Arbeit & Gesundheit

Überfordert im Job? So finden Sie die Ursachen

Überforderung am Arbeitsplatz belastet viele Arbeitnehmer. Wer merkt, dass ihm der Job zu viel wird, sollte nach den Gründen dafür suchen. Denn Überforderung kann unterschiedliche Ursachen haben.

Einfach zu viel Arbeit: Wer im Job überfordert ist, sollte herausfinden, woran das liegt. (©Foto: Jens Schierenbeck, dpa)

Einfach zu viel Arbeit: Wer im Job überfordert ist, sollte herausfinden, woran das liegt. (©Foto: Jens Schierenbeck, dpa)

Manchmal ist im Job einfach alles zu viel – Arbeitnehmer sind überfordert. „Dann müssen sie auf Ursachenforschung gehen“, sagt Karriereberater Thorsten Knobbe. Einerseits kann es zeitlich nicht passen: Es ist mehr zu tun, als zu schaffen ist. Wenn ein Team sich selbst organisiert, also Aufgaben untereinander verteilt werden, lohnt sich eine Teamsitzung. «“er Betroffene sollte ansprechen, dass es so nicht geht, Aufgaben eventuell anders verteilt werden müssen“, rät Knobbe.

Ist der Vorgesetzte für die Aufgabenverteilung verantwortlich, ist ein Gespräch mit ihm angesagt. Arbeitnehmer sprechen das Problem Arbeitsbelastung am besten direkt an. Doch Knobbe warnt: Oft ändert sich die Belastung – es gibt Phasen, in denen ist mehr zu tun als in anderen. Deshalb gilt es abzuwarten. „Ich würde nicht nach einer Woche zum Chef gehen, sondern gucken, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Knobbe. Ist das Problem aber von Dauer, sollten Betroffene das Gespräch suchen.

Knobbe warnt außerdem davor, dass Arbeitnehmer, die eigentlich nur in Teilzeit arbeiten, Vollzeit eingespannt werden. «Das kommt ja relativ oft vor, dass jemand dann munter die gleiche Arbeit machen muss wie vorher.» Betroffene sollten sich hier ebenfalls direkt an den Vorgesetzten wenden und deutlich machen, dass das so nicht geht.

Andererseits sind einige Arbeitnehmer inhaltlich überfordert. Dann sollten sie sich fragen, ob sie den Job, so wie sie ihn machen, weitermachen wollen. Ist das der Fall, fragen sie den Chef am besten nach einer Weiterbildung, rät Knobbe. Denn wenn die inhaltlichen Anforderungen die Fähigkeiten überschreiten, sollten Arbeitnehmer eine solche Maßnahme vom Chef einfordern.

Generell ist es wichtig, es nicht soweit kommen zu lassen, dass sich die Überforderung auf die Arbeit auswirkt. «Wenn sich Fehler einschleichen, die womöglich auch erst von anderen bemerkt werden, ist es zu spät», sagt Knobbe. Am besten ist es, vorher die Reißlinie zu ziehen und das Gespräch zu suchen.

13 Kommentare

Jürgen T. Knauf

19.11.2015

..wenn mann – wie im letzten Absatz gefordert, es nicht si weit kommen lassen will, muss man seine Achtsamkeit / sein Bewusstsein / seine Wahrnehmung schärfen.

Wahrnehmen, dass etwas aus dem Ruder läuft, erkennen woran es liegt, überlegen, wie man die Ursache abstellen kann, handeln..

Hier ein paar weitere Praxistipps:
http://www.scopar.de/news/burnout-vermeiden/

Und hier meine Buchempfehlung für Chefs und Mitarbeiter. Das Kaleidoskop der Scherben ist ein Roman rund um Körper, Geist und Seele:
http://www.amazon.de/Kaleidoskop-Scherben-Ein-ungewöhnlicher-Wirtschaftsthriller/dp/3981656504

Peter Glasmacher

19.11.2015

Wenn es, was in einem Job mit wie auch immer gearteter Serviceorientierung , mal zu signifikant erhöhter Arbeitsbelastung kommt, habe ich immer versucht, die folgenden Dinge ( in dieser Reihenfolge, jedoch gleich gewichtet !) zu analysieren:
– Was bringst mir?
– Was bringst dem Kunden?
Was bringts demTeam/Arbeitgeber?
-Machts Spass / kann man Passion for the Job entwickeln?

