Arbeit & Geld

Einkommen auch ohne Arbeit: Macht das die Welt gerechter?

2500 Franken monatlich für jedermann. Ohne Arbeit oder sonstige Gegenleistung. In der Schweiz wird Anfang Juni über dieses „bedingungslose Grundeinkommen“ abgestimmt. Welche Gefahren liegen darin, und welche Chancen? Das erklärt Daniel Häni, der Mitinitiator der Volksabstimmung, im Interview.

Für viele ist es ein Schreckensszenario: Die digitale Revolution und Automatisierung könnten schon bald viele Jobs überflüssig machen. Wie sollen die modernen Gesellschaften auf diese Entwicklung reagieren? Schon seit Jahrzehnten plädieren daher (nicht nur linke) Ökonomen und Sozialwissenschaftler dafür, durch ein sogenanntes „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (BGE)  die schlimmsten sozialen Probleme abzufedern – und darüber hinaus mehr Gerechtigkeit allgemein zu realisieren.

Die Schweiz stimmt, als erstes Land überhaupt, am 5. Juni über ein BGE ab. Das soll – etwa in einer Höhe von 2500 Franken – nicht nur Arbeitslosen zugute kommen, sondern auch bei Erwerbstätigen einen Teil des Einkommens bilden (s. Grafik unten). Vorangetrieben wurde die Abstimmung von der Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Im Interview  spricht Daniel Häni, einer der Initiatoren des Volksentscheids,  über die Ziele der Kampagne.

Daniel Häni, 49, ist Unternehmer, Mitbegründer des Basler Kultur- und Kaffeehauses "unternehmen mitte" sowie Mitinitiator der Schweizer Volksinitiative "Für ein bedingungsloses Grundeinkommen". Sie wurde im Oktober 2013 erfolgreich eingereicht.

Daniel Häni, 49, ist Unternehmer, Mitbegründer des Basler Kultur- und Kaffeehauses „unternehmen mitte“ sowie Mitinitiator der Schweizer Volksinitiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Sie wurde im Oktober 2013 erfolgreich eingereicht.

Herr Häni, sind Sie Kommunist?

Daniel Häni: (lacht) Oh, nein, gar nicht. Aber es ist eine gute Frage, weil das BGE oft als sozialistische oder kommunistische Initiative angesehen wird. Das ist sie natürlich nicht.

Warum nicht?

Häni: Sie ist zum Einen eine sehr soziale Initiative, das ist richtig. Aber: Was im Sozialismus und Kommunismus gefehlt hat, ist die Bedingungslosigkeit. Und das ist der Kern der Initiative. Und das macht sie gleichzeitig zu einer sehr liberalen Initiative.

Inwiefern liberal, wenn einfach nach dem Gießkannenprinzip Geld verteilt wird?

Häni: Weil das Grundeinkommen unbedingt ausbezahlt wird. Das Geld ist nicht mehr an Bedingungen geknüpft. Das ist das Liberale, das Freiheitliche. Der Einzelne bestimmt, was er mit dem Geld macht, und nicht mehr der Staat.

Sie begründen Ihr Anliegen unter anderem mit der vierten industriellen Revolution, wo ein Großteil der Arbeitsplätze durch Roboter oder digitalisierte Prozesse abgelöst wird. Die Befürchtung, dass Maschinen uns die Arbeitsplätze wegnehmen, gibt es schon seit der Industrialisierung. Sitzen Sie hier nicht einer alten Angst auf?

Häni: Am diesjährigen World Economic Forum in Davos (WEF) waren die Chancen und Risiken der vierten industriellen Revolution das Hauptthema. Selbst Klaus Schwab, der Gründer des WEF, sagt: „Es braucht Lösungen, die allen ein Mindesteinkommen garantieren.“ Das ist ein klares Symptom, wenn Schwab auf diese Linie einschwenkt. Aber es ist richtig: Die Befürchtung, dass uns die Maschinen die Arbeit wegnehmen, gibt es schon immer. Ich glaube aber, dass es heute relevant wird.

Warum sollte es heute gerade so weit sein?

Häni: Ein Beispiel: Ich bin heute mit unserem Kampagnenfahrzeug, einem Tesla, hierher nach Buchs gefahren. Dieses Auto ist beinahe in der Lage, autonom zu fahren. Stellen Sie sich vor, was das für Folgen hat: In den nächsten Jahren werden Arbeitsplätze – von Chauffeuren, Busfahrern, etc. – verschwinden. Aber das ist nicht das Hauptargument für das BGE, sondern es geht darum, das BGE als Bürgerrecht zu etablieren. Ich glaube aber, dass selbst wenn wir das BGE nicht wollen, uns die vierte industrielle Revolution dazu führen wird.

Wenn die Initiative dann wider Erwarten angenommen würde, wie würde es weitergehen?

Häni: Ich denke, es ist blauäugig zu glauben, die Initiative werde am 5. Juni angenommen. Falls sie angenommen würde, dann hätten Bundesrat und Parlament die Aufgabe, die genauen Gesetze auszuarbeiten. Es bräuchte einen Prozess, um die Höhe des BGE festzulegen sowie die anderen Details zu regeln. Wir stimmen ja nicht über einen Geldbetrag ab, sondern darüber, ob wir in der Schweiz eine bedingungslose Existenzsicherung wollen oder nicht. Ja oder nein.

Wenn nicht mal Sie an eine Annahme der Initiative glauben, weshalb stecken Sie dann so viel Zeit und Energie in den Wahlkampf?

Häni: Weil ich der Überzeugung bin, dass es eine der wichtigsten gesellschaftlichen Fragen zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist. Übrigens nicht nur für die Schweiz. Aber wir besitzen bei uns ein adäquates Mittel, um eine solche Diskussion zu führen. Die Schweiz ist die fortschrittlichste Demokratie der Welt. Es ist wegweisend, diese Diskussion überhaupt einmal in dieser Breite zu führen.

Dann geht es eigentlich um einen Gedankenanstoß?

Häni: Nein, nicht nur das. Es ist eine richtige Initiative. Eine richtige Volks-Initiative, weil das Anliegen aus dem Volk kommt und nicht von einer Partei benutzt wird, zum Beispiel aus Profilierungsgründen. Es ist ein Anliegen der Zivilgesellschaft, und sobald es eine Mehrheit gibt, werden auch die Politiker einschwenken. Politiker sind meist sehr gute Segler. Und nicht zuletzt unsere Angestellten. (…)

So stellt sich die Schweizer Volksinitiative die Finanzierung und Verteilung des Grundeinkommens vor

So stellt sich die Schweizer Initiative die Finanzierung und Verteilung des Grundeinkommens vor (Klick auf Grafik für Vergrößerung)

Doch das Ganze muss auch finanziert werden. Wie stellen Sie sich das vor?

Häni: Das Geld ist heute bereits vorhanden. Mit dem Geld, dass aus den Sozialwerken gespart wird, sowie dem Sockel aus den Erwerbseinkommen bleiben noch knapp 25 Milliarden Franken. Aber auch die sind vorhanden!

Wo denn?

Häni: Das sind die bestehenden Einkommen der Kinder und Angehörigen, welche heute auch bereits ein Einkommen haben. Nur würde es bedingungslos. Das BGE ist im Prinzip ein Nullsummenspiel.

Der Initiative wird oft vorgeworfen, dass man fürs Nichtstun bezahlt wird. Und es ist auch nicht von der Hand zu weisen: Wenn ich mit den Grundeinkommen, z. B. 2500 Franken im Monat, auskomme, kann ich in die Sonne liegen und nichts mehr tun.

Häni: Mal sehen, wie lange Sie das durchhalten. Ich sage, das Gegenteil ist wahrscheinlicher. Das Grundeinkommen ist nicht dazu da, dass man nichts macht, sondern dass man in die Lage kommt, selbstbestimmt zu arbeiten. Es ist eine Ermöglichung von Arbeit, keine Abschaffung.

