Arbeit & Geld

Der Spielraum-Gehaltscheck: Das verdient Deutschland

Entspricht mein Gehalt wirklich dem Branchendurchschnitt? Bekommt der Kollege aus der Münchner Filiale tatsächlich so viel mehr? Und wieviel verdient wohl mein Nachbar? Wir verraten es Ihnen.

Über Geld spricht man nicht! Schon gar nicht über die Höhe des Gehalts! Lange Zeit herrschte hierzulande eisernes Schweigen über das private Einkommen, selbst unter guten Kollegen und sogar Freunden hielt man sich in Sachen Verdienst komplett bedeckt. Doch langsam weichen die Geheimnisse auf, auch wenn komplettes Gehaltsglasnost noch nicht Einzug in deutsche Kantinen oder Feierabendkneipen gehalten hat.

Wir geben Ihnen hier mithilfe von Statistiken unseres Kooperationspartners Statista einen Überblick darüber, wieviel es in den wichtigsten Branchen Deutschlands zu verdienen gibt (1), in welchen Städten die Gehälter (ebenso wie zumeist auch die Lebenshaltungskosten) besonders hoch sind (2) – und wie peinlich, zumindest wie bedenkenswert, die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern im 21.Jahrhundert immer noch sind (3).

1. Das verdienen deutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt

statistic_id74024_bruttoverdienst-arbeitnehmer--vollzeit----wirtschaftsbereiche-q2-2015 (4)

 

2. So viel mehr bekommen Frankfurter, Münchner – und Ulmer 

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3. Nix Gleichberechtigung: die Geschlechter-Gehaltslücke

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Was sagen Sie zu diesen Zahlen? Entsprechen die Angaben ihren persönlichen Erfahrungen? Diskutieren Sie über Lohngerechtigkeit und Standortnachteile – unten in den Kommentaren.

15 Kommentare

Mandy

15.10.2015

Interessant. In Fulda liege ich mit der Hälfte der AZ zwischen 2. und 3. Balken als Akademikerin in der öffentlichen Verwaltung. …diese Zahlen sind meilenweit entfernt!

Iris

20.10.2015

Diese Tabelle stimmt nicht – auch nicht mal durchschnittlich betrachtet – besonders fallen die Zahlen bei den Erziehern auf. Und aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass Buchhalter in Vollzeit zwischen 2300 € und 2900 € brutto verdienen. Zuschläge werden schon lange nicht mehr gezahlt. Nicht berücksichtigt sind die Zeitarbeiter, ein Buchhalter in Vollzeit (40 Stunden) verdient als Zeitarbeiter zwischen 1500 € und 2300 € brutto, je nach Region und Arbeitgeber.

Wolf-Berg

21.10.2015

Wer hat sich denn solch unseriösen Zahlen aus den Finger gesaugt? Ein Blick in die gültigen Tarifverträge entlarvt schon die falschen Daten.

Sebastian

26.10.2015

Der Durchschnitt sagt besonders bei Gehältern einfach so gut wie gar nichts aus. Die Zahlen schwankgen z.B. in der IT-Branche sehr stark nach tatsächlichem Job, Fachkräftemangel in der jeweiligen Nische und persönlicher Leistung. 30k€/Jahr und 120k€/Jahr innerhalb der gleichen Abteilung sind durchaus nicht abwegig. Insofern dürften die Zahlen als Durchschnittswerte durchaus stimmen – mehr aber auch nicht.

Horst

26.10.2015

Das sagt mir nur eines: Um diese hohen Durchschnittswerte zu erreichen, müssen einige wenige in den oberen Management-Ebenen extrem viel mehr verdienen. Die Normalos unter den Angestellten kommen nur selten wenn überhaupt auf den Durchschnittswert.

Meijer

26.10.2015

Kein Wunder, dass alle glauben, dass es Deutschland so toll geht. Diese Statistik zeigt vielleicht Wunschgehälter, mehr aber definitiv nicht. Und man hat dann Managergehälter mit in die Statistik genommen. Wenn ich mich umgucke sind die meisten Gehälter unter 3000€ im Monat zumindestens in Norddeutschland.
Guckt euch echt mal die Tarifverträge an.

