Lebensläufe

„Warum ein Indien-Aufenthalt meine Karriere beendet hat“

Fast zwei Millionen Deutsche arbeiten aktuell im Ausland. Was für viele als Traum beginnt, endet jedoch oft im bösen Erwachen: Der Unternehmer Volker Müller hat selbst erlebt, wie hart Firmen und Personalberater die Rückkehrer bestrafen. Sein Fazit: Ein paar Jahre beruflich ins Ausland? Besser nicht!

Von Volker Müller-Behncke, Unternehmer

Seien wir ehrlich: Ich bin gescheitert. Im Leben. Oder präzise gesagt: im Berufsleben. Sagen zumindest Personalberater nach kurzem Blick auf meinen Lebenslauf. „Der ist aber erklärungsbedürftig“, formulieren sie es freundlich. Und meinen doch etwas anderes: „Sie sind ein aussichtsloser Fall.“

Mein Berufsleben hatte einst hoffnungsvoll begonnen: Studium der Wirtschaftswissenschaften, Absolvent der Henri-Nannen-Journalistenschule, Redakteur, teilweise leitend, bei „Capital“, der „WirtschaftsWoche“, der „Financial Times Deutschland“ (FTD). Dazu Projektleiter bei der Heidelberger Druckmaschinen AG und Kommunikationschef eines großen Industrieverbands. Das alles bis Ende 30. Klingt ganz ordentlich. Doch dann kam mir Indien in die Quere.

„Praktisch nicht vermittelbar“

2008 zog ich nach Neu-Delhi. „Auslandserfahrung ist nicht zu schlagen“, höre ich noch Kollegen, Vorgesetzte und Karriereberater rufen. Auf drei Jahre als Südasien-Korrespondent für die FTD folgten drei Jahre als Geschäftsführer eines Süßwarenherstellers. Von den sechs Jahren im Ausland habe ich mich bis heute nicht erholt. Beruflich jedenfalls. Nach meiner Rückkehr habe mich als Pressesprecher angepriesen, als „Entwicklungshelfer“ für Unternehmen, die nach Indien expandieren wollen, als Researcher und Redakteur. Branche: egal. Hierarchiestufe: egal. Ergebnis: null.

„Haben Sie denn überhaupt noch Kontakt in die Medien, um als Pressesprecher zu arbeiten?“, fragt der erste Personalberater. „Können Sie sich noch in Hierarchien einordnen?“, der zweite. „Haben Sie eigentlich die Entwicklung in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt verfolgt?“, der dritte. Alle meinen doch nur eins: Ich bin unattraktiv als Mitarbeiter, zu anspruchsvoll, wenig formbar. Praktisch nicht vermittelbar. Ende der Diskussion. Ich spüle am Abend meinen Frust mit Kollegen vom „Manager-Magazin“, der „Tagesschau“ und „Spiegel Online“ herunter.

Meine persönliche Erfahrung bei der Rückkehr nach Deutschland lohnt keine Träne. Die ungenutzt verschenkten Kompetenzen der Auslandsheimkehrer insgesamt sehr wohl. Schuld haben manchmal die Expats. Im Ausland waren sie oft Könige, in Deutschland sind sie Mittelschicht. Wenn aber Unternehmen mit Milliardenumsatz ihren eigenen Mitarbeitern keinen Anschlussjob bei Rückkehr bieten, läuft etwas schief. Oder der zugewiesene Job unterhalb der Position liegt, von der die Mitarbeiter einst gestartet sind. Die Erzählungen der Expats sind voll davon – und der Frust groß.

„Sie haben den Anschluss verloren“

Personalberater sind da keine Hilfe. Auch sie verstehen selten den Wert der Auslandserfahrung. Der Aufenthalt in der Fremde weckt Zweifel an Leistungsbereitschaft und Fachkompetenz, an Karrierewillen und Zielstrebigkeit. „Sie haben den Anschluss verloren“, sagt mir ein Personalberater im Gespräch. „Fachlich und sozial.“ Die Herausforderungen eines fremden Wirtschafts- und Rechtssystems zu meistern, sich an neue gesellschaftliche Normen anzupassen und neue Sichtweisen zu adaptieren mindert nach dieser Logik die fachliche und soziale Kompetenz. Unternehmen klagen dieser Tage, sie hätten Probleme, ihre Auslandsposten mit geeigneten Mitarbeitern zu besetzen. Wenn ich mir meine Erfahrung vor Augen halte: kein Wunder.

Ich lerne also: Interkulturelle Kompetenz haben wir in Deutschland zur Genüge. Sie ist täglich in der Diskussion über Flüchtlinge zu bewundern. Unternehmergeist ist ebenso im Überfluss vorhanden. Die Zahl der Firmenneugründungen liegt auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Und Improvisationstalent gehört zu den herausragenden Eigenschaften der Deutschen: „Das haben wir immer schon so gemacht – und dabei bleibt es.“
Seien wir ehrlich: Wer noch Karriere machen möchte, sollte im Lande bleiben. Auslandsjobs lohnen nur, wer danach selbstständig arbeiten möchte – oder besser gleich in Rente geht. Ich jedenfalls habe mich für mich einen guten Weg gefunden – ohne Festanstellung.

Autorenprofil
Volker Müller-Behncke (geb. 1970) studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hamburg und absolvierte die Henri-Nannen-Journalistenschule. Er arbeitete für 15 Jahre als Redakteur und Korrespondent für große Zeitungen und Magazine, darunter die „Financial Times Deutschland“, die „Welt am Sonntag“, die „WirtschaftsWoche“ und „Capital“. Journalistisch war er zuletzt als Korrespondent in Neu-Delhi, Indien, tätig. Dort leitete er zudem bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland drei Jahre lang als Geschäftsführer einen Süßwarenhersteller. Heute hilft er mittelständischen Unternehmen, ihre Außendarstellung zu professionalisieren. Sie erreichen ihn per E-Mail: v.mueller@nulldrei.de.