Unabhängig vom Ausgang am 5. Juni. Sie glauben, dass das BGE in Zukunft einmal eingeführt wird?

Ja, das glaube ich. In Zukunft brauchen wir nicht mehr fleißige und gehorsame Menschen. In Zukunft sind freie Geister gefragt: Menschen, die gelernt haben, selber zu denken und selber zu entscheiden, wie sie ihre Arbeitskraft einsetzen und wofür sie sich engagieren. Das braucht selbstverantwortliche, eigenständige Menschen. Das BGE ist ein gutes Mittel, um das zu lernen.

Das, was Sie gerade beschrieben haben, ist auch in einer freien Marktwirtschaft möglich.

Häni: Ja, das BGE ist auch ein wichtiger Beitrag für eine freie Marktwirtschaft, denn es würde einen freien Arbeitsmarkt schaffen. Diesen haben wir heute nicht. Wir sind heute gezwungen, am Arbeitsmarkt teilzunehmen, um unsere Existenz zu sichern. Durch das BGE könnten wir den freien Arbeitsmarkt schaffen. Hier sehen Sie wiederum den liberalen Gedanken der Initiative.

Das Interview führte Stephan Agnolazza für die Liechtensteiner Zeitung „Wirtschaft regional“ , die uns den Text freundlicherweise zur Verwendung freigegeben hat. Vielen Dank.


Veranstaltungshinweis: Daniel Häni wird einer der vielen interessanten Teilnehmer der brandeins-Zukunftskonferenz „Wendepunkte“ sein, die am 26. Mai in Hamburg stattfindet. Neben Häni berichten unter anderem Stephan A. Jansen, Anne Koark, Emilio Galli Zugaro und Jannike Stöhr darüber, „wann sich Umbrüche lohnen, wie man den richtigen Zeitpunkt zum Absprung erkennt, und welche Türen aufgehen können, wenn man sich getraut, eine hinter sich zu schließen“. Es wird mit Sicherheit ein spannender Tag. Mehr Infos über Programm und Tickets erhalten Sie hier.

49 Kommentare

Tomas Ehmann

12.05.2016

Die eigentliche Kritik am BGE kommt doch aus dem Glauben – Nur für Geld gibt es eine Berechtigung auf Arbeit und der daraus folgenden Berechtigung auf Existenz. Die Definition von „Arbeit“ ist in der Mehrzahl „fremdbestimmt“. Die Folge davon ist Arbeit um zu leben und nicht leben um „was“ zu tun. Das BGE bedingt eine disruptive Haltung zur „Arbeit“. Ein BGE schafft die Freiheit „was“ zu tun. Ja – auch für zusätzliches Geld – Geld verdienen wird ja nicht verboten. Die Definition von „Rendite“ misst sich dann ev. nicht mehr auschließlich am Zins – sondern an dem was in der Selbsbestimmung der „Arbeit“ dann „geschaffen“ wird. Es muss nicht „für“ Geld sein, es kann – ok – es kann aber auch für Kinder, für die Umwelt, für die Familie, für den Sport, für….für…. ……vertrauen in DIE Menschen und ihrer Kreativität sein. „Arbeiten“ kann auch für Geld Spaß machen – das steht nicht zwingend im Widerspruch zum BGE!

Ralph W. Marthaler

12.05.2016

Das Thema ist schon interessant. Man stelle sich vor, was an Beamten und Ämtern eingespart werden könnte! Kein RAV, keine Sozialämter, nur noch einen Teil der IV und der ALV, etc. Es dürfte jedoch nicht jeden sein, sondern NUR für Schweizer, denn ansonsten würde es einen unheimlich weiteren Sog in die Schweiz geben.

Martin Meyer

12.05.2016

Ist die heutige Wirtschaft gerecht? Werden nicht Randgruppen, ältere Mitarbeiter, schlechter Ausgebildete, Hausfrauen aber auch Junge Menschen von der Wirtschaft systematisch diskriminiert? Um dem entgegen zu wirken benötigen wir ein BGE! Es ist wichtig, dass Menschen ein würdiges Leben führen können. Ein Leben ohne existenzielle Ängste. Das heutige Sozialsystem führt noch mehr ins Verderben. Als humane Gesellschaft brauchen wir ein neues, verträglicheres System, das niemanden diskriminiert. Falls die Wirtschaft in Zukunft Jobs bietet, die mit würde erledigt werden können, werden beinahe 100% der Bevölkerung arbeiten! Denn wir arbeiten nicht nur des Geldes wegen, sondern weil wir dies wollen! Schweizer – macht mit und sagt ja am 5. Juni für eine bessere und gerechtere Schweiz! Glaubt nicht an die Märchen der Wirtschaft, dass ein solches System nicht bezahlbar wäre! Glaubt an Euch und Eure Kraft!

Reinhardt Gätjen

12.05.2016

Das BGE ist längst überfällig. Unternehmen, welche Automationssysteme dazu benutzen Arbeitspätze zu „einzusparen“, sollen dafür höhere Abgaben leisten. Das wäre eine weitere Möglichkeit der Finanzierung.

Maria Arndt

12.05.2016

Das BGE für alle Menschen in der Welt einführen. Dann müßten die Schweizer keine Angst vor „Überfüllung“ haben. Jeder könnte dort leben, wo er sich zuhause fühlt. Noch ein Traum, aber irgendwann müssen wir ja anfangen. Ohne Träume gibt es auch keine Wirklichkeit. Übrigens über die Finanzierung haben sich führende Wirtschaftswissenschaftler schon lange Gedanken gemacht und Lösungen gefunden. Schaut Euch den Film: „Bedingungsloses Grundeinkommen“ an, besser kann man es nicht erklären.
Ganz toll, dass die Schweizer so fortschrittlich sind – stimmt am Besten alle mit „Ja“ – es wäre ein super Anfang. Ich sage jetzt schon mal Danke für jede JaStimme.

Michael Füting

12.05.2016

Man muss wegen des Vorschlags GRUNDEINKOMMEN, bedingungslos, nicht gleich in Panik geraten und seine
elitären Ressentiments mobilisieren, die andere Menschen grundsätzlich für faul halten. Man sollte vielmehr
mutig ins Auge fassen, was passiert, wenn noch mal weltweit Millionen von Arbeitsplätzen wegfallen. Wenn man weitere Millionen somit ins Prekariat drängt, dann haben wir bald eine Horrorwelt: dann wird es krachen und die Eliten werden Ihre Lieblingsidee, nur Ihren Arsch retten zu können, nicht mehr durchhalten. Dann muss es wieder so was wie Politik mit Sozialbewusstsein geben: GEMEINWOHL nennt sich das!

Roman Fessler

12.05.2016

Das ist einfach nur irreal. Man sehe was die Grundsicherung in Österreich ausgelöst hat. EINE WELLE DER ARBEITSLOSEN.

Matthias Langer

12.05.2016

Also ich kann mich den vorherigen Schreibern nicht anschließen. Ich finde es naiv zu glauben, dass das BGE ein freieres Arbeiten ermöglicht. Irgendwoher muss das Geld kommen, also kommt es von der arbeitenden Bevölkerung. Die sieht dann, wie ein großer Teil ihres Geldes zu denen verschwindet, die lieber das Leben genießen, also sich dem Arbeitsdruck zu stellen. Also schlägt man sich doch auch lieber auf diese Seite bzw: man wird einen Job auswählen, der wesentlich stressfreier ist, bringt zwar nicht ganz soviel Kohle, aber man ist beschäftigt. Irgendwann führt es dahin, dass der Hauptteil der Bevölkerung diese „easy-Jobs“ machen will und woher kommt dann noch das Geld? Woher der Fortschritt? Wo in diesem ach so genialen System ist denn bitte der Leistungsanreiz?
Also nein, ich halte das für einen völlig falschen Weg und hilft v.a. denen, die heute schon lieber darüber diskutieren, dass man mehr geleistet bekommen soll, statt selber zu leisten und das Leben >>SELBST<< in die Hand zu nehmen.

