Entspannter arbeiten

Schluss mit Krawatte und steifem Hemd: Banking geht auch locker

Distinguierte Beraterinnen und Berater im feinen Zwirn, diese Kleiderordnung herrscht immer noch bei den meisten Banken.  Die Hamburger Sparkasse möchte das eingestaubte Image überwinden und durch lockere Outfits die Kluft zwischen Kundschaft und Berater kleiner werden lassen. Doch wie viel Lässigkeit kann man dem Kunden zumuten?

Lässiger Auftritt von den Haspa Mitarbeitern

Lässiger Auftritt von den Haspa Mitarbeitern (v.l.n.r: Jean Brokop, Rico Tietjen, Juliane Baar)

Der „Dresscode“ ist laut Wortdefinition „Information durch die Kleidung“ – vor allem im geschäftlichen Bereich. Und insbesondere Banken möchten – immer noch – durch eine sehr konservative Kleiderordnung vermitteln, wie seriös sie ihre Geschäfte mit dem Geld der lieben Kundschaft pflegen.

Doch in Zeiten, in denen selbst renommierte DAX-Unternehmen lockerer im Umgang mit der Wahl ihres Mitarbeiteroutfits werden, wirkt der feine und stets ein bisschen steife Zwirn für die Damen und Herren Banker immer mehr wie aus der Zeit gefallen. Und genau darum möchte nun die Hamburger Sparkasse („Haspa“) helfen, dieses Tabu zu brechen. Auf einer Managementtagung sei man auf die Idee gekommen,  dass ein gelockerter Kleidungsstil eventuelle Barrieren gegenüber dem Kunden abbauen könne, so das Unternehmen. Schließlich seien Kundennähe und damit Vertrauen bei Banken unabdinglich.

Eine Beratung im neuen Look

Eine Beratung im neuen Look

Mit Hilfe einer Stilberaterin wurde in einem Workshop der neue Dresscode „Haspa Business Casual“ definiert, um einen legeren, aber angemessenen Kleidungsstil zu entwickeln. Als erstes verschwanden die Krawatten und Anzüge, stattdessen sind nun auch offene Kragen, Jeans und Chinos erlaubt. An elf ausgewählten Standorten wurde das neue Erscheinungsbild schließlich über einen Zeitraum von sechs Wochen getestet, knapp 2.000 Kunden und 200 Mitarbeiter wurden dazu befragt. Die erste Erkenntnis: „Der Mensch ist wichtiger als die Garderobe“. In der Beratung seien Ausstrahlung und Kompetenz wichtiger als die Wahl der Krawatte. So darf nun kann jeder Mitarbeiter freiwillig am neuen Outfit-Programm teilnehmen.

Nach dem positiven ersten Feedback soll das Pilotprojekt  – stets auf freiwilliger Basis – auch auf die anderen Filialen ausgeweitet werden. Man darf gespannt sein, ob andere Banken beim neuem Look nachziehen werden.

Text: Holger Gabriel

P.S. Was halten Sie von der Haspa-Outfit-Initiative? Muss Ihr Bankberater immer top und förmlich gekleidet sein? Verraten Sie es uns, unten in den Kommentaren.

P.P.S. Unser Leser Andreas hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass auch bei der SPARDA Bank in Berlin seit geraumer Zeit eine gelockerte Kleiderordnung herrscht. Finden wir auch jut! 

2 Kommentare

Tim

26.07.2016

Finde ich überragend, da man sagen muss, dass der Anzug doch recht steif wirkt und auch keine wirkliche Nähe aufbaut, die man gerne bei Finanzprodukten auch spüren möchte. Da man so mehr Vertrauen erweckt. Der Anzug wirkt dagegen mehr angestaubt und antik.
Man kann ihn zwar noch verwenden, jedoch dann einfach ohne Krawatte mit aufgeknöpften Hemd, dies wirkt einfach lockerer und nicht so angespitzt
Grüße an alle und einen schönen Tag

Anika

01.09.2017

Ich finde, dass dies von viel mehr Banken umgesetzt werden sollte. Und auch in den höheren Ebenen sollte man meiner Meinung nach ein bisschen offener werden, denn in der heutigen Zeit zählt der Mensch eben viel mehr als dir Kleidung. Die Berater fühlen sich wohler, die Kunden wahrscheinlich auch und im Endeffekt dürfte dies zu einem entspannteren Verhalten beiderseits führen und somit zu mehr Offenheit und letztlich Vertrauen! Weiter so und gern an die Bankenlandschaft weiter geben :)