Volker Müller auf XINGUnternehmenslink: www.nulldrei.de


Zur Themenwoche „Pro und Contra Auslandsaufenthalt“

Fast zwei Millionen Deutsche arbeiten aktuell im Ausland. Was für viele als Traum beginnt, endet jedoch oft im bösen Erwachen: Firmen und Personalberater bestrafen die Rückkehrer hart; viele haben Probleme, zuhause einen neuen Job zu finden. Die Bereitschaft, ins Ausland zu gehen, sinkt deswegen stetig. Was heißt das für Sie? Wie wird der Auslandsaufenthalt zum Turbo für Ihre Karriere?

Unsere Themenwoche bietet Ihnen jeden Tag einen neuen Experten-Beitrag.

Montag, 14.09.2015

„Warum ein Indien-Aufenthalt meine Karriere beendet hat“

Volker Müller-Behncke, Unternehmer

Dienstag, 15.09.2015

„Firmen und Mitarbeiter haben Barrieren im Kopf!“

Christoph Kleinen, Partner, Heidrick & Struggles

Mittwoch, 16.09.2015

„Auslandsaufenthalte bringen Mitarbeiter weiter“

Anke Schmidt, Leiterin Global Talent Management, BASF

Donnerstag, 17.09.2015

„So holen Sie sich internationale Talente ins Haus“

Caroline Dépierre, Research Director, trendence Institut

Freitag, 18.09.2015

„7 Tipps, wie Ihr Auslandsaufenthalt sicher ein Erfolg wird“

Jutta Boenig, Vorstand bei der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung

49 Kommentare

SamT

14.09.2015

Das hängt immer vom Einzelfall und auch von der Firma ab. Bei waren 3 Jahre USA Aufenthalt durchaus bereichernd für den Job. Das hat die Firma auch so gesehen (schon hinsichtlich der englischen Sprache). In o.g. Fall, falsche Firma/ Berufszweig oder schlichtweg unkompotente Personalabteilung.

Peter Glasmacher

14.09.2015

Das ist mir zu allgemein. Ich habe in meinem Berufsleben mehrere lange, teils mehrjährige Auslandsaufenthalte durchlebt. Immer an Positionen, die aktuell höher eingestift als meine aktuelle in Deutschland war. Und jeder Auslandaaufenthalt hat meiner Karriere und auch meinem Stellenwert genutzt. Vielleicht sollte man pragmatisch und illusionslos sein. Für die meisten Unternehmen ist man heute bestenfalls ‚Ressource‘.

Jan Schäfer

14.09.2015

Ich kann mich den Erfahrungen von Volker Müller-Behncke leider nur anschließen. Geh´ins Ausland hieß es – ebenso wie bei Müller-Behnke: das ist unbezahlbar.

Der erste Aufenthalt führte mich nach Schweden. Ich kam wieder, begab mich auf Jobsuche: ergebnislos. Es traf mich jedoch nicht so hart, da ich eine weiter Verpflichtung im Ausland (Entwicklungshelfer in Afrika) annahm. Als ich nach Deutschland zurückkam, wurde es richtig schwer: Über 380 Bewerbungen! Überqualifiziert, keine Kontakte, Afrika zählt nicht als Auslandserfahrung usw.. Meine Wut auf sogenannte „qualifizierte“ Personaler war groß – meine Einstellung hat sich kaum geändert. Haben die schon mal die Welt – außer im Urlaub – gesehen? Viele von ihnen scheinbar nicht. Von Etlichen ist der Horizont so gegrenzt, dass sie nicht ein mal den „Tellerrand“ erkennen können. Gerettet hat mich meine Selbstständigkeit, die mich wieder ins Ausland führte. Heute lebe ich in Österreich, wo man die Auslandserfahrung schätzt, einzusetzen und zu nutzen weiß. Deutschland? Damit verbinde ich nur Kopfschütteln.

W.Wilhelm

14.09.2015

Für das gemeine Fußvolk ist Ihre Geschichte leider sehr wahr, für obere Führungspositionen wahrscheinlich weniger.
Meine Erfahrung ist genau die gleiche, wenngleich in einer anderen Branche. Bei mir waren es drei Auslandsaufenthalte für einen Konzern.
Anschlußjobs hätte ich schon bekommen, aber nie in Deutschland. Auch ich habe über den mangelnden Anschluß in Deutschland gehört und bin letztlich in der Selbstständigkeit angekommen.

Furkan Eke

14.09.2015

Wahrscheinlich muss die Umgebung von Sozialwissenschaften speziell betrachtet werden, wo die Probleme, die es zu lösen gibt, sich vom Land zu Land unterscheiden. Im Ingenieurwesen sollte das anders sein: Die technischen Probleme, die es zu lösen gibt, sind überall gleich, aber die Lösungen dafür können sich unterscheiden. Genau das ist das Interessante dran, einen Ingenieur (m/w) mit Auslandserfahrung ins Boot zu holen.

S.U.N.

14.09.2015

Es geht noch konkreter: Sogenannte Personalberater, die ich kennen lernte, hätten gesagt: „Ihnen fehlt die Fokussierung.“ – oder – „Ich sehe keinen Karrierpfad“. So erging es zumindest mir.
Mein Fehler aus Sicht vieler Personaler und Personalberater war, nicht in einem festen Berufsfeld zu verweilen. Auch ohne Auslandsaufenthalte habe ich diese Erfahrung gemacht. Da helfen auch die besten Zeugnisse und Emfpehlungsschreiben nichts. Personaler können mit einer Persönlichkeit, die nachweislich die gesuchten Fähigkeiten hat, wenig anfangen. Gefordert werden ausschließlich Fertigkeiten. Es ist schließlich sehr einfach, zu sagen: „Der Kandidat hat „X“ und „Y“, wie im Profil gewünscht, schon bei der Konkurrenz gemacht.“ (Ob er dies gut oder schlecht gemacht hat steht auf einem ganz anderen Blatt). Weit schwieriger ist es, aus nachweislichen Fähigkeiten eines Menschen dessen Kompetenz für den Job zu erkennen und die Entscheidung für diesen Kandidaten auch gegenüber Anderen zu vertreten. Hat man dann als Bewerber neben Gefordertem auch noch „exotisch“ Anmutendes erfolgreich bewältigt, wird dies eher argwöhnisch beäugt.

