New Work

"Unsere Urangst vor Arbeitslosigkeit wird verschwinden"

Millionen unbesetzter Stellen; Unternehmen, die mit Rundumversorgung um Mitarbeiter konkurrieren; Leben als permanentes Projekt: Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky skizziert im Spielraum-Interview seine Vision der neuen Arbeitswelt

Sven Gabor JANSZKY, Zukunftsforscher, Buchautor, Dozent

Zur Person: Sven Gábor Jánszky (43) ist Zukunftsforscher, Buchautor und CEO des von ihm gegründeten Zukunftsforschungsinstituts „2b AHEAD ThinkTank“. Sein aktuelles Buch „Das Recruiting Dilemma“ erklärt den rasanten Wandel des deutschen Arbeitsmarktes hin zur Vollbeschäftigung, dem Niedergang der Langzeitfestanstellung und der Auflösung von Personalabteilungen. (©Foto: Roman Walczyna)

XING Spielraum: Herr Janszky, noch vor wenigen Jahren wurde darüber diskutiert, ob Computer und Roboter den Menschen viele Jobs „wegnehmen“ werden. Diese Frage stellt sich für einen Zukunftsforscher mittlerweile nicht mehr, oder?

Sven Gábor Jánszky: Die Frage ist nicht das ob, sondern das wann. Daran allerdings scheiden sich die Geister. Wenn man heute in die Zeitung schaut, dann wird da von vielen der Eindruck erweckt, es gäbe schon morgen keine Jobs für Menschen mehr. Das ist völliger Unsinn. Wir stehen vor zwei Phasen. In der ersten Phase werden Computer immer intelligenter, erreichen aber noch nicht die allgemeine menschliche Intelligenz. In dieser Phase gehen ein paar Jobs verloren, es entstehen aber auch viele neue. Dazu kommt in Deutschland die Massenverrentung der Babyboomer-Generation. Unter dem Strich gibt es hierzulande Vollbeschäftigung.

In der zweiten Phase dann haben die Computer die menschliche Intelligenz erreicht und übertroffen. Dann werden möglicherweise in Sekundenbruchteilen durch Copy&Paste millionenfach superintelligente Computerarbeitskräfte entstehen. Erst dann verlieren die Menschen wirklich ihre Jobs. Bei der Frage, wann es soweit sein mag, schwanken die Prognosen zwischen den Jahren 2050 und 2090. Wir haben also noch 30 Jahre, um uns darauf vorzubereiten.

Vision_Forum

In Ihrem Buch „2025 – So arbeiten wir in der Zukunft“  haben Sie diese Zukunft der Arbeitsgesellschaft und die Auswirkungen für den Einzelnen genau beschrieben. Was sind die gravierendsten Veränderungen für uns alle?

Jánszky: Das Buch spielt im Jahr 2025, also noch in der ersten Phase. In dieser Phase ist für Deutschland die gravierendste Veränderung ein massives Überangebot an Jobs. Wir rechnen mit drei bis vier Millionen dauerhaft unbesetzten Jobs. Das bedeutet: Die Urangst der Gesellschaft, mit der wir alle groß geworden sind, verschwindet: Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Wenn ich im Jahr 2025 meinen Job verliere, dann werde ich am nächsten Tag sofort 5 oder 10 oder 20 neue Jobangebote haben. Dies gibt den Menschen Sicherheit und nimmt ihnen die Angst.

Wenn man aber betrachtet, dass sich in der deutschen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seit den 80er Jahren alle Programme, Strategien und Argumentationen permanent um die Schaffung von Arbeitsplätzen drehen, dann wird klar, welchem Wandel wir entgegensehen: Mit all diesen bisherigen Programmen, Denkmustern und Glaubenssätzen wird keine Politik und keine Wirtschaft mehr zu machen sein.

„Vollbeschäftigung“ und „Arbeitskräftemangel“, das klingt für die meisten Menschen immer noch sehr weit weg. Steht uns wirklich so ein schneller, radikaler Umbruch bevor?

Jánszky: Ja und der Grund ist einfach: Die Babyboomer gehen um 2025 herum in Rente, es rücken die geburtenschwachen Jahrgänge nach. Dies ergibt nach reiner Mathematik 6,5 Millionen Menschen weniger im Arbeitsmarkt 2025 als heute. Dafür braucht man nicht einmal einen Zukunftsforscher, sondern nur einen Taschenrechner. Wenn man noch Sonderprogramme der Politik und Wirtschaft, die zunehmende Automatisierung sowie die heutige Arbeitslosigkeit abzieht, bleiben immer noch drei bis vier Millionen unbesetzte Stellen, dauerhaft. Was geschieht dann?

Die Antwort ist fast simpel: Dann ruft alle zwei Wochen der Headhunter mit einem neuen, besseren Angebot an. Dann wird es etwa 40 Prozent geben, die den Headhunter abweisen, weil ihnen Heimatverbundenheit und Familienleben wichtiger sind als ein besserer Job. Und es wird 40 Prozent geben, die auf die neuen Angebote eingehen. Diese Menschen wechseln ihre Jobs dann alle zwei bis drei Jahre. Sie werden zu Projektarbeitern. Sie kennen keine 38-Stunden-Woche, keine geregelte Kaffee- und Mittagspause, keine Hausschuhe im Büro, keine Prämie oder Lohnsteigerung aufgrund langjähriger Betriebszugehörigkeit.

