New Work

Sieger gesucht: Wer bekommt den "New Work Award 2016"?

Im Januar kommenden Jahres wird der New Work Award 2016 in Berlin verliehen. Die von XING vergebene Auszeichnung ehrt Unternehmen und Projekte, die Vorbilder für die moderne Arbeitswelt sind. Hier sind die Nominierten.

Flexibles Arbeiten statt Präsenzpflicht von 9 bis 17 Uhr. Nachhaltigkeit statt Renditehatz. Mehr Mitbestimmung statt starrer Hierarchien: Immer weiter dringen die Ideen von „New Work“ in die heutige Arbeitswelt ein. Auch im deutschsprachigen Raum verändern Unternehmen aus allen Branchen ihre Organisationsformen und Personalstrategien, bieten ihren Mitarbeitern moderne Gestaltungsmöglichkeiten ihres Jobs.

XING zeichnet, nun bereits zum dritten Mal, solche Initiativen und Projekte mit dem New Work Award aus. Der Preis ist begehrt: In diesem Jahr folgten insgesamt über 140 Unternehmen  – vom kleinen Startup über KMU bis hin zum Großunternehmen –  dem Aufruf zur Bewerbung um den „NWA2016“. Die Teilnehmer sind in den verschiedensten Branchen aktiv: Knapp 40 der Bewerbungen wurden von Beratungsagenturen eingereicht, gefolgt von IT- und Internetunternehmen (32). Besonders erfreulich ist auch die Tatsache, dass mittlerweile nahezu jede fünfte Bewerbung von einem Unternehmen aus eher traditionellen Branchen wie Bauwesen, Handwerk und Technik sowie dem Handel stammt.

Die Vorauswahl für die 12 Nominierten, die wir hier unten vorstellen, traf das „Ideenlabor“ – ein Expertengremium führender Köpfe aus Gesellschaft, Wirtschaft und Forschung rund um Thomas Sattelberger, Publizist und ehemals Personalvorstand der Deutschen Telekom, und Thomas Vollmoeller, dem CEO der XING AG.  Ihre und ihrer Kollegen Einschätzungen zu den einzelnen Kandidaten finden Sie ebenfalls in unserer Vorstellung.

Wer von diesen Nominierten Anfang kommenden Jahres in Berlin, auf der von Focus und XING gemeinsam veranstalteten Gala am 28. Januar 2016 den New Work Award erhält, liegt jetzt in Ihrer Hand: Auf unserer Voting-Webseite https://newworkaward.xing.com/voting können Sie bis zum 10. Januar 2016 entscheiden, welches Konzept am besten dem Umbruch der Arbeitswelt Rechnung trägt und Ihre Stimme abgeben.

Hier sind die Nominierten für den New Work Award 2016…

Robert Bosch GmbH:  Lebensphasenorientiert arbeiten

Bosch setzt mit seinen Arbeits(zeit)modellen Impulse für eine flexible & familienbewusste Arbeitskultur von morgen. Mit über 100 Möglichkeiten, u.a. Homeoffice, Job-Sharing & auf Betreuungszeiten abgestimmte Familienarbeitsplätze in der Produktion, können sich die Mitarbeiter beruflich wie privat verwirklichen. Von gemeinsamen Lösungen profitieren beide: Mitarbeiter & Bosch.

Die Meinung der Jury:

Bosch nimmt das Thema Vereinbarkeit von Berufs-, Privat- und Familienleben ernst. Und bietet nicht einfach starre Angebote, sondern  berücksichtigt die jeweiligen Lebensphasen, die die Beschäftigten durchlaufen. Zusätzlich setzt das Unternehmen auf Ergebnisse statt auf physische Präsenz. / Thomas Vollmoeller

Jetzt für Robert Bosch GmbH abstimmen!


