Arbeitsplatz Deutschland

„Was wir bei der Einstellung eines syrischen Anwalts erlebten“

Die Probleme auf dem Arbeitsmarkt beginnen sehr früh. Viele der Flüchtlinge sprechen kein Deutsch, sondern verständigen sich auf Englisch. Unsere Erfahrung zeigt jedoch: In den Job-Centern können oder wollen viele Berater kein Englisch mit den Bewerbern sprechen. Allein das verzögert die Vermittlung.

Rechtsanwältin Draheim: "Anreize zum Arbeiten schaffen, ist wichtig."

Rechtsanwältin Draheim: „Anreize zum Arbeiten schaffen, ist wichtig.“

Von Yvonne Draheim, Partner, Hogan Lovells International LLP

Als Hartmut Scharmer, der Hauptgeschäftsführer der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer hier in Hamburg, uns zu Beginn dieses Jahres anrief, war das Flüchtlingsthema in den Medien eher am Rande ein Thema. Natürlich hatten wir alle von der schwierigen politischen Lage, vor allem in Syrien, gelesen, aber in Wahrheit war die Problematik doch gefühlt noch sehr weit weg. Herr Scharmer hatte über eine Betreuerin von einem Flüchtling erfahren, einem Anwalt für gewerblichen Rechtsschutz, der in Damaskus eine eigene Kanzlei geführt hatte und jetzt nach Hamburg geflohen war. Ob wir helfen könnten?

Der Mann, nennen wir ihn Tarek, war zu diesem Zeitpunkt in einer Erstaufnahmestelle für Asylbewerber untergebracht. Er möchte anonym bleiben, weil seine Frau und Kinder noch in Damaskus sind und er Repressalien für sie fürchtet, wenn bekannt wird, dass er geflohen ist. Die Voraussetzungen waren schwierig: Tarek spricht gut Englisch und natürlich arabisch, aber er hatte gerade erst angefangen, Deutsch zu lernen. Er hat natürlich keine Zulassung, um hier als Anwalt zu arbeiten, und kennt das Rechtssystem nicht. Zu diesem Zeitpunkt wartete er auch noch darauf, offiziell als Flüchtling anerkannt zu werden. Trotzdem: Wir wollten ihn gerne unterstützen. Wenn ein anderer Mensch erzählt, wie es ist, übers Meer fliehen zu müssen, lässt einen das nicht mehr los.

Die Job-Center sind überfordert

Unsere Erfahrungen waren zunächst gemischt: Im Job-Center etwa wollten oder konnten die Mitarbeiter kein Englisch mit Tarek sprechen. Zu diesen und anderen offiziellen Terminen benötigte er – wie vermutlich zahlreiche andere – also stets Begleitung. Auch dauerte es relativ lange, bis sein Status anerkannt wurde. Sobald diese Hürden aber genommen waren, ging der Rest überraschend einfach: Für Tarek gelten für die kommenden drei Jahre, bis sein Status neu geprüft wird, die gleichen Vorgaben wie für einen deutschen Angestellten. Seit Juni arbeitet er jetzt einen Tag die Woche als wissenschaftlicher Mitarbeiter für uns. Krankenversicherung, Rentenversicherung, Bankkonto eröffnen, das war alles kein Problem. Sein Lohn wird auf das Arbeitslosengeld II angerechnet; in Summe verdient er somit jetzt etwas mehr, als wenn er nicht arbeiten würde. Das war uns als Anreiz wichtig.

Denn unsere Firmenpolitik sieht zwar vor, dass jeder von uns sich mindestens 25 Stunden im Jahr während der Arbeitszeit ehrenamtlich engagieren darf. Trotzdem wollten wir Tarek auf jeden Fall sinnvoll beschäftigen. Er hat zum Beispiel einmal die Woche einen festen Telefontermin per Video mit unserem Kollegen aus Dubai, für den er dann arabische Sachverhalte recherchiert oder auch übersetzt. Aktuell überlegt Tarek, ob er promovieren kann: Er ist auf unsere Initiative hin schon Gasthörer an der Bucerius Law School gewesen und möchte die Zeit, die er in Deutschland ist, möglichst sinnvoll nutzen. Dieses Engagement beeindruckt uns. Gerade tut sich zudem die Chance auf, dass er – und einige weitere Flüchtlinge – möglicherweise an einem Programm der Bucerius Law School für Austauschstudenten kostenlos teilnehmen darf.