Und worin liegen die größten Herausforderungen, mit denen Unternehmen in der von Ihnen skizzierten Zukunft konfrontiert werden?

Jánszky: Die erste Feststellung die Unternehmen schon heute machen ist, dass sich keiner mehr auf Ihre Stellenausschreibungen bewirbt. Das liegt in der Marktlogik des Arbeitsmarktes, denn das Verhältnis von Angebot und Nachfrage haben sich gedreht. Entsprechend müssen sich nicht mehr die Mitarbeiter beim Unternehmen bewerben, sondern die Unternehmen beim Mitarbeiter. Aber wie geht das? Wir Zukunftsforscher glauben, dass dies nur auf zwei Wegen geht. Es gibt dann die „Fluiden Unternehmen“ die professionell sind im Anziehen und wieder Abstoßen der hochkompetenten Projektarbeiter. Dies wird über die persönlichen Netzwerke der Führungskräfte geschehen, nicht mehr die HR-Abteilungen. Hier spielen auch die Nachfolger der heutigen, digitalen Netzwerke, wie XING, eine große Rolle.

Und jene Unternehmen in der Provinz, die nicht attraktiv für Projektarbeiter sind, die werden zu „Caring Companies“. Sie versuchen die Mitarbeiter zu binden. Allerdings nicht nur den Mitarbeiter selbst, denn diese Bindung wäre viel zu schwach. Die Caring Companies werden kostenlose Schulen für die Kinder der Mitarbeiter anbieten und kostenlose Pflegedienste für die Eltern der Mitarbeiter, kostenlose Urlaubsplätze, Versicherungspakete und Eigenheime. Das alles nur für den einen Moment, an dem der Headhunter anruft und im Kopf der Gedanke entstehen soll: Toller Job, aber wenn dafür meine Eltern den Pflegedienst wechseln müssen, dann lehne ich ab.

Das alles klingt für unser herkömmliches Verständnis des Arbeitsmarktes völlig utopisch und verdammt teuer. Das ist es auch. Aber in meinen Coachings mit Vorständen lasse ich diese eine simple Rechenaufgabe machen: „Berechnen Sie, was es Sie kostet, wenn Sie alle drei Jahre 40 Prozent ihrer besten Mitarbeiter in einem leergefegten Arbeitsmarkt neu rekrutieren müssen.“ Da schaue ich plötzlich in blutleere Gesichter. Aber die nächste Aufgabe lautet: „Nehmen sie nur die Hälfte dieses Geldes und konzipieren Sie eine betriebseigene Schule und einen Pflegedienst.“ Da kommt das Blut zurück in den Kopf.

Roboter_HeaderWie genau wird denn der technologische Wandel die Organisation von Unternehmen verändern und sehen Sie heute dafür schon gute Beispiele?

Jánszky: Die Unternehmen werden mit höchster IT- und Algorithmenkompetenz arbeiten. Diese führt dazu, dass nahezu jeglicher Unternehmensprozess durch ein intelligentes (Software-)Betriebssystem gesteuert wird. Ein Beispiel: Das Workforce-Management eines Flughafens wird dann von einer intelligenten Software gesteuert, die prognostiziert, welche Person mit welcher Kompetenz in 20 Minuten am Punkt X gebraucht wird. Entsprechend werden die kompletten Workforce-Prozesse durch den Computer gesteuert. Entsprechend verändern sich Anforderungen an Führung und HR.

Anderes Beispiel: In einem Handelsunternehmen der Zukunft, das auf einem intelligenten (Software-)Betriebssystem arbeitet, prognostiziert der Computer, welche Ware in welcher Anzahl an welchem POS am kommenden Samstag verkauft werden wird. Entsprechend dieser Prognose steuert der intelligente Computer alle Beschaffungs- und Logistikaktivitäten sowie alle beteiligten menschlichen Arbeitskräfte, sofern sie noch nötig sind. Ich rede hierbei wohlgemerkt nicht von dem heute gängigen Verständnis von „Industrie 4.0“.

Die meisten heutigen „Industrie 4.0“-Studien und -Strategien sind viel zu kurz gegriffen. Sie beschreiben zumeist nur die Vernetzung, Automatisierung und Rationalisierung. Dies geschieht natürlich. Aber die wirklichen Auswirkungen der Digitalisierung kommen erst danach, wenn die Computer mit ihrer Prognostikkompetenz die Steuerung und Kontrolle im Unternehmen übernehmen. Ich persönlich rede bei meinen Kunden nicht mehr über „Industrie 4.0“. Ich spreche nur noch über: Predictive Enterprises. Beispiele dafür gibt es schon eine Menge, man muss sich nur die Kundenliste des deutschen Marktführers für Predictive Enterprise Software ansehen. Dort findet man eine Menge aus dem Who is Who? der deutschen Unternehmen.

Aus- und Weiterbildung werden ebenfalls zu zentralen Herausforderungen der modernen Gesellschaft, schreiben Sie. Wo sehen Sie die Hebel, an denen man bei diesem Thema am stärksten ansetzen muss?

Jánszky: Bei unser aller Vorstellung von Ausbildung und Abschlüssen. Schon das Wort „Abschlusszeugnis“ könnte unsinniger nicht sein. Denn es kommt aus einer Zeit, in der das einmal erlernte Wissen bis zum Lebensende ausreichte. Diese Vorstellung müssen wir schnellstens zerstören. Denn schon heute reicht ein in einer betrieblichen Ausbildung erworbenes Wissen maximal zehn Jahre. Und das es möglich sein soll, dieses Wissen in jährlich ein bis zwei Seminartagen pro Person bei einem der bekannten Weiterbildungsanbieter auf den aktuellen Stand zu bringen, das glaubt doch kein vernünftiger Mensch … sicher nicht mal die Personaler, die ihre Mitarbeiter für viel Geld dahin schicken.

