Arbeit & Recht

Umziehen, rauchen, aufräumen - was gehört zur Arbeitszeit?

Gehören An- und Ausziehen von Arbeitskleidung zur Arbeitszeit? Oder das Aufräumen nach Ladenschluss? Schließlich summieren sich die zehn Minuten vor und nach der Arbeit ganz schön – sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber.

Während der Arbeit eine bezahlte Raucherpause machen? Obwohl das in vielen Betrieben üblich ist, haben Arbeitnehmer rein rechtlich darauf keinen Anspruch. (Foto: Andrea Warnecke)

Während der Arbeit eine bezahlte Raucherpause machen? Obwohl das in vielen Betrieben üblich ist, haben Arbeitnehmer rein rechtlich darauf keinen Anspruch. (Foto: Andrea Warnecke)

Eine ganz normale Situation im deutschen Berufsalltag: Für den Mitarbeiter ist zwar offiziell um 18.00 Uhr Schluss. Tatsächlich bleibt er aber länger. Stühle hochstellen oder Arbeitskleidung ablegen – gehört das zur Arbeitszeit? Nathalie Oberthür, Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der „Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht“ im Deutschen Anwaltverein, klärt auf:

Aufräumen: Im Einzelhandel und der Gastronomie ist es üblich, dass am Ende des Tages der Arbeitsplatz aufgeräumt werden muss. Mitarbeiter stellen zum Beispiel im Café die Stühle hoch oder reinigen die Kaffeemaschine. „Fallen diese Arbeiten nach Dienstschluss an, muss der Arbeitgeber das eigentlich bezahlen, denn es ist Arbeitszeit», sagt Oberthür. Auch wenn es in der Praxis weit verbreitet ist, dass Mitarbeiter unbezahlt länger bleiben: Rechtlich zulässig ist das nicht.

Nacharbeiten: Mitarbeiter im Einzelhandel haben nicht selten zum Beispiel offiziell um 20.00 Uhr Dienstschluss, weil das Geschäft schließt. Tatsächlich bleiben sie aber häufig bis 20.15 Uhr, denn der letzte Kunde steht nicht selten erst um 20.00 Uhr an der Kasse. Das Nacharbeiten muss der Arbeitgeber in der Regel nicht bezahlen, sagt Oberthür. Voraussetzung sei allerdings, dass es eine entsprechende Regelung im Arbeitsvertrag gibt und die Nacharbeit in einem angemessenen Verhältnis zur Arbeitszeit steht. Wenn man in der Woche ungefähr eine Stunde nacharbeiten muss, dürfte das bei einer Vollzeitstelle noch in Ordnung sein.

Raucherpausen: Arbeitnehmer haben keinen Anspruch darauf, während der Arbeitszeit eine bezahlte Raucherpause zu machen. Mitarbeiter können nur verlangen, dass sie Pausen machen dürfen, nicht aber, dass diese bezahlt werden. Dabei stehen ihnen nach dem Arbeitszeitgesetz gewisse Pausenzeiten gesetzlich zu. Wollen sie darüber hinaus Raucherpausen machen, finden viele Arbeitgeber das in Ordnung. Einen Rechtsanspruch haben Mitarbeiter auf diese zusätzlichen Pausen allerdings nicht.

Dienstreisen: Dienstreisen gehören grundsätzlich immer zur Arbeitszeit, und der Arbeitgeber muss sie vergüten, erklärt Oberthür. Andererseits gibt es häufig Regelungen in Arbeitsverträgen, die etwa eine pauschale Vergütung vorsehen.

An- und Ausziehen: Mit der Klage eines Kfz-Mechanikers gegen die Stadtwerke Oberhausen hat sich das Landesarbeitsgericht Düsseldorf befasst. Die beiden Streitparteien haben sich vorerst auf einen Vorschlag der Kammer zu einer gütlichen Einigung verständigt. Demnach erhält der Bus-Reparateur 375 Euro als Nachzahlung – das ist der Lohn für die zehn Minuten, die er täglich für das An- und Ausziehen seiner Arbeitskleidung innerhalb von sieben Monaten benötigt hatte. Der Mann wollte auch die zehnminütige Dusche nach Feierabend nachträglich angerechnet bekommen, das aber lehnte das Gericht ab. Hierzu gebe es keine gesicherte Rechtsprechung, sagte der Vorsitzende Richter.

