5 Fragen an Markus Sekulla, Blogger und Digital-Experte

Markus Sekulla ist davon überzeugt, dass effizientes Arbeiten unabhängig von Arbeitsort und -zeit geschehen kann. Im New Work-Kurzinterview verrät der in New York und Düsseldorf lebende Unternehmensberater für Digitale Kommunikation, was für ihn New Work bedeutet, welche Rolle Flexibilität für ihn spielt und warum der ideale Mix seiner beruflichen Ambitionen aus „Menschen, Geschichten, Technik und Kaffee“ besteht.

Meine persönliche Übersetzung von “New Work“?

Der für mich persönlich wichtigste Aspekt ist die Möglichkeit der freien Zeiteinteilung. Stimmt das Ergebnis, ist es egal, wann und wo es es erzielt wird: Wenn es in 8 Stunden zwischen 9:00 und 17:00 Uhr passiert, klasse. Wenn es in 180 Minuten zwischen 5:00 und 8:00 Uhr morgens passiert, ebenso klasse.

Ich habe mich über ein halbes Jahr hier in New York jeden Dienstagmorgen um 9:00 Uhr für zwei Stunden auf dem Fußballplatz mit Menschen aus 15 Nationen wiedergefunden. Das war für mich eine unglaubliche Quelle an Kreativität und Inspiration. Dafür hatte ich schon um 5:00 Uhr morgens den ersten Call mit Deutschland und meine To-Do Liste abgearbeitet, bevor die Schuhe geschnürt wurden.

Wenn ich an meinen Arbeitsalltag denke, was ist dort ehrlicherweise eher „Old Work“?

Anwesenheit. Diese braucht es in meinem Job jedoch vor allem um Auftraggeber und Team kennenzulernen und Beziehungen aufzubauen. Briefing und Kick off-Meetings mache ich daher immer vor Ort beim Kunden. Ich habe es über Skype versucht und da fehlt die Chemie: Es ist einfach nicht dasselbe, wenn sich Frau Pape, Herr Pape und Herr Sekulla über Videoschalte vorstellen müssen. Ich führe ein Gespräch lieber Face-to-Face zwischen Katja, Lars und Markus.

Auch Formalien wie die Steuerabrechnung regele ich lieber klassisch per Steuerberater und nicht über eine Accounting App.

So will ich auf keinen Fall werden! Das denke ich, wenn ich an folgende Eigenheiten meiner früheren Chefs denke…

Ich hatte das Glück, dass ich in der Vergangenheit fast ausschließlich gute Chefs bzw. Auftraggeber hatte und von jeder/m Projektleiter/in eine Menge lernen konnte. Sonst hätte ich es nicht über zweieinhalb Jahre bei der Stadt Düsseldorf und seit mittlerweile dreieinhalb Jahren bei Nokia/Microsoft ausgehalten.

Aber auch wenn es tonnenweise negative Eigenheiten gegeben hätte, würde ich die Frage viel lieber umdrehen: So will ich auf jeden Fall werden!

Was ich von meinen alten Auftraggebern/Chefs lernen konnte: Hingabe. Jeder meiner Chefs war von dem, was er für die Firma tat, absolut überzeugt und hat alles in seiner/ihrer Macht stehende getan, um die Projekte weiterzubringen. Das bewundere ich endlos.

Mein Traumberuf, wenn ich nicht Unternehmensberater wäre…

Zunächst empfinde ich Unternehmensberater nicht als Traumberuf. Es ist bislang die Tätigkeit mit der ich örtlich am flexibelsten bin – etwas, was mir in den letzten Jahren sehr wichtig war. Würde ich einer festen Tätigkeit nachgehen, hätte ich sicher nicht so viel Zeit im Ausland verbringen können.

Aber ich habe in der Tat einen Traumberuf und arbeite schon länger darauf hin: Barista in meinem eigenen Café. Dieses soll in einem Startup-Zentrum gelegen sein. Dabei wäre ich für die jungen Besucher gerne der 45-Jährige mit dem grauen Bart und ohne Haare, der erstaunlich viel Ahnung von der Branche hat und immer mit Rat und Tat zur Seite steht (und dazu leckeren Kaffee serviert.) Das wäre die ideale Verbindung meiner Leidenschaften: Menschen, Geschichten, Technik und Kaffee.

Zeitreise ins Jahr 2025: In 10 Jahren wird ein echter Traumberuf sein.

Schwere Frage. Wenn man sich alleine die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz anschaut, dann sind 10 Jahre eine Menge Holz. Da darf ich auch mal sagen: Keine Ahnung.

Und doch: Wenn ich Gespräche der letzten Jahre Revue passieren lasse, dann sage mal Tischler. Generellein Beruf, der wenig Berührungspunkte mit der digitalen Welt hat, sondern nach wie vor die gleichen Probleme hat wie, die Kollegen im Jahr 2005. Das Thema (digitale) Entschleunigung ist in meinem Bekanntenkreis Dauerthema, wodurch ich auf eine Sehnsucht nach weniger Geschwindigkeit und mehr Face-to-Face-Interaktion schließe. Ein zukünftiger Traumberuf wird vermutlich einer sein, der diese Sehnsucht erfüllt.


Über MSekulla_Foto_klein_neuarkus Sekulla

Markus Sekulla arbeitet nach Wirtschaftsstudium und drei Jahren in Asien, davon 2 in China, als Kreativ- und Digitalberater in New York City und Düsseldorf. Deutschen Unternehmen hilft er bei der Entwicklung zeitgemäßer digitaler Strategien. In seinem W&V-Blog #digitalglobetrotter schreibt er über beispielhafte internationale Kreationen. Außerdem ist er einer der Köpfe hinter Mobilegeeks und den Elegant Elephant Studios in Düsseldorf.


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