Die Bildungswelt der Zukunft sieht anders aus: Hier gibt es alle fünf bis zehn Jahre lange Phasen des Wissenserwerbs. Da ist ein Mensch für sechs Monate aus seiner Arbeit heraus und geht zurück an Uni und Fachschule, um sein Hirn einmal mit neuen Technologien, Kompetenzen und Wissen zu „rebooten“. Das ist übrigens nicht mal etwas Neues: Wir Wissenschaftler machen das seit eh und je. An den Universitäten bekommen die Professoren dafür sogenannte „Forschungssemester“. Warum das die Wirtschaft mit ihren wichtigen Managern nicht macht, habe ich noch nie verstanden.

Das vor einigen Jahren noch als DER Trend der Zukunft apostrophierte E-Learning stagniert allerdings in seiner Ausbreitung. Woran liegt das?

Jánszky:Weil E-Learning nichts besser macht. Es ist ein Hilfsmittel, aber keine Lösung. Die Art des Lernens verändert sich natürlich, aber letztendlich geht es nicht um die Art sondern den Inhalt. Wenn wir weiterhin unsere alten, überholten Inhalte in irgendwelche E-Learning-Programme pressen, lösen wir damit kein einziges Problem. Unser Mitarbeiter müssen andere Dinge lernen: Mut, Verantwortung, Reflexion, Courage, Teamfähigkeit, Regelbruch, Projektarbeit und natürlich Programmieren und Algorithmen. Es ist völlig egal, ob die das direkt und virtuell lernen. Das E-Learning macht das Lernen nur kostengünstiger und effizienter. Das habe ich übrigens auch schon vor Jahren gesagt.

Dann springen wir doch mal ins Jahr 2025. Was sind die drei wichtigsten Begriffe unseres Lebens?

Jánszky: Projekt, Adaptivität und Vertrauen!. Unser ganzes Leben wird in Projekten ablaufen, sowohl auf der Arbeit, in der Freizeit, in der Familie, in der Gesellschaft und in der Politik. Das Leben der meisten Menschen wird aus Mosaiksteinen bestehen, den Projekten. Man weiß besser, wie man Projekte plant, steuert und auch wieder abschließt. Adaptivität ist die große Anforderung an uns, aber auch unsere Produkte und Services.

In einer Zeit, in der die Digitalisierung dazu führt, dass jederzeit Echtzeitdaten über alles und jeden vorliegen, wird die Konsequenz sein, unser Verhalten, unsere Produkte und Services stets realtime an die sich verändernden Situationen anzupassen: individuell und situativ. Das Wort dafür ist: adaptiv! Was heute Resilienz ist, wird 2025 die Adaptivität sein. Und letztendlich das Vertrauen! Vertrauen wird immer dann gebraucht, wenn der Mensch etwas nicht prüfen oder kontrollieren kann. Dies war schon immer so. Aber in der digitalen Zukunft werden die meisten unserer Entscheidungen auf Daten beruhen, die unser menschliches Hirn weder prüfen noch kontrollieren kann. Deshalb werden wir für unsere Entscheidungen viel mehr Vertrauen haben müssen. Wir werden Maschinen natürlich mehr vertrauen, als anderen Menschen. Denn die Technologie gibt uns die besseren Antworten und trifft die besseren Entscheidungen.

Interview: Ralf Klassen


Veranstaltungstipp: Sven Gábor Jánszky wird die Keynote auf dem „VisionForum 2016“ halten, das dem Thema „Innovation Valley – Wie gelingt ein ganzheitlicher technologischer, digitaler und sozialer Innovationsansatz?“ gewidmet ist. Hochkarätige Arbeits- und Sozialexperten aus Forschung und Praxis (Thomas Sattelberger, Andreas Boes, Valentina Kerst, Chrsitoph Keese uva.) werden integrative Lösungsansätze aufzeigen, die Auswirkungen auf Arbeit und Gesellschaft diskutieren und mögliche Transformationswege und -erfahrungen skizzieren. XING ist Partner dieses Events, das am 14./15. September 2016 im Allianz Forum in Berlin stattfindet. Mehr Informationen zu Anmeldung und Tickets gibt es hier.

20 Kommentare

Finanzberater

26.05.2016

Interessante Theorien! Wurde bei der zukünftigen Arbeitswelt-Prognose auch berücksichtigt, dass die meisten Stellen von Babyboomern gar nicht mehr nachbesetzt werden, da sie überflüssig sind. In ziemlich jeder größeren Firma laufen die Jobs einfach aus und so werden Mitarbeiter passiv reduziert.

Heiko Miedlich

26.05.2016

Ich denke, in diesem Beitrag sind einige Szenarien richtig beschrieben. Zum Thema „lernen“ und „intelligente“ Systeme habe ich eine andere Meinung.
Lernen ist ein biologischer Prozess, der durch Rahmenbedingungen maximal besser stimuliert wird. Der Prozess selbst, Verbindung von Nervenzellen mittels Synapsen, bleibt gleich. Und allein die ungeheuer große Zahl von 100 Mrd. Nervenzellen mit jeweils 10.000 möglichen Verbindungen stellt nach meiner Überzeugung eine Hersusforderung dar, die in absehbarer Zeit kein IT System lösen kann.

