New Work Award Gewinner Auticon: "Tolle Kontakte, eine große Öffentlichkeit und super Mitarbeiter-Feedback"

Beim New Work Award 2015 begeisterte Auticon mit ihrer ungewöhnlichen Geschäftsidee: Die Berliner Firma setzt Autisten als IT-Consultants ein – und das mit Erfolg! Im Interview mit XING spielraum berichtet Auticon-Manager Tilman Höffken von den Erfahrungen als Gewinner und die Auswirkungen des Preises für das junge Unternehmen.

Auticon_Manager4

„Keep it simple“: Auticon-Manager und Vorjahresgewinner Tilman Höffken hat Tipps für die New Work Award-Bewerber.

Der New Work Award geht in diesen Tagen in die dritte Runde. Sie haben im letzten Jahr mit Ihrem Unternehmen Auticon das Rennen in der Kategorie KMUs und StartUps gemacht. Mit welchen Erwartungen sind Sie angetreten?

Höffken: Bei diesem Award haben wir sofort gedacht, dass es sehr gut passen würde. Ehrlich gesagt haben wir uns zuerst auch deshalb beworben, weil wir dachten, dass es nicht schaden kann, wenn durch die Aufmerksamkeit auf der großen XING-Plattform tausende User überhaupt erst einmal von Auticon erfahren. Insgeheim haben wir natürlich immer gehofft, dass wir den Award gewinnen, aber bei der starken Konkurrenz sind wir nicht wirklich davon ausgegangen. Am Ende hat es dann doch geklappt – das war wirklich toll!

Welche Auswirkungen hatte der Preis auf Ihr Unternehmen?

Höffken: Wir haben in der Zeit deutlich gesteigerte Aufmerksamkeit auf den Social Media-Kanälen erfahren sowie vermehrt Presseanfragen erhalten. Das war der erste positive Effekt. Zusätzlich haben sich im Nachgang tolle Kontakte ergeben sowie Einladungen zu Veranstaltungen. Auch intern hatte es einen super Effekt, weil so ein Award den Mitarbeitern vor Augen führt, dass sie in einem besonderen Unternehmen arbeiten. Das ist ganz wichtig für die Identitätsstiftung. Und nicht zuletzt haben wir einige spannende Vertriebskontakte gewinnen können, bspw. zu einem Unternehmen, bei dem wir jetzt einen unserer Consultants unterbringen.

Was denken Sie, welche Aspekte Ihres Konzepts haben die Jury und anschließend die Online-Community am meisten überzeugt?

Höffken: Ich denke, dass wir verkörpern, was aktuell ein wichtiges Thema ist, nämlich real gelebte Inklusion. Das heißt, dass wir Menschen, die ansonsten auf dem ersten Arbeitsmarkt nicht unterkommen würden oder zumindest Schwierigkeiten haben, eine Möglichkeit geben und dabei ganz bewusst auf ihre Stärken setzen. Wir sind als IT-Consulting- Unternehmen aktiv. Dabei stehen die enormen Stärken unserer autistischen Kollegen in Logik und Mustererkennung im Mittelpunkt. Das ist alles andere als ein Sozialprojekt, denn am Ende des Tages wollen alle unsere Kunden Qualitätsarbeit und die bekommen sie von unseren Consultants im Autismus-Spektrum auch. Wichtig ist, dass wir mit Selbstbewusstsein auftreten und ich denke das hat auch die User beim Voting überzeugt.

Wie hat sich Ihr Konzept seit dem letzten Jahr entwickelt?

Höffken: Wirtschaftlich hat sich seitdem einiges verändert: Zum Zeitpunkt der Bewerbung hatten wir 33 Consultants im Autismus-Spektrum und um die 50 Mitarbeiter, inzwischen sind wir bei 77 Mitarbeitern und bei über 50 Consultants im Autismus-Spektrum. Auch unsere Umsätze werden sich dieses Jahr fast verdoppelt. Sie liegen im einstelligen Millionenbereich. Insofern haben wir uns ganz klassisch wachstumsorientiert entwickelt, das war ja auch immer unser Ziel. Doch auch inhaltlich haben wir enorm dazugelernt: Wir verstehen jetzt noch besser, was unsere Kunden brauchen und wie wir unsere Mitarbeiter am besten in Projekten einsetzen, so dass eine optimale Verzahnung entsteht.  Ich glaube, in einem Startup wie unserem entspricht jedes Jahr lernkurventechnisch etwa zehn Jahren in einem Großunternehmen.

Warum sollten Firmen am New Work Award teilnehmen?

Höffken: Tolle Kontakte, eine große Öffentlichkeit und intern ein super Feedback von den Mitarbeitern – das sind unsere Erfahrungen. Und das Ganze auch noch für eine recht unkomplizierte Bewerbung. Gleichzeitig gibt es aber auch eine harte Jury, einmal bei der Vorauswahl durch das Expertengremium und dann vor allem beim Publikumsvoting. Wir haben vorher noch nie einen Publikumspreis gewonnen und waren schon etwas aufgeregt bei der Vorstellung, dass viele Tausend Menschen vor ihrem Rechner sitzen und unser Arbeitsmodell bewerten.

Zum Schluss: Ihr Tipp für Bewerber?

Höffken: Ich glaube, das Wichtigste ist: „Keep it simple“, also möglichst auf den Punkt argumentieren, warum das Projekt passend ist. Die einfachsten Themen sind meistens die bestechendsten. Da gab es im letzten Jahr bspw. ein tolles Konzept von Daimler, bei dem ehemalige Mitarbeiter aus der Rente wieder zurückgeholt wurden. Das sind Dinge, die einleuchten und wirklich einen Effekt haben.

Vielen Dank, Herr Höffken.

Interview: Mona Kiel, Fotos: Auticon


Jetzt für den New Work Award 2016 abstimmen!
Der New Work Award ist der Preis für zukunftsweisendes Arbeiten im deutschsprachigen Raum. Gemeinsam mit dem Magazin FOCUS und dem Human Resources Manager sucht XING in diesem Jahr zum dritten Mal nach innovativen, zukunftsweisenden Ansätzen, wie Arbeit organisiert werden kann. Stimmen Sie ab über das beste Konzept zur Arbeitswelt von morgen. Die Jury hat die Best Practice-Liste erstellt, Sie entscheiden über die besten New Work Initiativen und Konzepte. Weitere Informationen unter https://newworkaward.xing.com/

 

0 Kommentare