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Arbeit & Recht

Die kuriosesten Kündigungsgründe weltweit

Die klassischen Gründe, seinen Job zu verlieren, sind unter anderem permanente Unpünktlichkeit, Diebstahl oder Dauerstreit mit den Kollegen. Doch es gibt Menschen, denen ihr Chef aus echt skurrilen Anlässen gekündigt hat. Vor allem in Übersee – aber auch bei uns.

1. Zu groß
Ihre Vorliebe, besonders wichtige Nachrichten für die Kollegen in E-Mails stets in Großbuchstaben, fetter und farbiger Schrift zu versenden, machte den Boss der neuseeländischen Sachbearbeiterin Vicki Walker so wütend, dass er sie wegen „Störung des Betriebsfriedens“ feuerte. Sie habe damit für permanente Unruhe im Kollegenkreis gesorgt, so der Manager. Das sah das Arbeitsgericht, vor das Walker zog, allerdings anders – und erklärte die Kündigung für unwirksam. Zudem erhielt sie ein „Schmerzensgeld“ von 12.000 Euro.

2. Zu sexy
Kein Scherz: Ein Zahnarzt aus Iowa (USA) kündigte einer seiner Arzthelferinnen tatsächlich, weil sie „zu schön“ war. Ihre Attraktivität sei eine große Versuchung und damit eine dauernde Gefahr für seine Ehe und seine Karriere, argumentierte der Dentist. Noch unglaublicher: Der oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates wies die Klage der Entlassenen ab, der Zahnarzt habe „ein Recht auf seine persönlichen Ansichten“.

3. Zu missionarisch
„Vielen Dank für Ihren Einkauf, Jesus hat Sie lieb.“ Diese Abschiedsformel benutzte ein 29-jähriger Callcenter-Mitarbeiter eines Versandhändlers aus Nordrhein-Westfalen nach jedem erfolgreichen Verkaufsgespräch. Sein Arbeitgeber kündigte ihm daraufhin, mit der Begründung, ein Angestellter dürfe den Kunden nicht mit seinen religiösen Ansichten „auf die Nerven gehen“. Das Landesarbeitsgericht Hamm stimmte dem zu, als der gläubige Angestellte gegen die Kündigung klagte. Er habe, so die Richter, nicht nachweisen können, dass er „in große seelische Schwierigkeiten gerate“, wenn er auf seine Abschiedsformel verzichten würde.

4. Zu graue Haare
In den USA verlor die 52-Jährige Sandra Rawline ihren Job bei einem Makler, angeblich, weil sie sich geweigert hatte, ihre grauen Haare zu färben. Dieses habe ihr Chef nämlich von ihr gefordert, so Rawline, um seiner Firma „ein jugendliches Image“ zu geben. Doch habe sie nicht mitmachen wollen – und sei durch eine zehn Jahre jüngere Kollegin ersetzt worden. Ihre Klage dagegen aber wurde abgewiesen, dem Gericht hätten „nicht genügend Beweise“ für das Verhalten des Managements vorgelegen.

5. Zu wenig Haare
Apropos Frisur: Auch Stacey Fearnall, eine Kellnerin aus dem kanadischen Owen Sound, wurde wegen ihrer Haare gefeuert – allerdings unter ganz anderen Vorzeichen. Die 36-Jährige, deren Vater kurz zuvor an Krebs gestorben war, hatte sich für eine Spendenaktion der nationalen Krebshilfe eine Glatze scheren lassen – und für ihre Lockenpracht rund 2500 Euro eingesammelt. Als sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehrte, wurde sie prompt vom Chef zur Rede gestellt und kurz danach entlassen. Der verteidigte seine Entscheidung mit den Standards, die für jeden Bediensteten seines Restaurants gelten würden – und diese beinhalten eben auch „eine vernünftige Länge der Haare“.

6. Zu laaaaaaaangsam
Verantwortungsvolle Arbeiten verlangen ihre Zeit, das wissen wir ja alle. Doch die angestellte Architektin einer hessischen Kreisverwaltung gab sich mit einem Gutachten nach eigenen Angaben wirklich extrem viel Mühe. Statt innerhalb der kalkulierten 40 Arbeitstage war sie – trotz wiederholter Mahnungen – auch nach 96 Tagen nicht fertig geworden. Das Gericht folgte der Verwaltung bei ihrem Urteil, dass eine solche Verzögerung nicht mehr akzeptabel sei und bestätigte die Kündigung.