Jürgen Ende

26.05.2016

Nun, hört sich toll an. Nur hatten wir das bereits öfters. Alle Jahre wieder kommen diese Visionen. Was mir bei dieser fehlt, ist aber was anderes. Denn diese Vision lässt eine Lücke in den Abläufen.
Wenn denn die Computer anfangen erst einmal den Arbeitnehmer zu verdrängen, wird es ein Heer von Arbeitssuchenden geben, die auch nach der Umstellung keine Arbeit finden werden. -Wer braucht denn dann noch ein Heer von Leuten, die keine Ahnung von Hochtechnologie haben?-
Wir werden also die berümte Schere bekommen. Die, die es sich leisten können einen Arbeitgeber auszusuchen und die, die einfach nicht mehr gebraucht werden. -Ein schönes oder auch unschönes Beispiel ist die aktuelle Meldung von Foxconn. Mal ebend 60.000 Arbeitnhmer entlassen.- Wenn also die Schere zwischen denen, die sich aussuchen können und denen, die nichts auszusuchen haben, immer größer wird, was wird es dann wohl geben?
Unser Wirtschaftssystem muss, um diese Umwelzung zu überleben, von Grund auf gewandelt werden. Nur, wer will damit beginnen? Die, die alles haben, haben keinen Grund sich den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Und die, die nichts haben, haben keine Möglichkeit etwas zu änderen. Somit wird wohl ein gewaltsammer Zusammenbruch nicht zu verhindern sein. Denn, sind wir mal ehrlich. Visionäre sehe ich keine. Weder in der Politik noch in der Wirtschaft.
Und die Geschichte der Menschheit ist geprägt vom Untergangskampf der Gesellschaftsformen. Jedes politische und wirtschaftliche System in unserer Geschichte ist irgendwann an seine Leistungsgrenze gestoßen. Und leider muss ich feststellen, dass jedes im bewaffneten Kampf untergegangen ist und alle Errungenschaften mit in den Abgrund gerissen hat.
Warum sollte es jetzt plötzlich anders ablaufen? Ist die Menschheit denn soviel sozialer geworden? Sind die „Besitzenden“ etwa bereit zu teilen? Davon kann ich nichts sehen. Ich denke auch, dass es den Urinstinkten des Menschen widerspricht. Teilen innerhalb seiner „Horde“ kann ja noch funktioniern. Aber Teilen mit abstrakten Massen zu denen keinerlei persönliche Beziehung besteht läuft dem Urinstinkt entgegen.

Ich würde mich freuen, wenn der Wandel friedlich ablaufen würde. Nur sehe ich diese Möglichkeit nicht mal im Ansatz. „Wer seine Geschichte nicht kennt ist dazu verdammt diese immer wieder zu erleben.“ Vom wem der Ausspruch ist, kann ich nicht sagen. Aber ich sehe durchaus Paralellen zum Ende des römischen Reiches. Nur, dass unser System deutlich schneller zusammenbrechen wird als das römische Reich. Und das möchte ich nicht erleben.

Karl-Erich Weber

26.05.2016

Was für ein neoliberaler Käse! 10 Milliarden Menschen werden um Wasser, Wohnraum, Lebensmittel kämpfen. Da soll es Platz für eine Hightechindustrie für die oberen zwei Prozent geben? Urängste sind Hunger, Durst, Kälte, Feuer, Krankheit und Tod. Arbeitslosigkeit ist eine Zivilistationsangst wie Terror, Krieg, Umweltkatastrophen oder kein Empfang mit dem Smartphone!

Vielleicht wird ja mit ein paar, zugegeben störenden, Fakten klar, mit welch atemberaubend dreister Taschenspielerei die Bevölkerung seit 1990 (!) mit der These der aussterbenden Arbeitsplatzbewerber malträtiert wird. Und die Realität beweist täglich durch Armut, Hunger bei gleichzeitigem „Wirtschaftswachstum“ und Reichtum einiger weniger das Gegenteil.

Wer das Szenario der „Arbeit der Zukunft“ erschaffen will, muss den Kapitalismus überwinden ohne die Welt komplett auszulöschen oder zu verseuchen, eine auf Vernunft und Verantwortung basierende, geförderte Geburtenregelung erreichen (Weltbevölkerung 1950 2,5 Mrd., 2015 7,5 Mrd.!), Religionen und Politik strikt trennen, Börsen und Maximierungsprinzipien abschaffen und den Mensch an erster Stelle statt des Gewinns setzen. Dann vielleicht!

So ist es leider nur eine der üblichen „Tschaka – wir schaffen das“-Projektionen, welche die Realität so weit ausblenden, dass nur noch die strahlende Zukunft eines intellektuell sehr eng begrenzten Umfelds übrig bleibt. Sie werden keine 10.000.000.000 Menschenkinder ohne Urängste aufwachsen lassen und lebenswert (!) versorgen können. Nicht mit Industrie 4.0, nicht mit der Cloud, nicht mit Computern und nicht mit Konzernen die Patente auf Trinkwasser und Saatgut anstreben und nicht mit einem System, dass aus menschlichem HR-Material stets das Maximum erpresst.

Andreas Froidevaux

26.05.2016

Die Möglichkeit für die Zukunft ist gleichermassen verlockend positiv und erschreckend.