29 Kommentare

Tarun Jain

06.08.2015

Wenn ein Mitarbeiter eine Raucherpause macht, versteht der Arbeitgeber die pysische Situation des Rauchers und reagiert darauf nicht. Genauso sollten die Mitarbeiter verstehen, wenn sie 10 oder 15 Minuten länger arbeiten müssen.

Z.B. wenn ein Kunde um 19.50 Uhr kommt und steht Bis zur 20.05 Uhr an der Kasse, sollte einfach in Ordnung sein.

Ich bin der Meinung, dass diese Zeit nicht bezahlt werden sollte.

Rene

06.08.2015

Da im Einzelhandel für die Mitarbeiter nie mit der Schließzeit schluss ist (da muß dann noch aufgeräumt werden, die Kasse abgerechnet, …), bin ich der Auffassung das die Zeit immer bezahlt gehört. Ab einem Filialleitergehalt kann man über Inklusivzeiten diskutieren. Als ich noch im EH tätig war, kam ich selten vor 30min nach Ladenschluss raus.

Stimme der Kassiererinnen

06.08.2015

Das kann nur Arbeitszeit sein.
Die beite Masse (incl. reine Verkäufer ohne Kassenfunktion) bedenken hierbei nämlich leider nicht das, nachdem der letzte Kunde das Geschäft verlassen hat täglich auch noch der Kassenabschluß erfolgen muss. Hierbei handelt es sich je nach Unternehmensgröße um eine zusätzliche tägliche Arbeitsleistung von durchschnittlich 20-60 Minuten. Daraus ergibt sich dann eine wöchentliche Mehrarbeit von bis zu 6 Stunden.
Auch ist die vor Ladenöffnungszeiten zu berücksichtigende Kassenvorbereitung zuzurechnen. Man könnte hierfür durchschnittlich täglich noch einmal 15- Minuten zusätzlich ansetzen.

Warum also, sollte diese Arbeit nicht entsprechend vergütet werden?

Alternativ dazu könnten die Verkäufer ja sonst auch mal ausserhalb der Öffnungszeiten, aber dennoch täglich, sich Abends um das Auffüllen der Regal- und Lagerbestände kümmern.
Wie wär das lieber Einzelhändler?

Hans Maier

06.08.2015

Es ist schlichtweg ungerecht, dass Nichtraucher letztlich die Pausenzeit der Nichtraucher mitfinanzieren.
Die korrekte und trotzdem einfache Erfassung und Abrechnung von Raucherpausen ist dabei technisch nicht ganz trivial.
Weitere Infos hierzu auf http://www.apexnova.de

Daniel

06.08.2015

Ich sehe das anders. Es ist ja nicht jeder Arbeitnehmer Raucher und daher auf die eventuelle Kulanz des Arbeitgebers für eine Raucherpause angewiesen.
Es muss einfach in Balance bleiben, mal etwas länger arbeiten, mal etwas früher Feierabend machen. Bei täglichen 10min unbezahlt länger arbeiten, summiert sich in einem Monat oder Jahr nämlich eine ganz nette Summe an Überstunden auf, die bezahlt oder per Freizeitausgleich abgegolten werden sollte.
Andersherum ist der Arbeitgeber sicherlich auch nicht glücklich, wenn ich regelmäßig 10min zu spät komme, ohne die Zeit nachzuarbeiten. Warum sollte das so ungleich behandelt bzw. gesehen werden?

Stimme der Kassiererinnen

06.08.2015

Wieviel (Mehr-)Zeit ist aber eigentlich bei der breiten Masse der Teilzeitkassenkräfte zu werten?

Warum muss eigentlich immer auf die Raucher rücksicht genommen werden?
Rauchen oder Pause ist doch eigentlich nicht mehr als fair, oder?

Salix

06.08.2015

Raucherpause gut und schön aber als Nichtraucher sehe ich mich benachteiligt wenn meine rauchenden Kollegen stündlich für 10minuten verschwinden und die Nichtraucher weiter arbeiten sollen und keine zusätzlichen bezahlten Pausen bekommen.

