Diversity

Diversity im Weltkonzern: Nur Vielfalt bringt den Erfolg

Rund eine halbe Million Menschen arbeiten weltweit bei der „Deutschen Post DHL Group“. Susanna Nezmeskal, Diversity-Chefin des Konzerns, erklärt, warum Vielfalt in Unternehmen nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil ist.

Diversity-Expertin Susanna Nezmeskal: "Weltweites Geschäft braucht interkulturelle Kompetenz"

Diversity-Expertin Susanna Nezmeskal: "Weltweites Geschäft braucht interkulturelle Kompetenz"

XING spielraum: Frau Nezmeskal, die "Deutsche Post DHL Group" ist ein global agierender Konzern. Diversity Management ist da eigentlich ja eine Selbstverständlichkeit, oder?

Susanna Nezmeskal: In unserem Konzern arbeiten mehr als 480.000 Menschen verschiedener Altersgruppen, Nationen, Kulturen und Weltanschauungen. Darunter sind Menschen mit Behinderung, unterschiedlicher sexueller Orientierung sowie vielen weiteren Merkmalen, die unsere Identität prägen. Kurz gesagt: Diversity ist elementarer Bestandteil unserer Unternehmenskultur.
Wenn wir auf globaler Ebene erfolgreich sein wollen, brauchen wir qualifizierte Fachkräfte an unseren weltweiten Standorten, aber auch Mitarbeiter mit interkultureller Kompetenz und gemischte Teams, denn auch unsere Kunden sind international und global aufgestellt.

Also ist Diversity nicht nur vor allem moralische "Pflicht" von Unternehmen, wie es leider heute noch oft gesehen wird, sondern ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil...

Nezmeskal: Ja, die Vielfalt unserer Beschäftigten bietet enorme Möglichkeiten. Bei uns arbeiten Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten, Erfahrungen und Sichtweisen. Es geht darum, das Potenzial dieser Vielfalt zu nutzen und als tatsächliche Stärke wertzuschätzen. Damit steigern wir die Produktivität, Motivation und Kreativität unserer Beschäftigten. Wir sind gleichzeitig beweglicher, zum Beispiel wenn es etwa darum geht, neue Märkte zu erschließen. Die Vielfalt unserer Beschäftigten spiegelt nämlich die Vielfalt unserer Kunden, Lieferanten und Investoren wider. Und angesichts des demografischen Wandels und der Veränderung des Arbeitsmarktes zielt unser Diversity Management darauf ab, die Beschäftigten bewusst zu fördern, sie zu halten und möglichst viele potenzielle Bewerber zu erreichen.


Was sind denn darüber hinaus noch Besonderheiten, wenn man in einem solch großen Unternehmen Vielfalt und Chancengleichheit etablieren möchte?

Nezmeskal: „Jeder anders, zusammen erfolgreich“, lautet das Motto für unser Diversity Management. Die Herausforderung besteht gerade für einen so großen Konzern darin, ein gemeinsames Verständnis für Diversity zu schaffen. So etwas passiert nicht von heute auf morgen, da braucht es einen ausführlichen Dialog mit Führungskräften, Personalverantwortlichen und Beschäftigten in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen und an den verschiedenen Standorten auf der Welt. In den letzten Jahren haben wir da viel erreicht. 



Gibt es Erfolge dabei, auf die Sie besonders stolz sind?

Nezmeskal:Ja – jüngstes Beispiel ist der "Deutsche Diversity Tag" am 9. Juni, den wir bei uns im Unternehmen als einen globalen Event umgesetzt haben, an dem sich mehr 120 Standorte von Deutsche Post DHL Group weltweit mit eigenen Events beteiligt haben. Und auch 2013 haben wir schon einen echten Meilenstein erreicht: die vom Konzernvorstand verabschiedete Erklärung zu Diversity und Inklusion. Zudem haben wir ein konzernweites Diversity Webtraining entwickelt. Dieses werden wir bald in mehreren Sprachen für Beschäftigte auf der ganzen Welt zur Verfügung stellen.

Wichtig ist auch unser konzernweites Projekt zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen, wo wir als internationales Team mit Vertretern aller Unternehmenseinheiten zusammenarbeiten. Um all diesen Aktivitäten einen Rahmen zu geben und Diversity nachhaltig im Konzern zu verankern, haben wir schon vor zwei Jahren ein "Diversity Council" eingerichtet, das mit hochrangigen Führungskräften aus allen Divisionen besetzt ist und vom Personalvorstand geleitet wird. Auf Arbeitsebene haben wir die Abteilung Corporate Diversity und ein Diversity Core Team, mit Vertretern aus allen Divisionen.

Man hört immer mal wieder, dass das Antidiskriminierungsgesetz nicht nur Klarheit, sondern auch eine Häufung absurder Klagen gegenüber Unternehmen hervorgebracht hat. Wie sind Ihre Erfahrungen damit?

Nezmeskal:Diversity Management bedeutet natürlich gleichzeitig, dass wir Diskriminierung unter keinen Umständen dulden, das haben wir durch unseren Verhaltenskodex konzernweit sichtbar verankert. Das Thema nehmen wir sehr ernst und haben es auch mit Prozessen und Maßnahmen hinterlegt. Gleichzeitig ist ein wichtiges Ziel von Diversity Management, ein von Respekt und Wertschätzung geprägtes Arbeitsumfeld zu fördern. Das machen wir, indem wir etwa Trainings oder Workshops durchführen.

Und wann, glauben Sie, werden Diversity-Beauftragte nicht mehr notwendig sein?

Nezmeskal:Deutsche Post DHL Group ist als Logistikkonzern ein „people business“ und so wird Diversity für uns als eines der globalsten Unternehmen überhaupt immer ein Thema sein.

Info: Susanna Nezmeskal auf XING

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