Mir persönlich ist es aber nicht klar, wer die vielen Rentner „europaweit“ in 20-25 Jahren finanzieren soll.

Dies würde ja ein Umdenken von vor allem der besitzenden Unternehmer und Wirtschaft, sowie der Politik voraussetzen.

Logisch….spätestens in 50 Jahren hat sich dieses riesen Problem von selbst erledigt, ausgenommen die Lebenserwartung des Einzelnen steigt ! Aber was ist bis dahin….?

Dieses Umdenken hätte/müsste jetzt schon einsetzen ! Gerade in der Diskussion über Mindestlohn bzw. Grundlohn für alle sieht man, dass wir hier von diesem Prozess sehr weit entfernt sind.

Christoph Hoffmann

26.05.2016

Durch die fortschreitende Digitalisierung und den Einsatz von Robotern sollen, in den nächsten 20 Jahren, 18 Mio. Stellen, der aktuell 30,9 Mio. Arbeitsplätze in Deutschland, wegfallen (Berechnung der Volkswirte der ING-Diba auf Basis der Studie „THE FUTURE OF EMPLOYMENT: HOW SUSCEPTIBLE ARE JOBS TO COMPUTERISATION?“ aus dem Jahre 2013 von Carl Benedikt Frey & Michael A. Osborne, beide University of Oxford). Es wird schon eine sog. soziale Bombe prognostiziert. Ich frage mich, wie man da denken kann, dass ich im Fall einer Entlassung am nächsten Tag bis zu 20 neue Stellenangebote erhalten kann? Utopie, Distopie, Aprilscherz oder die Negation wissenschaftlicher Erkenntnisse?
Der Umweltschutz hat vor vielen Jahren den Slogan propagiert „Geld kann man nicht essen!“. Vielleicht werden wir bald feststellen, dass uns das Geld für Essen einfach fehlt!

Barbara Pennig

26.05.2016

Erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit hier seitens eines Wissenschaftlers dargestellt (ja, fast schon „verherrlicht“) wird, wie Maschinen das menschliche Leben zukünftig nicht nur zu 100 % vorgeben, sondern „in Echtzeit“ kontrollieren. Und das in Anbetracht einer derzeit noch völlig fehlenden, umfassenden ethischen Diskussion rund um das Thema Digitalisierung. Aber nicht nur das: Indem hier alles zum „Projekt“ erklärt wird (selbst die Familie), wird deutlich, worauf die Digitalisierung (wenn nicht ethisch untermauert) am Ende führen wird: zu Menschen, deren Denken und Denkrichtung von Maschinen bestimmt wird. Menschen, die das Fühlen verlernt haben (und höchstwahrscheinlich auch das Mitgefühl). Menschen, die ein entwurzeltes Leben führen ohne innere Bindung an irgendetwas oder irgendwen. Weshalb sollte ich mich innerlich binden, wenn doch von vornherein feststeht, das es sich bei allem um ein Projekt handelt? Denn – per (heutiger) Definition – ist ein Projekt u. a. eine einmalige, zeitlich befristete Angelegenheit. Mit anderen Worten: Menschen treffen sich für einen kurzen Moment (im Vergleich zur Gesamtlebensspanne) und trennen sich danach wieder. Wo sollen da Wurzeln entstehen, die innerlich stark machen, die einen durch stürmische Zeiten tragen? Im Gegenteil: Hier entsteht der Raum für die Manipulation des Menschen.

Ja, wir Menschen brauchen in den kommenden Jahren Mut, Courage, die Fähigkeit zur Reflexion. Aber auch den Willen, Verantwortung zu übernehmen. Und die Kompetenz, keine Angst vor der Angst zu haben. Vor allem aber braucht es Menschen, die das kritische, in die Tiefe gehende, vorausschauende Denken nicht verlernt haben (auch wenn dieses Denken manchmal weh tut). Wir brauchen Menschen, die mutig genug sind, kritisch das zu hinterfragen, was uns die Wissenschaft (oder wer auch immer) als „Zukunft“ unterschieben will. Die sich selbst die Frage erlauben: „Will ich (!!!) das wirklich?“ Noch haben wir Menschen die Chance, die geplante „Totalübernahme“ durch die von Wissenschaftlern forcierte Technik so zu gestalten, dass wir auch zukünftig als Menschen ein menschliches Leben führen können. Doch das Zeitfenster zum Umdenken wird täglich kleiner. Was aber braucht es? Gebraucht wird ein mutiges, ganzheitlich ausgerichtetes Denken und die Bereitschaft, sich von dem Wunsch nach Kontrollierbarkeit des gesamten Lebens und aller Lebensbereiche endgültig zu verabschieden. Denn für mich stellt sich ganz klar die Frage: Ist ein Leben, in dem die Technik (die Maschine, die Software) die Taktung angibt (und damit kontrolliert), wirklich erstrebenswert? Ist ein Leben ohne Emotionen (was eine solche Vision wie oben skizziert, übrigens auch beinhaltet) wirklich noch „Leben“? Oder wird das Leben nicht gerade durch ein gewisses Maß an Unsicherheit, das auch Mut und Spontanität bedeutet, lebenswert? Auch wenn das bedeutet, dass es zu Fehlentscheidungen kommen kann. Aber ist das wirklich so schrecklich? Wer lernen will, braucht die Freiheit, Fehler machen zu dürfen. Schließlich gibt es genügend Beispiele, wie sog. „Fehlentscheidungen“ zum Startschuss für Innovationen wurden.