Barbara

06.08.2015

Raucher oder Nichtraucher? Ich denke im Büroalltag macht das wenig Unterschied. Also ich rauche schon lange nicht mehr, gehe aber trotzdem gelegentlich mit den Rauchern mit – einfach um auf dem Laufenden zu bleiben. Und Nichtraucher holen sich auch einen Kaffee/Tee/Wasser und bleiben auf einen Plausch in der Küche oder im Flur stehen. Und das ist auch gut so. In den meisten Fällen wird sowieso dienstliches mit Kollegen besprochen und den meisten Unternehmen tut es besser wenn Informationen weiterverteilt werden, als dass jeder immer alles nur für sich behält um sich möglichst unentbehrlich zu machen. Auch erhalten diffizilere Problemstellungen so oftmals früher unterschiedliche Betrachtungswinkel und Lösungsansätze. Ich finde es gut, wenn Kommunikation zur Arbeitszeit gehört.

Auf der anderen Seite sind vom Arbeitgeber vorgeschriebene Umkleidezeiten und Vor-/Nacharbeiten (wenn es sich nicht um ein paar Minuten in der Woche handelt) meiner Meinung nach immer zu vergüten. Allerdings das muss ja nicht unbedingt mit Geld sein. Zeitausgleich wäre zum Schutz vor Überlastung an diversen Stellen beispielsweise viel wichtiger, willkommener und effektiver.

Mal so gesehen...

06.08.2015

In einem Arbeitsvertrag stehen zwei Parteien, die sich gegenseitig eine bestimmte Leistung schulden.
Der Arbeitgeber schuldet dem Arbeitnehmer ein Entgeld.
Der Arbeitnehmer stellt im Gegenzug für eine festgelegte Anzahl von Stunden seine Arbeitskraft zur Verfügung.

Ich finde es ziehmlich vermessen von Arbeitgebern, Mehrarbeit zu verlangen bzw. zu erwarten und dann als „mit dem Gehalt abgegolten“ zu deklarieren.

Aus meiner Sicht gilt das für die Kassiererin genauso wie für den Filialleiter. Dieser hat schliesslich auch nur einen normalen Arbeitsvertrag. Die Höhe des Gehaltes berechtigt noch lange nicht den Arbeitgeber dazu, vom mittleren oder höherem Management unbezahlte Mehrarbeit zu verlangen.

Dennis

06.08.2015

Ich habe schon erlebt, dass in den 5 minütigen Raucherpausen Sachen geklärt wurden, die man in einem 3 stündigen Meeting nicht klären konnte. Ich habe auch mal in einem Unternehmen gearbeitet, dass die Raucher- und Kaffeepausen verboten hatte. Es hat 3 Monate gedauert, dann wurden sie wieder eingeführt, weil keine Abteilung mehr wusste, was die andere macht. Es kommt eben darauf an, wie die „Pausen“ genutzt werden.

Michel

06.08.2015

Raucher trinken aber nicht gleichzeitig Kaffee, sondern holen sich diesen oft extra, so wie die Nichtraucher auch. Und Schwätzchen halten mit anderen Kollegen kommt auch noch obendrauf. Dass Raucher hauptsächlich dienstliches Besprechen bezweifle ich, bekomme das hautnah mit. Dazu kommt noch Zeit für den Weg zu den Raucherzonen.
Für mich müssten Raucher einfach pauschal 1/2 Stunde am Tag länger Arbeiten müssen, oder Nichtraucher eine Prämie bekommen weil diese nachweislich mehr Zeit am Arbeitsplatz verbringen.
Ansonsten wird’s ungerecht gegenüber den Nichtrauchern.

Bernhard

06.08.2015

Am Ende des tages ist es ganz einfach:

Solange man arbeitet „läuft“ die Arbeitszeit – Freizeit heißt, dass man gehen darf….
Im Klartext: Wenn der letzte Kunde um 20.15 Uhr den aden verlässt und dann der Tagesabschluß nochmal 15 min dauert, dann endet die Arbeitszeit erst um 20.30 Uhr. Dann erst wird – wenn es das gibt – ausgestempelt.
Gleiches gilt im Cafe/Restaurant. Stühle stellen und putzen ist Arbeitszeit.
Falls nicht kann ich dem AN nur empfehlen, lieber ins Freibad zu gehen, wenn es nämlich keine Arbeitszeit ist, dann ist es Freizeit und in der kann er machen, was er will.
Umziehen gehört nach meinem Verständnis zum Arbeitsweg und nicht zur Arbeitszeit (von wenigen Berufen wie Berufstaucher oder Tagebau mal abgesehen.), ist aber am Ende meist ein (traif-)vertragliches Thema.

