Kreativität

Richtiges Brainstorming: 6 Regeln für mehr Kreativität im Team

Keine komplizierten Techniken und keinerlei Zubehör: Brainstorming ist beliebt, weil es so einfach umzusetzen ist. Alle aus einem Team kommen an einen Tisch, ein Moderator nennt Stichworte oder stellt Fragen und alle sagen spontan, was ihnen dazu einfällt. Das klingt einfach, doch nicht selten holpert es bei der Umsetzung. Stimmt das Umfeld oder die Stimmung zwischen den Teilnehmern nicht, fällt das kreative Denken schwer. Hier sind die sechs wichtigsten Regeln für ein erfolgreiches Teamwork:

Brainstorming_Regeln

Regel 1: Spielregeln aufstellen

Die Ideen sprudeln lassen, kreativ sein und offen sprechen: Das kann nur funktionieren, wenn sich Teilnehmer wohlfühlen und gegenseitig mit Respekt behandeln. „Es muss klar sein, dass jede Idee willkommen ist“, sagt Business Coach Janne Klöpper aus Hannover. Bei Gruppen mit sehr starken Hierarchien kann es daher sinnvoll sein, zunächst Spielregeln aufzustellen. Die Wichtigste: Jeden ausreden lassen – und den anderen zuhören. Oft sind Arbeitnehmer in Gedanken schon beim nächsten Stichwort der Brainstorming-Runde. Um Kritik, ablehnende Gesten oder Lacher zu vermeiden, hilft die grundsätzliche Absprache, dass Mitarbeiter vorgetragene Ideen nicht bewerten dürfen.

Regel 2: Aufwärmen

Der eine hatte ein stressiges Telefonat, der andere kommt gehetzt von einem Kundentermin: Um vom Arbeitsalltag abzuschalten und den Kopf freizuhaben, empfiehlt sich ein Warm-up. Der Start ins kreative Denken gelingt zum Beispiel mit einer Variation des Klassikers Stadt-Land-Fluss. Statt Länder, Städte und Flüsse aber zum Thema passende Kategorien suchen und ein paar Runden spielen. Dieser lockere Zugang beseitigt Stress und Anspannung und setzt den kreativen Prozess im Kopf in Gang. Hilfreich zum Ankommen ist es auch, die erste Brainstorming-Runde im Stehen zu machen.

Regel 3: Hemmschwellen senken

Nicht immer herrscht in Gruppen eine vertrauliche Atmosphäre. Wenn die Teilnehmer sich nicht kennen oder der Vorgesetzte mit in der Runde sitzt, besteht das Risiko, dass manche Ideen aus Zurückhaltung nicht vorgetragen werden. Bei Teams mit Vorbehalten sollten Mitarbeiter ihre Ideen zunächst im Stillen aufschreiben. Das kann auch helfen, wenn sehr introvertierte Mitarbeiter unter den Teilnehmern sind. Dafür bekommt jeder ein paar Minuten Zeit. Danach können die Notizen eingesammelt und neu verteilt werden – jeder trägt nun die Ideen eines anderen vor. Oder man bildet Zweier-Teams und lässt die Teilnehmer ihre Ideen zuerst im kleinen Kreis vortragen. Einmal ausgesprochen, fällt es häufig leichter, auch außergewöhnliche Ideen vor dem ganzen Plenum zu präsentieren.

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Regel 4: Pausen machen

Kopfblockade, Leerlauf, Nullrunde – Wenn die Ideen ins Stocken geraten, eine Pause von zehn bis 15 Minuten Länge machen. Die besten Einfälle kommen meist erst in einer zweiten Brainstorming-Welle. Wichtig ist es, die Pausen so zu gestalten, dass die Teilnehmer sich dabei bewegen müssen. Dabei helfen Getränke und Essen in einen anderen Raum oder ein kleiner Spaziergang, zum Beispiel, um etwas zu holen. Bewegt sich der Körper, kommen häufig auch die Gedanken in Bewegung.

Regel 5: Den Prozess leiten

„So, dann macht mal“ – nach dieser Devise kommt der kreative Prozess nicht in Gang. In der Regel brauchen Gruppen einen Moderator, der den Prozess am Laufen hält. Die Aufgaben des Leiters? Die Gruppe lenken, sehr wortstarke Teilnehmer etwas zurücknehmen und die Introvertierteren ermutigen, auch etwas zu sagen, erläutert Klöpper. Ganz wichtig dabei: Erkennen, wenn Störungen auftreten. Das gilt etwa, wenn Vorschläge abgewertet oder gleich kritisiert werden. Hier ist es Aufgabe des Moderators, gezielt nachzufragen, was los ist. „Oft kann man die Angelegenheit direkt klären.“ Möglicherweise steckt nur ein Missverständnis dahinter, wenn eine Gruppe über einen Vorschlag lacht.

Regel 6: Ehrgeiz wecken

Der eine gähnt, der andere schaut aus dem Fenster. Im Hintergrund tickt leise die Uhr. Kreativer Schwung? Fehlanzeige. Um Arbeitnehmer in Gang zu bringen, empfiehlt Klöpper der Gruppe für die Ideenfindung eine begrenzte Zeit vorzugeben. „Die darf ruhig knapp sein, am besten erstmal nur fünf Minuten.“ Unter Zeitdruck sprudeln die Ideen oft spontaner, die Teilnehmer sind offener und mutiger. Ein guter Ansporn ist auch ein Brainstorming-Duell. „Dafür bildet man innerhalb des Teams zwei Gruppen und lässt diese getrennt voneinander Ideen sammeln – das weckt den sportlichen Ehrgeiz.“ Hinterher werden die Vorschläge verglichen.

Text: Bettina Levecke

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