Teamwork

Mobbing: Raus aus der Opferrolle

Mobbing am Arbeitsplatz kommt nicht aus heiterem Himmel. Mieses Betriebsklima und schlechte Gesprächskultur im Team sind zwei Risikofaktoren dafür. Wo nicht über Konflikte gesprochen wird, ist es besonders leicht, Einzelne anzugreifen und fertig zu machen.

Am Anfang ist es nur Getuschel, dann kommen verbale Angriffe dazu: Haben Mitarbeiter das Gefühl, dass ein Kollege sie mobbt, sollten sie rasch aktiv werden. Denn Mobber gehen in der Regel davon aus, dass die Opfer den Mund halten, sagt Juliane Dreisbach, Psychologin aus Freudenberg bei Köln. Gefährlich sei immer, die Situation erst einmal laufen zu lassen.

Sehr wirksam sei es auch, rasch zu dem Kollegen zu gehen und ihn auf sein Verhalten anzusprechen. Das sendet ein Stopp-Signal – im besten Fall stellt er dann seine Attacken schon ein. Bei dem Gespräch könnten eventuell vorhandener Neid gedämpft und Missverständnisse ausgeräumt werden. Außerdem bekomme der Mobber so die Chance, einzulenken und sein Verhalten zu ändern, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren. Dem Gemobbten gibt es außerdem ein gutes Gefühl. Er lässt sich nicht in die Opfer-Rolle drängen, sondern wird aktiv.

Betroffene Mitarbeiter sollten außerdem schauen, wen sie in ihrem Team als Verbündete haben. Mit den Kollegen kann man sich austauschen: Was ist eigentlich passiert? Bilde ich mir das ein, oder geht das wirklich gezielt gegen mich? Auf diesem Weg können sie etwas Abstand gewinnen und haben vor allem das Gefühl, nicht alleine darzustehen. Dann könnten Teams gemeinsam den üblichen Umgangston überdenken und nach neuen Umfangsformen suchen. Die so entstehende Gesprächskultur beuge wiederum Mobbing vor, sagt Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP). Denn Mobbing trete häufig in Teams auf, in denen es keine oder eine schlechte Gesprächskultur gibt. Eine einzelne Person über Monate hinweg regelmäßig anzugreifen und auszugrenzen, sei dann besonders leicht.

Auch eine schlechte Arbeitsorganisation mit unklarer Aufgabenverteilung begünstigt Mobbing nach Überzeugung der Expertinnen. Die Folge der schlechten Organisation sei häufig Überforderung, Leistungsdruck und Stress über einen längeren Zeitraum hinweg. In einer solch angespannten Situation passiere es dann häufig, dass sich Fehler oder Versäumnisse häufen und dafür ein Schuldiger gesucht wird. Zum Mobbing ist es dann nicht mehr weit.

Egal ob Mobbing oder „nur“ kleine Sticheleien: Wer sich längere Zeit unwohl fühlt, sollte sich auf jeden Fall Hilfe holen, etwa vom Betriebsrat. Denn wer länger ausgegrenzt wird, kann auf Dauer krank werden. Wer morgens nicht aus dem Bett kommt, mit Kopf- oder Bauchschmerzen zur Arbeit geht, kann daran merken, dass etwas nicht stimmt.

In unserem Ratgeber-Teil zu Fragen rund um Konflikte am Arbeitsplatz haben wir zwei Artikel ausgewählt, die Ihnen bei Fragen zum Thema Mobbing gezielt weiterhelfen können:

„Nur Stichelei oder schon Mobbing? – die vier wichtigsten Kriterien“

„Was tun bei Mobbing? – Tipps zur Ersten Hilfe“

 