Personaler agieren hier wie Banker bei der Kreditvergabe: „Lieber zehn mal Anfragen ablehnen, als nur einmal das Risiko einzugehen, anschließend hinterfragt zu werden.“

Cornelius Butz

14.09.2015

Wenn einen der Auslandsaufenthalt vom Zustand der Bevormundung schließlich in die Selbständigkeit und damit in die volle Eigenverantwortlichkeit führt, ist das doch ein voller Erfolg für die persönliche Entwicklung!

G.M.

14.09.2015

Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. Zwölf Jahre Auslandsaufenthalt als Vertriebsleiter und Geschäftsführer mit hervorragenden Referenzen. Als ich in den Medien gelesen habe, dass in Deutschland wieder Mitarbeiter mit Erfahrung gesucht werden (bin 50+) habe ich den großen Fehler begangen nach Deutschland zurück zu kommen. Ich habe auch ca. 350 Bewerbungen verschickt und bekomme wenn überhaupt eine Antwort, dann „Überqualifiziert“, kein Netzwerk, zu wechselhaft!
Mein Rat daher: Entweder in Deutschland bleiben oder wenn man im Ausland ist, nicht zurück kommen.

J.S.

14.09.2015

Ein guter, gut fokussierter Freund hat es nach sehr vielen Jahren und nur durch einen Zufall wieder nach Deutschland geschafft – die wollten da mal bewusst einen ‚Externen‘.
Dass Personalberater nur dafür da sind, für teures Geld etwaige mitdenkende, unkollektivistische Köpfe auszusortieren, wäre aber auch mein Verdacht. „Sie sind exzellent, doch wohl nicht mehr formbar, ich kann Sie nicht vorschlagen.“ :-)

T.N.

14.09.2015

Ich glaube was Herrn Müller aus der Bahn gehauen hat war eher die Stelle „Geschäftsführer eines Süßwarenherstellers“ im Ausland, die ihm bei der Rückkehr als deutscher Journalist das Leben schwer gemacht hat, ich denke als Journalist muss man immer am Ball bleiben, 3 Jahre völlige Auszeit aus der Medienlandschaft ist da kaum zu kompensieren. Ohne den Autoren zu kennen, ich denke darüber hinaus werden die Personalberater, die Ihn als „zu anspruchsvoll, wenig formbar“ betitelt haben dies wahrscheinlich auch nicht aus der Luft gegriffen haben.

Sänger

14.09.2015

Rückblickend (70) auf mein ungewöhlich ergiebiges Leben, auch rund um den Globus, muss ich gestehen: Personalberater sind mir nie eingefallen !
Hatte ich doch Nützliches zu tun !

Dr. Ingo Adler

14.09.2015

Wer für begrenzte Zeit ins Ausland geht, muss seine Rückkehr von Anfang an planen: Welches Arbeitsgebiet? Welche Firma? Wie pflege (!) ich meine Kontakte? Wie kann ich neue Aufbauen? Wer von einem Konzern entsendet wird hat oft die Gewährleistung, dass er in dieselbe Hierarchiestufe wie beim Wechsel zurückkehren kann, aber nicht unbedingt ins selbe Arbeitsgebiet. Die Euphorie über die „Auslandserfahrung“ muss von der Planung der Rückkehr begleitet sein (natürlich geht das nicht im Detail).

Leyrer, Dr. Anton

14.09.2015

Völlig zutreffende Facts, war im Siemens Export, intern als „Spinner“ eingeschätzt. Die politischen Netze und Seilschaften fehlen dann, die Einschätzung der HR Experten sind so, wie es sich der kleine Maxi so vorstellt. Leute ohne Auslandserfahrung können sich in die Situationen nicht hineinversetzen.
Bin happy mit meiner Selbständigkeit. Die Hierarchen waren auch kaum im Ausland, dafür oft bei der Parteiversammlung, so denken natürlich auch die Personaler. Selbstredend die Banker.
Prototypen der Anpassung.

Barbey

14.09.2015

Ich selber habe 7 Jahre in Südamerika als Expat gelebt. Die dort gewonnene Erfahrung ist unersetzlich, denn ich entdeckte, dass die geregelte soziale europäische Welt wie ein Schlaftablette wirkt. Bei meiner Rückkehr nach Deutschland schienen mir die meisten Leuten unerfreulich, verbittert, langweilig, wenig dynamisch und voll auf die selbst verursachten Probleme konzentriert. Ein Personalberater, der nie aus seinem deutschen „Käfig“ rausgeflogen ist, wird schwer die Kompetenz haben, die Güte einer Auslandserfahrung beurteilen zu können. Auslandsaufenthalt heisst raus aus der Mittelmäßigkeit mit allen Risiken der Rückkehr, die damit verbunden sind.

AF

14.09.2015

Personalentwicklung ist doch in den meisten Konzernen eine Feder mit der sich geschmückt wird, aber im Grunde nur ein Feigenblatt ist, mit dem die eigene Inkompetenz und Unwilligkeit kaschiert werden soll, sich um die Mitarbeiter zu kümmern. Personaler, schlimmer noch Personalberater, suchen nur den stromlinienförmigen Kandidaten, den sie leicht und ohne Aufwand vermitteln können. „Das ist erklärungsbedürftig“. Klar, sonst würde ich ja keinen Personalberater einsetzen. Auch in den Abteilungen: versuchen Sie zu wechseln: Funktion und Abteilung gleichzeitig, wenn Sie da nicht jemanden kennen, der sie unbedingt will und von sich aus anspricht, schwer möglich, weil der eigenen Vorgesetzte den guten Mitarbeiter ja auf keinen Fall verlieren möchte und daher das Vorwärtskommen im eigenen Interesse zumindest nicht fördert. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Weiß

14.09.2015

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass unbequeme Führungskräfte oft zu Tochtergesellschaften ins Ausland „weggelobt“ wurden. Wenn sie dann nach drei Jahren zur Muttergesellschaft zurückkehrten, bekamen sie zwar die versprochene Planstelle, aber meistens keinen Traumjob. Es war für viele schwer, sich wieder unterzuordnen und neu Fuß zu fassen. Ein Rückkehrer aus dem Ausland sagte einmal, wir wurden dort wie „Herrenmenschen“ behandelt. Die meisten gingen wieder ins Ausland zurück und blieben bis zum Eintritt der Rente und kamen dann zurück. Nur wenige, die Jahre im Ausland waren, machten im Mutterkonzern wirklich Karriere. Die ganz großen Manager blieben im Land und hatten höchstens einen mehrmonatigen Auslandseinsatz, damit sie mitreden konnten.

