Arbeitsplatz Schweiz: Frauen wollen mehr Selbstbestimmung, Männer mehr Geld

Was ist den Schweizern im Beruf besonders wichtig? Wie zufrieden sind sie mit ihren Jobs  und was wünschen sie sich für ihre berufliche Zukunft? Diesen Themen ging das Marktforschungsinstitut Statista im Auftrag von XING nach und befragte rund 1.000 Arbeitnehmer in der Deutschschweiz – mit teils überraschenden Erkenntnissen.

Denn aus der so entstandenen, repräsentativen Studie „Kompass neue Arbeitswelt“ geht unter anderem hervor, dass Frauen und Männer die Prioritäten im Job offensichtlich doch anders setzen. Während 62 Prozent der Deutschschweizer Frauen Selbstbestimmung bei ihrer Arbeit wichtiger ist als ein hoher Lohn, orientiert sich die Mehrzahl der Männer an eher traditionellen Werten: Für mehr als die Hälfte (53 Prozent) der männlichen Arbeitnehmer ist vor allem die Höhe des Gehalts ausschlaggebend bei der Beurteilung eines Jobs. 

Auch zwischen den Altersgruppen der Berufstätigen gibt es signifikante Unterschiede: Während bei den über 55-Jährigen gerade mal 32 Prozent einen höheren Lohn gegenüber mehr Selbstbestimmung vorziehen, hat bei den meisten Arbeitnehmern unter 39 Jahren das Gehalt stärkere Bedeutung. Gemeinsam allerdings ist allen Deutschschweizer Befragten: Wichtiger als Selbstbestimmung und Lohn ist im Arbeitsleben nur noch die Sicherheit.

Flexibiliät

Wunsch nach Flexibilität – die Realität hinkt hinterher

Für René Maeder, dem CEO von XING Schweiz, sind die Studienergebnisse in Teilen auch ein Beleg, dass „im Berufsleben der Deutschschweizer zwischen Wunsch und Realität oft noch grosse Lücken klaffen“.  Etwa beim Thema Flexibilität, wo sich viele Befragte besonders bei der Wahl ihres Arbeitsortes mehr Freiheiten wünschen würden. Denn im Moment sind noch knapp 70 Prozent von ihnen an einen festen Arbeitsplatz im Unternehmen gebunden. Dabei hätten drei Viertel  (74 Prozent) gerne die Möglichkeit, zumindest gelegentlich außerhalb des Büros zu arbeiten.

Ebenso viel Nachholbedarf gibt es auch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Hier klagte ein Drittel der Arbeitnehmer, die Kinder oder pflegebedürftige Angehörige versorgen, darüber, dass ihr Arbeitgeber ihnen bei der Bewältigung dieser Aufgaben nicht ausreichend entgegen komme.

„Der bevorstehende Jahreswechsel bietet eine gute Gelegenheit, auch für sich selbst Bilanz zu ziehen“, sagt René Maeder. XING biete mit dem Stellenmarkt und anderen Tools  ein großes Angebot von Möglichkeiten, die eigene berufliche Situation zu verbessern.

Damit 2016 die Lücke zwischen Wünschen und Realität vielleicht deutlich kleiner wird.

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