Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Karriere & Leben

Gut leben UND Karriere machen – geht das?

Mehr Status, mehr Macht, mehr Geld – lange Zeit galt es für viele Menschen als nahezu selbstverständlich, in ihrem Beruf Karriere machen zu wollen. Doch das MEHR im Job wird langsam, aber sicher durch ein MEHR an Leben abgelöst. Kann man beides miteinander vereinbaren? Teil 12 in unserer Serie „Zukunftsräume“ in Kooperation mit dem Zukunftsinstitut

Von Beate Munding

Welchen Preis sind Sie bereit, für die Karriere zu bezahlen? Wie wichtig ist es Ihnen, Macht auszuüben? Fragen, mit denen sich vor allem junge Menschen auseinandersetzen müssen, wenn es um die Lebensplanung geht. Doch im Gegensatz zu früher sind Hochschulabsolventen und angehende Führungskräfte heute oft nicht mehr bereit, ihr Privatleben für die Karriere zu opfern.

Früher wollte jeder Chef werden. In Erwartung eines hohen Einkommens, eines dicken Dienstwagens und des gesellschaftlichen Aufstiegs nahmen angehende Manager ausufernde Arbeitszeiten, hohen Termindruck und extreme Leistungserwartungen billigend in Kauf. Urlaub, Privatleben, Freunde und Familie wurden bereitwillig hinten angestellt oder fielen gleich ganz der Karriere zum Opfer.

Wertewandel

Heute sieht die Situation anders aus. Viele junge, gut ausgebildete Nachwuchskräfte entscheiden sich bewusst gegen den hierarchischen Aufstieg und ziehen eine Fachkarriere der Führungskarriere vor. Selbstverwirklichung, private Ziele, Familie und Freunde steigen im Wert. Karriere – ja, aber nicht um jeden Preis.

Bei den jüngeren angehenden Führungskräften zeichnet sich ein deutlicher Wertewandel ab. Viele aus der neuen Generation haben im Elternhaus erlebt, was es heißt, Karriere zu machen. Wie anstrengend die Karriere für den Vater war und wie sehr sich der Stress auf das Wohlbefinden auswirkt. Materieller Wohlstand war für diese Generation nur all zu oft selbstverständlich, sodass viele nicht mehr bereit sind, das Lebensmodell der Eltern nachzuahmen.

Doch wer nun denkt, die junge Generation wäre nicht leistungswillig, der irrt. Sie sucht Herausforderungen – allerdings nicht mehr im Führen möglichst vieler Mitarbeiter. Im Mittelpunkt stehen statt dessen Selbstverwirklichung, Sinnhaftigkeit und Spaß an der Arbeit.

Arbeit als Lifestyle?

Immer mehr Unternehmen passen sich inzwischen den veränderten Bedürfnissen der gut ausgebildeten Nachwuchskräfte an. Begünstigt wird diese Entwicklung auch durch den zunehmenden Fach- und Führungskräftemangel in Deutschland. Die Komfortzone der Leistungsträger nimmt zu. Zusammen mit ihren Führungskräften arbeiten moderne Firmen an einer gemeinsamen Vision und an Möglichkeiten, berufliche und private Ziele in Einklang zu bringen.

Für viele etablierte Unternehmen ist diese Herangehensweise eine große Herausforderung. Noch immer tun sich viele Chefs, die ihr privates Leben für die Karriere stets zurück gestellt haben, schwer damit, einen ernsthaften Diskurs mit jungen Nachwuchskräften zu führen. Denn letztendlich müssen sie dazu ihre eigenen Werte hinterfragen und überdenken.