Fällt einer dieser Punkte durchs Netz, ist Unzufriedenheit, Stress und damit Arbeitsüberlastung vorprogrammiert.
Meine Grundeinstellung war:
Viel Arbeit , ja. manchmal viel unschöne, ungewollte Arbeit, okay. Stress, nein.
Viele verwechseln heutzutage intensive Arbeit mit Stress.

Hoffmann

19.11.2015

Das Problem sind nicht die Chefs, sondern die Kunden, Architekten, Bauherren …

Bauherren können nicht mehr warten, Architekten fehlt Fachwissen das die ausführenden Firmen in einen Bruchteil ausbügeln müssen.

Nicht ohne Grund haben Chefs kleiner Firmen 80 Std./Wochen wovon 60 Std. vermeidbar gewesen wäre! Weil sie Sachen machen müssen die eigentlich schon vor der Ausschreibung erledigt sein müssten.

Bedenkenanmeldungen, Behinderungen interessieren keinen mehr. Wenn ein Termin nicht eingehalten wird dann interessiert niemanden wer Schuld ist sondern nur wie ich der Firma für die Fehlplanung eines anderen aufhalsen kann.

Firmen die dagegen ankämpfen werden verklagt, warten Monate auf ihre Bezahlung …

Wie soll sich eine kleine Firma wehren wenn die kosten den Jahresgewinn weit übersteigt?

Und Nein ich möchte nicht Sonntag 14 Std. arbeiten interessiert keinen!

Robert Kraxner

19.11.2015

Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Achtsamkeit sehr wichtig ist, um vorab Maßnahmen zu setzen.

Achtsamkeit um die eigene Überforderung zu erkennen, aber auch, um eine mögliche Überforderung von Kollegen oder Mitarbeitern bewusst wahrzunehmen.

LG
Robert Kraxner

Daniela

19.11.2015

Schön wäre es, wenn der Chef seine Angestellten wahr nehmen würde. Doch die Realität sieht anders aus. Die Hotelbrance ist ein Berufszweig davon.
Verheizen , Unterbezahlung und Gleichgültigkeit stehen da an erster Stelle. Der Gast zählt nicht mehr! Chefs sind keine Vorbild mehr und stellen auch nur noch solche Führrungskräfte ein! Nicht hören, sehen und sagen was zum Erfolg eines Unternehmens führen könnte ist Tabu! Fakten und Tatsachen werden ignoriert. Kein Miteinander im Sinne des Unternehmens vom Chef aus, denn Einsicht und Änderung muß von ihm kommen! Aber wozu,
gibt doch genug Personal!!!!!!

Lara

19.11.2015

Meiner Meinung nach ein realitätsfremder Beitrag: Aufgrund eigener Erfahrungen und jener von ArbeitskollegInnen erhält man heutzutage sofort die Kündigung, sollte man auch nur in irgendeiner kleinen Weise zu verstehen geben (oder der Vorgesetzte meint es zu beobachten), dass man zuviel Arbeit hat (dann wird einfach gewertet, dass man zu langsam sei) oder sich fachlich noch etwas Knowhow aneignen müsse. Mein Rat an Betroffene: Versucht tatsächlich herauszufinden, woran die Überforderung liegt, sucht aber erst stillschweigend selber nach einer Lösung. Falls das Gespräch mit anderen gesucht werden muss, überlegt euch eine gute Strategie, um nicht als „Verlierer“ dazustehen.

Jürgen Loga

19.11.2015

Böse Falle!

In dem Artikel wird komplett vergessen, dass es auf der Welt nicht nur mentale Ursachen gibt, dass es auch ein körperliches problem sein kann! Bei gleichen Verhältnissen kann auch ein aufkommender Diabetes II, eine Schilddrüsenstörung, eine Borreliose etc Schuld sein. Oder eine echte Depression?

Vorsicht deshalb vor Artikeln und Meinungen, die nicht ganzheitlich die Thematik betrachten. Und wieso wird überhaupt nichts zur psychischen Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsschutzgesetztes nach §3 erwähnt? Wenn das Thema schon aufgegriffen wird, dann bitte professionell!