Peter Blaha

14.09.2015

Interessanter Beitrag, ich kann es auch gut verstehen. Ich habe selber 20 Jahre in den USA gearbeitet und nach meiner Rückkehr wurde es nicht besonders anerkannt, aber die Erfahrung, die ich in den USA gesammelt habe, hat es für mich einfacher gemacht, mich selbstständig zu machen.

Michelfelder

14.09.2015

Da kann ich nur beipflichten. Mir ging es genauso. Ich war zwar nur zwei Jahre in der Schweiz. Danach war ich völlig überqualifiziert. Ich machte mich dann selbständig.

Lars Neumeister

14.09.2015

T.N. (oben) hat sicher recht, als Journalist „Geschäftsführer eines Süßwarenherstellers“ im Ausland zu werden, war wohl eher ein Fehler. Schade finde ich die Einschätzung „da bleibt nur die Selbständigkeit“ wieso denn „nur“? Angestellt sein, halte ich für weit weniger erstrebenswert. Ich arbeite und lebe immer wieder länger im Ausland. Mir hat es nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Wichtig ist aber den Kontakt nach DE nicht zu verlieren, Konferenzen, Workshops usw. zu besuchen, zu veranstalten.

derprinter

14.09.2015

Ich denke, der Frust über seine Ablehnung hat seinen Blick auf die Realität versperrt. 6 Jahre sind keine Auslandserfahrung mehr, sondern bedeuten Abkehr von unserem System und Umorientierung. Immer. Ich würde auch davon ausgehen, dass jemand nach 6 Jahren Probleme hat, sich in die Strukturen und Abläufe meines Unternehmens und der heimischen Wirtschaft wieder einzugliedern.

Arne-Steffen Dehler

14.09.2015

Hallo Herr Müller-Behnke,

Ihre Erfahrungen decken sich mit denen meiner Klienten. Es gibt gute Personalberater, die den Wert Ihrer Vita sehen, diese brauchen dann aber auch in dem Moment das Mandat einer Firma, das hierzu passt.

Die Erfahrung meiner Klienten zeigt, dass die Aufmerksamkeit auf Ihren „Wert“ deutlich höher ist, wenn Sie direkt mit den Eigentümern und Vorständen der Firmen sprechen. Diese sind es gewöhnt, sich jeden Tag die Frage „Was kostet es und was bringt’s“ zu stellen.

Jeder schafft es, mit der Geschäftsleitung seiner Wunschfirmen in Kontakt zu treten und mit dem zu präsentieren, was wirklich nützlich und gewinnbringend für die Firmen ist.

Eine Garantie für den neuen Job gibt es auch da nicht, aber sicherlich ist es der direkteste und vielversprechendste Weg.
Liebe Grüße
AS Dehler

Andreas Ematinger

14.09.2015

Auch ich habe sehr lange im Ausland gearbeitet, nach meiner Rückkehr wurde auch ich als unvermittelbar bezeichnet.
Da ich in der Hotellerie und im Tourismus tätig bin, würde man eigentlich glauben, Auslandserfahrung ist ein Vorteil ? Ich bin Österreicher und bin jetzt in Kroatien tätig.

Kai Fischer

14.09.2015

Habe ähnliche Erfahrungen. Ich war für Siemens-Nixdorf 1 Jahr Projektleiter für ein Software-Performance Projekt im Silicon Valley. Danach hatte man im ganzen Siemens-Konzern in Deutschland keinen Job für mich. Das Gute am Auslandsaufenthalt sind eben die Erfahrungen. Ich habe sofort gekündigt und bei einem amerikanischen IT-Konzern (Oracle) angefangen. Dort wurde ich mit Kusshand genommen. Seit nunmehr 16 sehr zufriedenen Jahren bei Oracle kann ich es mir nicht mehr vorstellen, in einem deutschen Konzern zu arbeiten. Man muss leider die Firmen suchen und hoffentlich finden, die diese Erfahrungen und den Mut des Mitarbeiters schätzen.

Roger Jung

14.09.2015

Auch ich war für ein deutsches Konzern im Ausland ( Frankreich ) für mehrere
Jahre als Vertriebsleiter abgesandt.
worden . Ich kann auch nur die Kommentare meiner Leidensgenossen beipflichten :
Bei meiner Rückkehr in Deutschland
wurde mir einen Ersatzposten unter aller Zumutungen angeboten.
Das Ergebnis : mit den Erfahrungen die ich im Ausland gesammelt hatte,
konnte ich sofort und erfolgreich
mein Weg in die Selbstständigkeit finden. Dieses Jahr habe ich 25- jahrigen Jubiläum.

Florian Ha

14.09.2015

Der Artikel war für mich sehr wichtig, da er mir zu denken gibt.

Ich bin selbst Absolvent (Elektrotechnik) und derzeit sehr ernüchtert vom Stellenmarkt. Es sind nicht viele Jobs, die angebotene Bezahlung ist meist ernüchternd, die Anzahl der Mitbewerber überwältigend. Viele Freunde und ehemalige Kommilitonen sind in die Provinz gegangen, ohne dafür besonders gut bezahlt zu werden. Alles in allem keine attraktive Aussicht für mich und die Familie.

Warum dann nicht ein paar Jahre ins Ausland? Auch wenn die Bezahlung nicht in jedem Fall besser ausfällt, so ist es doch aufregender als ein Dasein in der unteren Mittelschicht im alternden Deutschland.

Natürlich dachten wir, mit spätestens Mitte vierzig, also noch recht weit in der Zukunft, wieder in heimische Gefilde zurück zu gehen. Kann man diesen Plan nun als gewagt bezeichnen? Wird dann aus ein paar Jahren Ausland gleich eine Auswanderung? Dann müssen die Kinder vielleicht gleich kein Deutsch mehr lernen?