Günther Daiß Gartengestaltung GmbH:
„Fit, gebildet und gefragt – ein Leben lang!“

„Gärten von Daiß“ hat ein ganzheitliches Ausbildungs- und Karrierekonzept entwickelt. Mit sechs weiteren Betrieben wurde hierzu das Netzwerk Gärten und die Netzwerk-Akademie gegründet. Ziel ist es, die Mitarbeiter berufsbegleitend physisch für ihren Beruf zu stärken, fachlich weiterzubilden und ihnen dauerhaft Karrierechancen im Unternehmen und Netzwerk zu bieten.

Günther_Daiß_team_1

Die Meinung der Jury:

„Die Firma Daiß hat gemeinsam mit sechs Wettbewerbern eine Akademie gegründet, um Mitarbeiter zu entwickeln und Karriereperspektiven zu bieten. Ergebnis: Hohe Mitarbeiterzufriedenheit und keinFachkräftemangel bei Daiß – eine echte Ausnahme in der Branche.“ / Thomas Vollmoeller

Jetzt für Günther Daiß Gartengestaltung GmbH abstimmen!


oose Innovative Informatik eG:
Gehälter gemeinsam, ohne Führungskraft bestimmen

Bei oose bestimmt nicht eine einzelne Führungskraft über die Erhöhung von Mitarbeiter-Gehältern, sondern die Mitarbeiter selbst: Jeder gibt an, wie viel er mehr oder weniger als seine Kollegen verdienen möchte. Daraus werden Gehaltserhöhungen berechnet und umgesetzt – ohne Eingriff einer Führungskraft. Die Gehälter haben sich deutlich angeglichen und sind leistungsbezogen.

"Diskussionsmarktplatz" bei "Oose"

Die Meinung der Jury:

Gehaltserhöhungen als Ergebnis der Ermittlung von Eigen- und Fremdbild der Kollegen – Oose zeigt, wie das geht. Entscheidend ist nicht mehr Verhandlungsgeschick, sondern die Wahrnehmung der individuellen Leistung durch die, die das beurteilen können: echte Peer-Review statt „Verurteilung“ von oben.  / Thomas Sattelberger

Jetzt für oose Innovative Informatik eG abstimmen!


Beyond the Deal LLP: Global vernetzt, lokal aktiv

Die M&A- und Integrationsberatung teilt sich einen globalen Pool von Associates, die fest mit Beyond the Deal verbunden sind, aber auch frei mit anderen Unternehmen arbeiten. Aus Mobilitätsgründen wird meist im Home-Office und mit Video-Konferenzen gearbeitet. Die Mitarbeiter sind für die Kunden zu Geschäftszeiten verfügbar, wann und wo die Arbeit erledigt wird, ist nebensächlich.

Die Meinung der Jury: 

„Finanz- und damit auch M&A Unternehmen haben nicht unbedingt den Ruf als „Kuschelarbeitgeber“. Wenn ein solches Unternehmen zeigt, dass ein Job nicht „ganz oder gar nicht“ sein muss und die Interessen eines Menschen nicht nur akzeptiert, sondern fördert und nutzt, dann finde ich das spannend.“ / Tina Egolf

Jetzt für Beyond the Deal LLP abstimmen!


alpha-board: Future Friday für die Zukunft des Unternehmens

Der Freitag besitzt eine spezielle Funktion und Bedeutung beim Dienstleister für Elektronik-Design und Fertigungsservice: So steht monatlich ein Freitag im Zeichen des Future Fridays – Teams arbeiten an selbst ausgedachten Projekten, um die Firma mitzugestalten. An anderen Freitagen können Überstunden genommen werden, ein anderer dient zum selbstbestimmten Lernen.

"Alpha-Board"-Team

Die Meinung der  Jury: 

„Die schicke Initiative verbindet in innovativer Weise die Elemente flexible Arbeitszeiten (Überstundenabbau), geregelte Weiterbildung am Arbeitsplatz und intensivierte Reflektion zu neuen Ideen zur Arbeitsgestaltung. Planbar wird dies durch Fokussierung auf den Future Friday.“ / Klaus F. Zimmermann

Jetzt für alpha-board abstimmen!


