Pro & Kontra: Fernbeziehung für die Karriere in Kauf nehmen

Experten zufolge geht heute jeder vierte Akademiker mindestens einmal in seinem Leben eine Fernbeziehung ein. Gleichzeitig mehrt sich die Zahl derer, die ihr Privatleben nicht dem Job unterordnen möchten. Zwei Berufstätige diskutieren, ob eine Fernbeziehung okay ist – und ob man sie zugunsten der Karriere vielleicht sogar zeitweise in Kauf nehmen muss. Dr. Michael Hensen, der als Director des Social Innovation Centre an der Business School INSEAD in Fontainebleau, Frankreich, tätig ist, während seine Frau bei einer Naturschutz-NGO in Frankfurt arbeitet. Er vertritt die Pro-Position. Und Matthias Kohlbaum, selbständiger Project Manager und Scrum Master, der nach mehr als halbjähriger Fernbeziehung zu seiner Freundin nach Bukarest zog und dort jetzt lebt und arbeitet – weil eine Fernbeziehung nichts für die beiden ist.

Dies ist der Auftakt für unsere neue Reihe „Pro & Kontra“: Fortan werden wir hier regelmäßig ein Thema aus dem Spannungsfeld „Arbeiten und Leben“ zur Diskussion stellen. Diskutieren Sie mit – in unserer XING-Gruppe „Arbeit.Zeit.Leben“.

Pro

drmichaelhensen

Dr. Michael Hensen, Director des Social Innovation Centre an der Business School INSEAD in Fontainebleau

Von Dr. Michael Hensen
Ich nenne sie gerne „Schollenmenschen“: Menschen, die nie ihre Scholle verlassen, die dort arbeiten und leben, wo sie geboren sind. Ich und meine Frau gehören nicht dazu. Wir sind beide viel umgezogen für den Job, mal ist der eine mit dem anderen mitgezogen, mal umgekehrt.
Bis ich die Stelle bei INSEAD gefunden habe, meine Frau aber bereits ihren Traumjob in Frankfurt hatte. Da haben wir uns entschlossen, eine Fernbeziehung zu führen, was wir nun seit 2,5 Jahren tun. Ich pendle zwischen Paris und Frankfurt und wir sehen uns nur am Wochenende.

Das funktioniert – unter bestimmten Voraussetzungen: Wir sehen uns mindestens drei Mal im Monat, was ganz wichtig ist. Wir führen eine stabile Partnerschaft. Und wir gestehen uns beide die Freiheit zu, uns im Job voll reinzuhängen. Dass wir (noch) keine Kinder haben, macht es natürlich einfacher. Zusätzlich habe ich einen Arbeitgeber, der es mir ermöglicht, auch mal ein paar Tage von zu Hause in Deutschland zu arbeiten.

Hätte ich vor Ort eine vergleichbare Stelle gefunden? Wohl nicht. Die Hochschule INSEAD ist im Wirtschaftsbereich die Nr. 1 in Europa, in der Forschung weltweit in den Top 10, sie hat spannende Professoren zu bieten und ein wirklich internationales Umfeld. In der deutschen Hochschulszene ist der private Sektor sehr begrenzt, dementsprechend oft auch die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten. Meiner Frau geht es ähnlich: Sie hat jahrelang für einen Headhunter für Banken gearbeitet, wollte sich aber schon immer dem Natur- und Artenschutz widmen, eine sinnvolle Tätigkeit ausüben – und hat in einer Naturschutz-NGO ihren Traumjob gefunden. Diese Jobs gibt es nicht an jeder Ecke. Wir haben beide Spaß an unserer Arbeit, uns ist es wichtig, einen Beruf zu haben, der uns ausfüllt – und das geht ganz vielen so!

Ich meine: Wenn sich beide Partner beruflich verwirklichen wollen, wenn sich nicht einer zum „Wackeldackel“ des anderen machen möchte, dann muss man flexibel sein. Die eigene Scholle verlassen. Und mitunter auch eine Fernbeziehung in Kauf nehmen.