Gesucht werden: Gesprächspartner – und Fahrräder

Nach drei Monaten ziehen wir eine positive Zwischenbilanz. Tarek freut sich über die Abwechslung und die Kontakte zu seinen deutschen Kolleginnen und Kollegen. Mit Hilfe unseres Netzwerks konnten wir ihm inzwischen auch eine kleine Wohnung besorgen, so dass er aus der Erstaufnahmestelle ausziehen konnte. Wir organisieren jetzt auch Sommerfeste für Flüchtlinge aus der Erstaufnahmestelle in Hamburg und Patenschaften: Viele Flüchtlinge suchen Deutsche, mit denen sie die Sprache üben können oder die ihnen erklären, wie deutsche Behörden funktionieren. Es sind manchmal auch scheinbar banale Anliegen, die schnell geklärt werden können. Viele von Tareks Bekannten können sich die Tickets für den öffentlichen Nahverkehr nicht leisten – und sich daher auch nicht in der Stadt bewegen. Wir versuchen, in solchen Fällen gebrauchte Fahrräder zu vermitteln. Wir können nur allen Firmen raten, sich ebenfalls zu engagieren, denn die Zuwanderung wird uns auf viele Jahre beschäftigen.

Autorenprofil:
Yvonne Draheim ist seit Januar 1999 als Rechtsanwältin im Hamburger Büro der Sozietät Hogan Lovells tätig, seit März 2011 in der Position einer Partnerin. Sie ist Mitglied der Praxisgruppe IPMT – IP, Medien & Technologie. Ihr Schwerpunkt liegt im Bereich des gewerblichen Rechtsschutzes. Sie berät und vertritt etwa Mandanten aus den Bereichen des Privatfernsehens, der Herstellung von Baumaschinen und -teilen, von Bekleidung sowie Mandanten aus dem Energiesektor.

Yvonne Draheim auf XING; Profilseite bei Hogan Lovells

©Aufmacherfoto: Morganka / Shutterstock)


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17 Kommentare

Schomburg Albert

23.09.2015

Als Unternehmer entwickle, produziere und vertreibe ich Spezialbaustoffe mit ca. 500 Mitarbeitern in Detmold.

Wenn wir das Leistungsprofil der einzelnen Flüchtlinge erfahren könnten und direkten Kontakt aufnehmen dürften, würden wir die Integration von geeigneten Flüchtlingen selbst organisieren. Bitte geben Sie uns die Möglichkeit.

Mit freundlichem Gruß

Albert Schomburg
http://www.schomburg.de/de/Geschaeftsleitung.html

Dirk

23.09.2015

Unser „engagierter und fleißiger Tarek“ muss freilich aber keine Aufnahmeprüfung machen oder gar seine Promotion an der renommiertesten und teuersten Privathochschule für Jura selbst finanzieren. Das macht natürlich der deutsche Steuerzahler, dem solche Möglichkeiten – selbst bei gleichem/r oder besserem/r Engagement/Eignung – nicht offen stehen. Mittlerweile bezahlt schon der deutsche Steuerzahler dafür, dass ihm von weniger qualifizierten Einwanderern, die vorher keinen Cent zum Wohl des Bildungssystems und Gemeinwesens beigesteuert haben, Ausbildungsplätze streitig gemacht werden. Ja sind wir denn im Irrenhaus?!

Peter

23.09.2015

Wir sollten uns um alle Menschen die keine Arbeit haben in Deutschland gleichermaßen kümmern nicht nur um die Flüchtlinge. Man erkennt hier leider dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Ausserdem wird von schon wieder versucht die Flüchtlinge als billige Arbeitskräfte zu missbrauchen. Das kann ich nicht gut heißen.