Mit steigenden Studierendenzahlen sehe ich die Zeiten auf dem Jobmarkt rauer werden. Wenn Ausland im Lebenslauf noch zum Minuspunkt wird, müssen wir eigentlich alles überdenken.

In diesem Sinne danke ich vielmals für den Artikel!

J. Schmidt

14.09.2015

Den v. g. Beitrag kann ich nur bestätigen. Nachdem ich über 10 Jahre bei versch. Kollektorenherstellern in Deutschland im Bereich Entwicklung tätig war, ging ich für das letzte Unternehmen nach Middle East und übernahm die Projektierung und Projektüberwachung für große solarthermische Anlagen. Anschließend war ich noch 2 Jahre in Mexico und Chile tätig. Als weiter Projekte nicht realisiert wurden infolge der weltweiten Finazkriese kehrte ich zurück nach Deutschland. Dies war ein großer Fehler! Ich hatte Bewerbungen über Bewerbungen geschrieben und meine sog. sozialen Kontakte bemüht, jedoch alle der Mühe nicht wert. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit fand ich über einen Personaldienstleiter eine Anstellung als Objektüberwacher HLSK. Die Äußerungen von sog. Personalern möchte ich gar nicht erst anführen. Junge Spunde und keine Lebenserfahrungen. Da kann man nur sagen; Adieu armes Deutschland. Wenn solche Unternehmen Fachkräfte suchen, dann sollen sie diese bei einem Bäcker backen lassen. Von wegen Fachkräftemangel in Deutschland! Ich habe heute nur noch ein Ziel, am 1. Mai 2016 ist für mich nicht mehr der Tag der Arbeit sondern der Tag der Rente mit 63. Hier in Deutschland zu arbeiten, nein Danke, keine Sekunde mehr länger als sein muss! Die Chance in einem „globalisierten“ Markt Mitarbeiter zu haben mit Sachverstand, Lebenserfahrung und Sprachkenntnisse, das haben die deutschen Unternehmer mit ihren verkorksten Personalern nicht verstanden. Übrigens, nach meinem Renteneintritt gehe ich wieder ins Ausland und ich nehme meine Erfahrungen und Kenntisse mit!

Dr.-Ing. Kek

14.09.2015

An den Kommentaren erkennt man die Hirnlosigkeit vieler Personaler und vor allem der Personalvermittler……Sie haben wirklich nicht mal eine Spur einer Ahnung, welche Potenziale bei der Fixierung auf einen lückenlosen deutschen beruflich orientierten Lebenslauf verschenkt werden….heute werden in Unternehmen ausschließlich Sklaven in allen Ebenen gesucht und eingestellt. Wer also einmal aus diesem Sklavenmarkt ausgestiegen ist, wirkt verdächtigt und sollte lieber gemieden werden. Wie sollten auch diese Geschäftemacher (U-Berater) und Etappenbosse (Leiter PA-Abteilung) je verstehen, was an der Front abgeht, bei deren Qualifikation….musste dies selbst als wirklich hoch qualifizierter Ingenieur erfahren. Da hilft tatsächlich nur die Selbstständigkeit, als einzige Alternative. Wie wichtig Aussenseiter in den sogenannten etablierten Firmenstrukturen wären, zeigen die geringe Innovationskraft vieler großer und mittlerer Unternehmen.

Peters

14.09.2015

Erstmal Danke für diesen sehr aufschlussreichen Bericht.

Wer hier auch noch fast „beleidigt“ gegen den Autor kommentiert, ist entweder Personalberater oder will in seiner „Matrix“ nicht gestört werden? ;-) Ich finde, man sollte der Wahrheit ins Auge sehen und vor Allem auch auf die Feinheiten und die Ironie zwischen den Zeilen achten.

Maren Brockmann

14.09.2015

Ich bin sehr glücklich, dass diese Wahrheit endlich einmal ausgesprochen wird! Ich selbst habe mehr als 10 Jahre in China und 3 in Italien verbracht, spreche fließend drei Fremdsprachen, und bin seit 9 Monaten auf Jobsuche.
Auch mir erging es so, dass die Stelle nach der Rückkehr in meiner Firma eine Frechheit war – ich kam nach zwei Jahren aus China zurück, und das Chinageschäft wurde einer Kollegin zugeteilt… Ist mir bis heute unverständlich.
Sicher, ich hatte auch keinen geraden Karriereweg, habe die Branchen gewechselt und die Länder. Aber ich habe auch Erfahrungen, die sonst nur wenige haben… Leider scheinen Arbeitgeber in Deutschland an diesen nicht interessiert. Ich frage mich manchmal, ob die Manager hier, die vielleicht nie im Ausland waren, Angst vor mir haben?!?
Ich bereue es nicht, einen Großteil meiner Berufserfahrung im Ausland gemacht zu haben – aber momentan lässt mich diese Tatsache ein wenig verzweifeln…

Christiane

14.09.2015

Dieser Artikel hat mich sehr „getröstet“. Nach 12 Jahren Schweiz (West- und Deutschschweiz) kam ich wieder und man sagte mir, ich würde den deutschen Markt ja garnicht kennen und auch kein grosses Netzwerk haben. Ich fühlte mich wie ein Ausländer im eigenen Land… „Sie waren einfach zu lange weg“…. Klar, in der Schweiz, die sich am grossen Kanton orientiert…. In der Uni wird man darauf hingewiesen, wie wichtig Auslandserfahrung und Sprachkenntnisse sind. Persönlich habe ich viel durch meine Auslandsaufenthalte gewonnen. Freunde, Erfahrung, ich kann mich in vielen Ländern ohne Probleme verständigen, beruflich hat es wenig gebracht. Das ist schade….und wie ich finde auch recht ungerecht.

Buschardt

14.09.2015

Viele Personaler, insbesondere solche ohne nennenswerte Kompetenz in den fachlichen Anforderungen, entscheiden in der Regel nach strikten und sehr einfachen Schemata. Eine Vorstellung bei einem solchen dauert mit meinem holprigen Lebenslauf keine drei Minuten, während ein Arbeitgeber, der mit der fachlichen Seite seines Angebotes vertraut ist, 30 bis 90 Minuten investiert.