Neue Arbeitswerte als Win-win-Situation

Um Top-Mitarbeiter zu halten, müssen Unternehmen flexibler werden. In Zukunft wird es immer wichtiger sein, Führungskräfte gemäß ihrer individuellen Stärken und Interessen zu entwickeln und einzusetzen. Knallharte Zielvorgaben haben dabei nur noch wenig mit moderner Mitarbeiterführung zu tun. Flexible Arbeitszeitmodelle, Home Office und projektbezogene Arbeit gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Doch was heißt das für den Gewinn von Unternehmen? Kostet eine verbesserte Work-Life-Balance nicht mehr als sie finanziell einbringt? Kurzfristig ist das durchaus möglich. Doch auf die lange Sicht profitieren Unternehmen davon, auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter einzugehen. Wer sich wertgeschätzt und „gesehen“ fühlt, ist engagierter, arbeitet effektiver und ist loyaler gegenüber seinem Arbeitgeber. Der größte Mehrwert liegt jedoch in einer Unternehmenskultur, in der jeder Freude am Job hat.

Auch die individuelle Karriere will durchdacht sein

Egal, wie man Erfolg definiert – er fällt leider nicht vom Himmel. Denn um die „richtige“ Karriere zu machen, muss man erst einmal wissen, was man eigentlich will. Mit den folgenden Tipps, kommen Sie Ihren Zielen auf die Spur:

1. Erfahrungen sammeln

Machen Sie Praktika, am besten im Ausland. So lernen Sie nicht nur mehr über fremde Arbeitskulturen, sondern sammeln Erfahrungen beim Arbeiten in virtuellen Teams. Auch Job-Rotation in einem großen Unternehmen hilft dabei, eine Organisation als etwas Ganzheitliches zu begreifen.

2. Ziele definieren und konsequent verfolgen

Stellen Sie sich nicht nur die Frage, welche Ziele Sie verfolgen, sondern überlegen Sie auch, was realistisch erreichbar ist. Machen Sie sich einen konkreten Plan, wie und wann Sie Ihre Ziele erreichen wollen. Planen Sie Fristen ein. Zeigen Sie Willensstärke, wenn es um die Verfolgung Ihrer Ziele geht, und bleiben Sie konsequent. Wenn Sie merken, dass sich Ihre Ziele in einem Unternehmen nicht verwirklichen lassen und Kompromisse keine Alternative für Sie sind, überlegen Sie sich einen Plan B. Das kann der Wechsel in eine andere Firma sein, aber auch der Sprung in die Selbständigkeit.

3. Vorbilder suchen

Verfolgen Sie die beruflichen Biografien von Menschen, die eine ähnliche Vorbildung, ähnliche Fähigkeiten und Ziele haben, wie Sie selbst. So bekommen Sie ein Gespür dafür, welche Karrierewege möglich sind. Auch die Suche nach einem Mentor, der die eigene Karriere unterstützt, ist eine sinnvolle Option.

Über die Autorin:

Beate Munding arbeitet als Kommunikationsexpertin in Hamburg und ist seit 2013 als Referentin für das Zukunftsinstitut tätig. Sie trainiert und coacht Führungskräfte und berät Unternehmen in Nachhaltigkeits- und Krisen-PR.

Das 1998 gegründete Zukunftsinstitut gilt heute als einer der einflussreichsten Think-Tanks der europäischen Trend- und Zukunftsforschung und ist eine zentrale Informations- und Inspirationsquelle für Entscheider und Weiterdenker. Mehr über das Thema New Work und dieMegatrends, die unsere Zukunft prägen, erfahren Sie auf zukunftsinstitut.de.

15 Kommentare

O.Peters

07.04.2016

Es trifft den Nagel auf den Kopf. Jeder Arbeitgeber sollte sich fragen, wie kann individuell auf die Bedürfnisse eines Angestellten eingegangen werden. Denn auch jeder Arbeitnehmer hat verschiedene Erwartungen oder Wünsche. Firmen die das nicht begreifen werden in Zukunft es schwer haben gute Mitarbeiter zu finden und vor allen Dingen zu halten. Der Slogan „Man arbeitet um zu Leben und nicht das man lebt um zu arbeiten“ wird ersetzt werden durch „Man lebt und arbeitet um Spaß daran zu haben“.