7. Zu ehrgeizig
Richtige Sportler wollen jedes Spiel möglichst überzeugend gewinnen, klar. Doch Micah Grimes, der hauptamtliche Basketball-Coach einer texanischen Highschool, hatte es nach Meinung seiner Vorgesetzten übertrieben: Mit einem 100:0 (in Worten: hundert zu null) seiner Mädchenmannschaft gegen ein gegnerisches Team habe er solchermaßen „exzessiven Ehrgeiz“ und „mangelndes Mitgefühl“ gezeigt, dass dieses nicht mit den Werten seiner christlich geprägten Schule vereinbar sei, so der Rektor.

8. Zu vergesslich
Er habe sich nicht Böses dabei gedacht, als er die erste Strophe des Deutschlandliedes laut in seiner Firma gesungen habe, verteidigte sich ein Kölner Angestellter, nachdem ihn sein Arbeitgeber unmittelbar nach seiner „Darbietung“ fristlos gekündigt hatte. Erschwerend war in den Augen des Chefs noch hinzugekommen, dass sein Mitarbeiter das Lied in Anwesenheit amerikanischer Geschäftspartner des Unternehmens vorgetragen hatte. Für das Landesarbeitsgericht Köln allerdings war die Kündigung unwirksam: Bei dem Mitarbeiter, der seit fast 30 Jahren in dem Firma beschäftigt war, hätte im Zuge der „Interessenabwägung“ eine Abmahnung genügt.

(Anmerkung: Wir haben den Text zu Punkt #8 nach einem Leserhinweis geändert – siehe Kommentare. red.)

11 Kommentare

Jan

20.05.2015

Zu 8.: Das Singen der ersten Stophe des Liedes der Deutschen [sic!] war nie verboten. Vielmehr war das gesamte Lied von 1952 bis 1991 Nationalhymne, wobei bei offiziellen Anlässen nur die dritte Strophe gesungen werden sollte. Erst nach der Wende einigte man sich auf die dritte Strophe als Hymne, da diese ohnehin als solche angesehen wurde.

Anders als es Generationen von Grünen- und Sozi-Lehrern Schülern eingetrichtert haben geht es beim Text nicht um Nationalismus oder irgend eine eingebildete Überlegenheit gegenüber anderen Völkern sondern vielmehr darum, dass ein geeintes Deutschland über die Kleinstaaterei der damaligen Zeit gehen sollte.

Brunnenwasser

20.05.2015

Manches davon ginge in Deutschland natürlich nicht durch, allerdings sind deutsche Arbeitgeber ja sehr kreativ beim „finden“ von Gründen. Insbesondere, wenn einzelne Mitarbeiter aus unrechtmäßigen Gründen gehen sollen. In meiner Abmahnung stand doch tatsächlich was vom „Maurerdekollete“ ( im Büro ! ), welches ich nach Aufforderung durch den Chef nicht mal versteckt haben soll.

kaune

20.05.2015

Was nichts daran ändert, das der Belt vor Dänemark und die Etsch in Italien liegt – und nicht in irgendeinem deutschen Kleinstaat. Da haben verständlicherweise einige Anrainer-Staaten etwas gegen so weit gezogene Grenzen. Aber dafür haben wir ja jetzt das Schengener Abkommen und den Euro…

Ralf Klassen

20.05.2015

Hallo Jan, danke für den Hinweis auf den rechtlichen Status des Deutschlandliedes und seiner drei Strophen. Wir haben die entsprechende Passage korrigiert. Grüße aus der Redaktion, Ralf Klassen

Wolfgang Keller

20.05.2015

Zitat Artikel:
„Kein Scherz: Ein Zahnarzt aus Iowa (USA) kündigte einer seiner Arzthelferinnen tatsächlich, weil sie “zu schön” war. Ihre Attraktivität sei eine große Versuchung und damit eine dauernde Gefahr für seine Ehe und seine Karriere, argumentierte der Dentist. Noch unglaublicher: Der oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates wies die Klage der Entlassenen ab, der Zahnarzt habe “ein Recht auf seine persönlichen Ansichten”.“

Hierzu will ich anmerken, dass „Dentist“ ein ehemaliger Ausbildungsberuf für Zahnheilkundige ohne akademische Ausbildung war (im Wesentlichen Zahntechniker mit Befugnis zur begrenzten Patientenbehandlung), während ein „Zahnarzt“ ein Absolvent des Zahnmedizin-Studiums ist (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Dentist). Diese Begriffe sollten daher unter keinen Umständen synonym benutzt werden.

