Führungskräften auch Mitarbeiter unter anderem aus den Bereichen IT und Technologie, Vertrieb und Marketing. Kaspersky Lab mit Sitz in Moskau bezeichnet sich als global agierendes Cybersicherheits-Unternehmen.

P.S. Sind Sie auch ein Mit-Tipper? Oder haben Sie andere Techniken, um sich das Wichtigste eines Meetings zu merken? Verraten Sie es uns doch, unten in den Kommentaren.

2 Kommentare

Fritsche

12.07.2016

handschriftliche Mind-Maps :)

Eva Vornberger

12.07.2016

Ich bin überzeugt, dass durch die Digitalisierung – so sehr ich diese Technik schätze – unser Gedächtnis verkümmert, denn Informationen werden zusammen mit emotionalen Cues gespeichert und die fehlen weitgehend bei digitaler Kommunikation. Genauso wichtig ist aber, dass ich mir selbst nichts ständig sage: kann ja alles jederzeit wieder abrufen, dann schaltet das Gedächtnis automatisch ab.
… ich schreibe immer noch handschriftlich mit, weil durch die Schreibbewegung Begriffe und Aussagen aus den Meetings besser im Gedächtnis verankert werden als bei der immer gleichen Tippbewegung und anders als beim reinen Zuhören. Bei wichtigen Meetings entsteht dann erst mal aus dem Gedächtnis ein getipptes Gesprächsprotokoll, kontrolliert anhand der gemachten Notizen und abglegt unter entsprechenden Stichwörtern.