Kontra

Matthias Kohlbaum, Project Manager und Scrum Master, BPO Consulting

Von Matthias Kohlbaum
Meine Freundin und ich haben uns bei einem IT-Projekt in Düsseldorf kennen- und lieben gelernt. Als das Projekt nach zwei Jahren abgeschlossen war und sie wieder zurück in ihre Heimatstadt Bukarest wollte, haben wir zuerst ein halbes Jahr gependelt. Dabei haben wir aber schnell gemerkt, dass die Pendelei nichts für uns ist. Für uns gehört zu einer Beziehung dazu, dass man Zeit miteinander verbringt, dass man einen gemeinsamen Freundeskreis pflegt. Das ist sehr schwierig, wenn man sich nur an den Wochenenden sieht. Man setzt dann einfach andere Prioritäten. Und wir haben beide Kinder aus früheren Ehen, für die wir da sein wollen – eine große Herausforderung für eine Fernbeziehung. Zudem kann das Pendeln per Flugzeug sehr ermüdend sein… Also haben wir gemeinsam die Optionen besprochen. Mit dem Ergebnis, dass ich zu ihr nach Bukarest gezogen bin und dort nun seit einem Jahr lebe und arbeite. Meinen Sohn in Deutschland besuche ich wann immer möglich, ich habe die Pendelei also nicht ganz aufgegeben.
Als selbständiger Scrum Master und Projektmanager habe ich natürlich das Glück, dass ich fast überall einen Job finde. Der IT-Sektor boomt, gerade in Bukarest, und mit ihm die internationale Projektarbeit. Bukarest ist für mich durchaus auch aus beruflicher Sicht reizvoll: Man trifft dort auf ein sehr internationales Umfeld und Berater aus ganz Europa, ich habe ein größeres Team als früher, zudem war es für mich schon immer eine Perspektive, ins Ausland zu gehen. Dafür ist das Gehaltsniveau etwas niedriger als hierzulande, aber durchaus attraktiv.
Gehört eine Fernbeziehung heutzutage dazu, wenn man sich beruflich verwirklichen möchte? Ja und nein. Einerseits ja, denn internationale Projektarbeit nimmt zu und damit die Notwendigkeit, flexibel zu sein. Andererseits nein, denn ich beobachte in meinem direkten Umfeld dass gerade ein Umdenken stattfindet. Immer mehr Menschen ziehen mitsamt ihrer Familie um, praktisch mit Kind und Kegel. Viele Leute führen ja gezwungenermaßen eine Fernbeziehung, weil die Familie in der Heimat bleiben möchte, weil sie das gewohnte Umfeld schätzt, die Kita-Plätze, etc. Doch immer mehr Ex-Pats sehen, dass auch im Ausland die Voraussetzungen da sind für ein gutes (Arbeits-)Leben.

Letztlich ist eine Fernbeziehung immer eine Partnerentscheidung. Und wir haben einfach gemerkt: Das ist nichts für uns. Dass es auch anders geht, zeigt unser Beispiel – und das vieler Berufstätiger in meinem Umfeld.

36 Kommentare

Kai

24.04.2015

Da bin ich eindeutig auf der Kontra-Seite. Ich arbeite um zu leben und lebe nicht um zu arbeiten. Also arbeite ich remote von zuhause, egal wo das ist. Dafür haben wir doch das Internet. Körperliche Präsenz im Job wird aber auf Arbeitgeberseite leider immer noch überbewertet.

Claude

24.04.2015

Das Pro Statement mag für einige Lebensentwürfe in Ordnung sein, wobei Begriffe wie „Schollenmensch“ und „Wackeldackel“ subtil ironisch bis mangelnder Respekt für andere Lebensplanungen bedeuten.

Fernbeziehungen sind ok, wenn der Job wichtiger ist als die Partnerschaft oder Familie. Nachhaltig ist es ganz sicher nicht.

Stefan

24.04.2015

PRO: Ich bin in meinem Leben (55 Jahre) schon häufig gependelt, während des Studiums 3 Jahre Bonn-Kiel, später im ersten Job 6 Monate von zuhause weg auf See, dann wieder 1 Jahr gependelt Rostock-Bremen schon mit Kind zihause. Ich meine, es kommt auf die Lebenssituation an und die Flexibilität der Partner. Aber ich halte es für unerlässlich in der heutigen Berufswelt. Es muss ja nicht von Dauer sein, aber 1-2 Jahre sollte man schon in Kauf nehmen. Ich habe Scheidungen gesehen, weil Psrtner unbedingt zusammen bleiben wollten, sie aber keinen Job im neuen Umfeld finden konnten.