Rogge Peter

07.04.2016

Es wird höchste Zeit dass sich in dieser, unserer Arbeitswelt etwas ändert und nicht nur Ansehen, Geld und Karriere etwas bedeuten. Gerne habe ich, selbstständig, wie der Name schon sagt, selbst aber eben auch ständig gearbeitet und habe das gerne getan. Fragen Sie mich aber heute nach „echten“ Freunden, Hobbys so gibt es diese nicht, geopfert der ständigen Arbeit. Heute würde ich das so nicht mehr machen, denn es gibt ganz bestimmt Mittel und Wege MIT Freunden erfolgreich zu sein.

Susanne Broel

07.04.2016

Für mich trifft der Artikel einen Nerv der Zeit. Allerdings sehe ich nicht nur die junge Generation auf diesem Pfad sondern auch andere Generation. Gerade solche Menschen, die sich vielleicht schon viel zu lange in dem alten Modell bewegt haben und nun aufgrund von unterschiedlichsten Gründen dafür entscheiden etwas in ihrem Leben zu verändern. Aber ich glaube auch, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis es eine weitreichende Veränderung in Unternehmensstrukturen geben wird. Denn wer stellt sich und sein Modell schon gerne in Frage – ausser die Not, z.B. nach Fachkräften -. Ich glaube fest an Veränderungen und bin froh, wenn es immer mehr Menschen gibt, die neue Wege beschreiten.

Werner F.

07.04.2016

Die Zeit ist reif für eine Veränderung. Gerade bin ich aktiv im Bereich einer Veganen und Vegetarischen Ernährung in der Gemeinschaftsverpfegung tätig. Der Gegenwind des gerade tätigen Küchenchefs ist so brachial das es um eine Beendigung der Zusammenarbeit geht. Gerade auch hierbei wird an der bisherigen FLEISCHKULTUR klammernd festgehalten. Angst vor dem neuen ist viel größer als die Bereitschaft der COKREATION von bisherigen und dem neuen Bewusstsein. Sicher bin ich nicht der billigste für den Unternehmer jedoch was die Wünsche vieler Mitarbeiter angeht der langfristig gesündere. Auch hier treffen gerade zwei Welten aufeinander. Ich arbeite lediglich 2 Tage in dem Unternehmen und bin damit voll zufrieden. Habe Freizeit und Freude am Leben. Kenne jedoch auch noch die alte Welt mit 60 Std pro Woche und mehr… Kaputte Ehe wenig Freizeit und Burn out. Think about new ways.

Dieter Kirchner

07.04.2016

„Gut beobachtet“, war mein erster Gedanke nach dem Lesen des Artikels. Auch in meinem Unternehmen musste ich diesen Wandel akzeptieren, doch hab ich zu lange gebraucht, ihn zu erkennen.
Die jungen leute sind ebenso wie wir „Alten“ (ich bin 60plus) leistungsbereit; d.h. auch, lernbereit und i.d.R. auch lernfähig. Ich gönne den jungen Leuten Chefs die das früher erkennen und akzeptieren. Zum Vorteil für Betrieb und Mitarbeiter…
Danke für diesen Bericht.

