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Arbeit & Geld

Wieder mal Nullrunde? Die größten Fehler bei Gehaltsverhandlungen

Der Firma geht es blendend, doch beim Gehalt wirkt sich das nicht aus? Dann ist es an der Zeit, mehr Lohn zu fordern. Ganz nach dem Motto: Ein bisserl was geht immer! Hier sind acht Fehler, die Arbeitnehmer bei der Verhandlung vermeiden sollten.

Wieder mal leer ausgegangen beim Gehaltsgespräch? Mit ein paar Tricks erhöhen Sie ihre Chancen auf mehr Geld. (Foto: Business plus / Shutterstock)

Wieder mal leer ausgegangen beim Gehaltsgespräch? Mit ein paar Tricks erhöhen Sie ihre Chancen auf mehr Geld. (Foto: Business plus / Shutterstock)

„Da könnte ich Sie ja als Chef einstellen!“: Wenn es darum geht, eine Lohnerhöhung abzublocken, sind Vorgesetzte um keine Notlüge verlegen. Beim Arbeitgeber mehr Geld auszuhandeln, ist ein schwieriges Unterfangen. Doch nicht aussichtslos. „Wenn Sie nicht Rentner oder Lehrer sind, geht beim Gehalt eigentlich immer etwas“, sagt die Münchener Karriereberaterin Claudia Kimich. Beschäftigte brauchen aber eine gute Vorbereitung.

1. Den falschen Zeitpunkt wählen:

Ein großer Fehler ist das falsche Timing: Gehaltsforderungen, die zur Unzeit kommen, werden garantiert nicht berücksichtigt. „Es ist sinnvoll, nach mehr Geld zu fragen, wenn das eigene Aufgabenspektrum erweitert wurde“, sagt Katharina Heuer. Sie ist Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP) in Düsseldorf. Zum Beispiel durch ein neues Projekt oder durch Führungsverantwortung.

2. In der Defensive verharren:

Einfach das Feedback-Gespräch abzuwarten, ist ebenfalls keine gute Idee: „Wenn der Chef zur Unterredung bittet, ist man bereits in der Defensive„, erklärt Prof. Thilo Büsching von der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt. Wer mehr Geld will, sollte in die Offensive gehen. Der Personalberater empfiehlt, die Gehaltserhöhung in einem kurzen Thesenpapier zu begründen und das dem Vorgesetzten vorab zu mailen. Im Mitarbeitergespräch kann er dann nicht überrascht tun.

3. Bescheidenheit als Tugend sehen:

Viele warten ab, bis der Chef von allein mit mehr Geld kommt. Das gelingt jedoch nur selten: Statt nur mit Sachkenntnis und Fleiß auf sich aufmerksam zu machen, sollten Angestellte ihre Leistungen aktiv herausstellen, sagt Kimich.

4. Den Chef als Gegner behandeln:

Was viele Mitarbeiter nicht sehen: Ihr Chef muss die Gehaltserhöhung auch vor seinen Vorgesetzten rechtfertigen. Am Ende sollte deshalb eine Situation stehen, von der beide Seiten etwas haben. „Man muss den Chef zum Verbündeten machen, damit der das Budget durchboxt“, erklärt Kimich.

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5. Die falschen Argumente anführen:

Ebenso wichtig ist die richtige Begründung: „Der Chef wird fragen, warum das Gehalt erhöht werden soll, dann brauche ich gute Argumente“, erklärt Heuer. „Man muss argumentieren, wie sehr man der Firma nutzt“, rät Büsching. Mitarbeiter sollten sich fragen: „Worin besteht mein Mehrwert?“

6. Das Gespräch schlecht vorbereiten:

Viele Antworten auf unangenehme Fragen lassen sich problemlos vorab im Rollenspiel mit Freunden oder Bekannten proben. Doch oft geschieht das nur unzureichend: „Der Hauptfehler ist, es wird nur einmal geprobt“, sagt Prof. Büsching. „Das ist so, als würde eine Fußballmannschaft nur einmal trainieren.“

7. Zu früh das Handtuch werfen:

„Viele Menschen geben zu früh auf, das ist einer der größten Fehler bei Verhandlungen“, sagt Kimich. Eine Alternative zur Gehaltserhöhung kann eine einmalige Prämie sein. Bei einer Zielvereinbarung verabreden beide Seiten, nach Ablauf einer Frist noch einmal über das Thema Geld zu sprechen.

