Karriere & Leben

Jetzt oder nie? Wann ist die beste Zeit für einen Karriereschritt?

Kann man eigentlich mit 40 Jahren im Job noch aufsteigen? Muss man nicht bereits in jungen Jahren den ersten Karriereschritt machen? Experten raten zur Gelassenheit – und zum Blick auf erfolgreiche Kollegen.

Wer bis Mitte, Ende 30 keine Karriere gemacht hat, macht auch keine mehr. Diesen Satz hört man immer wieder, in jungen Start-up-Firmen genauso wie in Großkonzernen. Doch stimmt das wirklich? Manche Menschen wollen doch zunächst ganz bewusst nicht in der Firma aufzusteigen. Für sie stehen erst einmal andere wichtige Sachen an, wie zum Beispiel die Gründung einer Familie.

Ihre Hoffnung ist: Karriere kann man doch auch noch mit 40 machen. Und dieser Gedanke sei auch vollkommen richtig, sagt die renommierte Karriereberaterin Svenja Hofert aus Hamburg. Die Arbeitswelt ändere sich rasant, die Möglichkeiten, später noch aufzusteigen, nähmen merklich zu. Hofert empfiehlt, in so einer Situation genau zu überlegen: Was ist mir im Moment wichtig? Kann eine Aufstiegschance möglicherweise auch wiederkommen?

Es gebe nur ganz wenige Top-Positionen, bei denen es so viele Schritte auf der Karriereleiter gibt, dass Mitarbeiter früh anfangen müssen, sie zu nehmen. „Und das sind nicht die durchschnittlichen Führungspositionen„, sagt Hofert. Doch wie weiß man denn nun, ob man eine Chance ausschlagen kann und das endgültig ist, oder sich doch nicht noch eine zweite, ähnliche Möglichkeit ergibt?

Dann kann es helfen, sich mal Profile von Mitarbeitern aus seinem Bereich in Beruf- und Karrierenetzwerken anzuschauen, rät Hofert. Welche Wege sind Menschen gegangen, die ähnliche Ziele verfolgen? Wo landet jemand mit so einem Profil wie ich? Das kann einen Anhaltspunkte dabei geben, ob man eine Chance zum Aufstieg wahrnehmen muss.

Eine andere Möglichkeit ist, Bekannte zu fragen, die in derselben Branche tätig sind. Wie schätzen sie die Aussichten ein, wenn man in den Dreißigern eine Chance ausschlägt, die vielleicht nicht wieder kommt? Auch die Rücksprache mit einem Headhunter kann eine Option sein. Auf jeden Fall sollte man immer mehrere Personen befragen, sagt Hofert, um kein Zerrbild zu erhalten. Und vor allem: gelassen zu bleiben.

6 Kommentare

Wögerbauer Cornelia

12.04.2016

Das veraltete Klischee…….. wer mit 30 noch keine Karriere gemacht hat wird auch keine mehr machen ist out…..das wurde uns als junge Leute nur so eingetrichtert.
Man kann auch ab 50 noch durchstarten,,Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen“ Mut zu wagen ist auch wichtig!!

Andreas Froidevaux

12.04.2016

Kann man eigentlich mit 40 Jahren im Job noch aufsteigen?
Im Zuge der allgemeinen demographischen Gesellschaftsentwicklung, der europaweiten Heraufsetzung des Rentenalters und der Tatsache dass die meisten Arbeitnehmer nicht dauerhaft „immer nur DER EINEN“ Beschäftigung nachgehen da Flexibilität gefragt ist, geht die Frage komplett an der Wirklichkeit vorbei.
Dieser in der Frage gezeigte Jungendlichkleitswahn ist absolut schädlich und zeigt, dass einige Karriereberater wie Frau Hofert und viele Headhunter in einer falschen Welt leben. Eher, als die Karrierefrage mit 30, sollte sich die Wirtschaft und Politik Gedanken machen, wie einzelne Arbeitnehmer überhaupt das Rentenalter noch erreichen können.
Verkehrte Welt wenn man bedenkt, dass der heutige Arbeitnehmer im Schnitt erst mit 25 Jahren in das Arbeitsleben eintreten. Zwischen 30 und 40 soll er dann den endgültigen Karriere-Stand erreicht haben ? Ist ab 40 Schluss ?
Lachhaft…., denn dieser Arbeitnehmer muss dann min. noch 30 Jahre arbeiten und dies in einer Zeit mit Eurokrise, weltwirtschaftlichen und globalen Umbrüchen, Flüchtlingsströmen uvm.. Kurz, planbar ist nichts auch eine dauerhafte Karriere nicht. Eher sollte sich der Einzelne überlegen, wie er engagiert bis ins Rentenalter überhaupt seine Beschäftigung behält und die Wirtschaft, wie diejenigen Arbeitnehmer zu schulen und motivieren sind, damit dieses Alter überhaupt erreicht werden kann.
Auf Grundlage der geschilderten Situation empfinde ich mit 58 Jahren eine solche Frage als absolut Überflüssig, sie beschreibt lediglich die geringe Wertschätzung unserer Gesellschaft gegenüber den älteren Arbeitnehmern und vor allem den älteren Arbeitssuchenden.