Frank Martini

07.04.2016

Was Frau Broel schreibt, kann ich nur unterstreichen – wäre die Mehrheit aller Unternehmen so flexibel, wie sie es in Stellenausschreibungen floskelhaft fordert und nur halb so technikzugewandt, wie gern für sich in Anspruch genommen – die Zahl der Homeoffices stünde in einem ganz anderen Verhältnis zu den Präsenzarbeitsplätzen!
Ich kenne mit Anfang 50 nunmehr beide Seiten: lange Selbständigkeit wie das Angestelltenverhältnis mit allem Engagement durchschnittlicher Zehn- und mehr Stundentage, Wochenendpendelei, doppelter Haushaltsführung etc..
Momentan selbständig, begegnen mir mitunter Stellenausschreibungen, deren Aufgaben mich durchaus ansprechen. Aber: So lange diese ganz selbstverständlich und unhinterfragt jeder Notwendigkeit von einer permanenten Präsenzpflicht ausgehen, kommen sie für mich schlichtweg nicht mehr in Frage. Abgesehen von der inzwischen deutlich ‚geerdeten‘ Bereitschaft, mein Leben für den Job komplett auf links zu krempeln, für mich auch eine Frage der Unternehmenskultur und Wertschätzung – wer in seinem Denken einfach die Kontrollierbarkeit der ‚Stechuhrpräsenz‘ braucht, lebt mental in einem Klima, in dem ich mir kaum vorstellen kann, mich wohlzufühlen. Leistungsfähigkeit hängt aber von Wohlbefinden ab – und da bin ich nicht bereit, mich ein(zu)schränken zu lassen! So einfach ist das. Und: So schwer scheint es für viele Unternehmen in Zukunft zunehmend zu werden…

Petra G.

07.04.2016

Leider ist die Arbeitswelt sehr oberflächlich geworden und Qualität rückt immer mehr in den Hintergrund und in den Vordergrund immer mehr „billig“. Vor Jahrzehnten wurden Mitarbeiter gefördert, sich immer weiter zu qualifizieren. Heutzutage sieht es in den Firmen meist anders aus, da spielt das KwowHow eine untergeordnete Rolle. Naja und ältere Menschen haben kaum noch Chancen, obwohl sie einen unsagbaren Schatz an Wissen /Erfahrung haben und die Effektivität für jedes Unternehmen sind. Aber die meisten Unternehmen schrecken genau davor zurück. Begründungen kann man nur erahnen, entweder Angst vor Konkurrenz oder Angst, ein entsprechendes Gehalt zahlen zu müssen.
Besonders ältere Menschen sind hochwertig für jedes Unternehmen, sie sind stabil im Leben, Familienplanung ist abgeschlossen, zeitlich sind sie super flexibel, sind belastbar, stressresistent, ausgeglichen. Haben ein unglaubliches Talent für Menschenkenntnis, Empathie, Teamwork etc. und eine unerschöpfliche Festplatte an Wissen. Kluge Unternehmer haben dies erkannt, aber leider sind die in der Minderheit. Naja und leider auch keine Seltenheit, dass viele Menschen irgend welche Jobs machen, um finanziell über die Runden zu kommen. Fazit, sie machen ihren Job notgedrungen ! Viel effektiver wäre es, wenn Menschen ihrer Berufung nachgehen und Jobs ausführen, die ihrem Naturell entsprechen und deren Fahigkeiten. Denn dann sind Mitarbeiter 100 % im Job ! Diese Unternehmen sind auch nie finanziell bedroht und das über mehrere Generationen. Aber sehr viele Geschäftsführer sind nur drauf bedacht, wie viel aufs eigene Konto geht und die Firmenphilosophie spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Das merkt man sehr stark an der Auswahl der Mitarbeiter. Dieses Thema ist unerschöpflich.

Amy

07.04.2016

Dieser Artikel trifft es exakt. Heutzutage ist die Suche nachdem „Selbst“ und mit was werde ich später einmal Geld verdienen enorm wichtig. Man probiert hie und da ein paar Jobs aus, aber ist trotzdem unzufrieden. Man sammelt zwar Arbeitserfahrung und auch Erfahrungen wie man auf keinen Fall arbeiten will, aber was bringt sich das alles? Nur um von einem Vorstellungsgespräch zu anderem zu rennen um dort dann zu erfahren, dass das die anderen Unternehmen genauso sind?
Die Frage stellt sich jetzt, wie kann ich meinen Traumjob finden, wo ich meine Familie, Freunde, Freizeit und meine Arbeit ideal vereinen kann. Wo findet man einen Job wo die „wirkliche“ Work-Life-Balance gegeben ist und nicht wieder nur vorgegaukelt? Von den Bewerbern erwartet man sich stehts Ehrlichkeit aber die Unternehmen selbst spielen in einigen Fällen nur etwas vor. Was wiederum dazu führt, dass die Mitarbeiter stetig den Job wechseln und somit eine hohe Fluktuation entsteht. Ist das wirklich sinnvollß