8. Keine Konsequenzen ziehen:

Wer finanziell seit Jahren auf der Stelle tritt, sollte über einen Jobwechsel nachdenken. Kimich empfiehlt, vor Gehaltsgesprächen den eigenen Marktwert zu testen. Ihren Klienten rät sie, sich auf eine Stelle zu bewerben, die sie nicht wollen. Bei positiver Rückmeldung kann man viel selbstbewusster verhandeln.

Text: Peter Neitzsch

P.S: Was sind Ihre Erfahrungen bei Gehaltsverhandlungen? Verraten Sie uns Ihre Tricks? Bitte unten in den Kommentaren.

9 Kommentare

M...

15.10.2015

Wenn jetzt noch nicht nur Fehler gelistet wären, sondern auch brauchbare Vorschläge, wie man es richtig macht, könnte dieser Artikel durchaus sinnvoll sein.

Schaaaaazeli

15.10.2015

Interessant für dich, vor allem der letzte Punkt
Kiss
Jusuf

Mannoia

15.10.2015

Tip: Neue Aufgabenbereiche plus neue Verantwortungsbereiche auflisten seit der letzten Gehaltserhöhung.
Manchmal hilft es auch, wenn man zeigt dass man seinen Marktwertkent.
Die Begründung, dass andere auch mehr bekommen zieht nicht. Man muss schon argumentieren, dass man als Person einen erhöhten Mehrwert bringt.

claudia Roß

15.10.2015

Schon recht interessant, aber ein paar anwendbare Vorschläge wären noch besser!

Theil

15.10.2015

Der Artikel ist leider nicht sehr gründlich recherchiert worden. Neben Rentner, wie logisch und Lehrern gibt es eine erhebliche Reihe von Beschäftigten, wie die Tarifbeschäftigten im Öffentlichen Dienst und Beamte im Bund, den Ländern und Kommunen, die nicht einmal den Hauch einer Chance haben, bei Ihren Chefs Gehaltserhöhungen einfordern zu können. Die hier plakativ genannten Tipps treffen sicherlich weitgehend nur für das mittlere und höhere Management zu.

Dr.Pietsch

15.10.2015

Ich hatte eine gute Position als Abteilungsleiter in Forschung und Technologie. Mein Chef erwähnte in einem Gespräch auf einer Dienstreise, dass wir mal über eine Gehaltserhöhung sprechen müßten. Nun habe ich gewartet, dass er darauf zurück kommt. Das war ein großer Fehler. Ich hätte auf ihn zu gehen müssen. So ist nichts passiert.

TheM

15.10.2015

Mein Tipp: Nach längerer Zugehörigkeit und gleichbleibender Position einfach mal ein Zwischenzeugnis anfordern. Einen guten Mitarbeiter lässt man nicht gehen. Auch und grade nicht in einer Situation in der es der Firma „schlechter“ geht ( vielleicht noch gut aber schlechter als im Vorjahr )

Somit testet man allerdings auch seinen Stellenwert in der eigenen Firma und kann dann zu dem hier aufgeführten Punkt 8 kommen.

Bei mir hat es bis jetzt immer funktioniert! Meine Chefs haben mich nach Anforderungen immer zum Gespräch gebeten. Natürlich wollten Sie wissen warum ich ein solches Zeugnis so plötzlich möchte. Ein oder zwei geschickte Ausreden später kam die Frage von meinen Chefs: „Was müssen wir tun damit sie uns erhalten bleiben?“ Ab diesem Punkt macht die Verhandlung Spaß.

Milad

20.10.2015

Besonders wichtig sind:
1) Zeitpunkt
2) Richtige Argumente
3) Beharrlichkeit!
Ich finde wenn man sich speziell auf diese Punkte fokussiert, kommt man früher oder später zum gewünschten Ziel.

Renate Engel

15.12.2015

Mein Zwischenzeugnis war gut. Verhandlungsgespräch über Leistung vorgetragen mit Zahlen und Mehrwert für die Firma erwähnt. Gehaltserhöhung mit vier unterschiedlichen Vergütungen vorgeschlagen. Ergebnis: keine Gehaltserhöhung!
Doof, wenn der Geschäftsführer keine Ahnung über den Wert Deiner Arbeit hat und ein ehemaliger Teamchef meine damalige Position im Vertriebsinnendienst mit Call-Center abwinkt.
Zustand jetzt: Sales Management, Produkterweiterungen, mehr Verantwortung und immer noch keine Gehaltserhöhung. Fazit: Über den Tellerrand schauen, was die große, bunte Welt noch zu bieten hat und das Ohr an der Zeit haben ;-)

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