Ralf Jahn

19.11.2015

Herr Loga, danke…! Genau dieser Kommentar beschreibt den Mangel des Artikels!
Ich schreibe übrigens grad für das nebenberufliche Studium an einer Präsentation „Stressbewältigung und Entspannungstechniken“. Nein, tu ich nicht, ich bin viel zu kaputt, da ich seit einigen Wochen allein den Personalbereich besetze, für 900 Mitarbeiter. Ich sage jetzt meine Wochenend-Kommilitonen-Präsentationsbastelrunde ab, pflege meine Kopfschmerzen mit einem guten Whiskey und geh ins Bett. Vielleicht geh ich morgen arbeiten…

Hoffmann

20.11.2015

@Lara

Und warum? Keinen Kunden interessiert, warum er sein Produkt nicht bekommt!

Nein, „ich möchte Sonntag nicht arbeiten“, das interessiert keinem mehr!

Verzug setzen, Verklagen, Hauptsache, man kann den Preis drücken!

Das Problem ist ganz wo anders nur interessiert es keinen!

Donata Hagendorf v. Ditfurth

20.11.2015

Gefühlte Arbeits-Überlastung / Gefühl der Überforderung kann wirklich viele Ursachen haben! Personalmangel ist sicher nur ein kleiner Teil dessen. Meist liegen die Probleme wirklich ganz woanders, z. B. mangelnde Wertschätzung, Tätigkeit und persönliche Talente passen nicht zueinander. Wie z-B. ein Mensch mit viel Kreativiät und Kommunikationstalent sitzt recht kontaktarm bei einer Verwaltungsaufgabe…das passt einfach nicht. Je mehr wir einer Tätigkeit nachgehen, die unserer Persönlichkeit entspricht, eine wertschätzende Umgebung haben, desto erfüllter und auch belastbarer sind wir! Die Aufgabe sollte mit den eigenen (Sinn)-Werten übereinstimmen.

HaJo

20.11.2015

Als Mitarbeiter – Qu. Ing. bei einen Dienstleister, ist man nur solange bei den Kunden nur solange von Interesse bis man seine Erfahrungen
preisgegeben und die Aufgaben bearbeitet hat.
Dann gilt = der More hat seine Schuldigkeit getan – nu kann er gehen.=

Anselmo

08.12.2015

Wenn man in 40 und mehr Themen jederzeit ansprechbar und verlässlich auskunftsfähig sein soll, dann steht doch die Frage, wer das überhaupt können soll an erster Stelle. Dass hier über Hierarchieebenen hinweg Kommunikation möglich ist, bezweifle ich. Vom Chef bekommt man doch nur zu hören, was er denn da sagen soll, ihm erginge es doch genauso. Warum muss eigentlich immer nur der Einzelne achtsam sein? Vielleicht darf man auch mal sagen, dass der Kaiser schon lange keine Kleider mehr an hat und der Laden jeglicher Führung entgleitet? Vielleicht mangelt es an Vernunft im Rekrutierungsprozess, weil ständig notorische Selbstüberforderer für geeignete Führungskräfte gehalten werden?

Stefan

02.06.2016

Also ich denke, dass es ein generelles Problem in unserer Leistungsgesellschaft ist und das man es nur durch Selbstanpacken schaffen kann, da heraus zu kommen. Gründe und Lösungen hierfür gibt es sehr viele. Aber auf jeden Fall sollte man sich Hilfe von aussen suchen, wenn man glaubt es nicht alleine zu schaffen. Hierfür bedarf es Vertrauen, nachdem man sein Selbstvertrauen wiedergefunden hat und die Angst vor dem Draussen überwunden hat. Man sollte eine Vertrauensperson aufsuchen, und wenn diese nicht am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis exisitiert, dann muss eben ein guter Arzt her. Aber in erster Linie muss man es selbst wollen und auch erkennen. Aber wem vertraut man sich an in solch einem Fall? Gerade in unserer Leistungsgesellschaft wird dieses Vertrauen durch äussere Ängste immer mehr verdrängt. Und ich will ungerne sagen, dass unsere Gesellschaft krank ist, aber ihr fehlt es an einem sehr wichtigen Teil, nämlich dem was wir alle immer wieder suchen. ….