Ja, die Technik ist eine tolle Sache. Solange sie einen festen, ihr angemessenen Platz in unserem (noch) menschlichen Leben zugewiesen bekommt. Sie soll uns Menschen die Arbeit erleichtern oder auch dort abzunehmen, wo Arbeit unmenschlich ist. Ja, sie darf auch helfen, Kosten einzusparen, allerdings nicht auf Kosten des „Mensch sein“. Meiner Meinung nach befinden sich die Menschen, die die Technik über den Menschen stellen, auf einem gefährlichen Irrweg. Denn was tun all die Wissenschaftler eigentlich, wenn es tatsächlich einmal zum „Supergau“ kommt und die Technik z. B. mehrere Tage still steht? Wer einmal erlebt hat, was es bedeutet, wenn die Technik plötzlich und unerwartet „offline“ geht, der weiß, dass die heutige, weit verbreitete Technikgläubigkeit eine gefährliche Scheinsicherheit liefert. Was macht oben genanntes Handesunternehmen, wenn ihr „Supercomputer“ (aus welchem Grund auch immer) mal ausfällt? Ja, ich höre schon die Wissenschaftler: „Das wird nicht passieren.“ Aber nehmen wir es doch einfach mal an. Also, der Computer spukt nicht aus, was am Samstag in welcher Menge wann an welchem Point of Sale (POS – früher übrigens simple und einfach Verkaufsort genannt) verkauft wird. Nun, wie es weitergeht, überlasse ich Ihnen, lieber Leser …

Darüber hinaus lade ich Sie ein, sich von den technikgläubigen Wissenschaftlern kein X für ein U vormachen zu lassen. Allerdings befürchte ich, das diese Wissenschaftler derzeit sehr gute Chancen haben, dem Großteil der Menschen ihre Vision von „Leben“ überstülpen zu können. Denn nichts ist in der heutigen Zeit unerwünschter, als (selbst)kritisch das, was in der Welt geschieht, zu hinterfragen. Doch genau das brauchen wir, um auch in Zukunft in einer Welt leben zu können, in der der Mensch an erster Stelle steht. Ich jedenfalls wünsche mir auch zukünftig ein Leben mit Höhen und Tiefen, da aus diesen persönliche Weiterentwicklung entsteht. Ich wünsche mir ein Leben im menschlichen Miteinander, mit Zeit für Dinge, die sich nicht immer „rechnen“, sondern einfach Spaß und Freude machen. Ein Leben, in dem ich mich mutig mit meinen Ängsten auseinandersetzen darf, um daran innerlich zu wachsen. Ja, ich bekenne mich zu einem Leben, das sich (scheinbar) immer wieder meiner Kontrolle entzieht. Ich bekenne mich zu einem Leben, in dem die Technik mir die Arbeit erleichtert, aber mir nicht vorschreibt, wie ich mein Leben zu leben habe. Ein Leben, in dem ich selbst die Taktung vorgebe und nicht ein Computer. Vor allem aber vertrete ich die Meinung, dass wir dringend einer tiefgehenden, ganzheitlichen ethischen Dikussion bedürfen. Wir brauchen eine Diskussion, die nicht allein von Wissenschaftlern geführt wird, sondern von Menschen, die der angestrebten Übernahme des menschlichen Lebens durch neue Technologien SEHR kritisch gegenüberstehen und gleichzeitig die Vorteile der Technik befürworten. Menschen, die im sog. „sowohl-als-auch“-Modus agieren statt im weit verbreiteten „entweder-oder“-Modus. Auch sollten Menschen an dieser Diskussion beteiligt werden, die ein Leben abseits der heute weit verbreiteten Gier und Profitsucht anstreben. Denn – Gott sei Dank – gibt es diese immer noch (und diese Gruppe wächst kontinuierlich). Ich wünsche allen Lesern ein Innehalten, ein wirkliches bis ans Ende gehendes Denken, was ein solches Szenario, wie in diesem Artikel präsentiert wird, für ihn selbst oder für seine Kinder und Enkelkinder bedeuten wird.

Jan Salchow

26.05.2016

Wir alle wäre sicher froh, wenn es so kommt, wie in diesem Artikel beschrieben! Aber ist das realistisch? Gibt es die Babyboomer wirklich in so vielen Ländern oder ist das nicht ein Phänomen einiger weniger westlicher Staaten? Wird man in der Zukunft wirklich immer wieder in die Weiterbildung der Menschen investieren oder nicht einfach jüngere, billigere und auf dem aktuellen Stand ausgebildete Mitarbeiter aus dem oder im Ausland anwerben? Wenn ich mir die Welt anschaue, gibt es mit den grossen Fortschritten der Technik auf der einen Seite und einer immer weiter wachsenden Weltbevölkerung auf der anderen in der Zukunft wohl kaum zu wenig Arbeitskräfte, sondern eher viel zu viele. Und die Reichen und Mächtigen der Zukunft werden es sicher auch schaffen diese alle für sich zu nutzen und sicher nicht nur auf die dann vielleicht zu wenigen Arbeitskräfte in Deutschland oder Europa setzen. Schlussendlich braucht es vermutlich wirklich eine neue Form des Zusammenlebens und Arbeitens, um den global immer geringeren Bedarf an Arbeitskräften auszugleichen. Aber ob sich dieses friedlich durchsetzen wird, ist leider historisch gesehen fraglich. Helfen könnte dabei, dass auch in der Zukunft noch Konsumenten gebraucht werden und diese haben nur dann einen Bedarf für alles nicht lebensnotwendige, wenn sie auch Geld zur Verfügung haben.
Wir werden es in ein paar Jahren sehen. Den vor der Finanzkrise ausgerufenen „War for talent“ habe ich aber bisher noch nicht erlebt…