Ernst Sturm

12.05.2016

Wer nichts probiert lernt auch nichts dazu. Das BGE wäre mal ein wichtiger Schritt in eine neue, vielleicht bessere Welt. Vielleicht könnte eines Tages der „Fluch des Geldes“ gebrochen werden.

Dr. Mario Hüttenhofer

12.05.2016

Aus meiner Sicht ist das BGE gar keine Revolution. Lässt man einmal den ideologischen Unterbau weg. Handelt es sich um eine effiziente Art das Existenzminimum der Bürger zu sichern (Verfassungsziel) mit minimalem Verwaltungsaufwand. Ich bin davon uberzeugt, dass das BGE bei einer Gesamtkostenbetrachtung nicht teurer ist, als das heutige Sozialhilfesystem. Die Funktion des Mindestlohnes würde es ebenfalls über nehmen. Überhaupt ist das BGE nur eine konsequente Ausdehnung des Mindestlohnes, auf die gesamte Bevölkerung. Die dadurch gewonnene Ausgaben- bzw.Einnahmensicherheit bei Staat und Bürgern schafft zu dem die notwendige Stabilität für eine geordnete Lebensplanung – mehr Kinder, weniger prekäre Arbeitsverhältnisse,etc ergo mehr Steuern und weniger Kosten bei Unternehmen. Wie mein Unternehmerkollege Götz Werner unterstützte ich eine Einführung des BGE in Deutschland und anderswo.

Roger Pauli

12.05.2016

Ein BGE wäre für alle Menschen und die Wirtschaft dann ein großartiger Erfolg, wenn zeitgleich ein dramatischer Anstieg von Preisen und Lebenshaltungskosten ausbliebe. Und daran hege ich berechtigte Zweifel.

Sebastian Bodner

12.05.2016

Das Thema an sich ist interessant.
Mir stellt sich nur folgende Frage, wenn ich die Grafik zur Finanzierung angucke: Person 1 zählt 2500 Franken ein und bekommt die dann auch zurück. Person 2 zählt 1500 ein, bekommt aber 2500 raus. Person 3 zählt 0 ein und bekommt 2500 raus. Macht ein Minus von 3500. Wer gleicht dieses Minus aus? Und lohntest sich überhaupt noch, einen Job anzunehmen (20 Std, 40 Std), bei dem man weniger als 2500 Franken verdient? Dann lieber garnicht arbeiten und 2509 kassieren. Das kann nicht Sinn des Ganzen sein, oder?

Karl-Ernst E. Schnorr

12.05.2016

Die Idee ist märchenhaft und kindlich. Hierbei wird der grundsätzliche Unterschied – das Bindeglied „Zeit“ -zwischen Leistung und Arbeit und all derer Facetten nicht beachtet. Dennoch besitzt sie Charm, da es gewiss ist, dass wir auf der Erde, so wie in den letzten 200 Jahren – nicht unendlich weiter existieren können. Mit banaler Lebens- und Denkweise fahren wir mit Volldampf vor die Wand.

Monika Krüger

12.05.2016

Grundeinkommen wird Gerechtigkeit schaffen, wie es von der SPD in ihrem neuen Programm gefordert wird,
setzt es um…..oder verschlaft ihr ihn wieder….den Wandel?

Gertrude Stein

12.05.2016

Die Welt erfährt einen Wandel in allen Ebenen und entläßt korrupte ehrgeizig gelenkte Wirtschaftssysteme die eine Schere von reich und arm bildeten um aus der reichen Seite immer mehr Vorteile zu erhalten.
Die MITTE ist der Ausgleich und wird den Menschen eine sozial gesinnte Menschkultur verteilt über die Welt erbauen lassen , indem das globale Verbundensein erkannt und für den friedlichen Umgang mit der Welt den geistig mündig gewordenen Menschen aufzeigt und Selbstverantwortung trägt, wie der Ausgleich aus Ursache und Wirkung begriffen und mit Selbstverständlichkeit gelebt wird. Mutter Gertrude

S. Schw.

12.05.2016

Schweiz ist einfach die beste Demokratie und sollte ein Rollenmodell in diesen Fragestellungen spielen! Wie viele Menschen verschwenden ihr Leben und ihr Potential weil sie arbeiten gehen „müssen“ um zu überleben und sich nicht wirklich dem widmen können, wonach sie streben? Wie frei wäre eine Gesellschaft, wenn jeder Mensch frei nach seinem Talent und innerem Wunsch leben könnte und dies in eine Arbeit einbringt die anderen nützlich ist, weil er das intrinsisch so will…

Hans-Peter Fischer

12.05.2016

Grüezi mittenand
Hut ab vor den Eidgenossen.Bei euch wurde erkannt,das der Normalbürger fast kein Einkommen mehr hat.Wenn ich mir unsere Rente in Deutschland ansehe,die man nach fast 48 Jahren Arbeit bekommt,das ist zum weinen.Die Krankenrente meiner Frau ebenfalls.Durch eine Familenerbstreitikeit Susanne Fischer,die faulste von insgesamt noch 4 Schwestern hat das Elternhaus zwangsversteigert durch eine Polizeiaktion wegen unerlaubten Waffenbesitz,eine Waffe wurde nicht gefunden,weil das nichts anderes als ein Schauspiel war um an das Erbe zu kommen.Das Gericht hätte diese Frau zum Putzen verurteilen sollen.

Ich bin ohne Wenn und Aber für dieses Grundeinkommen für jeden Bürger,aber wenn man ihre Publikation liest heißt es gleich man ist Kommunist.

Andreas Kreft

12.05.2016

„Politiker sind meist sehr gute Segler.“ – Was will er uns damit sagen ???
Ich habe Zweifel ob ein BGE überhaupt vernünftig finanzierbar ist. Abgesehen davon wäre es eine Katastrophe für die Gesellschaft. Der Mensch braucht eine sinnvolle, produktive Aufgabe und das Erfolgserlebnis daraus. Der Mensch braucht das Gefühl, daß er Teil von etwas ist und daß er benötigt wird. Er braucht die sozialen Kontakte die nun mal zum grossen Teil im Arbeitsleben entstehen. Die Einführung eines BGE würde nicht zu mehr Zufriedenheit führen, sondern zu dem Gegenteil. Am Ende wird der Staat Arbeitsbeschaffungsmassnahmen für die depressiven Bürger anbieten müssen. Der zweite wichtige Punkt ist die Magnetwirkung für Migranten die ein BGE entfalten würde. So ein Staat müsste sich vermutlich mit Stacheldrahtzäunen abriegeln. Statt eines BGE sollte man lieber einen Rechtsanspruch auf eine Teilzeitstelle einführen. Job Sharing. Viele würden sich mit weniger Einkommen zufrieden geben, wenn sie dafür mehr Freizeit haben. Leider gilt in den meisten Firmen eine Teilzeitstelle als Karrierekiller.

Thomas Meller

12.05.2016

Zur Sogwirkung: ich lebe seit >15 Jahren in der Schweiz, arbeite, zahle Steuern, bin unauffaellig und sorge in meiner Funktion fuer das Funktionieren der Schweiz. Dennoch bin ich ’nur‘ Deutscher. Wo soll man hier den Hebel ansetzen? So einfach wird das nicht. Die Hoffnung ist ja, dass der Sog verschwindet, wenn sich das Modell bewaehrt und ausbreitet. Als Vorreiter haette die Schweiz Probleme zu loesen, die anderenorts nicht auftreten. Ich stehe der Idee nicht bedingungslos positiv gegenueber. Toll, dass Kosten im Sozialwesen eingespart werden. Klingt gut. Die Kosten sind bisher Einkommen von Angestellten, deren Arbeit unnoetig wird. Das sind die neuen Bruttoempfaenger des angestrebten Gesellschaftsmodells. Geht dann die Rechnung noch auf? Der freie Kapitalfluss stellt mich vor die Frage, inwiefern die Finanzwelt dieses Modell akzeptieren wird. Die Schweiz ist immer noch ein Steuerparadies fuer Grossverdiener. Die Zusatzbelastung wird diesen Vorteil aufweichen. Ergebnisse des Gesellschaftsmodells muessen diesen Nachteil zunaechst einmal ausgleichen, und da liegen meine Befuerchtungen. In der Theorie kann es funktionieren, aber sicher nicht ohne weitere Steuerungsmassnahmen. Sind die Bezueger der Leistungen tatsaechlich so initiativ, so innovativ, so schoepferisch, dass ihr Wirken die Kosten aufwiegt? Ich weiss es nicht.