Marie

24.04.2015

Schwieriges Thema, womit ich mich nicht anfreunden kann. Es hängt auch mit der Distanz zusammen und wie lange der Partner im Ausland ist. Auch interessanter Artikel: http://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/partnerschaft/beziehung/tid-11876/fernbeziehung-gemeinsame-perspektiven-und-dialog_aid_334178.html

Olli

24.04.2015

Eine Fernbeziehung kann ein sehr guter Ausgleich zum Jobleben sein. Leben im hier und im jetzt heisst doch, dass man immer mit dem Kopf und dem Herz dort ist, wo sich auch gerade aufhält, und das funktioniert bei einer Fernbeziehung recht gut. Mich interessiert, wann Herr Dr. Hensen glaubt im richtigen Alter für Kinder zu sein. Geschätzt bin ich bleichalt und mein Kind ist jetzt 18 Jahre alt.

Andreas

24.04.2015

ich stehe auch eher auf der Kontra-Seite. Ich bin als IT-Consultant nahezu ständig von Montag bis Freitag weg von daheim und meiner Ehefrau. Für die ersten Jahre war das okay und wurde als notwedig abgetan. Aber je länger dieser Zustand jetzt anhält, umso mehr wünschen wir uns, dass es endlich etwas wird, bei uns die Chance auf gemeinsamen Alltag gegeben wird.

Grit

24.04.2015

Mein Mann und ich sind jetzt 20 Jahre verheiratet (2 Kinder) und führen seit mehr als 15 Jahren eine Fernbeziehung. Er arbeitet z.Z. in München und ich in Köln und ja, es funktioniert prima. Wir sind beide beruflich sehr eingespannt und wenn man mal ehrlich ist, vor 7-8 Uhr abends ist der Partner doch meist auch wochentags nicht zu Hause. Da läuft dann auch keine großartige Konversation mehr. Wichtig sind für uns kleine Rituale: z.B. gemeinsame Familienzeit (der Arbeits-PC bleibt am WE aus!), zu Zweit abends bei einem Glas Wein die wöchentlichen Ereignisse besprechen etc.. Wir sind auch sehr oft über das WE mit den Kids in München, so dass mein Mann nicht immer pendeln muss.

Businesscowboy

24.04.2015

Das Pro geht schon, aber das Hauptargument ist ja genannt: keine Kinder.
Ab dem Punkt wird es nämlich schwierig, wenn beide noch arbeiten wollen. Ich hatte aktuell einen Umzug mit Familie geplant, den Meilenstein dafür verpasst und habe deswegen eine Fernbeziehung. Das ist nicht wirklich witzig, denn man verpasst sehr viel, die Frau fühlt sich komplett alleinerziehend und das bischen mehr Geld vom neuen Job geht für Kinderbetreuung und andere Verlustquellen drauf.
Das heißt, ich bin Netto neutral und verliere 6 Stunden Lebenszeit auf der Strasse / Woche. Heißt also entweder die Familie zieht um oder ich, da das Thema Homeoffice bei vielen immer noch ein Fremdwort ist, obwohl 2/3 der Arbeitsverteilung global ist und damit die Hälfte der Zeit mit Telefon- und Webkonferenzen befüllt ist. Das kann man auch von Zuhause machen, v.a. wenn die IT im Büro öfter streikt als mein IT Equipment.

Sibylle1969

24.04.2015

Ob eine Fernbeziehung funktioniert oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Zunächst muss man einander vertrauen, eine Fernbeziehung ist ganz sicher nichts für sehr eifersüchtige Personen. Dann hängt es davon ab, ob man sich auch oft genug sehen kann, d.h. ob die nötige Reisezeit und die Reisekosten tragbar sind, dass man sich mindestens an zwei Wochenenden im Monat sehen kann. Und zu guter Letzt, ob es denn mittelfristig eine Perspektive gibt, permanent am gleichen Ort zusammenleben zu können, denn jahrzehntelang will sicher kaum jemand eine Fernbeziehung führen. Es spielt natürlich auch eine Rolle, ob man eine Familie mit Kindern gründen will, denn das erschwert die Dinge noch mal ganz erheblich.