Tk

26.05.2016

Ein interessanter Aspekt wird in diesem Artikel, wie übrigens in vielen ähnlich gearteten gar nicht berücksichtigt. Selbst der Stellenmarkt von heute ist zum Teil ein künstlicher Hyphe, eine aufgeblähte Blase, die wie ein „totes Pferd“ am Leben gehalten wird um der Gesellschaft zu suggerieren, dass es einen großen Bedarf an Fachkräften gäbe.
Nun denn. Wenn dem so wäre, warum finden dann Bewerber und Firmen nicht zueinander? Sind die Ansprüche beider Seiten soweit voneinander entfernt, dass man keine Schnittmenge finden kann ( oder will)? Wenn persifliert wird, dass man bereits ein Masterstudium benötigt, um ein Praktika für ein Ausbildungsberuf besuchen zu dürfen ( wohlgemerkt bisherige Ausgangsvoraussetzung Mittlere Reife), dann lässt dies für die Zukunft einiges erahnen.

Josef Warmuth

27.05.2016

In Zukunft werden wir in Projektzyklen arbeiten, das derzeitige Arbeitsmuster wird verschwinden. Die Menschen brauchen zwei Dinge damit die industrielle Revolution ohne Konflikte von statten gehen kann.
Zeit um all diese vollautomatisierten Produkte zu nutzen und wieder zu Recyceln.
Sie brauchen das Einkommen um am Konsum teilhaben zu können, die aus den Billigjobs erwirtschaftenden Einkommen können beide Anforderungen nicht erfüllen! Der Beitrag oben ist ohne ein bedingungsloses Grundeinkommen pure Utopie. Alle Menschen müssen am Konsum teilhaben können und nicht nur 30-40% der Bevölkerung. Ohne diese Voraussetzungen ist es nur eine schöne Vision, ein Rad wo die Hälfte der Speichen fehlt! Ein Roboter der zehn Arbeitsplätze ersetzt muss die zehn Arbeitsplätze auch finanzieren, schon heute wird die gesamte Wertschöpfung weit über 50% durch die automatisierte Produktion erreicht und nicht durch die Arbeitskräfte! Wir überschreiten gerade die Schwelle wo der Mensch als Arbeitskraft uninteressant wird, jedoch als Konsument umso interessanter!

Mordred

27.05.2016

Ich denke, dass der Artikel sehr engstirnig nur auf bestimmte Jobs fokussiert.
Was ist bspw. mit kaufmännischen Angestellten im allgemeinen und der Autoindustrie im besonderen?
Nehmen wir für ersteres Banken und Versicherungen. Wenn in Zukunft immer mehr Kunden sich online die besten Angebote raussuchen und neben simplen Überweisungen auch so Sachen wie Kredite und Vermögensanlagen beackern, wird es ganz schön eng für mind. 50% der dortigen Arbeitnehmer. Was ist denn das erste, was man nach dem Gespräch mit einem Versicherungsvertreter macht? Richtig, seine Angebote googlen.
Und in der Autoindustrie bzw. jedem Job, der irgendwas mit KFZ zu tun hat (inkl. den Berufskraftfahrern) sollte doch jedem in Anbetracht der Fortschritte beim autonomen fahren angst und bange werden.
– LKWs, die keine Pausen einlegen müssen und größtenteils nur nachts unterwegs sind
– Verbot vom manuellen fahren in Innenstädten, weil man ja Kinder etc. überfahren könnte
– extremes Car Sharing: Warum braucht man noch ein eigenes Auto, das 95% des Tages rumsteht? Ich bestell mir via app anlassbezogen ein passendes KFZ und 5 Minuten später ist es da und fährt mich, Freunde/Familie, Gepäck… wohin ich will. Ich schlafe währenddessen, arbeite am Notebook, unterhalte mich mit irgendwem…und wahrscheinlich ist in dem Gesamtvorgang noch nicht einmal mehr ein Sachbearbeiter (s.o.) notwendig.

Falls jetzt die üblichen Bedenkenträger bzgl. „aber das persönliche ist mir als Kunden wichtig…“ kommen: Alle o.g. Dinge werden für die Kunden günstiger und zeitsparender sein.

Stefan

27.05.2016

Interessante Theorien – kann ich mich dem Vorredner „Finanzberater“ anschliessen. Und wie sieht es mit dem Outsourcen (Verlagern) von Hightech-Arbeitsplätzen ins billigere Ausland aus oder dem Heranziehen von günstigeren Arbeitskräften nach Deutschland? Hat man diesen Punkt bei alledem, was angeführt wird im Artikel berücksichtigt, was die Zahl der offenen Stellen (3-4 Mio.) betrifft?