General Dynamics GmbH: Leiharbeit auf den Kopf gestellt

Der produzierende Mittelständler verleiht in Zeiten unzureichender Auslastung sozial nachhaltig seine Fachkräfte an Dritte; so können Know-How und Arbeitsplätze gesichert, und Auslastungsspitzen der entleihenden Firmen abgefangen werden. Eine kooperative Personalplanung stellt sicher, dass die entliehenen Mitarbeiter intern wieder rechtzeitig zur Verfügung stehen.

General_Dynamics1

Die Meinung der Jury: 

„Ausgerechnet ein US Hightech-Konzern, der das System „Leiharbeit“ neu erfindet: Bei Auftragsdellen verleiht das Unternehmen hochqualifizierte Schweißer, die weiter nach Tarifvertrag bezahlt werden. Entlassungen werden vermieden, Mitarbeiter ans Unternehmen gebunden – und nebenbei weitergebildet.“  / Thomas Sattelberger

Jetzt für General Dynamics GmbH abstimmen!


Traum-Ferienwohnungen GmbH: Neuorganisation, demokratische Zusammenarbeit

Mitten in der Wachstumsphase entschied sich die Bremer Online-Firma nach 14 Erfolgsjahren das Unternehmen zu transformieren: Ein demokratisch gewähltes Kernteam gestaltete und begleitete die Veränderung des Unternehmens. Heute organisieren sich die Mitarbeiter selbst – Führungskräfte gibt es nicht mehr. Echte Potentialentfaltung und Agilität sind “nur” die ersten Erfolge.

Crew der "Traumferien-Wohnung GmbH"

Die Meinung der Jury: 

„Ein junges Unternehmen stellt fest, dass die klassischen Strukturen weder für Kunden noch für die Mitarbeiter funktionieren. Alte Strukturen werden konsequent ad acta gelegt: Top-Down-Führung, Fachabteilungen, Präsenzzeit. Dafür entstehen neue, die von Transparenz und engem Miteinander geprägt sind.“ / Birgit Gebhardt

Jetzt für Traum-Ferienwohnungen GmbH abstimmen!


Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH: Azubis als Recruiting-Experten

Die Auszubildenden der Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH haben seit 2010 den gesamten Recruitingprozess für die Azubi-Bewerbungen übernommen, inklusive Testausarbeitung/-korrektur, Einzelgesprächen und Teamentscheid. Seit der Neuausrichtung des Recruitings haben sich die Bewerbungen verfünffacht und die schulischen Leistungen bzw. die Sozialkompetenz der Auszubildenden stark verbessert.

Leibersdorfer-Team

Die Meinung der Jury: 

„Ein ermutigendes und zukunftsweisendes Experiment. Motivation und Qualität von alten und neuen Auszubildenden werden gestärkt. Ein Wettbewerbsvorteil auch angesichts des demografisch bedingten Bewerberrückgangs. Gesellschaftspolitisch von höchster Relevanz.“ / Klaus F. Zimmermann

Jetzt für Leobersdorfer Maschinenfabrik GmbH abstimmen!


Heitkamp & Hülscher: Aus Mitarbeitern werden Mitunternehmer

Das Bauunternehmen beteiligt seine Mitarbeiter nicht nur am Erfolg, sondern am ganzen Unternehmen: Jeder der Mitarbeiter ist Mitunternehmer. Das Konzept hilft bei der Mitarbeiterbindung wie -gewinnung und erhöht die Arbeitgeberattraktivität der Firma. Somit entsteht eine Win-win-win-Situation für Mitarbeiter, Unternehmen und Kunden.

"Heitkamp & Hülscher"

„Heitkamp & Hülscher“

Die Meinung der Jury: 

„Ein Unternehmen beteiligt seine Mitarbeiter an wichtigen Unternehmensentscheidungen und erzielt damit positive Ergebnisse – nicht nur atmosphärisch, sondern auch finanziell. Besonders beeindruckend, dass ein Unternehmen einer traditionellen Branche derartig neue Wege geht!“ / Joana Breidenbach

Jetzt für Heitkamp & Hülscher abstimmen!