So simple it is…

Dennis

06.08.2015

@Michel: Es kommt doch nicht darauf an wie lange man vor dem PC sitzt, sondern wie viel man schafft. Was ist, wenn ein Nichtraucher den ganzen Tag nur privat surft, während der Raucher neben ihm 8 Stunden konzentriert arbeitet, und dann aber ab und an eine Rauchen geht. Dann sollte der Nichtraucher ein Prämie bekommmen? Fürs rumsitzen? Auch die Nichtraucher sollten ab und an mal 5-10 Minuten Pause machen (müssen ja nicht Rauchen gehen), vor allem wenn man den ganzen Tag am PC sitzt, das schont auch die Augen. Auch gibt es nicht „DEN Raucher“ und „DEN Nichtraucher“. Wenn jemand motiviert ist, wird er viel arbeiten egal ob Raucher oder nicht. Im Gegensatz dazu wird auch ein unmotivierter Nichtraucher einen Weg finden die Zeit zu verplempern.

Florian Heinlein

06.08.2015

Es kommt ja in vielen Berufen nicht unbedingt auf die Arbeitszeit an, sondern darauf, dass die Arbeitszeit sinnvoll genutzt wird und dass die Arbeit geschafft wird. Wenn jetzt ein Raucher zwar 1/2 weniger arbeitet als ein Nichtraucher, aber das selbe Pensum schafft, spricht in meinen Augen nichts gegen diese Pausen. Oder: man kann auch am Schreibtisch sitzen und Däumchen drehen. Abgesehen davon sind kurze, ungeregelte Pausen zwischendurch auch sehr sinnvoll, um produktiver zu sein und rechnen sich definitiv auch für den Arbeitgeber, da man nach einer solchen Pause wieder effizienter arbeitet.

M...

06.08.2015

Eine schwierige Situation.
Bei jenen Mitarbeitern, bei denen das Ergebnis der Arbeit gemessen werden kann (Stichwort Zielvereinbarung, MBO etc), stellt sich diese Frage ohnehin vermutlich in geringerem Ausmaß. Zeit ist ein Mittel zum Zweck und wird wohl mal so oder so ausfallen. Die Diskussion um Rauchpausen ist wohl so sinnvoll wie jene über Personen mit schwacher Blase.

Beim erwähnten Fall, wo primär die Anwesenheit geschuldet ist, ist die Sache vermutlich anders. Die Flexibilität (örtlich und zeitlich) ist sehr eingeschränkt. Kreativität bei der Anlage der Arbeit ist gering, die Stunden der Verfügbarkeit sind entscheidend (wird wohl auch für viele öffentliche Bereiche gelten).

Ich möchte nur zur Diskussion stellen, wieviel Zeit (statt Rauchpausen, Kaffeepausen, Schminkpausen etc) durch Plaudern, Telefonieren, Internetnutzung etc. verbraucht wird – und auf die vergisst man gerne.

Ergo ein wenig mehr Augenmaß auf beiden Seiten und eine offene Diskussion wirken manchmal Wunder.

Holger

06.08.2015

Danke Michel. Nur das ist die Wahrheit. Leider Dennis, du bist sicherlich Raucher und verteidigst euren Standpunkt. Die Wahrheit ist, 90% der Raucher treffen überhaupt niemanden in der Raucherecke bzw. kommen mit Personen zusammen, mit denen sie weder technisch noch kommerziell zu tun haben. Im Durchschnitt verlieren Raucher mit Laufwegen (die in den Firmen sehr unterschiedlich sind!) und „Gesprächsthemen“ 10 Minuten pro Stunde. Das heißt sie arbeiten über eine Stunde am Tag weniger…. (ich bitte die Gelegenheitsraucher und die „nur“ 6 mal am Tag rauchen gehen schon vorab um Entschuldigung)…