Elmar

24.04.2015

Da gibt es eindeutig keine Seite. Beide „Kontrahenten“ sind nicht wirklich repräsentativ für ihre jeweilige Position.
Wichtig ist doch, dass, egal ob eine Beziehung mehr oder weniger Nähe benötigt, die Rahmenbedingungen zu den eigenen Bedürfnissen passen. Und an dieser Stelle sind heute mehr denn je die Arbeit- oder Auftraggeber gefragt, flexible Arbeitsmodelle zumindest zuzulassen.

Birgit

24.04.2015

Ich finde beides ist in Ordnung.
Ich persönlich kann mir keine Fernbeziehung vorstellen, weil ich vieles mit meinem Partner face2face besprechen möchte und ihn , wenn oftmals auch nur kurz, so doch physisch spüren und sehen will.
Aber: auch Fernbeziehungen können die wahre Erfüllung sein, weil Nähe und Distanz für jeden Menschen anders und zufrieden gelebt werden können. Zusammen passen müssen die Einstellungen und der Umgang damit.

Nandus

24.04.2015

Um es mal ganz klar zu sagen: eine WE-Beziehung ist keine Beziehung. Das zeigt mir meine eigene Erfahrung, aus einer Zeit, als ich noch bereit war, dem schnöden Mammon und der sog. „Karriere“ solche wichtigen Aspekte wie Beziehung und Familie unter zu ordnen. Ich unterstelle Denjenigen, die das mit der Inbrunst von Herrn Hensen tun, daß sie gar nicht wissen, was es überhaupt bedeutet, mit einem Menschen „verbunden“ zu sein. Dazu gehört zwingend körperliche Anwesenheit. Und zwar nicht nach Terminkalender getaktet. So wie sich die Ausführungen von Herrn H. lesen, lebt doch dabei jeder für sich. Ab und zu mal Abend essen (wenn nix „Wichtiges“ dazwischen kommt), ein bisschen Sex und das wars. Wenn noch mehr Menschen diesem Modell folgen, prophezeihe ich nicht weniger als den „Untergang des Abendlands“. Auf dem Weg dorthin sind wir, mit den Egoismen denen wir so gerne allen Raum geben, schon längst.
Wer übrigens die Parabel von Herrn Prof. Gerald Hüther zu den Lachsen kennt, wird unschwer eine Parallele zu Herrn Hensen ziehen können. Für mich ist er ein klassischer Lachs.

Eric

24.04.2015

In den Kommentaren hat Sibylle die meiner Meinung nach noch fehlenden wichtigen Punkte angesprochen:
– Reisezeit/ evtl. „Reisequalität“
– Reisekosten
– Perspektive

Gerade der letzte Punkt ist für die Zukunft entscheidend. Für einen gewissen Zeitraum geht alles. Über Jahre Wochenendpendeln kann ich mir nicht vorstellen.

Die Reisezeit und -Qualität sowie Kosten sind ebenfalls wichtige Faktoren.
Paris – Frankfurt hat eine direkte Zugverbindung. Schnell und ICE-Komfortabel. Kommen allerdings noch 4 Umstiege in Regional oder Anschluss-ICs dazu, nervt es relativ schnell.
Die Kosten lassen sich als ehemalige Headhunterin, als INSEAD-Mitarbeiter oder IT-Profi sicher besser stemmen, als „einfacher Angestellter“. Bei solchen Distanzen könnten es schnell 500 € pro Monat werden…

Dana S.F.