Genauso ist es mit All-In Verträgen… Gefühlt jedes zweites Unternehmen hat nur noch All-In Verträge. Aber wie kann man sich dagegen wehren , wenn man einen Job benötigt und nicht Arbeitslos sein will?

Gerade in der heutigen Zeit sind diese Aspekte sehr wichtig. Somit kann man nur an die Firmen appellieren und hoffen, dass es besser wird…

Ich muss auch sagen, dass mich dieser Artikel wirklich persönlich anspricht, da ich mich in genauso einer Situation befinde, jedoch keine Möglichkeit sehe, so einen „Traum“Job zu finden…

gra max

07.04.2016

EAV….
die kennt jeder wenn nicht.
das ist die kultur-kritische-band aus östereich!
und es gibt einen auszug aus einem liedtext!
„die vermehrung unserer wärung ist der wahre lebensgrund“
aber wessen wärung mehre ich und wozu warum…???

menschen denkt nach braucht man das was man will, bzw will man das was man hat..??

etc.

ohne arbeit(broterwerb geht es nicht)
aber bitte in maßen!!

denn wie ist ein auszug aus dem text von MMW ??
“ auf der suche nach dem sin des lebens ist das leben dann auch fast vorbei!!

glg mmaaxx

Katja

07.04.2016

Von den eigenen Kindern lernen.
Auch ich habe den klassischen Karriereweg eingeschlagen. Dabei habe ich mich nicht nur voll für meinen Job engagiert und Karriere gemacht, sondern „nebenbei“ noch meinen Sohn großgezogen. Ich war sehr stolz auf das, was ich geschafft habe. Umso erstaunter war ich, als mein Sohn mir erklärte, dass er auf keinen Fall so leben möchte, wie ich: lange Arbeitszeiten, Wochenenden, und auch im Urlaub noch mal schnell die Mails checken, so viel Stress und kaum Zeit zu Leben.
Das hat mich nachdenklich gemacht. Wir Babyboomer sind auf Pflichtbewusstsein und Leistung getrimmt. Wir ermöglichen unseren Kindern ein gutes Leben, aber oft genug vernachlässigen wir unser eigenes. Ich habe festgestellt, dass mein Team durch Flexibilität und Freiräume tatsächlich motivierter und effektiver arbeitet. Nur ich selber muss immer noch lernen, Freiräume ohne schlechtes Gewissen in Anspruch zu nehmen.

Prof. Günther H. Schust

08.04.2016

Die heranwachsenden Generationen müssen wirksam in das 21. Jahrhundert geführt werden. Dazu braucht es aber „glaubhafte Vorbilder“ in der Erziehung an den (Hoch-)Schulen und in den Betrieben. Sie haben dabei Anspruch auch Unterstützung und Begleitung. Nach dieser sucht man aber in den Betrieben fast vergeblich. Daher stellen Sie diese Ansprüche: Sie führen einfach die Verhaltensmuster fort. Die Studie der Uni St. Gallen / Schweiz weist aber nach, dass das „Verharren in den alten Führungsstrukturen“ den Firmen jedes Jahr ca. 200 Mrd. Umsatzzuwachs kostet. Für den „disruptiven Wandel“ haben wir nicht mal die richtigen Manager und (IT-)Experten. Sie stehen ständig unter Druck, und unter Druck befindliche Menschen wenden sich eher von der Gesellschaft ab (siehe VW-Dieselgate) oder werden von möglichen Volkskrankheiten eingeholt. Inadäquates Führungsverhalten, das die jungen Generationen in den Betrieben erfahren müssen, sagt Ihnen mit Recht, dass Sie so nicht enden wollen: Burnout, Pfeiffer’sches Drüsenfieber, Bluthochdruck, Herz-/Hirnschlag, Depression und in der Endphase Krebs oder ähnliches. Dem Weg zu einer „neuen Führung“ können wir uns daher gar nicht mehr verschließen. Dies muss uns aber leider die heranwachsende Generation sagen, weil in den Führungsetagen keiner dies wahrhaben will und weiterhin Gehorsam und Geld im Vordergrund stehe .