Matthias

20.05.2015

@ 8 bzw. den Artikel-Verfasser:
Was, in der 1. Strophe soll es „nicht um Nationalismus oder irgend eine eingebildete Überlegenheit gegenüber anderen Völkern“ gehen, wo doch da klipp & klar steht „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“? Auf welcher Baumschule waren Sie denn, da Sie wohl nicht richtig lesen können???

Björn Kuse

20.05.2015

Mit wurde in einer Steinmetzbude gekündigt, nachdem der Chef der Firma in Bad Säckingen nach fast 4 Jahren Betriebszugehörigkeit höchstpersönlich mir eigenhändig eine Grabplatte auf den rechten Mittelfinger donnerte, was ein gutenTeil des vorderen Fingergliedes kupierte. Mit Müh und Not konnten die Aerzte das Fingerglied retten und verlor „nur“ knapp 1 cm des Fingers. Entsprechend lange dauerte aber die Krankschreibung. Gleich am 1. Arbeitstag nach Beendigung der Krankschreibung kündigte derselbe Chef mit der (leider nur mündlichen) Begründung: „Wer so lange krank feiert verdiene es nicht weiter, für ihn arbeiten zu -dürfen-.“ Rechtlich konnte ich aber nichts machen. Bleibt nur die Frage nach dem Menschlichen !

denken-handeln

20.05.2015

@Matthias, 20.05.2015
„Das Lied der Deutschen, auch Deutschlandlied genannt, wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben am 26. August 1841 auf der – seinerzeit britischen – Insel Helgoland gedichtet. …“ (Quelle: Wikipedia.de)

Ich werde den Text dort folgendermaßen ergänzen:
„Das Lied der Deutschen, auch Deutschlandlied genannt, wurde von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, einem bekennenden Nationalsozialisten, am 26. August 1841 auf der – seinerzeit britischen – Insel Helgoland in vorauseilendem Gehorsam gedichtet. …“.

Außerdem wird die Seite „http://de.wikipedia.org/wiki/August_Heinrich_Hoffmann_von_Fallersleben“ von mir mit gesetzlichen Warnhinweisen bestückt werden, dass dieser Mann ein gefährlicher Nazi gewesen war.

Eigentlich hätte ich dieses Verhalten von Ihnen erwartet. Haben Sie eigentlich mal die französische, englische oder amerikanische Hymne gehört, verstanden oder übersetzt?
Dagegen ist ein wenig „Stolz“ auf das, was sich damals „Deutschland“ nannte, geradezu harmlos.

(Wer Ironie oder gar boshaften Spott findet, darf ihn behalten!)

EvHe

08.07.2015

Dieser Artikel hat sehr viele Rechtschreibfehler. Ziemlich kontrovers in Anbetracht des Themas…

Sibylle1969

24.11.2015

Ich war mal als externer Consultant über zwei Jahre lang in einem Softwareentwicklungsprojekt in einer großen deutschen Bundesbehörde eingesetzt. Ein Mitarbeiter der behördeneigenen IT-Abteilung war in dem Projekt mit der Datenmigration vom Alt- ins Neusystem beauftragt. Die Aufwandsschätzung dafür betrug 3 Personenmonate. Stattdessen brauchte er satte 15 Monate, d.h. das fünffache der ursprünglich veranschlagten Zeit. Dass man mal länger braucht als veranschlagt, ist ja bei IT-Projekten generell nichts ungewöhnliches, aber diese Überschreitung war schon krass, zumal der Mitarbeiter nicht gerade durch Arbeitseifer auffiel. Wenn man sein Büro betrat, las er eigentlich immer Zeitung. 10 Minuten vor Ende der Kernarbeitszeit fuhr er seinen Rechner runter und wartete 5 Minuten vor Ende der Kernarbeitszeit an der Stechuhr. Bei jedem kleinsten Wehwehchen lies er sich gleich 3 Wochen krankschreiben. Ach ja, ich glaube, er war verbeamtet…

Daniela

11.12.2015

Ja , Chefs sind sehr erfinderisch bei Kündigungen, meistens trifft es die, die sich nichts zu schulden kommen lassen würden oder haben. Weil Sie ein Gewissen haben und noch an das Gute im Menschen glauben. Auch wenn einem sowas mal passiert ist, sollte man nicht die Hoffnung aufgeben, dass alles gut wird. Doch was am wichtigsten ist, NIEMALS SO ZU WERDEN WIE DIE.

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