Holger

06.08.2015

@ Denis: Und Raucher surfen nicht im Internet und sind die fleißigsten Arbeiter, werden niemals krank, husten andere nicht voll, bringen nicht den Gestank des Rauchens mit ins Büro…

Volker Wollny

06.08.2015

Das Problem mit den Raucherpausen ist in Wirklichkeit keines: Es ist mittlerweile bekannt, dass kleine Pausen der Arbeitsleistung nicht nur nicht schaden, sondern sie sogar verbessern. Ein kluger Arbeitgeber wir daher nicht nur seinen Rauchern Rauchpausen zugestehen, sondern gleichzeitig den Nichtrauchern erlauben, Frischluftpausen von der gleichen Länge zu machen.
Damit wird Streit vermieden und das Unternehmen hat obendrein nicht nur den Vorteil eines besseren Betriebsklimas, sondern auch den einer verbesserten Leistungsfäigkeit.

Wo ist also das Problem?

Elena

06.08.2015

Und wenn ich eine Dienstreise mache und beispielsweise einen 10h Flug vor mir habe. Sind das dann 10 Arbeitsstunden?

Frank

06.08.2015

Raucherpausen – es gibt immer jemanden, der daraus eine Kunst macht sich vor der Arbeit zu drücken. Bitte bedenken, Pausen dienen dazu sich zu erholen. Ich bin mein Leben lang Nichtraucher und auch Sportler. Auch Sportler benötigen regelmäßig Pausen.

Zum Vor- und Nacharbeiten:
Mensch Leute wer zahlt denn den Urlaub, die Krankheit, die Feiertage?

Arbeit gegen Entgeld – genau, so sollte es sein und nicht anders.
Und hier beschweren sich einige Leute wegen 15-30 Min. am Tag.
Rechnet die Pausen (ob Raucher oder Nichtraucher, egal) noch hinzu und seht mal wie gut es uns hier in Deutschland geht.
Was wird alles bezahlt ohne das wir dafür was tun.

Zum guten Schluß kaufen dann genau die Menschen „Made in China“, die hier um jede Minute streiten – weil das Motto lautet: Ich, ich, ich und nochmals ich.

Dennis

06.08.2015

@ Holger Nein bin seit 5 Jahren Nichtraucher, gehe aber oft mit den Rauchern nach unten, um auf dem neuesten Stand zu bleiben, und mal kurz vom Rechner aufzustehen. Auch vorher war ich vielleicht 4 mal am Tag eine rauchen, und da wurde viel (nicht nur) dienstliches Besprochen. Wenn man mit jemdanem ein Meeting hatte und der war ebenfalls Raucher wurde einfach das Meeting nach draußen verlegt.

„Im Durchschnitt verlieren Raucher mit Laufwegen (die in den Firmen sehr unterschiedlich sind!) und „Gesprächsthemen“ 10 Minuten pro Stunde.“
Gibt es dazu eine Studie, die das belegt(Quelle?), oder sind das persönliche Ansichten? (interessiert mich ernsthaft.) Ich könnte dir jetzt genauso von nichtrauchenden Sekratärinnen, die sich den ganzen Tag die Nägel feilen erzählen. Oder von schlafenden Nchtwächter.

zu deinem 2ten Post: Wo habe ich bitte geschriebn, dass Raucher das nicht machen? Lies dir doch die letzten beiden Sätze meines Posts doch nochmal durch. Es war lediglich die Antwort auf die Forderung Nicht-Raucher Pauschal für ihre (angebliche) Mehrarbeit zu belohen ;)

R.Fritz

06.08.2015

Ja es beschweren sich Leute wegen 30 Minuten am Tag das ergibt nämlich auch 2,5 Stunden die Woche. Grade die schlecht bezahlten Jobs sind aber meist davon betroffen und den Pausenstreit können auch nur Büroleute nachvollziehen. Frag mal die kleinen Angestellten in einer Bäckereifiliale in der sie alleine stehen wie eine Pause aussieht. Na das ist halt wenn grad keiner da ist.. Rausgehen, abschalten oder auch nur in Ruhe aufs Klo oder Kaffeetrinken ist da nicht drinnen. Aber die Firma behauptet trotzdem das der Mitarbeiter seine Pause nach 6 Stunden hatte. Ansonsten dürfen sie etwas früher kommen und etwas später gehen und wenn sie es wagen zu früh in der Arbeitszeit zu putzen bekommen sie eine auf den Deckel, da das ja die Kunden vertreibt. Warum sollten also nur gewisse Berufe nach tatsächlicher Arbeitszeit bezahlt werden?