Joachim

26.10.2015

Die besonders „peinliche“ Statistik Nr. 3 lässt mich aber auch fragen warum ist die Gehaltslücke besonders in 2 Branchen so groß (Versicherungen/Banken) bei denen überwiegend nach Tarif bezahlt wird? Haben die Betriebsräte da etwa geschlafen? Oder hat diese Statistik noch andere Verwerfungen zum Inhalt?

Ricky

26.10.2015

Mit Verlaub, wurden in der Redaktion schon Wetten ob der Reaktion der Leserschaft abgeschlossen? Die Zahlen des Durchschnittsverdienstes sind doch größtenteils hanebüchen. Ebenso finde ich den Gehaltsindex fragwürdig: In Dresden wird also „durchschnittlich“ 97 Prozent des deutschen Durchschnitts gezahlt (und damit noch zwei Prozent mehr als in Berlin…!). Soso. Das mag in Spitzen punktuell möglicherweise stimmen, wer aber Realität kennt, weiß, daß diese Zahlen nicht stimmen können. Es bleibt also dabei: Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast…

Michael H

26.10.2015

Nun ja, all das ist doch nur ein Teil der „Wahrheit“. Bevor sich jetzt alle viel Einkommens-ärmer fühlen als sie es (zumindest durchschnittlich) sind, hilft ein Blick aus das verfügbare Netto-EINKOMMEN je nach Haushaltsgröße. Hierzu findet man im Netz zahlen aus 2003 und 2008 in Hessen: http://www.statistik-hessen.de/themenauswahl/einkommen-verdienste-verbrauch/landesdaten/einkommen-einnahmen/einkommen-einnahmen-u-ausgaben-nach-haushaltsgroesse/index.html.
(die Redaktion findet sicher aktuellere und bessere Zahlen – das wäre doch mal ein Artikel wert :-). Hieran sieht man z.b., dass ein 4-Personen Haushalt in Hessen 2008 ca. 4600€ netto pro Monat zur Verfügung hat. Da wird eben alles was man so „nebenbei“ bekommt hineingerechnet: d.h. Transferzahlungen wie Kindergeld, Sozialhilfe, Renten, selbstständige Tätigkeit, Vermietung&Verpachtung, usw. Und bezüglich des Argumentes der Ungleichverteilung: auch der „Gini-Koeffizient“ ist in Deutschland vergleichweise (international) nicht so schlecht wie es links-Politische gerne hätten, um ihre Thesen zu stützen. Grüße vom Dipl. Volkswirt.

Wanja Schäfer

26.10.2015

Durschnitt bei den Gehältern so wie es hier dargestellt wird gibt es nicht. Dadurch sind solche Statistiken von Anfang an fehlerhaft.

Thiel Manfred

26.10.2015

Wenn tatsächlich im Finanz und Versicherungsbereich ein Angestellter über 6400,– € verdient, dann werd ich sofort zum Angestellten. Jetzt bin ich selbstständig und habe viel weniger. Das sind wohl Wunschgehälter, die der Realität nicht entsprechen.

Frank B.

26.10.2015

Naja, Monatgehälter kann man so nicht wirklich vergleichen. Was fehlt, ist z.B. die Info über die Anzahl Wochenstunden. 40h mit einigen Überstunden sollen natürlich besser bezahlt werden, als eine reine 35h Woche.
In der Telekommunikation lag ich mit „echten“ 35h etwa im genannten Bereich. In Automotive muss ich dafür 40+h arbeiten und habe dabei deutlich mehr Stress (Region BW).
Einen Unterschied zwischen Frauen und Männern kann ich nicht ausmachen, weder was die Bezahlung angeht, noch was die zugeteilte Verantwortung angeht.

Tobias S.

08.03.2016

Liebe Redaktion,

ich gehe von falschen Daten aus. Ich habe selbst über statista recherchiert. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen mit Sonderzahlugnen im Bereich Finanz- und Versicherungsdienstleistungen betrug in Q3 2016: Männer: 5.746€; Frauen: 4.080€. Betreffen die Gehaltsangaben ggf. nur Führungskräfte etc.?

Viele Grüße

Sylvia

16.08.2016

Diese Zahlen sind genauso unrealistisch wie die prognostizierten Gehälter bei Stellenausschreibungen bei Xing.