Statt etablierter Bewerbungsrituale wäre ein offener Blick auf die jeweiligen Bewerber wesentlich zielführender, und Personalentscheidungen oft besser von den Mitarbeitern der entsprechenden Abteilungen und/oder deren Vorgesetzten zu fällen.

Nach einem Blick auf den Unternehmenslink, „nulldrei.de“, könnte der Artikel neben der Warnung vor Selbständigkeit, Kreativität und Initiative nebenbei auch einer „empathischen Aquise“ neuer Kunden dienen.

OP

14.09.2015

Warum es in dem geschilderten Fall nicht mit einem Wiedereinstieg ins deutsche Berufsleben geklappt hat ist anhand der Kürze des Artikels nur sehr schlecht zu erörtern. Mir hingegen haben 4 Jahre in der Entwicklungszusammenarbeit, in Süd-Ost-Asien, mit angeschlossener Erziehungszeit keine wirklichen Schwierigkeiten im Wiedereinstieg bereitet. Vielleicht hatte ich Glück, vielleicht war ich aber auch einfach bereit eine Stufe tiefer einzusteigen und wollte nicht nahtlos an meine Karriereebene vor dem Auslandsaufenthalt anknüpfen? Diese Bereitschaft sehe ich im geschilderten Fall nicht. Ebenso wenig die Bereitschaft mal über den Tellerrand hinweg zu sehen und eine Beschäftigung in einem eher „artfremden“ Bereich in Betracht zu ziehen. Was spricht denn bspw. gegen eine Position als Pressesprecher einer Nicht-Regierungs-/ oder Non-Profit-Organisation? Diese haben in der Regel keine Probleme mit kurvenreichen Lebensläufen.

norbert

14.09.2015

bittere erkenntnisse qualifizierter menschen. leider kann ich den artikel und die kommentare nur dahingehend ergänzen, dass nach 25 jahren selbständigkiet gleiche erfahrungen gelten. keine chance am arbeitsmarkt, mitarbeiter der firmen, personaler oder wer auch immer scheinen zu glauben, dass selbständige nur am golfplatz und anderen orten sich herumtreiben, irgendwann ins büro kommen und sklaven zum arbeiten halten. welch ein fataler irrtum.
und die kommentatoren, welche die selbständigkeit als rettung sehen dürften keine ahnung vom selbständig sein haben.
dies plus die derzeitige situation – da kann mensch nur sagen: gute nacht und adieu europa, du gehst den bach hinunter und deine ehemals grossartige kultur wird in globaler oberflächlichkeit, religiös fundamentaliistischer und kaptial-faschistischer gleichmacherei untergehen. aber hauptsache wir sind so modern und politisch korrekt.

Heribert Lenzen

14.09.2015

Jeder Auslandseinsatz sollte aus meiner Sicht differenziert betrachtet werden. Es gibt nicht die eine negative oder ausschließlich positive Seite. Ich habe für einen großen deutschen Konzern viele Auslandseinsätze „gewagt“ und auch wenn die Rückkehr oder Zwischenziele manchmal kurzfristig problematisch waren so hat sich jeder Einsatz als bereichernd erwiesen, sowohl in der persönlichen Entwicklung als auch langfristig beruflich. Ich möchte keinen dieser Einsätze missen und habe mich vor 3 Jahren auch nach Indien „getraut“. Ich habe mit praktisch Null begonnen und mittlerweile fast 150 Mitarbeiter und ein sehr stark expandierendes Unternehmen aufgebaut – und das nach meinem vorzeitig gewollten „Renteneintritt“. Ich bin nicht nur sehr gerne in Indien sondern wurde inzwischen auch mit der Wahrnehmung an weiteren Auslandsstandorten in Asien betraut. Der vorliegend Bericht ist sicher nicht exemplarisch – ich habe viele Expats beobachten können die aus ihrem Auslandseinsatz hervorragende berufliche Entwicklungen ableiten konnten und ich möchte nur nachdrücklich empfehlen: Bitte traut Euch! Eine kleine Schrittfolge im Inland ist wahrscheinlicher als im Ausland – dort ist die Schrittlänge einfach größer!

Michael

14.09.2015

Der Artikel überzeugt nicht. Der Autor scheint zu glauben, Auslandserfahrung allein qualifiziert für alles. Oder wie soll man „Branche: egal. Hierarchiestufe: egal.“ verstehen?
Es ist an jedem selbst, seine Kompetenzen zu verkaufen und deren Relevanz für die angestrebte Position darzulegen.
Wenn man die Kommentare bezüglich schlechter Situation aber erfolgreicher Selbständigkeit liest, muss man sich ausserdem fragen, ob die gewonnenen Kompetenzen denn tatsächlich gut in einer Anstellung angelegt gewesen wären.

Chris

14.09.2015

Vielen Dank Hr. Mueller für Ihre Beitrag zum Thema Auslandserfahrung.

Ich war einige Zeit in den USA und in Spanien. Die Rückkehr kam aus privaten Gründen. Es war sehr schwierig in den Deutschen Arbeitsmarkt wieder reinzukommen.

Meine Erfahrung ist, dass die meisten Personaler es nicht als „wirklich“ positive sehen wenn man längere Zeit im Ausland war. Es kommt mir so vor also ob PB nur die Aufgabe haben etwaige mitdenkende und unkollektivistische Köpfe auszusortieren. In Deutschland kommt es mir so vor das Einordnen in die Hierachie (Passung des Bil­dungs­ni­veau zur Stelle) und die Formbarkeit in Bezug auf Unternehmenskultur wichtiger sind als interaktives Verhalten. Den Weitblick den man durch einen Auslandsaufenthalt bekommt, wird nach meiner Erfahrung als kontraproduktive gesehen.