Gerd K

12.05.2016

find ich gut

Andreas Steinwede

12.05.2016

Der gute Mann hat Recht. Uns allen ist heute noch lange nicht bewusst, was die „Digitalisierung 4.0“ mit sich bringen wird. Und was sind 2500 (€/Sfr) wenn man die Hälfte in die Sozialsysteme einzahlen muss. Die Diskussion muss breiter geführt werden und die Dummköpfe die immer nur wieder den Kommunismus anführen sind unbelehrbar und nicht bereit darüber nachzudenken, was passiert, wenn tatsächlich die Hälfte aller Arbeitnehmer ihren Job verlieren. Das alles wird verdrängt und man will einer objektiven Diskussion keinen Raum lassen. Aber auch diese Leute werden eingeholt und es wird kommen wie es auch in den letzten 30 Jahren gekommen ist. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!

Sven Brand

12.05.2016

Es gibt einige interessante Kommentare, die „…probieren wir es aus…“ oder „…eine gute Idee…“. Viele scheinen zu verkennen, dass das BGE, wenn es einmal installiert ist, nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Erstens sind so viele Umstrukturieren notwendig, die nicht vice versa wieder aufgebaut werden können. Zweitens werden es die Menschen, wenn sie sich einmal an das BGE gewöhnt haben, nicht mehr aufgeben wollen. Wir verlieren dann auch ein Stück weit die Relation zum Geld. Aber spinnen wir die Idee des BGE mal weiter und schauen nicht auf die Menschen, die arbeiten, weil sie darin eine Erfüllung sehen sondern auf die Menschen, die von einer Arbeit leben müssen. Es wird mit dem BGE viele Arbeiten geben, die nicht mehr verrichtet werden. Viele Menschen gehen nunmal arbeiten, damit sie ihren Lebensunterhalt finanzieren – sie wollen nicht, müssen aber. Stellen Sie sich einfach folgende Fragen (ohne alle Personen über einen Kamm scheren zu wollen): Geht eine Putzfrau gerne arbeiten? Der überwiegende Teil sicher nicht. Räumt der Müllmann gern den Dreck anderer Menschen weg? Sicher nicht. Steht der Arbeiter gerne am Band und lässt sich monoton den Takt vorgeben? Verstehen Sie, was ich meine? Nehmen Sie die Jobs, die Sie nur im äußersten Notfall (ohne Ausbildung und als worst case ohne Schulbildung (ich weiß, dass auch Müllmänner eine Ausbildung abeschließen) ausüben würden. Es gibt eine Fülle von Arbeiten, die gemacht werden müssen, aber nicht hoch angesehen werden und mitunter im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel stinken. Und dennoch gibt es Menschen, die diese Arbeiten verrichten (müssen). Viele geringfügige Beschäftigungen, die der Staat jetzt schon aufstocken muss (ich weiß gar nicht, ob es in der Schweiz so etwas gibt), werden wegfallen. Einfach deshalb, weil sie bereits jetzt nicht adäquat bezahlt werden. Noch eine Schattenseite: Der Mensch hat sich selten dann ausgezeichnet, wenn er frei über sein Leben entscheiden konnte. Viele Innovationen verdanken wir dem Kapitalismus. Er hat uns genau hierhin geführt, damit wir solch eine Debatte überhaupt führen können. Am Anfang der industriellen Revolution undenkbar. Das BGE wird sich nicht nur als finanzielles sondern auch als ein soziales Desaster erweisen. Und es ist nichts, das einfach rückgängig gemacht werden kann, wenn es schief läuft.

Heiko Perkuhn

12.05.2016

Wir brauchen mehr Leute, die in Feldern arbeiten, die sie wirklich begeistern, da wir so insgesamt zu viel mehr Leistung imstande sind. Viele Menschen beispielsweise würden gerne in sozialen Berufen arbeiten, beispielsweise in der Krankenpflege, da sie darin eine sinnhafte Tätigkeit sehen. In vielen Fällen werden soziale Berufe jedoch nicht ausgeübt, da sie schlecht bezahlt werden. In anderen Fällen arbeiten Menschen in gut bezahlten Berufen, obwohl sie dazu gar nicht geeignet sind, beispielsweise im Falle Lehramt. In unserer Gesellschaft suchen sich Menschen Berufe häufig aufgrund des zu erwartenden Gehalts aus, was im sozialen und psychologischen Sinne für die Einzelnen und die Gesamtgesellschft nicht günstig sein kann.
Wenn wir nun ein BGE etablieren könnten, nicht nur in der Schweiz, sondern auch in anderen Gesellschaften, so hätten die Leute die Freiheit, sich frei nach ihrem Willen und Vermögen gesellschaftlich zu engagieren, oder eben einer traditionellen Arbeit zur Aufstockung ihres BGEs nachzugehen.
Das BGE bietet sehr viele Chancen, um die Demokratien der Neuzeit (und evtl. auch andere Gesellschaftssysteme) zur nächsten Stufe der gesellschaftlichen Evolution zu führen.
Ich hoffe, ich werde das noch erleben.

Klaus Asshauer

12.05.2016

Mit dem BGE ergibt sich doch die Chance sämtliche staatliche Subventionen, ausser der Förderung von Nachwuchs, abzuschaffen. Diese sind immer ungerecht und tragen in Summe mit den heutigen Sozialausgaben sicher die Kosten für das BGE.
Dann hat es jeder Bürger selbst in der Hand wie er sein Leben gestalten möchte. Ich bin auch überzeugt, dass diese Freiheit einen enormen Schub an Kreativität und Produktivität nach sich ziehen wird. Noch einem stimme ich zu: Vor dem Hintergrund des globalen Wandels wird sich ein BGE gar nicht verhindern lassen. Es geht also nur darum rechtzeitig den Mut zu haben diesen Schritt zu machen.