Carsten

23.09.2015

Hallo Dirk, vielen Dank für Ihre Sicht der Dinge. Das Problem ist doch eher das fehlende oder nicht ausreichende Konzept hier im Lande und Europa. Eigentlich sollte es eine Gleichberechtigung unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion, etc. geben. Aber daran habe viele kein Interesse. Und nein, Tarek bezahlt hier kein Geld … er hat »nur« sein Leben riskiert und alles, was er sich aufgebaut hat (auch mit Geld finanziert), zurückgelassen. Wie ist das denn mit den Studierten aus Frankreich, dessen Diploma nicht in Spanien anerkannt werden, oder meine Cousine, die in Frankreich ihr Abitur gemacht hat und in Deutschland keinen Wert hat? Selbst Schulabschlüsse haben in einigen Bundesländern nicht den gleichen Stellenwert. Wir sollten aufhören immer nur in kleinen Kästchen zu denken. Es gibt Flüchtlinge, die haben in Ihren Heimatländern Existenzen aufgebaut. Es ist nicht an uns, diese unterschiedlich zu bewerten. Es ist an uns, den Menschen zu helfen. Es ist erwiesen, dass das einfache kasernieren menschenunwürdig ist. Wenn wir anfangen über unsere eigene kleine Schachtel hinauszudenken, dann ist es auch einfacher, den Menschen zu helfen. Hierzulande und außerhalb. Jetzt habe ich mich aber in Rage geschrieben …

M.M.

23.09.2015

Hinsichtlich der Berater in den Job-Centern, die „kein Englisch sprechen konnten oder wollten“ sollte man bedenken, dass diese gegenüber ihren Gesprächspartnern oftmals rechtsverbindliche Auskünfte geben müssen. Bei offiziellen Behördenterminen ist es immer noch üblich, dass solche Gespräche daher in der „Amtssprache Deutsch“ geführt werden.

Guido

23.09.2015

@Dirk: Von Ausbildungsplätzen ist im gesamten Text keine Rede. Es handelt sich um einen Erfahrungsbericht. Ob die Bucerius Law School, bei der es sich um eine gemeinnützige GmbH handelt, ein Austauschprogramm auch für Asylbewerber anbietet und aus eigenen Mitteln finanziert kann sie selber entscheiden.

Martin

23.09.2015

Lieber Dirk,
Ihren Kommentar kann ich keineswegs teilen. Hier spricht nicht nur Neid, sondern auch Angst heraus, von den eigenen Pfründen und dem eigenen Wohlstand zu verlieren. Ich vermute mal, dass sie eine gute Ausbildung genossen haben. Und ich vermute auch mal, dass sie persönlich einen Großteil der Ausbildung auch nicht bezahlt haben. Das hat auch der Steuerzahler getan und zu einem kleinen Teil vielleicht Sie selbst und ihre Eltern. Der Reichtum den unsere Gesellschaft besitzt und auch die Verantwortung, die wir durch diesen Reichtum und die Geschichte unseres Landes haben, geben uns die Verpflichtung uns um Flüchtlinge aus Bürgerkriegsregionen zu kümmern. Und egal ob es uns gefällt oder nicht. Wir werden die Flüchtlinge auch nicht aufhalten können. Vielleicht ist es auch einmal ein Gedankenansatz sich zu überlegen, dass viel dieses Leids und Elends auch auf Geschäfte deutscher Unternehmen zurückzuführen ist, die einen großen Teil des Kuchens gerne in Anspruch nehmen und auf politische Interessen unser ach so aufgeklärten sozialen Welt.
Noch ein kleiner Hinweis:
Auch ich bin ein Flüchtlingskind, vielmehr ein Enkelkind und stolz darauf, dass es Menschen gab, die sich meiner Familie angenommen haben auf der Flucht und ihre eine Chance gegeben haben. Noch mehr bin ich aber stolz darauf, dass es Menschen gibt, die ihre zweifelhafte Gesinnung nicht hinter Gemeinplätzen und Stammtischsprüchen verbergen, sondern anpacken. Egal ob am Hauptbahnhof oder dort worauf es langfristig noch mehr ankommt: Vor Ort, in der Gemeinde, auf dem Sportplatz, an den Schulen und an all den anderen Orten. Denn wir sind alles MENSCHEN!!!
Einen guten Tag wünscht,
Martin