Axel

06.08.2015

Stichwort: Persönliche Verteilzeit, kurze Pausen, Toilettengänge, Rauchen sind damit in der Regel erfasst. Somit bekommt jeder Gelegenheit über diese Zeit zu verfügen. Darüber hinaus kann nur noch die direkte Kontrolle wirksamkeit zeigen.

Kata

06.08.2015

Nun habe ich alle Beiträge zum Teil mit Schmunzeln durchgelesen. Viele Jahre lang war ich angestellte. Zuerst in meinem angestammten Beruf, als junge Frau. Dort war es im Sommer erlaubt, ja sogar nötig, ab und zu in der Arbeitszeit zu duschen. Es war eine Firma im Pharmabereich. Später, wegen der Kinder, habe ich in einer Firma gearbeitet, wo nur Frauen aus acht Nationalitäten schufteten. Ja, das Wort ist richtig, für nur sieben Franken pro Stunde, was einem Kinderlohn entspricht. Dort durften wir nur in der offiziellen Pause auf die Toilette. Ich muss zugeben, einmal habe ich tatsächlich in die Hose gemacht. Es wurde alles kontrolliert, der Chef stand mit dem Stoppuhr hinter mir. Nun bin ich selbständig als Therapeutin. Wenn ich an einem Tag viele Patienten habe, reicht die Zeit nicht einmal fürs Essen, obwohl ich keinen Chef hinter mir habe. Ich stehe frühmorgens um 5.15 Uhr auf, eine Stunde Anfahrtszeit, dann halbe Stunde Vorbereitung, um 08.00 Uhr oder früher kommt der erste Patient. Arbeitsende abends gegen 20.30 Uhr, danach Aufräumen, und den Heimweg antreten. Abends gegen halb elf komme ich an, und danach kommt noch die Büroarbeit. Was jetzt? Wer zahlt hier was? E-Mails beantworten, Rechnungen stellen, usw. Nein, ich klage sicher nicht, denn es ist meine Lieblingsarbeit, ich wünschte, ich hätte schon immer diese Arbeit getan. Reich werde ich damit nicht. Aber eben, das ist der Alltag. Es hält fit und innerlich jung. Übrigens ich bin Nichtraucherin, und bald 67 Jahre alt.

Markus

08.08.2015

Jetzt habe ich zum dritten mal angefangen ein paar Zeilen zu schreiben, ich lese mir die Kommentare durch und lese hauptsächlich Kommentare von Menschen, die viel für einen Arbeitsplatz tun würden. Ich finde wir sollten wieder lernen uns über das „Menschsein“ zu definieren und nicht so gut wie ausschliesslich über die doofe Arbeit!! „Denn wie kann ich glücklich sein, wenn ich anderen diene!!“
Grundsätzlich weiss ich natürlich das unsere Gesellschaft rund um die Arbeit gestrickt worden ist und es auf längere Sicht kaum Möglich sein dürfte, zumindestens als gesunder Mensch, nicht zu Arbeiten. Chef`s die schlecht gelaunt hinter Dir stehen und mit Dir meckern, Kollegen die Du ertragen musst, Extraarbeit die Dir lediglich einen warmen Händedruck bringt-doch wenn Du einen Gegengefallen fordert(erbittest) wird er abgelehnt. Usw….
Ich Arbeite normalerweise im sozialen Bereich, bin allerdings seit 1,5 jahren seeehr glücklich arbeitslos…Nur jetzt merke ich über mein Portmaney das es so leider nicht mehr geht, weil ich aber ein normales Arbeitgeber-Nehmer Verhältniss nicht mehr möchte, mache ich mich selbstständig…Oder man raubt eine Bank aus, das regelt dann schon die Politik…;)