13 Kommentare

Tanja x

31.03.2016

Mobbing ist so leicht wie es hier beschrieben wird nicht abzustellen. Ich selber bin 2 1/2 Jahre durch alle Instanzen einer Firma gegangen und keiner hat etwas gemacht. Ich war daraufhin ein Jahr krank geschrieben und der Terror ging durch Ärzte und Krankenkasse weiter. Darüber hinaus gibt es ebenfalls erlebt viele Therapeuten die ebenfalls keinen Plan von Mobbing haben. Bei Mobbing hilft kein Betriebsrat sondern wie auch von vielen Experten im Mobbingbereich geraten ein Mobbingtagebuch zu führen und nach mehrmaligen Vergehen Anzeige zu erstatten. Es ist offiziell bekannt das 94 % aller Mobbingopfer in Psychatrien landen. Es stimmt auch nicht das sofortiges Einschreiten hilft, auch hier ist belegt das Mobber in der Regel immer weiter machen. Wenn hier schon über Mobbing berichtet wird, dann bitte auch erwähnen das die Menschen die in Psychiatrien aufgrund dessen waren sich nicht mit Mobbing auseinander setzen dürfen. Somit haben die Menschen keine Chance sich über Ihre Rechte in Kenntnis zu setzen. Beleg eine Mobbinggruppe in Köln die überwiegend nur aus Menschen mit Psychiatrierfahrung (Mobbing) besteht. Mir wurde dort persönlich erzählt „Wir sind alles Mobbingopfer uns kann keiner helfen. Wir dürfen uns mit Mobbing nicht beschäftigen.“ Diese Menschen wurden mit Psyhopharmaka abgeschossen und sind zum Teil frühverentet. Viele Therapeuten haben noch nicht mal das Thema Mobbing im Studium gehabt und assoziieren irgend etwas als Diagnose. Ich war glücklicherweise in keiner Psychiatrie und habe es anders da raus geschafft. Therapeuten die ich von Seiten der Krankenkasse um Hilfe gebeten habe haben mich aufgrund meines Wissens beschimpft. Jetzt habe ich eine private Therapeutin und es geht mir langsam besser. Ich setze mich für Mobbingopfer ein. Denn es gibt genügend Alternativen zur Psychiatrie. Firmen müssen für dieses Thema sensibilisiert werden und es muss mehr Prävention betrieben werden. In anderen Ländern gibt es bereits Gesetze die Mobbing und auch Bossing strafbar machen. Hier in Deutschland gibt es mehr Straftatbestände die zusammen kommen. In diesem Sinne „Gib Mobbing keine Chance“

MM

05.04.2016

Allein, dass sich manche selbst nach dem Ausscheiden aus der ach so bösen Firma weiter gemobbt fühlen, dann halt von Ärzten, Therapeuten oder der Krankenkasse zeigt doch, das diese Betroffenen dazu neigen, sich in einer Opferrolle zu sehen. Nicht jeder, der einem die harte Realität vor Augen führt, mobbt denjenigen, vielmehr geht es darum, die Opferrolle aufzubrechen und wieder fit zu werden für den Alltag.
Wer ständig meint, alle wollen nur Böses, der ist für Teamarbeit und somit in den meisten Berufen einfach nicht zu integrieren.

Volker Obel

05.04.2016

Auch externe Mitarbeiter werden schon malgemobbt, obwohl man sie eigentlich leicht und schnell loswerden kann. Das ist mir zwei mal passiert. In beiden Fällen wusste ich mir zu helfen, vielleicht etwas drahtig und Holzhammer like, aber absolut effektiv.
Mein Ansatz war, die oder den Mobber bei vollbesetztem Büro und für alle hörbar zu fragen, warum er mich mobt. Er könnte mich doch auch einfach nach Hause schicken.
In beiden Fällen war sofort Schluss mit dem Mobbing. In einem Fallgab es ein gutes und klärendes Gespräch und danach wurden wir gute Kollegen.