G. Richter

12.05.2016

Schon im Kindergarten hat man sich gewünscht, dass alle Menschen auf der Welt glücklich sind und alles haben, was sie zum Leben brauchen. Und viele haben auch versucht diesen Kindheitstraum umzusetzen: von Marx bis Castro oder China bis Kuba…
Und waren damit 100 Jahre lang erfolglos. Und selbst in Deutschland ist der minimale Versuch einer Umsetzung mit der klassischen Sozialhilfe gescheitert. Man erinnere sich sich an die Diskussionen der 80er, dass einem Akademiker Spargelstechen nicht zumutbar sei und so weiter ……
Abgesehen davon, dass ich nie verstanden habe, warum Spargelstechen z.B. einem 27 jährigen BauIng unzumutbarer sein soll als einer 55 jährigen Bürokauffrau, musste selbst dieses absolute Minimum für arbeitsfähige Bezieher durch zB. HartzIV an Bedingungen und Auflagen geknüpft werden, da es immer weniger Berufstägige gab und damit selbst diese absolute Minimalabsicherung nicht mehr finanzierbar war. Denn der Staat selbst produziert nichts und finanziert sich nur durch Steuern und sonstigen Abgaben der produzierenden, arbeitenden Bevölkerung. Dementsprechend kann das BGE nur dadurch finanziert werden, dass man denen, die viel produzieren auch viel weg nimmt. Den liberalen Gedanken hieran werden diejenigen, denen was weggenommen wird, wohl kaum erkennen können und woanders hin auswandern, wo die Belastungen geringern sind, wie in jüngster Vergangenheit in Deutschland bei Steuersätzen von über 50% gelernt. Insofern ist mir schleierhaft, wie man diese Erfahrungen der letzten 20 Jahre bereits vergessen kann, um wieder was einzuführen, was bereits nicht geklappt hat.
Sicher muss sich unsere Gesellschaft verändern, verbessern, weiter entwickeln. Leider schaffen wir das aber durch so einfache, eindimensionalen Ideen, wie die „Reichen“ sollen die „Armen“ finanzieren, nicht. Meines erachtens sollten daher diese vielen guten Energien lieber dafür genutzt werden, umsetzbare Konzepte zu entwickeln, die unsere Welt besser machen.
Im Kleinen könnte das vielleicht die kostenlosen öffentlichen Verkehrsmittel in Städten sein, die durch Steuern aller Bürger finanziert werden. Da würden sich bestimmt viele Autofahrer überlegen, ob sie immer mit dem Auto fahren müssen? Aber was bedeutet das für das Taxi-Gewerbe bzw. können deren Mindereinnahmen durch eine stärkere Einbeziehung in das öffentliche Verkehrsmittelnetz aufgefangen werden?
Oder jeder leistet monatlich 2 soziale Stunden ab? Spielt mit Pflegebedürftigen im Altersheim Skat oder geht mit ihnen spazieren, unternimmt mit Kindern aus benachteiligten Familien tolle Ausflüge oder bringt ihnen Kultur und Museen näher, passt auf ein Kind einer alleinerziehenden Mutter auf damit diese mal Zeit für sich hat oder oder oder
schließlich ist die Frage, ob in der Schweiz und in Deutschland wirklich die finanzielle und nicht die emotionale Armut die größere Not darstellt?

Axel Kolbe

12.05.2016

Die Ängste vor dem BGE sind aus meiner Sicht unberechtigt. Bereits heute gibt es zu wenige Arbeitsplätze um alle gesellschaftlichen Gruppen an der Gesamtproduktivität teilhaben lassen zu können. Deshalb wird schon jetzt ein großer Teil der Bevölkerung ohne „Gegenleistung“ versorgt, allerdings nur nach völliger Entblößung, mit unwürdiger Kontrolle und Sanktionierung. Alle heutigen Transferleistungen (die dann natürlich wegfallen müssen) zusammengenommen reichen aus um das BGE zu finanzieren. Anschließend kann jeder beliebig hinzu verdienen. Dann wird man die Arbeiten, die unangenehm sind, eben odentlich bezahlen müssen, wenn man dafür jemanden finden will. Das ist nur gerecht. Oder ist es etwa richtig, dass jemand, nur weil er arm ist, die Drecksarbeit macht und dafür auch noch schlecht bezahlt wird? Das BGE würde die meisten sozialen Probleme mit einem Schlag beseitigen und ich bin sicher, dass der größte Teil der Bevölkerung ohne jede Änderung so weiter arbeiten würde wie bisher. Umfragen bestätigen das.

Christoph Appel

12.05.2016

Wenn die Menschen nicht mehr aus Existenzsorgen einen Job annehmen müssen, dann wird es auch recht wahrscheinlich, dass der Markt regeln wird, dass beliebtere Jobs weniger und unbeliebtere Jobs eben mehr Verdienst ermöglichen. Denn dann muss adäquater bezahlt werden! Damit kommt es auch zu Neubewertungen von Lebenssituationen, in denen manche zum Beispiel ihre Arbeitskraft und -zeit für stupidere und/oder schmutzigere Arbeit einsetzen, um schneller Vermögen aufzubauen. Es wird vielerlei Folgen menschlichen Verhaltens geben. Nur eines sollte als schon notwendiges PRO für ein BGE herausgestellt werden: Ein sehr, sehr hoher Anteil an Krankheiten, insbesondere psychischen! resultiert aus Existenzsorgen, weil das Geld für sehr viele Menschen definitiv nicht ausreicht. Lasst uns also mutig neue Wege ausprobieren!

R. Mühlebach

12.05.2016

Das Grundeinkommen ist eine sehr gute Idee, aber bedingungslos funktioniert das im Jahre 2016 leider gar nicht. Die Initianten haben es verpasst, dass wenn eine Einführung in der Schweiz realistisch sein soll, das Grundeinkommen stufenweise bis zur Bedingungslosigkeit eingeführt werden muss. Praktisch alle Politiker aller Parteien sind dagegen, deshalb hätten die Initianten schon mal Lösungen für die wichtigsten Gegenargumente anbieten sollen, damit überhaupt eine Diskussion in Betracht gezogen werden kann.
SVP ist dagegen wegen befürchteter Zuwanderung. Lösung: GE nur für Schweizer. Dies hat einen weiteren positiven Effekt auf dem Arbeitsmarkt: Da das GE vom ausbezahlten Lohn des Arbeitgebers abgezogen wird, ist ein Schweizer Arbeitnehmer auf einmal wieder günstiger als ein Ausländer (der 2’500.- mehr kostet). Das Ersetzen Schweizer Arbeitnehmer durch günstigere Ausländer wird aus wirtschaftlichen Gründen unterbundenen ohne das Zuwanderungsbeschränkungen auf politischer Ebene etabliert werden müssten und somit bilaterale Verträge gefährdet würden.
Die FDP ist dagegen, weil evtl. niemand mehr arbeiten möchte, schon gar nicht 18jährige. Lösung: das GE erst ab einem gewissen Alter bzw. gew. Anzahl Jahre im Arbeitsprozess auszahlen. Der weiss, dass er erst nach 15 oder 20 Jahren das Grundeinkommen erhält, sucht sich wie heute auch einen Job. Wer sich dann aber in der zweiten Hälfte seines Erwerbslebens (ab ca. 40j) kann dies dank den GE dann auch machen.
Die SP hat Angst vor Sozialabbau. Lösung: nicht wie die Initianten angedeutet haben, alle Sozialwerke abschaffen, sondern natürlich muss es IV oder Zusatzleistungen oder Ähnliches immer noch geben, um Härtefälle abzufangen.

Dies sind zwar nur spontane Lösungsansätze um Kritiker zu beruhigen , zeigen aber auf, dass die Initianten eine gute Idee schlichtweg nicht zu Ende gedacht haben und deshalb an der Urne höchstwahrscheinlich Schiffbruch erleiden werden.
Bei erneuten Versuchen das Grundeinkommen zu etablieren, wird die Politik immer auf die Abstimmung vom 2016 den verweisen, wo es deutlich abgelehnt wurde, nur weil die Initianten die notwendigen Anpassungen für die Schweiz nicht vornehmen wollten und selbst Sympathisanten mit dem Stichwort „bedingungslos“ verprellen.

Manu Moll

12.05.2016

Wer macht mit einem BGE noch freiwillig die Jobs, die so gar nicht kreativ, selbstbestimmt, befreiend und intellektuell sind? Stichwort Müllabfuhr (Altenpflege, Putzfrau, Schichtarbeit, Straßenbau….). Lassen sich all diese Jobs automatisieren, so dass sie niemand mehr verrichten muss? Nicht jede Freiheit produziert automatisch Kreativität, Produktivität oder den Wunsch mehr soziale Verantwortung zu übernehmen. Die Menschen sind einfach sehr verschieden in ihren Wünschen, Anlagen und Entfaltungsmöglichkeiten. Nicht jeder, der nicht mehr arbeiten gehen MUSS wird deswegen zum Innovationsknüller und Weltverbesserer werden. Die meisten von uns sind ganz normale Durchschnittstypen, die’s gern gemütlich haben. Mit viel Freiheit muss man auch etwas anfangen können und wollen. Ich bezweifle, dass der Mensch von sich aus so angelegt ist, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Dazu sind wir zu egoistisch, zu konsumorientiert und zu bequem.