Philips GmbH Market DACH:  Bedürfnisorientierte Arbeitsgestaltung

Mit NewWork@Philips schafft das Unternehmen eine moderne Unternehmenskultur, die Arbeit und Mitarbeiterbedürfnisse besser in Einklang bringt. Das Konzept basiert auf den vier Säulen Workplace Innovation (Raumkonzept mit Kreativumgebung), Vertrauenskultur (Working Anywhere), einer flachen Networkingkultur und einer Bottom-up Unternehmenskultur-Initiative von Mitarbeitern für Mitarbeiter.

Team_Philips1

 

Die Meinung der Jury: 

„Trotz vieler hundert Mitarbeiter in klassischen Tätigkeiten bietet das Unternehmen Autonomie über Arbeitszeit- und -ort. Die Mitarbeiter nehmen die Aufforderung zu mehr Eigenverantwortung an und initiieren im Rahmen einer Initiative eigene Formate zum Erleben und Mitgestalten der neuen Arbeitskultur.“ / Birgit Gebhardt

Jetzt für Philips GmbH Market DACH abstimmen!


Bike Citizens:  4-Tage-Woche für jeden Mitarbeiter

Seit Sommer 2014 arbeiten Mitarbeiter des jungen Web- und App-Technologie Unternehmen – vom Chef bis zum Praktikanten – nur noch montags bis donnerstags. Die Initiative ist erfolgreich: Weniger Krankheitstage, hohe Produktivität, ausgeglichene und fröhliche Stimmung im Büro. Der freie Freitag hat sich zudem als schlagendes Argument für Bike Citizens als Arbeitgeber erwiesen.

"Bike Citizens"-Team

„Bike Citizens“-Team

Die Meinung der Jury: 

„Worüber viele reden, hat die Bike Citizen GmbH bereits umgesetzt: Die 4-Tage-Woche als neues Arbeitsmodell. Bemerkenswert ist, wie das junge Unternehmen ständig mit seiner Kultur weiter experimentiert, z. B., in dem die Mitarbeiter vormittags Stillarbeit praktizieren.“ / Joana Breidenbach

Jetzt für Bike Citizens abstimmen!


Afca.informatik: Holacracy in der Praxis

Nachhaltig am Markt unterwegs sein und gleichzeitig für eine spannende Arbeitsumgebung sorgen durch Holacracy: Einzelne übernehmen mehr Verantwortung; sind dadurch stärker motiviert und engagiert. Mitarbeitende des Schweizer Softwareentwicklers können z. B. Löhne sowie die Höhe ihrer Beteiligung am Umsatz bis zu einem festgelegten Prozentsatz selber wählen.

Afca

Afca

Die Meinung der Jury:

„Ob Holacracy der Stein der Weisen für New Work ist, muss die Zeit zeigen. Es überzeugt mich aber, wenn Unternehmen den Mut haben, einschneidende Strukturen auszuprobieren. Den Lohn und seine Beteiligung am Unternehmen selbst zu bestimmen – das zeigt für mich: Hier nimmt jemand New Work ernst.“ / Tina Egolf

Jetzt für Afca.informatik abstimmen!


2 Kommentare

Schildkröte

11.12.2015

Der New Work Award macht Hoffnung – erfolgreich sind langfristig solche Unternehmen, die die eingetretenen Pfade verlassen. Wie man sieht, gibt es immer mehr Beispiele dafür, wie arbeiten Spaß machen kann.

Andy Mayer

26.07.2016

Hallo Leute,
ich habe mittlerweile sehr viel über New Work und Frithjof Bergmann gelesen und gesehen. Meine Fragen: existiert eine Art Agenda der Vorträge von Prof. Bergmann in diesem Jahr und wo befindet sich das auf einer Web Site erwähnte Zentrum/Projekt von New Work in Deutschland ? Ich wurde von „Neue Arbeit, neue Kultur“ sehr inspiriert und möchte meine Zukunft in diese Richtung mit einigen Starken Ideen weisen.
Vielen Dank für eure Hilfe und beste Grüße
Andy Mayer