Peter

05.04.2016

Bei Mobbing zum Betriebsrat klingt nach Lehrbuch – in der Praxis kann er – falls vorhanden – kaum helfen.meist steckt hinter den mobbingattacken ein Ziel, welches die Mobber verfolgen und sehr oft geht es darum, das Opfer – aus welchen Gründen auch immer- vom Arbeitsplatz zu vertreiben. Gegen die Gruppe der Mobber kommt man als einzelner nicht an. Es hängt sehr stark vom Vorgesetzten an. Wenn der zu schwach ist Massnahmen dagegen zu setzen kann das fatale Folgen haben. Ich wurde- vor langer zeit gemobbt- da ich einen sehr attraktiven job hatte und einer meiner Kollegen einen Freund an meine Stelle platzieren wollte.das Mobbing lief über Jahre – anfangs war ich verzweifelt.
Im Laufe der Zeit hätten sich im Unternehmen zwei Gruppen gebildet die der Mobber gegen mich und meine Gruppe die den redelsführer ablehnten. Ich habe es nur geschafft, weil ich für mich beschlossen habe den Mobber gewähren zu lassen – ich nahm mit das was passierte nicht mehr zu Herzen sondern amüsierte mich zum Teil darüber. Geantwortet habe ich mit meinem beruflichen Erfolg. Ein aufklärendes Gespräch mit dem Mobber wäre sinnlos gewesen – er hätte das getan, was wohl der Grossteil der Mobber tun würde – geleugnet .
Alles andere wäre überraschend wenn zum Reden braucht man den Mut fehler zuzugeben. Das hätte wiederum mit Charakter zu tun und der fehlt bei den mobbern.

Regine

05.04.2016

Zwar kenne ich es nicht so extrem wie Tanjy X, aber ihre Einwände gegen die Aussagen im Artikel sind absolut korrekt. So wie die „Experten“ es darstellen, läuft es nicht in der Realität!

Strukturen, unbedachte oder gewollte Konkurrenz durch Zeitarbeit, Distress durch vielfach zeitlich begrenzte Verträge, die Tatsache dass viele Menschen mittlerweile verdeckt depressiv oder mit anderen Problematiken behaftet sind (inzwischen recht gängiges Performance Enhancement, irgendwann Alkoholismus aufgrund Leistungsdruck und in Unternehmensabläufen auftretenden Frustrationen etc. welche alle zu Veränderungen der Persönlichkeit und der sozialen Fähigkeiten beitragen) tragen nicht dazu bei, dass Unternehmens-Kulturen entstehen.

Auch darf man nicht vergessen, dass es häufig die besseren Mitarbeiter sind, die von schlechteren gemobbt werden. Der „gute Mitarbeiter“ arbeitet, macht sich Gedanken über und leistet für das Unternehmen, während der zu Mobbing neigende ein Experte in Selbstdarstellung ist und wesentlich aktiver in „Festigung der Beziehungen seines Netzwerks“ und in der „Bearbeitung“ unbedarfter Kollegen mit allen Tricks und Mitteln. Wo Teamleiter und Mittelmanager keine Menschenkenntnis oder gar immer weniger Führungsfähigkeit besitzen und Betriebsräte für „externe interne“ Mitarbeiter gar nicht zuständig sind, würde der Gemobbte sich mit den Milchmädchentips des Artikels aufarbeiten und zum Schluss doch selber gehen. Rechtlich ebenfalls ist kaum etwas zu machen.

Der Schaden für den Betroffenen ist in der Tat nachhaltig bis hin zu schwerer Psychosomatik. Dem Arbeitgeber ists egal, zahlt es doch dann das Sozialsystem. Hier muss sich etwas verändern!

Christine

05.04.2016

Was tun, wenn der Chef mobbt und der „Chef-Chef“ die AUgen verschließt?