Herbert Alois Ludger Unkenbach

12.05.2016

Die Industrie 4.0 wird ein BGE wahrscheinlich bringen, aber im Moment ist es noch zu früh.
Das Geld, das umverteilt werden soll wird im Moment zum großen Teil vom zum „Glück“ gezwungenen Mitarbeitern erwirtschaftet. Wenn diese mit einem BGE vorziehen als hundertster Töpfer oder sonstiger Kunsthandwerker, Kraftkristallverkäufer oder Yoga-Lehrer zuarbeiten, sinkt die Produktivität und die, die Arbeiten wollen sich mehr leisten können. Also werden sie mehr Geld fordern, die Preise werden steigen, von 2500 € oder Franken wird man nicht mehr leben können.

Detlef Gumze

12.05.2016

Wie immer, wenn sich in der Welt grundlegende Veränderungen andeuten, gibt es heftige Polarisierungen auf beiden Seiten. Die Befürworter und die Gegner gehen aufeinander los und vertreten die „absolute Richtigkeit“ ihrer Position. Dabei geht leicht verloren, dass es im Kern um eine gesellschaftliche Revolution geht. Ein Paradigmenwechsel von der puren Leistungsgesellschaft hin zu einer neuen Form der kollaborativen Mitwirkungsgesellschaft. Wir haben den Wechsel von der kaltblütigen egozentrierten Überlebenssicherung über sippenartige Formen der (Zwangs-)kooperation bis hin zu heutigen Best Practice Lösungen geschafft. Auch wenn das nicht immer gut funktioniert hat. Jede große Veränderung der Umwelt zwingt uns zu Anpassungen unseres persönlichen Lebensstils und sozialen Miteinanders. Man kann die Risiken nicht wegdiskutieren von einem neuen Weg in Pionierland. Doch der Preis wurde auch früher schon gezahlt, als die Menschen in unbekannte Welten vorgedrungen sind. Ich glaube, das BGE wird die Welt nicht gerechter machen – das ist die falsche Frage. Aber ich glaube, dass wir neue Wege gehen MÜSSEN, um Antworten auf die Herausforderungen der heutigen Welt zu finden. Es ist ein gigantisches Sozialexperiment – ähnlich der Einführung der Sozialversicherungen. Mit dem Ziel, Menschen zu mehr friedlichem Miteinander und freiwilligem Engagement zu bewegen. Das wird nicht bei allen gelingen …. aber sicher bei vielen. Und dafür müssen wir eben den sicheren Hafen verlassen, um wie Kolumbus neue Ufer zu entdecken. Selbst in dem Wissen, dass nicht alles glatt gehen wird.

josef

12.05.2016

wenn man einfach mal den ganzen Verwaltungsaufwand (und Folgekosten z.B. Pensionen….) für Freibeträge, Bafög, Kindergeld,…. ehrlich ausrechnen würde…das wäre interessant, welches Grundeinkommen man alleine davon zahlen könnte…

Wolle

12.05.2016

Ich bin davon überzeugt, dass das BGE nicht nur eine nette Idee, sondern sogar notwendig ist.
Auch in Deutschland. Menschen die nicht genug Geld haben um am sozialen Leben ausreichend teil zu haben oder sich auch mal etwas leisten zu können sind wie ein Tiger im Käfig. Psychische Probleme wie Depressionen, Soziale Phobien etc. sind dadurch vorprogrammiert und ein Gefühl der Aussichtslosigkeit macht sich breit. Menschen, die am Existenzminimum Leben sind oft geistig kastriert. Sie sind nur noch damit beschäftigt Jobs zu finden, bzw. auszuüben, die ihnen die finanziellen Mittel zum bezahlen ihrer Rechnungen ermöglichen.
Mit einem BGE in entsprechender Höhe entfällt dieser enorme Druck. Für Deutschland würde ich ca 1500 Euro veranschlagen. Man stelle sich vor, welchen Wandel das bringt. Niemand muss sich mehr Sorgen machen, dass er seine Rechnungen nicht zahlen kann. Das soziale Engagement wird aufblühen. Usw.
Die wenigsten Menschen sind Karrieresüchtig und wollen undendlich viel Geld verdienen. Die meisten wollen ein Menschenwürdiges Leben führen. Die ungelernte Putzfrau geht nach wie vor putzen um sich noch etwas dazu zu verdienen und mit Menschen in Kontakt zu kommen. Der Bürokaufmann wird weiterhin seinen Beruf ausüben. Und auch die Müllabfuhr wird weiterhin bestehen bleiben.
ZUR FINANZIERUNG:
Verdient man als Arbeitnehmer mehr als das BGE erhält man vom Arbeitgeber die Differenz zum BGE ausbezahlt. Der Arbeitgeber führt das BGE direkt an die zuständige Behörde ab.
Institutionen wie das Jobcenter entfallen.
Die BfA kann umbenannt und entspeckt werden.
Das BGE wird in Deutschland mit dem Kleinunternehmer-Gesetz gekoppelt und nur Zusatzverdienst wird versteuert.
Die MwSt könnte um 1 bis 2 Prozentpunkte erhöht werden.
Usw…
Ich halte das BGE für ein gutes Konzept!

RealistinAusÖsterreich

12.05.2016

Grundsätzlich kein schlechtes Konzept, allerdings sehr von der persönlichen Einstellung jedes einzelnen Bürgers einer Volkswirtschaft abhängig. Ich möchte hier gerne meine persönlichen Erfahrungen mit Ihnen teilen: Ich arbeite in Wien im arbeitsmarktpolitischen Kontext, konkret in einer Organisation die versucht Arbeitslosen wieder einen Job zu verschaffen. Ich erlebe täglich in meiner Arbeit, dass ein großer Teil der Arbeitslosen nicht als „arbeitssuchend“ bezeichnet werden kann. Denn sie sind mit Notstandshilfe oder Mindestsicherung in einer „Komfortzone“ angekommen, in der sie zufrieden sind. Sie können zwar keine Investitionen tätigen, aber ganz gut leben. Mit sämtlichen Transferleistungen (geförderte Wohnung, GIS-Beihilfe, Stromkostenbeihilfe, günstiger Lebensmitteleinkauf im Sozialmarkt, Telefonkostenzuschuss, Mobilpass/ Fahrtkostenzuschuss…) kommt jede(r) auf ein Einkommen von ca. € 1.250,- netto / Monat, also 12x jährlich. Zusätzlich können sie unter bestimmten Bedingungen geringfügig dazuverdienen, d.h. für z.B. 10 Arbeitsstunden pro Woche zusätzliche € 400,- netto pro Monat erhalten. = € 1.650,- netto monatliches Einkommen. Ein großer Teil der Arbeitslosen hat als höchsten Ausbildungsabschluss Hauptschule/Neue Mittelschule und keine facheinschlägige Ausbildung, somit am Arbeitsmarkt realistische Chancen auf einen Job mit einem Netto-Einkommen von max. € 1.160,- bis € 1.200,- für Vollzeit bzw. 40 Arbeitsstunden pro Woche (z.B. in der Reinigungsbranche, im Lager oder in der Gastronomie z.B. als Küchenhilfe). Diese Milchmädchenrechnung ist einfach, oder? Diese Menschen sagen es auch offen: „Ich will gar nicht Vollzeit arbeiten. Ich bin doch nicht blöd! Ich bekomme für 10 Wochenstunden inkl. der ganzen Förderungen genauso viel wie für 40 Wochenstunden!“ (Anmerkung: durch die Mindestpension erübrigt sich hier auch das Argument des Einzahlens für die spätere Pensionierung, weil deren Pension mit oder ohne Erwerbstätigkeit ca. gleich hoch wird.)
Es rentiert sich für diese Menschen nicht zu arbeiten! Zum Vergleich: Ein Durchschnittsverdiener/in in Österreich hat (inkl. Sonderzahlungen) ca. € 1.662,- / Monat zur Verfügung (12x jährlich, weil die Sonderzahlungen in dieser Rechnung schon eingerechnet sind! Anm.: Männer verdienen mehr, Frauen weniger – daher ein Durchschnittswert).
Daraus resultiert meiner Meinung nach die große Gefahr, dass die Arbeitsmotivation in der Volkswirtschaft kippen könnte: Wenn es sich für den Durchschnittsbürger nicht mehr rentiert fleißig arbeiten zu gehen, dann bleibt vielleicht ein großer Teil der Arbeitnehmer künftig zuhause oder geht nur mehr geringfügig arbeiten. Doch letztlich braucht es in jeder Volkswirtschaft genügend Einzahler ins System um den Anderen (Arbeitslosen, Pensionisten,….) Leistungen auszahlen zu können! (….egal wie auch immer diese Leistungen dann heißen mögen und unter welchen Bedingungen sie ausbezahlt werden!)
Zusätzlich kann man meiner Meinung nach nicht annehmen, dass jede(r) Mensch nach Selbstverwirklichung und nach Leistung strebt.
Dazu kommt: Viele Menschen ohne Job bringen in der Regel mehrere „Hemmschuhe“ mit, wie z.B. sehr niedrige Qualifikation (wie oben erwähnt), sehr schlechte Einflüsse aus dem sozialen Milieu (Drogensucht, Alkoholismus, ehemaliger Gefängnisaufenthalt, Eltern und Freunde die ihr Leben lang arbeitslos waren oder ähnliches mehr), sehr schlechte Deutschkenntnisse oder sehr „besondere“ Persönlichkeitszüge (extreme Introvertiertheit, Cholerisches Wesen,….), die es sehr schwierig machen soziale Kontakte im Beruf & Privat aufzubauen und beizubehalten (trotz psychologischer, sozialarbeiterischer,…. Betreuung)!