Stefan

27.05.2016

Ein weiterer wichtiger Punkt zu diesem Thema (Tk hat es ansatzweise angesprochen) ist die Frage, wie finden Arbeitssuchende und Arbeitersuchende am schnellsten und effektivsten zueinander? Schon in den 80er- und 90er-Jahren wussten die Studenten nicht, wonach der Arbeitsmarkt nach ihrem Studium suchen wird. Und das gleiche sehe ich jetzt bei der Arbeitssuche für morgen. Viele Arbeitgeber wissen gar nicht, was sie wirklich momentan benötigen, geschweige denn morgen oder übermorgen. Oft scheinen die Headhunter dort mehr Klarheit schaffen zu können. Aber diese Scheinwelt trügt auch sehr oft oder meistens. Deshalb scheint es auch so einfach, sich als Personalconsulter selbstständig zu machen.

Stefan

27.05.2016

Das Leben ist ein ständiger Lernprozess. Was neben Geld noch mehr fehlt und noch wichtiger ist, ist die Zeit – Zeit zu lernen, verdauen, arbeiteb, erfinden, …, Zeit zu leben. Die neuen Techniken sollen uns eigentlich helfen, Zeit zu gewinnen. Aber irgendwie merke ich davon nichts. Was mache ich falsch?

dieter haller

28.05.2016

Mal wieder ein kluger und euphorischer Ansatz, im Rahmen des Geschäftsmodells und marketingtechnisch gefeilt, weil nichts verkauft sich besser als Begeisterung… Der Inhalt ist allerdings trotz Fachkenntnis etwas einseitig und naiv.

Thomas

31.05.2016

Ein positiver Ansatz, was ja besser ist als defizitorientiert zu denken.
Wie in den Kommentaren schon angeklungen, werden weniger Privilegierte in der Sichtweise ausgeklammert – wie z.B. Menschen mit geringer Ausbildung oder wenig Selbstwirksamkeit. Die werden es schwer haben in der neuen Welt.
Es wäre daher wünschenswert wenn sich neue Ansätze & Zukunftsvisionen auch um Herausforderungen wie Armut, Rechtsextremismus oder Frustration von weniger Privilegierten kümmern – so spannend wie z.B. neuen Technologien sind.
Das Thema Wissensverfall sehe ich übrigens noch drastischer – 10 Jahre Halbwertszeit ist bei einigen Themen viel zu lange. Deshalb wird vor allem das kontinuierliche Lernen noch wichtiger, das vermehrt informell, kollaborativ und bei der (neuen) Arbeit statt finden wird.

Sibylle1969

31.05.2016

Insgesamt finde ich den Artikel etwas zu optimistisch, denn die vom Autor beschriebenen paradiesischen Zustände sind lediglich für Hochqualifizierte zu erwarten. Die Arbeitswelt ist aber heute bereits geteilt: 1. Die Hochqualifizierten, die von den Unternehmen umworben werden. 2. Die Gruppe der klassischen Industriearbeiter oder sonstiger Angestellte, mit Tarifvertrag, Gewerkschaft usw. Diese Gruppe nimmt seit Jahren ab. 3. Die Gruppe der prekär Beschäftigten (Niedriglöhner, befristet Beschäftigte, erzwungen Selbständige o.ä.). 4. Die Gruppe der Älteren, für die der Arbeitsmarkt kaum noch Möglichkeiten bereithält, auch wenn sie eigentlich noch 10-15 Jahre arbeiten müssen.
Und ob die durch Automatisierung wegfallenden Jobs durch andere, neu entstehende Jobs kompensiert werden können, wie dies in der Geschichte bisher stets der Fall war, bleibt abzuwarten. Denn in den nächsten 20 Jahren werden dieses Mal nicht einfache, unqualifzierte Tätigkeiten wegrationalisiert, sondern erstmals auch qualifiziertere Tätigkeiten, wie z.B. kaufmännische Sachbearbeiter.

ing-dipl

04.06.2016

Eine interessante These. Fragt sich nur, was passiert in der Zwischenzeit mit all den Menschen die bereits jetzt in einem „Hamsterrad“ sitzen und nicht vorwärts kommen. Bei den Entlassungswellen, die nunmehr über 10 Jahre anhalten gibt es bereits jetzt viel zu viele Menschen, die realistisch betrachtet keine andere Wahl haben als einem miesen Job für mieses Geld auszuüben. Diese Menschen und das sind nicht selten bereits jetzt hochqualifizierte Fachkräfte werden wohl kaum von dem dargestellten Märchen profitieren.

Helden der Arbeit

23.06.2016

Es werden Abermillionen neue Arbeitsplätze entstehen und zwar: In der Prostitution, in der Gastronomie weil die Besserverdienenden einen feudalen Lebensstil führen möchten und schlecht bezahlte Reinigungskräfte, von oben herabschauen Jobs. Achja und Fußballprofis, Unterhaltungskünstler und Leistungssportler als Helden fürs simpel gestrickte Volk.

Das sind alles die Bereiche die sich nicht automatisieren lassen, da hier gewisse Instinke eine Rolle spielen die wohl auch in Zukunft bedient werden. Das wird wohl nicht verschwinden.

G. Seedorff

05.07.2016

Unsere Welt kann bereits 2025 ganz anders aussehen! In der Schweiz haben sich 30% der Bürger für ein „bedingungslose Grundeinkommen“ ausgesprochen. Ich gehe davon aus, dass der Grund dafür darin zu suchen ist, dass der Begriff festgefahren ist, sowohl von der Seite der Befürworter als auch von der gegnerischen Seite. Ich stelle darum die Vision eines „Allgemeinen Grundeinkommens“ zur Diskussion und rufe alle auf diesen Begriff mit Leben zu erfüllen!