Josef

23.09.2015

Ich habe das noch nie verstanden, dass Abschlüsse, woraus ja hervor geht, dass der betreffende sich in der Materie auskennt, nicht weltweit anerkannt werden.
Das gilt leider nicht nur für Deutschland, sondern auch für die USA und Kanada.
Versuchen Sie mal in den USA oder Kanada mit einem deutschen Abschluss (z.B. Kfz-Meister, IT-Techniker, etc.) einen Job zu ergattern. Wenn Sie nicht gerade viele Beziehungen haben, können Sie das vergessen.

Ansonsten muss ich noch M.M. beipflichten. Wer unbedingt englisch sprechen will, kann sich ja nach UK oder Irland aufmachen. Da wird überall englisch gesprochen. Wir sind nunmal in Deutschland und da sollte Deutsch als Amtssprache beibehalten bleiben.
Außerdem befürchte ich, dass die Mitarbeiter in den Job-Centern zwar Englisch können, aber halt keine rechtsverbindlichen Auskünfte in Englisch erklären können. Ich spreche zwar fließend Englisch und parliere mit meinen amerikanischen Kollegen selbst Jokes auf Englisch, würde mich aber hüten rechtsverbindliche Aussagen in Englisch zu machen.

Patricia

23.09.2015

Wir leben in einer globalisierten Welt und da fliegen auch die Bumerangs weiter und schneller.

Wir können nicht erwarten, dass unser Wohlstand auch auf Kosten von Ländern entsteht, deren Lebensgrundlagen zerstört werden (durch Raubbau an Ressourcen, Verseuchung von fruchtbaren Landschaften, Land Grabbing u.a.), von deren Krisen wir durch Lieferung von Waffen profitieren oder die mit dubiosen Methoden finanziell ausgebeutet werden (z.B. mal lesen: „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“!).

Ich erwartete schon seit vielen Jahren, dass so etwas passiert und bin, ehrlich gesagt froh, das die Welle nun rollt, die uns auffordert, hinzuschauen, die Ursachen zu erkennen, uns zu bekennen und hoffentlich bewusstere Entscheidungen zu treffen.
Auf Andere mit dem Finger zu zeigen oder sich zu beklagen ist immer ein einfacher Weg. Ein weit effektiverer Weg ist es, den Horizont auszudehnen, hinzuschauen, die eigene Macht als Verbraucher und wählender Staatsbürger zu erkennen, Verantwortung zu übernehmen, und sehr bewusste Entscheidungen zu treffen.
Wir, der Planet und alle Wesen, die auf ihm leben, sollten es uns wert sein!

R.

23.09.2015

Wieso eigentlich sind Frau und Kinder von Tarek nicht geflohen sondern nur er? Sind sie weniger gefährdet? Es wird immer wieder berichtet die Flüchtlinge sind überwiegend junge Männer. Man sollte das nicht pauschalisieren – und jeder, wirklich jeder der Hilfe braucht soll sie bekommen – aber der Eindruck das auch viele als Wirtschaftsflüchtlinge kommen bleibt.

Ralf Klassen

23.09.2015

Liebe Userinnen und User,
bitte bleiben Sie auch bei diesem kontroversen Thema sachlich, wie es auf Spielraum gute Tradition ist. Wir werden beleidigende oder hetzerische Leserkommentare nicht veröffentlichen. Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion.

Andy

23.09.2015

Ja klar, die Anwälte wird die Zuwanderung noch viele Jahre beschäftigen. Wie durchschaubar dieser Beitrag ist. Wenigstens sind ein paar gute Kommentare dabei.