Paul Achatz

12.05.2016

Ich halte das Konzept für Quatsch. Die 26 Prozent soziale Sicherung, aus der man das BGE finanzieren will, wurden ja bisher auch von den Einkommen abgezogen und müssen es auch weiterhin werden – allerdings nur mehr von denen, die mehr als 2500 Franken Erwerbseinkommen haben, denn bei allen anderen wird ja das gesamte Erwerbseinkommen für den 62% Anteil der Finanzierung aus abgeschöpftem Erwerbseinkommen draufgehen. Für den 12% Finanzierungsanteil aus ZUSÄTZLICHEN Steuern gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Höhere Massensteuern, z. B. auf Konsum. Das führt dann dazu, dass man sich von den 2500 Franken gleich mal 12% weniger kaufen kann als heute, da sich die Preise entsprechend erhöhen werden. Nachdem ja das BGE ein bequemes Auskommen ermöglichen soll, ist dieser Effekt vermutlich nicht im Sinne seines Erfinders.
2. Also bleiben wohl nur zusätzliche Einkommensteuern, wieder nur von denen, die Erwerbseinkommen über 2500 Franken haben – bei den anderen gibt es ja nichts mehr zu holen, da deren gesamtes Einkommen bereits abgeschöpft wird.
Der Nettoeffekt ist also eine läppische Verstärkung der Steuerprogression, mit stärkerer Besteuerung von mehr produktiver Arbeitsleistung und stärkerer Belohnung von weniger produktiver Arbeitsleistung oder Nichtstun. Nachdem ich großes Vertrauen in die Fähigkeit der Menschen habe, ihr persönliches Kosten/Nutzen Verhältnis bei der Arbeit zu optimieren, gehe ich davon aus, dass es in der Folge zu einer Verschiebung von mehr produktiver Arbeitsleistung zu weniger produktiver Arbeitsleistung oder Nichtstun kommen wird. Je geringer der Leistungsanreiz, desto geringer die Leistung, wie uns zahlreiche sozialistische Systeme im letzten Jahrhundert gelehrt haben.
Die Folge ist, dass der gesamte zu verteilende Kuchen kleiner wird, als in den dem BGE zu Grunde gelegten Berechnungen vorausgesetzt wird, weil einfach weniger produktive Arbeit geleistet wird. Will man also die 2500 Franken BGE aufrechterhalten, werden 12% zusätzliche Steuern nicht mehr ausreichen. Aber da diese Steuern nur von denen mit mehr als 2500 Franken Erwerbseinkommen eingehoben werden können, führt das zu noch mehr Progression und noch weniger produktiver Arbeit, bis am Ende keinem mehr Einkommen übrig bleibt als die 2500 Franken BGE. Warum sollte man dann noch arbeiten? Kluge Köpfe könnten natürlich einwenden, dann müsste man die Leute eben zwingen zu arbeiten, indem man ihnen das BGE vorenthält, wenn sie nicht nach ihren Möglichkeiten arbeiteten. Was wäre dann anders als jetzt, außer dass man ein wesentlich repressiveres System hätte? Eines, das der gesamte Ostblock vor noch nicht mal 30 Jahren über den Haufen geworfen hat. Wie viel besser geht es den Menschen dort heute?
Ich bin überrascht, dass noch 70 Jahre nach Hayeks „Road to Serfdom“, nach zahlreichen fehlgeschlagenen Sozialismusversuchen im Ostblock und in China, nachdem Chavez mit seinem Sozialismus das erdölreiche Venezuela gegen die Wand gefahren hat, irgendjemand Konzepte wie das BGE ernst nehmen kann.

LG

12.05.2016

„Das, was Sie gerade beschrieben haben, ist auch in einer freien Marktwirtschaft möglich.“

Sorry, aber das stimmt nicht.

(bezogen auf „Ja, das glaube ich. In Zukunft brauchen wir nicht mehr fleißige und gehorsame Menschen. In Zukunft sind freie Geister gefragt: Menschen, die gelernt haben, selber zu denken und selber zu entscheiden, wie sie ihre Arbeitskraft einsetzen und wofür sie sich engagieren. Das braucht selbstverantwortliche, eigenständige Menschen. Das BGE ist ein gutes Mittel, um das zu lernen.“)

LG

12.05.2016

„Wer macht mit einem BGE noch freiwillig die Jobs, die so gar nicht kreativ, selbstbestimmt, befreiend und intellektuell sind? Stichwort Müllabfuhr (Altenpflege, Putzfrau, Schichtarbeit, Straßenbau….). Lassen sich all diese Jobs automatisieren, so dass sie niemand mehr verrichten muss? “
Nein, aber sie lassen sich gut extra bezahlen! Es sollte sowieso jetzt schon so sein, dass die gesellschaftlich wichtigen Jobs auch sehr gut bezahlt werden. Im Übrigens kenne ich so einige Leute, die lieber spät und nachts arbeiten als früh. Der xte Yogalehrer wird auch nur extra Geld verdienen, wenn er viele Kunden hat, die zufrieden sind. BGE heißt nicht, alle können faulenzen, es heißt selbstbestimmteres Leben, den Fokus auf wichtige Dinge legen. Wer nicht arbeitet, kann sich nichts leisten, wie gehabt. Aber er muss auch nicht in den Teufelskreis Miete, Strom Lebensmittel, etc.
Wenn die Länder der Welt richtig zusammenarbeiten würden, wäre sowieso kostenfreie Energie aus erneuerbaren Quellen für alle verfügbar.

LG

12.05.2016

Geld ist letztlich nur virtuell. Wer das begriffen hat, wird verstehen, dass beim BGE mindestens 95% der Bevölkerung profitieren wird. Und die restlichen 5% müssten begreifen, dass sie sowieso schon alles haben und nie wirklich etwas verlieren können.

Beispiele für virtuelles Geld. In einer Firma gibt es mehrere Abteilungen, die finanziell im Wettstreit liegen. Obwohl die Firma als ganzes das Geld verwaltet. Nun lässt Abteilung A Teile vor der Halle liegen, der Witterung ausgesetzt. Warum? Selbst hat Abteilung A keinen Platz mehr dafür, obwohl die Halle zu einem Drittel leer steht. Dieses Drittel gehört aber Abteilung B, und die will Miete. Abteilung A will gut dastehen und sparen, die gesamte Firma zahlt am Ende drauf. Mehr solcher Beispiele? Sie beruhen auf wahren Begebenheiten!