Manoj Barve

14.09.2015

Being an Indian who lived in Germany for 17 years before coming back to India, I was a bit saddened to read the title. But then I realised that “Indien-Aufenthalt” was just coincidental. The focus was rather on an “Auslandsaufenthalt”.
I agree with Volker in most parts. I worked in Malaysia as German-expat together with other colleagues from Germany. The situation is not exceptional and yet I wonder how much blame should the Corporates take. Typically, German companies (or for that matter, any multinationals) need to fill some positions with home staff – when they acquire a new company abroad, or for a joint venture, and set up a green-field operation. Similarly, they need someone from HQ when there is a turnaround situation in the foreign country. Also, certain key-positions are often filled thru’ home-country staff – like MD, CFO.
For the reasons explained by Volker, not everyone is willing to take up such positions for various reasons. Thus, such positions – for their limited period of time – are sweetened by making them financially attractive, or living standard-wise attractive. People often jump a couple of levels in the carrier path when they take such an assignment. The positions which they may get in the home country after 6-7 years, can be acquired now if they are willing to go abroad. Thus, a substantially better carrier opportunity, higher salary, goodies like free accommodation, car, hardship allowance, home-country airfare etc. are the good side of a foreign assignment. The flop-side are – majority of the companies have no plan for you after you finish your three years’ expat assignment under the sun. Thus, you become a hot potato they don’t know how to handle. Your position is already filled in after you left for abroad. It may be just a coincidence that an adequate position is vacant exactly when you plan to return to your home country. Such coincidences are rare.
I think, one should negotiate hard and get the best bargain possible while taking a foreign assignment. One may also mention that, one is taking risk while going abroad that one may not be absorbed after one comes back. If the HR or someone who wants you to be in expat position says that – “don’t worry we will find you something once you come back”, you may ask them to give it in writing – which they will never do. In fact, there is no guarantee that the HR person or the godfather who is keen on sending you abroad will be in that position or in that organisation after three years. I will not advice anybody to change the carrier altogether as Volker has done in the middle of your foreign stay – and yet think to come back and expect that in your home-country everyone will still welcome you with open arms in the original domain. I think Volker’s problem has been that he changed the domain to something altogether different, rather than a foreign assignment. If he were to change the domain so drastically within Germany – this would still raise the eyebrows and ask for explanation.
My advice to everyone will be – do not be afraid of foreign assignment at all. Bargain hard while going. Discuss with the higher-ups what happens after you come back – typically after three years. They will give you some vague promises. Do not believe these promises. Start working on your future, say after you spend two years abroad. Network within the organisation, and look for opportunities outside. Look for companies, jobs which can use your experience abroad. Keep HR as well as your previous boss engaged – that may not help you in getting a position, but in negotiating a better severance package. If they create a “Consultant/Special Projects” position for you for 6-9 months, and allow you the freedom to look for an “opportunity outside” – it’s a good deal. If you are not willing to take this risk, and feel married to the organisation – stay away from a foreign assignment. The other possibility which again happens typically is that you become an international nomad. You make your carrier by moving from one foreign country to another. You have to have your family on board for this.
A foreign assignment may change your destiny, enrich your horizon – provided you’re willing, you plan and you take charge. It’s not for the ones who complain and rely too much on the organisation.

JHR

14.09.2015

Sehr Guter Artikel, Danke
ich selber war geplant 3 dann doch 6,5 Jahre in UK tätig. Gefühlt war es eine tolle Erfahrung. Da ich aus freien Stücken zurückkam, kann ich den Autor verstehen – es wird oft nicht als Erfolg mehr jedoch als ein scheitern gesehen zurück zukommen ? Warum ist das so?
Ich bin nun seit mehr als 10 Jahren selbständig und das war die beste Entscheidung meines Lebens.

Philip Cramer

14.09.2015

Ich sehe das globaler.
Die Firmen haben große Schwierigkeiten die Menschen in ihre Hierarchie einzugliedern, die außerhalb der Firma etwas eigenständiges geleistet haben. Ausnahmen sind die von der Konkurrenz abgeworbenen Menschen und Menschen, die im Rahmen der Firmenhierarchie besondere Dinge gemacht haben, wie zum Beispiel ins Ausland zu gehen. Weil die Firmen zu wenig Fortschritt in ihren Hierarchien zulassen, müssen Sie sich gute Ideen von außerhalb kaufen, in der Regel werden „start ups“ gekauft, weit über den mit konventionellen Methoden ermittelten Firmenwerten.
Wer in große Firmen geht, sollte bewiesen haben, dass er mit dem großen Strom schwimmen kann – ob es für die Firma gut ist oder nicht. Wer etwas bewegen will muss von außen kommen – und da ist viel Glück dabei, wenn Firmen überhaupt auf einen Aufmerksam werden…

Asok Mukherjee

14.09.2015

Manoj Barves Kommentar bzgl. „hartes Verhandeln“ ist grundegenommen richtig. Hart verhandeln sollte man, bevor man im Firmenauftrag ins Ausland geht, aber die Erfolgsaussicht ist gering. Die Multinationals lassen nicht mit sich verhandeln, es sei denn, der Mann/ die Frau ist unverzichtbar (aber solch eine/n MA wollen sie gar nicht aus Dtschld weg haben). Die Zeiten haben sich gewaltig verändert. Früher kamen zum Beispiel die für ca. 3 Jahre nach Indien als Landeschef delegierten oberen Führungskräfte eines top deutschen Unternehmens oft als Vorstandsvorsitzende zurück, der letzte Deutsche Indien-Chef harrte aber auf seiner Position fast 10 Jahre aus und ging in Indien in die Rente. Heute leitet ein Inder die indische LG.

Doris Traudt

14.09.2015

Ich kann Sie sehr gut verstehen, die Erfahrungen die Sie gemacht haben, machen seit Jahren sehr, sehr viele mitreisende Partner. Sie unterbrechen ihren Beruf während der Auslandszeit und haben dann oft ennorme Schwierigkeiten, beruflich in Deutschland wieder Fuß zu fassen. Das ist auch ein Grund, warum immer weniger Paare bereit sind einen Auslandseinsatz anzunehmen.