Josef

23.09.2015

Eine Frage sei aber trotz allem gestellt:
Warum wählen die Flüchtlinge hauptsächlich Deutschland?
Vermutlich, weil sie hier die besten Chancen haben, anerkannt zu werden, bzw. die besten Bedingungen hinsichtlich der Betreuung erfahren.
Und Deutschland kann nicht NEIN sagen, aufgrund unserer Vergangenheit.

Ich habe nichts gegen die Flüchtlinge, verstehe auch, dass diese sich auf eine oft sehr gefährliche Reise machen.
Allerdings frage ich mich auch, warum hauptsächlich junge Männer in Deutschland ankommen. Sind denn die verbliebenen Frauen und Kinder nicht mehr gefährdet? Ich glaube dem IS ist es egal, ob er Frauen und Kinder ermordet oder Männer.

Kerstin

23.09.2015

Sehr geehrte Mitmenschen, es geht hier nicht um einen qualifizierten Menschen, sondern darum dass wir, die auf der reichen, sicheren Seite dieser Welt leben dürfen, nun vor die Aufgabe des Teilens gestellt werden. Wir leben im Überfluss, der auch daher kommt, dass wir Rohstoffe und Ressourcen gerade aus diesen Ländern der Welt für unseren Reichtum genutzt haben. Ich stelle mir vor, wenn genau anders herum wir zu Flüchtlingen werden, nein das kann ich mir gar nicht nicht vorstellen, das Gejammer und das Klagen. Wenn ich diese Menschen bei uns in der Stadt sehe, verloren und fremd, heimatlos, da kann ich mich nur noch engagieren, und die Ärmel hochkrempeln. Es wird in geraumer Zeit so sein, dass der Arbeitskräftemangel gerade in der Dienstleistungsbranche schwinden wird. Dies passiert aber nicht durch unsere Landsleute. Wir sind alle Menschen und die Erde gehört uns allen. Also teilen wir, ohne Wenn und Aber.

Christian

01.10.2015

„verdient er somit jetzt etwas mehr, als wenn er nicht arbeiten würde. Das war uns als Anreiz wichtig.“
Das heißt dann wohl, dass der Stundensatz, mit dem er abgerechnet wird nur knapp unter seinem Monatslohn liegen dürfte. Sich mit diesem Satz als altruistischer „Flüchtlingshelfer“ zu präsentieren, geht doch wirklich über die Grenze des guten Geschmacks hinaus. Warum tauchen eigentlich die Begriffe „Fachkräftemangel“ und „Ausnahme vom Mindestlohn“ immer so nahe beieinander auf?

Andreas

04.02.2016

Warum ist Tarek nach D geflohen? Warum nicht in die Türkei oder nach Jordanien, Libanon, wo er mit grosser Sicherheit als Anwalt arbeiten könnte und näher bei seiner Familie ware? Warum nicht nach Dubai oder Qatar? Ich möchte seine wahren Gründe verstehen.
Grundsätzlich finde ich es bedenklich wenn „Fremde“ Gelder aus unserer Solidargemeinschaft erhalten als wäre es das Natürlichste der Welt. Hier werden falsche Anreize gesetzt. (Dieses Problem besteht aber schon länger auch innerhalb der EU, z.B. arbeitlose Rumänen die sich in D melden) Ausserdem wird die übermässige Belastung der Solidarkassen dazu führen, daß die Steuern schon bald erhöht werden. Und ich glaube dafür gibt es in D keine Bürgermehrheit.

Mat

05.05.2016

Ich halte es fast für ausgeschlossen, dass ein syrischer Anwalt jemals erfolgreich in Deutschland im deutschen Recht ohne Jurastudium tätig werden kann. Dann das deutsche Recht ist grundlegend anders als das syrische, da wird es überhaupt keine Schnittmengen geben. Bereits für Anwälte, die der deutschen Sprache mächtig sind, macht unser extrem kompliziertes System die Arbeit immens schwer. Man bedenke, dass ein Anwalt für jede Falschberatung haftet, mal abgesehen davon, dass man einem Mandanten es kaum zumuten kann, von jemand betreut zu werden, der sich nicht einmal annährernd mit unserem System auskennt. Eine Farce.