LG

12.05.2016

So pfercht Abteilung C wegen der Mietsache lieber die Mitarbeiter auf engstem Raum. Oder Entwicklungsabteilung baut keine Erprobungsmuster mehr, die sie selbst bezahlen müssten. Stattdessen seriennahe Prototypen, die die Produktionsabteilung zahlen muss. Super gemacht, Entwicklungsabteilung! Schlupfloch gefunden, Geld gespart, gut verkaufbar vor dem Vorstand. Doch oh weh, durch dieses Vorgehen entstehen Probleme, weil man wie üblich nicht durch die Erprobungsmuster von Anfang an alle möglichen Fehlerquellen ausgelotet hat. Am Ende mehr Kosten, aber doch nur für die ganze Firma…

Oder Abteilung D hat ein paar super Vorschläge zur Prozessoptimierung. Sie haben nur niemanden, der es bearbeiten kann. Ob Abteilung E da helfen kann? Könnte schon, aber das kostet. Liegt das Einsparungspotential unter dem, was die Dienste der ausführenden Kraft kosten, ist die Einsparung eben nicht wirtschaftlich. Virtuelles Geld, hurra!

Stephan Fröhlich

13.05.2016

Die nicht so gut bezahlten Jobs werden sicher eine Weile nicht besetzt werden, doch die Pflegebedürftigen Menschen sind immer noch da, der Müll steht immer noch auf der Strasse., die Toiletten sind immer noch Schmuzig, etc. So Word der Druck der Öffentlichkeit grösser und grösser. Wenn die Arbeitgeber, Auftragsgeber ihre Lohnkosten immer noch tiefer als CHF 2500.– hält, werden die Leistungsbezüger diesen Firmen die Bude anzünden. Um das zu verhindern muss der Arbeitgeber die Löhne über die Schwelle von CHF 2500.– erheben. Das BFA kannn sich so zum Selbstregulierenden System entwickeln.

M. Arndt

13.05.2016

Für all diejenigen, die uns glauben machen wollen, dass das Geld zur Finanzierung des BGE nicht da ist.
„Die rund um den Globus grassierende Korruption ist nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) eine schwere Belastung für die Konjunktur. Jährlich würden dadurch 1,5 bis zwei Billionen Dollar (1,3 bis 1,75 Billionen Euro) verschlungen, heißt es in einem IWF-Bericht, der vor einem Anti-Korruptions-Gipfel in London veröffentlicht wurde. Dies entspreche einer Schwächung der globalen Wachstumskraft von rund zwei Prozent.“
(n-tv.de, 12.05.2016).
Wo ist dieses Geld, wer hat es — darüber geben im Moment die Veröffentlichungen der Daten ( Stichwort: „Panamapapiere“) Auskunft. Erarbeitet haben es die Menschen, die jeden Tag zur Arbeit gehen, die Menschen, die jeden Tag ausgebeutet werden, die brav und folgsam sind und den Anführern unserer Welt Glauben schenken.
Zu diesen 1,3 bis 1,75 Billionen Euros kommen noch alle heutigen sozialen Leistungen und sonstige Subventionen und all das was schon in den vorherigen Artikeln genannt wurde hinzu. An der Finanzierung wird das BGE nicht scheitern, aber Regierungen und Wirtschaftsunternehmen hätten keine Macht mehr über uns Menschen.

Rudi.R

13.05.2016

68 Superduperüberreiche Menschen besitzen mehr als 50% des gesamten Weltvermögens!!
Wer zweifelt da noch ob genug Geld für ein weltweites BGE vorhanden ist???????????

Michael

14.05.2016

Ein hier m. E. nicht beachteter Aspekt ist, dass manche Menschen mit Geld (woher auch immer) umgehen können, viele andere aber definitiv nicht. So wird man Leute haben, die das BGE (wie hoch auch immer) kassieren, dann aber in einem Schaufenster oder Katalog das neueste Smartphone, die neueste Mode, das neueste Auto usw. entdecken. Und schon ist das BGE weg, und die „normalen“ monatlichen Fixkosten sind noch nicht bezahlt, oder man macht eben Schulden.

Was passiert, wenn Leute in einer Schuldenfalle sind, aus der sie mit BGE nicht herauskommen, oder das Geld ist zu Ende und der Monat noch so lang? Erhalten sie Nachschlag? Sicher würden einige wohlmeinende Samariter dem zustimmen, wie man ja auch die ach so armen bisherigen Transferleistungsempfänger päppeln „muss“.

Davon abgesehen, gibt es ja höchst unterschiedliche Ausgangspositionen beim BGE, d.h. der eine hat heute schon Besitz bzw. Ersparnisse, der andere hat Schulden oder einen Kontostand von null. Soll vor der Auszahlung des BGE auch noch die große Gleichmachung erfolgen?

Josef Warmuth

17.05.2016

Aus den meisten Kommentaren der Gegner geht hervor dass die Produktivität und Wertschöpfung zu 100% aus dem arbeitenden Volk stammt. Das ist vollkommen falsch! Schon heute wird mehr als 50% der Wirtschaftsleistung von Maschinen erarbeitet, und das wird durch die Automatisierung der Industrie 4.0 in Zukunft bis zu 90% steigen. Es ist schon heute nicht entscheidend ob jemand „faul oder fleißig“ ist, es ist entscheidend ob er am Konsum der vollautomatisierten Produktion bedingungslos teilhaben kann! In Zukunft werden wir nicht Arbeitskräfte suchen, sondern Kunden! Das BGE ist nur eine Frage der Zeit, und sollte nicht unnötig hinausgeschoben werden, da die Nationen jedes weitere Jahr an Substanz und Kaufkraft verlieren und so eine Einführung schwieriger wird!

Maria Gräbner

17.05.2016

– Was machen wir aber mit den Menschen die keine Arbeit haben? Ungeleitet kommen die meisten von ihnen nur auf dumme Gedanken! Und das ist ein Problem!
Auf diese Frage muss man sich genau so konzentrieren wie auf die Frage der Grundfinanzierung.

Genius

18.05.2016

Es gibt hier einige sehr kluge Kommentare. Fröhlich, Warmuth, etc.
Das BGE muss natürlich kommen, – falls nicht der Weltkrieg zuerst kommt oder andere Mittel wie Seuchen, Versorgungskrisen, etc. um die Bevölkerung auf ein von den Eliten angestrebtes Maß zu reduzieren.

Ernst Surboeck

29.05.2016

Geld bekommt dann nur mehr den Wert von Glasperlen ! Aber schön wäre es schon !

Jonas Höfgen

02.06.2016

Das einzige was mit fehlt und was aus meiner Sicht ZWINGEND notwendig ist beim BGE: Das Arbeit weiterhin belohnt wird. Derzeit geht Häni davon aus, dass die meisten Menschen arbeiten wollen. Und wenn nicht? Was ist mit den Jobs, die wirklich niemand machen möchte und dann niemand mehr macht? In einer Studie aus Kanada fand ich den Ansatz, dass man für jeden Euro, den man selbst erarbeitet, nur 50 Cent vom BGE abgezogen bekommt sehr gut. Wer also 2.500 Franken BGE erhält und sich entscheidet einen Job über 1.000 Franken zu machen, der tut etwas für sich und die Schweiz und hat am Ende des Monats 3.000 Franken auf dem Konto.

Peter Becker

12.11.2017

@Jonas Höfgen
„Derzeit geht Häni davon aus, dass die meisten Menschen arbeiten wollen. Und wenn nicht? “
Wenn die Existenz gesichert ist, streben Menschen die nächste Stufe der Maslow-Pyramide an: Sie wollen Anerkennung, wollen Bedeutung haben. Und diese Anerkennung muss nicht unbedingt Geld sein, das sieht man z.B. an den vielen Ehrenamtlichen. Die Menschen werden also trotz BGE Arbeit suchen, aber eine, wo ihre Fähigkeiten gut genutzt werden, so dass mehr Leistung und damit mehr Anerkennung rausspringt.