Arbeit & Recht

Abmahnung wegen 13 Minuten Verspätung?

Wer nur ein paar Minuten zu spät zur Arbeit erscheint, muss eine Abmahnung nicht hinnehmen. Dies hatte ein Arbeitgeber bei einer Angestellten tatsächlich versucht.

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Kommt ein Arbeitnehmer wenige Minuten zu spät, liegt zwar ein Pflichtverstoß im arbeitsrechtlichen Sinne vor. Mahnt der Arbeitgeber ihn deshalb schriftlich ab, ist das laut einer aktuellen Entscheidung des Arbeitsgerichts Leipzig jedoch unverhältnismäßig.

Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. In dem verhandelten Fall (Az.: 8 Ca 532/15) kam eine Mitarbeiterin im Juli 2014 ein einziges Mal (!!) 13 Minuten zu spät. Ihr Arbeitgeber mahnte sie daraufhin sofort schriftlich ab und trug die Abmahnung in die Personalakte ein. Die Frau verlangte die Entfernung.

Mit Erfolg: Eine Abmahnung setze grundsätzlich einen objektiven Pflichtverstoß voraus, befand das Gericht. Dieser sei hier zwar mit dem verspäteten Arbeitsbeginn gegeben. Allerdings müsse der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Die Abmahnung sei unverhältnismäßig: Wer nur einige Minuten zu spät kommt, dem könne nur ein geringfügiges Fehlverhalten vorgeworfen werden. Eine Ermahnung sei ausreichend, der Eintrag müsse entfernt werden.

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