ENTWICKLUNGSSCHMIEDE Unternehmen & Mensch

12.04.2016

Ist denn das Alter wirklich relevant für einen Karrieresprung?
Oder ist es wichtiger Erfahrung zu haben, entsprechende Fähigkeiten /Fertigkeiten, Empathie und Weisheit mitzubringen?
Ich denke, dass ein Unternehmen wesentlich mehr von Mitarbeitern profitieren kann, die eben diese Qualitäten mitbringen. Allerdings können junge Mitarbeiter auch von den Älteren sehr viel lernen und sich deshalb besser entwickeln. Ähnlich wie im Fussball, wo meistens die erfahrenen Spieler die Führungsrolle übernehmen, das Spiel steuern und Jüngere Mitspieler an künftige Aufgaben heranführen.

Christina Kruse-Tschan

12.04.2016

Natürlich ist ein Aufstieg auf der „falschen Seite der 40“ möglich! Ich selber habe nach längerer Selbstständigkeit und 11 Jahren im Ausland den Wiedereinstieg in die Festanstellung geschafft und bin heute Teamleiterin. Andere Kollegen auf dieser Position mögen jünger sein, aber mit der Perspektive, noch mindestens 20 Jahre berufstätig zu sein, relativiert sich der Altersunterschied.

KE.16

12.04.2016

Andreas Froidevaux hat vollkommen Recht.!
die deutsche Politik und Wirtschaft haben jahrzehntelang in allen Fragen der Menschlichkeit versagt.! Wir leisten uns ein System moderner Sklaverei mit konsumhörigen Augenbinden bei der nun schon das hart erarbeitete Altersgeld verplant und verzockt wird. Auch die Medien mit ihrer Sozialheuchelei und Stimmungsmache berichten komplett an der Wahrheit vorbei. Es ist halt trotz angeblichem Aufklärungs- und Bildungsauftrag letztlich auch nur ein Geschäft. Und Statistiken sind keine Entschuldigung für alles, denn auch frühere Fehler sind Bestandteil des Ergebnisses und werden selbst durch harte Zahlen nicht damit gerechtfertigt. Weiter so: Möglichst junge und dumme Karrierekinder, die man billig abrichten und verheizen kann, dann Rente mit 70, weil die steigende Lebenserwartung von 100 dies rechtfertigt oder gar erzwingt, auch wenn zuerst die ausgelaugten Arbeitstiere dann bereits mit 65 am Herzinfarkt sterben. Und wenn kein deutsches Kanonenfutter mehr nachwächst, dann holt man es eben vom Ausland. Nur nichts am System ändern.! Nur keine Konzepte, wie man mit weniger Menschen eine kleinere Volkswirtschaft zum rundlaufen bringt und im Idealfall sogar vorbildliche Wirtschaftsmodelle auf kleinerer Flamme kocht.
Umweltschutz ? – Ja in den Schlagzeilen – aber nicht in den Lebensgewohnheiten und schon gar nicht bei „arbeitsplatzschädlichen“ Wettbewerbsnachteilen. Schließlich muss man Naturschutz erst (durch rücksichtslose Plünderung) erarbeiten.! Wie kann man nur so naiv sein, und glauben, dass die Bewahrung der Schöpfung auch mit etwas mehr Weitsicht, Demut, Rücksicht, Bescheidenheit und Zufriedenheit möglich ist.? „BIGGER, FASTER, – MORE.!“…bis zum nächstgrößeren Knall.!

Rainer Gerke

13.04.2016

Das Berufsleben ist eine Abschnitte eingeteilt. 1. Studium bis ca. Ende 30 2. ca. 40 – 50 und 3. 50 – 60 Jahre. ich würde dem noch die Phase von 60 bis ~ je nach Gesundheit. Wenn ich nicht in der 1. Phase eine „Führung“ gewollt habe, habe ich es versäumt. Die Fragen nach dem „warum“ bringen mich in eine defensive Gesprächs-
situation. Man erwartet das Bestehen der Basisführung. In der 2. Phase wird darauf aufgebaut, die nächste Führungsebene erfüllt usw. Wichtig ist allerdings, dass sich jeder im Klaren sein muss, was für ihn wichtig ist.
Experte oder Linienführungskraft. Das die innere Einstellung dafür vorhanden ist = man authentisch bleiben kann. „Krampfhafte“ hafte Führung, nur weil es die Gesellschaft, der Ehepartner, die Freunde von einem erwarten ist falsch und geht nicht. Folge: Unzufriedenheit, Verkrampfheit => gesundheitliche Probleme.

Rainer Gerke Managementtrainer/Coach