Gorgal

09.04.2016

Für mich ein wegweisender Artikel.
Ich hoffe sehr, daß viele FK diesen Artikel verinnerlichen und danach handeln. Nichts ist schlimmer als keine Anerkennung für seine Arbeit zu bekommen. Besonders gravierend geht es in der Automobilentwicklung zu diese Obrigkeitshörigkeit ufert ins unermessliche aus. Da werden hochmotivierte Mitarbeiter gnadenlos verheizt, nur damit einige Wenige befriedigt werden. Da tut es nichts zur Sache, ob eine Änderung sinnhaft ist oder nicht, frei nach dem Motto “ Was kostet die Welt „.

Juraj

12.04.2016

Ich stimme mit dem Artikel zu, nur wollte ich was erwähnen. Es geht nähmlich daran, dass auch solche Arbeitsnehmer, die an solche Art und Weise gern arbeiten würden, haben immer noch Angst das im Anschreiben oder Vorstellungsgespräch auszudrucken. Ich bin gerade auf der Suche einen Job und eine meine Freundin hilft mir mit dem Anschreiben, weil ich Ausländer bin. Ich habe sie gesagt, dass ich gerne noch ein Fernstudium machen wollte, und deswegen ziehe ich den Teilzeit vor um es gründlich machen zu können und es ist mir auch wichtig, das mein Arbeitsgeber kennt meine Motivation. Sie sagte mir, dass was ich in meinem privaten Leben machen will, dass interessiert keiner, aber warum soll ich um solcher Unternehmen interessieren, der nicht über mich interessiert und ihn all mein Kraft und Leistung zur Verfügung stehen? Auch alle Hinweise um Anschreiben zu gestallten: Ich bin bereit alles opfern und all meinen Leben Ihren Anforderungen zu passen. Das ist aber keine Win-Win Situation, dass ist nur ein altes Denken. Ich will arbeiten, aber ich will damit drinne zufrieden sein. Es scheint aber oft mal so, als ob es ein Verbrechen wäre … Auf der anderen Seite freut mir sehr, dass es wandelt sich langsam und es geht auch auf uns das zu ändern. Ich werde meinen Beitrag gern bringen! :D

Michael H.

04.05.2016

Allein das es solche Artikel wie diese gibt mit den bereits dazugehörigen Kommentaren bin ich doch wirklich froh, sich nicht ganz so einsam zu fühlen. Denn ich bin ganz genau derselben Meinung. Ich denke, dass die vorgeschlagenen Änderungen sicherlich nicht in allen Berufen so umsetzbar sind, aber da wo es geht (z.B. in F&E oder IT-Bereich) sollte man offen gegenüber positiven Veränderungen sein und auch als Angestellter die heute mehr denn notwendige WorkLife-Balance einfach einfordern wenn die bestehenden Unternehmensstrukturen noch „von vorgestern“ sind. Für mich zumindest war es vor ein paar Jahren nicht leicht mit Forderungen der im Artikel beschrieben Art an den Chef heranzutreten. Nur wer nichts sagt, da passiert auch nichts. Es gibt eben immer jemanden der es macht und denjenigen der es mit sich machen lässt.

ocelot

09.07.2016

Besser keine Karriere machen und mit Gott sein. Dann hat man seine Ruhe.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.