Thomas Huber

14.09.2015

Sehr gut auf den Punkt gebracht !
Ich habe 12 Jahre in Großbritannien gearbeitet und mich am 15. Juli 2015 (dem Tag meiner Rückkehr nach Hamburg) „arbeitssuchend“ gemeldet. Den Status der Arbeitslosigkeit wollte ich vermeiden, weil das die „Betreuung“ durch die BA bedeuten würde, eine Behörde, die professionelle und soziale Inkompetenz wie wohl kaum eine Organisation in dieser Republik verkörpert – Arbeitslosengeld von der BA anzunehmen würde also unter diesen Umständen einem Pakt mit dem Teufel gleichkommen !
Ich warte weiterhin gespannt, ob eine meiner bundesweiten (!) Bewerbungen eines Tages bei Personalverantwortlichen landet, die (an)erkennen, daß ich mir in diesem Auslandsjahrzehnt interkulturelle Kompetenz(en) angeeignet und ein hervorragendes Fremdsprachenniveau erreicht habe und die außerdem den erfolgreichen Abschluß eines berufsfremden Studiums im Ausland einzuordnen verstehen…I won’t hold my breath though :)

Roland Herget

15.09.2015

Es gibt in Deutschland zur Zeit keinen wirklichen Fachkräftemangel, ich denke die geschilderte Situation hat was mit dem Alter und dem geforderten Salair zu tun. Die meisten Unternehmen wollen nur preiswerte Abeitskräfte, die noch formbar sind. Und Leute, die länger als ein Jahr im Ausland waren, werden als suspekt empfunden, da man sich fragt, weshalb er nicht dort geblieben ist. Ohne gute Konnektion wird es sehr schwer, wieder Fuß zu fassen, ohne bei Punkt Null als schlecht bezahlter Praktikant zu beginnen. Bildung und Können zählen leider oft wenig, sondern nur die Brauchbarkeit mit großem Kosten-Nutzen Verhältnispotential.

Olaf Ketelsen

15.09.2015

Leider sind wir in Deutschland da sehr verstockt: eine Zeit im Ausland (womöglich sogar in Entwicklungsländern) erschwert den Wiedereinstieg in deutsche Unternehmen. Meist muß man in der Karriereleiter wieder ein paar Stufen hinunter klettern und ebenfalls gehaltlich eher einbußen hinnehmen. Ist die Hürde „Personalabteilung“ mal genommen und man trifft auf einen Chef/Entscheider, der weiß, was ein Plus es sein kann, wenn jemand mal „draußen“ war, profitieren in der Regel beide Seiten. Für die Persönlichkeitsentwicklung kann ich weiterhin jedem nur empfehlen, Deutschland mal für 1-2 Jahre zu verlassen. Man muß dann ja nicht nur das Berufsleben bestreiten, sondern sich auch im Privatleben im Ausland zurecht finden lernen! Das ist weit mehr, als man sich innerhalb der deutschen Grenzen jemals an Erfahrung aneignen kann.

RP

15.09.2015

Ich kann das leider auch nur bestätigen. Nicht für mich selbst. Ich bin nach 15+ Jahren in UK erfolgreich nach Deutschland zurückgekommen. Allerdings fand ich den Job von UK aus und hatte auch mehrere Angebote. Das liegt aber eher an meinem Arbeitgeber (Hochschule). In einer Firma hätte ich keine Chance gehabt. Ich hatte einmal eine „Bewerbungsanalyse“ von einem Personalberater machen lassen (Jahre vor meiner Rückkehr). Was da für Dinge hereininterpretiert wurden und Probleme vorhergesehen wurden. Kein Wunder das „Fachkräftemangel herrscht“. Eingliedern konnte ich mich nach den 15+ Jahren übrigens ohne Probleme.
Mein Partner allerdings hat immer noch große Probleme. S.U.N. spricht mir aus der Seele. Nur auf Fertigkeiten wird geachtet, Potentzial, Kompetenzen, nicht wichtig. Aber selbst wenn man den gleichen Job schon im Ausland gehabt hat (andere Branche) und alle drei geforderten Sprachen verhandlungssicher beherrscht, hat man Probleme.
Ich kann nur den Kopfschütteln.

Timo Resch

16.09.2015

Für mein Befinden sind die Aussagen der Personalberater absoluter Unsinn – man sollte deren Kompetenz und generelle Existentzberechtigung in Frage stellen – nicht die unbestreitbar wertvolle Auslandserfahrung.

Magnus

17.09.2015

Ich wundere mich bei dieser Art Artikel immer: warum ueberhaupt nach Deutschland zurueckkommen? Wer schon Jahre im Ausland gelebt hat, hat doch offensichtlich dort etwas gefunden was besser gefaellt.

Ich bin jetzt vor gut zwei Jahren nach Irland ausgewandert und kann mir ernsthaft nicht vorstellen jemals wieder in Deutschland zu leben. Liegt vielleicht an der Branche (IT), aber selbst falls ich mir einen Job bei einer anderen Firma suchen muesste, wuerde ich Deutschland nicht einmal vorsichtig in Betracht ziehen.

quadrocopterversicherung.com

26.04.2017

Bemerkenswerter Beitrag. Allerdings will ich auch sehen, dass man sich nicht immer auf die Einfachheit der Dinge verlassen darf. Realismus ist oft besser als Wolkenkuckungsheime.

Merdouce

22.10.2017

Ich sehe das wie einer der Vorredner: Wenn man im Ausland ist, sollte man dort bleiben. Mir fällt es nicht im Traum ein, nach Deutschland zurückzukehren. Allein, wenn ich mir die unsägliche politische Landschaft und das Migrantendurcheinander seit 2015 anschaue, graust es mich. Ich trete jetzt nach 6,5 Jahren in Frankreich bei meinem demnächst ehemaligen Arbeitgeber, der mich hierher gebracht hat, einen neuen Management-Job bei einem kleinen Start-up in der medizin-technischen Branche an und freue mich riesig auf diese Herausforderung. Ich wüßte nicht einmal, wo ich mich in Deutschland bei wem bewerben sollte. Die Stellen größtenteils nicht das, was ich machen möchte. Ach übrigens, ich bin weiblich, 50+(!) und allein mit diesen beiden Kombi-Attributen in Deutschland schon unvermittelbar. Meine über 6 Jahre Auslandserfahrung würden mich in Deutschland wohl zu einem Sozialfall machen. Die ganzen von den Vorrednern beschriebenen gleichartigen Fälle sind für Deutschland in meine Augen eine Riesenklatsche und ein echtes Armutszeugnis. Leute, so wird das nix!