Christian Bäumer

05.04.2016

Bei dem Wort „Verbündete“ bin ich zusammen gezuckt. Ehrlich? Aus meiner Sicht gibt es für beide Beteiligten (der der mobbt und der der gemobbt wird) einen „Verbündeten“ -> Die Führungskraft! Dieses Gespräch sollte der Betroffene suchen und dort die Chance wahrnehmen, sich und die Situation zu reflektieren:
– Was passiert genau? Was macht der Andere? Was löst das in mir aus (Gefühle, Bedürfnisse, …)? Wie reagiere ich darauf? Wie reagiert der Andere wiederum darauf?
– Das Wort Mobbing wird häufig als Synonym verwendet. Doch was versteht eigentlich der Betroffene darunter? Was ist es genau, was er als Mobbing empfindet? Welches Verhalten des Anderen bezeichnet er als Mobbing?
– Kann die Führungskraft den Gemobbten in die Lage versetzen, Feedback zu geben oder braucht es hier schon die Unterstützung der Führungskraft?
Weiß der „Mobber“ eigentlich, wie es der Kollegin/dem Kollegen geht und er/sie es als „Mobbing“ empfindet? Und was will der „Mobber“ mit diesem Verhalten eigentlich erreichen?
Es sollte uns bewusst sein, dass hinter jedem Verhalten (so auch hinter Mobbing) aus Sicht des Handelnden eine aus seiner Sicht positive Absicht steht. Zweifelsfrei ist der Weg, um diese Absicht, sein Ziel zu erreichen, falsch. Hier muss ein anderer Weg her der für alle Beteiligten als „Besser“ empfunden wird.
Ein moderiertes Gespräch durch die Führungskraft zwischen beiden Beteiligten darf in diesem Prozess nicht fehlen. Wahrscheinlich bedarf es hier auch mehrerer Gespräche. Schließlich passiert Mobbing nicht über Nacht sondern hat häufig einen langen Entstehungsprozess durchlaufen. Warum sollte es dann über Nacht, oder noch besser, nach einem Gespräch mit der Führungskraft, wieder verschwinden?
Der „Flaschenhals“ in den Unternehmen ist aus meiner Sicht leider häufig die Führungskraft. Sie ist in vielen Unternehmen im operativen Geschäft so stark eingebunden, dass für die Mitarbeiter und zuvor beschriebenen Prozesse kaum Zeit vorhanden ist. Und viele Führungskräfte sind Führungskraft „geworden“, aber selten umfassend ausgebildet, geschweige denn auf solche Themen vorbereitet und zur Durchführung moderierter Gespräche geschult worden.
Bleibt zu hoffen, dass in diesem Unternehmen eine Anlaufstelle für die Führungskraft vorhanden ist, an die sie sich wenden und Unterstützung einholen kann und im Rahmen von Führungskräfteentwicklungen beim Thema Mitarbeiterführung viel dafür getan wird, dass Mobbing gar nicht erst entsteht.

M.Schober

05.04.2016

Ich ging vor Jahren lange Zeit durch diese Hölle, und zwar extrem. Dann kam es zu einem Betriebsunfall, die körperlichen Folgen wurden seit 15 Jahren noch nicht behoben. In der Zwischenzeit habe ich fast alle Stufen der Spitäler, Ärzte usw durchlebt. Ich bin Heute noch das Opfer ! Auch mein Privatleben ist in der Zwischenzeit auf ein Mimimum geschrumpfen! Ich hinterfrage es nicht mehr, auch muss ich zu Allem ja sagen, da ich alle 3 Monate meine Medikamente brauche und auf die Ärzte angewiesen bin.

Michael Raab

05.04.2016

Zum Mobbing gehören immer zwei… einer der mobbt – und einer der sich mobben lässt.

So einfach ist das!

Quintessenz -> auf Teufel komm raus „nix mit sich machen lassen – koste es was es wolle“

:-)

Henry

07.04.2016

Ich bin seit 2000 Betriebsrat und ich wurde seit meinem Eintritt in den Betriebsrat von sämtlichen Vorgesetzten gemobbt. Ich habe glücklicherweise ein dickes Fell und konnte immer gut drauf reagieren, wenn der Chef mal wieder vor den Beschäftigten nen blöden Spruch abgelassen hat, sodass der Chef als Dummer da stand. Seit dieser Chef im Vorruhestand ist und wir einen neuen Vorgesetzten bekommen haben läuft alles Prima. Da zeigt sich das unsere Meister und andere Vorgesetzte vom alten Chef angestachelt wurden. Sicherlich gab es auch mal Tage wo ich echt am Verzweifeln war, ob sich der Einsatz im Betriebsrat lohnt und da gibt es nur eine Antwort: Ja. Unserer Geschäftsleitung baute in den letzten Jahren soviel Scheiße, da muss es einfach ein paar Leute geben, die für die Rechte der Beschäftigten handeln und – zur Not – auch einklagt. Und vor allem dem Arbeitgeber klar seine Pflichten und auch Grenzen aufzeigt. Ich kann allen Gemobbten nur ans Herz legen, geht in die Offensive, informiert den Betriebsrat, den Vorgesetzten.
Der Arbeitgeber ist verpflichtet dem nachzugehen, sofern man natürlich den Mut hat, dies anzuzeigen und auch wir als Betriebsrat sind hier ganz klar in der Handlungspflicht. Sollte ein Betriebsrat nichts unternehmen, dann zeigt ihn beim Arbeitsgericht an. Wenn es nun allerdings gar nicht mehr geht, muss man wohl oder Über die Arbeit wechseln, so schwer es auch in dieser Zeit ist. Die Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Wir leben ja nicht um zu arbeiten, wir „müssen“ arbeiten um unseren Lebensunterhalt zu erwirtschaften.