Liebe „arbeitslose“ Grüße aus Berlin…

A.Hampe

09.08.2015

Ihr Glücklichen, dass Ihr pünktlich Pausen machen könnt (Büro). Für uns Kassenkräfte sieht es sehr schlecht aus. Ein Beispiel: im Laden ist eine 1:1 Besetzung, offizielle Arbeitszeit ist 7 Uhr in der Früh. Da sein müssen wir aber schon 1/2 Std. früher, um die Kasse einzurichten, Brot und Brötchen einzuräumen, die Zeitungen neu einsortieren,Obst& Gemüse einzuräumen, das alles in den 30 Min. Dann muss man es alleine schaffen, den Ansturm der Kunden zu bewältigen.Es hängen so nette Schilder über der Kasse, dass nach spätestens 4 Kunden eine 2. Kasse aufmacht…Wunschgedanken.So gegen 11 Uhr kommt die Kollegin und will mich zur Pause ablösen. Gehe in den Laden, hole mir was zu trinken, komme an die Kasse und mache meine wieder auf. Dann später ein zweiter Versuch, dieses Mal klappt es.B in gerade hinten, habe an mein Brot angebissen, schon klingelt es, ich muss wieder nach vorne. Das Spiel geht so ca. viermal. Dann habe ich es geschafft, mein Brot zu essen und einen Schluck zu trinken. Nach Feierabend (wenn ich den denn auch pünktlich machen kann,wenn die Kollegin früh genug da ist) dauert es in der Frühschicht auch noch seine 30 Min., bis die Kasse abgerechnet ist, wenn ich Glück habe. Was von diesen Zeiten bezahlt wird? Die Zeit von 7 – 14 Uhr und keine Minute mehr. Genau so ist es in der Spätschicht.Die beginnt um 14 Uhr und geht bis 22 Uhr.Der letzte Kunde ist um ca.22.15 Uhr draußen aus dem Laden.Dann wird abgeschlossen,nicht eher. Kasse abmelden,den Tagesbericht drucken lassen,nach hinten gehen,nebenbei gleich noch Fremdware wieder in die richtigen Regale sortieren,Kasse abrechnen,Tagesabschluss mit dem ML machen,beten,dass die Kasse stimmt,sonst alles noch einmal von vorne.Dann gemeinsam mit dem ML den Laden abschließen. Hoffen, dass er scharf geschaltet werden kann,sonst noch mal rein, alle Türen und Fenster kontrollieren, ob nicht doch noch wo was vergessen wurde. Wenn ich dann aus dem Laden komme, sind 1 1/2 Std. rum, unbezahlt…….
Dieser Vorgang ist im Einzelhandel ganz normal.
Muckt man auf, darf man gehen, es stehen sofort Neue auf der Matte, die Deinen Arbeitsplatz mit Handkuss (Fremde) nehmen….
LG

willi

24.09.2015

Es kann sich wohl ein Mechaniker bei den Stadtwrken leisten, sich in der Arbeitszeit umzuziehen.
In der Privatwirtschaft wird er wohl durch einen anderen ersetzt.

Robin

03.11.2015

Lange Zeit war ich Raucher und ging täglich 2 mal außerhalb der regulären Arbeitszeit rauchen. Das die Raucherpause selbst nicht vergütet wurde, ist mir einerlei, es waren max. 10 Minuten pro Tag.
Da der Raucherbereich in der Nähe des Warenausgang lag, wurde der Weg, welcher durch den Technik-Bereich ging, zum Rauchen immer mit Warenbewegung kombiniert.

Erstens blieb ich immer über die aktuellen Geschehnisse auf dem Laufenden, zweitens konnte ich als Tech.-Supporter einige Probleme schon im Keim ersticken.
Meine Effizienz lag höher als ab dem Zeitpunkt an dem ich das Rauchen aufgab.

Sofern Berufskleidung auch als Schutzkleidung dient, gehört imo die Zeit zum an- und ablegen dieser ebenfalls zur Arbeitszeit.
Das tägliche Aufräumen gehört ebenfalls zur Arbeitszeit, da damit ein sauberer Wiedereinstieg am nächsten Tag gewährleistet ist.
Ist die Arbeit aber nicht abgeschlossen, so sollte alles an seinem Platz verbleiben (sofern dadurch kein Sicherheitsrisiko entsteht).

heiken

14.11.2015

Hallo
darf der Arbeitgeber die Verteilzeit zum Materialbeschaffung oder zum Aufräumen nutzen ?