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Arbeit & Recht

So viel Urlaubsgeld steht Ihnen zu - oder auch nicht

Reisekosten, Unterkunft, Essen und Trinken: Ein Urlaub geht ganz schön ins Geld. Gut, wenn der Arbeitgeber Urlaubsgeld zahlt. Aber hat man eigentlich einen gesetzlichen Anspruch darauf? Und wer kann es verlangen?

Urlaubsgeld

Mit ein paar Scheinchen Urlaubsgeld lassen sich die Ferien noch besser genießen. (©Foto: Shutterstock)

Im Juni freuen sich viele Arbeitnehmer über mehr Gehalt auf dem Lohnzettel: Das Urlaubsgeld ist da. Andere gehen leer aus. Alexander Bredereck, Fachanwalt für Arbeitsrecht, beantwortet drei Fragen und Antworten zum Thema:

Hat jeder Anspruch auf Urlaubsgeld?

Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht, deshalb bekommt es längst nicht jeder. Nach einer aktuellen Erhebung der Hans-Böckler-Stiftung erhielt es 2014 weniger als jeder zweite Beschäftigte (42 Prozent). Ein Anspruch muss deshalb im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sein.

Und wenn da nichts steht?

Dann kann sich noch ein Anspruch aus betrieblicher Übung ergeben. Die dürfen Mitarbeiter in der Regel annehmen, wenn der Arbeitgeber dreimal hintereinander Urlaubsgeld gezahlt und keinen Vorbehalt ausgesprochen hat – etwa, dass er das Urlaubsgeld nur ausnahmsweise dieses Jahr zahlen will.

Kann der Arbeitgeber nur Einzelnen Urlaubsgeld gewähren?

Nein, zahlt der Arbeitgeber Urlaubsgeld, muss er es allen Mitarbeitern ohne Ausnahme gewähren. Es gehe nicht, dass er ihm nicht so genehme Arbeitnehmer von der Sonderleistung ausspare. Das gebiete der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz. Eine Ungleichbehandlung ist nur dann in Ordnung, wenn es dafür einen sachlichen Grund gibt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn eine Abteilung hervorragende Leistungen erbracht hat und nur dieses Team die Zahlung bekommen soll.

Übrigens müssen es Arbeitnehmer nicht hinnehmen, wenn sie bereits genehmigten Urlaub wieder zurückgeben sollen. Darauf weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in einer neuen Publikation zum Thema Rechte rund um den Urlaub auf seiner Webseite hin.

Auf die Idee, bereits genehmigten Urlaub zu verweigern, kommt zwar mancher Arbeitgeber, wenn es im Betrieb einen Personalengpass gibt – zum Beispiel aufgrund mehrerer neuer Aufträge. Arbeitsrechtlich ist das nach DGB-Angaben aber nicht erlaubt. Der Arbeitgeber hat vielmehr Vorkehrungen zu treffen, dass solch eine Situation nicht eintritt. Arbeitnehmer müssen ihren Urlaub selbst dann nicht zurückgeben, wenn der Arbeitgeber ihn von Anfang an nur unter Vorbehalt des Widerrufs genehmigt hat oder wenn beide Seiten eine mögliche Unterbrechung des Urlaubs vereinbart haben.

Mitarbeiter müssen sich rein rechtlich gesehen nicht an solche Vereinbarungen halten, weil diese unzulässig sind, ergänzt Michael Eckert, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Die feine Art sei solch ein Verhalten eines Beschäftigten allerdings auch nicht – und im Zweifel wird der Arbeitgeber ihm einen Urlaub unter Vorbehalt auch nicht wieder genehmigen.

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