Mary C. Baßler McB PerspektivWechsel

11.04.2016

Mobbing ist immer mit wirtschaftlichen Verlust für das Unternehmen verbuinden. Nur ist dies in der Regel das kleinste Problem. Neben nachhlatig angegriffener Kommunikationskultur sind die Folgen für die Beteiligten außerhalb dessen, was ein Unternehmen vertragen kann. In meiner Praxis aus 21 Jahren zu diesem Thema ist deutlich, daß die Beseitigung mobbingförderlicher Strukturen auf jeden Fall die Investition in die Zukunft des Unternehmens ist. Mobbing kann gestoppt werden und oft ist der Betriebsrat alleine KEINE gute Wahl. Auch ist die juristische Asueinandersetzung maximal Schadensausgleich auf einer Seite. Aber keinesfalls eine ENDE für das Phänomen. Mobbing, als Systemischer Kommunikatinskonflikt ist ein eher sehr komplexes Geschehen im Arbeitsfeld. Wer mehr erfahren möche, besuche das Seminar in der Herzfeldakademie in Potsdam im Juni oder schreibt mir einfach eine Mail an.

Kassandra

09.08.2016

Nein, zum Mobbing gehören meist mehr als 2. Das ist in 99 % der Fälle ein Gruppenphänomen, tut mir leid, das zu sagen: Alle gegen Einen.
Es gibt in jeder Gruppe eine subtile Art von Hierarchie, die nichts mit Firmenhierarchie zu tun hat. Gemobbt werden meist diejenigen, die am wenigsten „angesehen“ sind. Die Gefahr, daß sich aus dem „Spielchen“ Konsequenzen ergeben, ist so recht klein. Und ist Mobbing erstmal eine Gewohnheit geworden, dann ist das kaum mehr zu ändern, schon gar nicht damit, „sich nichts gefallen zu lassen“. Denn wie sollte die Gegenwehr aussehen ? Für jede böse Bemerkung Ohrfeigen verteilen? Oder anderen den Mund verbieten? Oder die Gruppe zwingen, sich in der Pause mit den Außenseitern abzugeben?
Auerdem poliert es extrem viele Leute auf, jemanden zur Verfügung zu haben, auf dem man rumhacken kann, der Schuld an allem ist. Da fühlt man sich gleich besser. Auch die Teamfähigkeit steigt oft interessanterweise, denn Menschen arbeiten intensiver zusammen, wenn ein Feindbild verfügbar ist. (Es sei denn, der Gemobbte ist nicht ersetzbar). Und genau das ist ein Gemobbter in vielen Fällen: Ein liebgewordenes Feindbild, an dem man sich abreagieren und sein eigenes Selbstwertgefühl aufpolieren kann. Als Ausrede, um die eigenen Fehler vor sich selbst nicht zugeben zu müssen.
Erst recht, wenn der Druck sehr hoch ist. Kommunikationskultur hilft nicht viel, weil das Ansehen und der Ruf von Täter und Opfer stark mit reinspielt.
Und Gemobbte sind für den Rest des Teams „überempfindlich“ und daher selber schuld. Klar, sonst würde es doch keinen Spass machen, sie zu triezen! Und sollte ein Gemobbter kündigen, ist man der Sieger, hat man es „ihm“ so richtig gezeigt. Ein absoluter Pluspunkt für ein Mobber-Team.
Wo dies so richtig deutlich geschildert wurde, wie der Mechanismus funktioniert, ist im Roman „die Feuerzangenbowle“.

Dagmar

07.11.2018

das trifft echt alles grad auf meine aktuelle Situation zu….BR ignoriert, Kollegin und Chefin klüngeln…….aber wo kann ich denn definitiv Hilfe finden???? Hausarzt blockt, krank schreiben sei ja nicht zielorientiert……