24.04.2015

Herr Dr. Hensen, sie haben NOCH keine kinder?? vom Bild her sind sie mindestens 45 oder älter. ich gehe davon aus, dass auch ihre Partnerin entsprechend über 40 ist. wollen Sie es also eines Tages wider die Natur künstlich erzwingen, Stichwort social freezing? & 70 sein, wenn ihr Nachwuchs sein Studium beginnt?
zudem bedeutet 3 mal monatlich ein Treffen kein Alltag miteinander. nennen sie dass eine tragfähige Bindung für Familie? viele Paare ziehen erst bei der Schwangerschaft zusammen und stellen dann fest, dass sie den anderen gar nicht täglich so dicht ertragen können, da sie aneinander vorbei zu leben gewohnt sind. so wächst dann eine traurige neue Generation heran. what a brave new world…

Nandus

24.04.2015

@ Dana S.F.: gut gesprochen, genau so ist es

Nandus

24.04.2015

@ Grit: wenn Sie dabei auf Ihr Leben schauen, macht Sie das nicht traurig? Schon der Kommentar “ da läuft dann keine große Kommunikation mehr“ sollte Einem wirklich zu denken geben.

Stephan

24.04.2015

Ich bemerke bei mir, dass mit zunehmenden Alter die Prioritäten sehr deutlich verschieben. In jüngeren Jahren war mir berufliches Fortkommen sehr wichtig und oft habe ich es sogar vor Familie & Partnerschaft gesetzt. Obwohl das natürlich abgestimmt war, hat die Familie dennoch leiden müssen. Heute sind mir die Kinder und die Partnerin wichtiger als die Karriere. Mit Ende 40 habe ich mich beruflich ordentlich entwickelt – eine große Karriere habe ich dennoch nicht gemacht. Das dürfte wohl auch gelaufen sein. Ich will einen guten Job machen und meine Freizeit erfüllr verbringen.

Nandus

24.04.2015

@ Andreas: sehen Sie, auch ich war IT-Consultant und hatte die gleichen Gedanken. Da unsere Gesellschaft leider keine Alternative zur Karriere kennt, hilft nur Entscheiden: radikal für Partner und Familie ODER weiter wie bisher. Beides wird nicht klappen. Auch wenn es Hochglanzmedien und Presse gerne suggerieren – vergessen Sie`s. Eine echte, ernstzunehmende Partnerschaft ist nicht kompatibel mit der neoliberalistischen Tretmühle.

Nandus

24.04.2015

@ Claude: das haben Sie schön diplomatisch gesagt. Im Prinzip ist es unverschämt die Begriffe „Schollenmensch“ und „Wackeldackel“ zu verwenden, sind Sie doch stark wertend und zeugen von großer Engstirnigkeit. Aber da wären wir ja direkt wieder beim „Lachs“ von Prof. Hüther.

MarlenPa

24.04.2015

Bisher haben sich hier nur junge und studierte Leute gemeldet. Ich bin gebürtige Dresdnerin, verh., Mitte 50 und arbeite in einem Ingenieurbüro als CAD-Zeichner. Da ich vor 10 Jahren in meiner Heimat keine Stelle, in meinem gelernten Beruf bekam und ich nicht nur zu Hause sitzen wollte, habe ich mich entschlossen mich in München umzuschauen. Seitdem fahre ich jedes 2. Wochenende nach Hause oder mein Mann kommt nach München. Wenn jetzt einer fragt warum der Mann nicht nach München zieht, weil es ihm zu Riskant war seine Stelle nach mehr als 20 Jahren aufzugeben und seine Freunde in Dresden hat.
Natürlich ist eine Fernbeziehung nicht immer einfach. Aber man hat doch heute viele Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren und so den Partner seine Gedanken und Gefühle mitzuteilen und an seinem Leben teil zu haben. Da ich mit Mitfahrgelegenheit fahre habe ich viele Frauen und Männer in meinem Alter kennengelernt, die schon viele Jahre pendeln.

Thomas

24.04.2015

Die beiden Stellungnahmen von Herrn Dr. Hensen und Herrn Kohlbaum unterscheiden sich nicht nur in der Vorstellung darüber, was bei Fernbeziehungen funktioniert. Offensichtlich gibt es auch einen deutliche Unterschied im Selbstverständnis und darin, wo man sich selbst in einer Partnerschaft sieht. Es mag vorkommen, dass im gesprochenen Wort die Feinheiten kultivierten Umgangs kurzfristig übersehen werden. Wer aber in der geschriebenen Aufzählungen mit 1. Person Singular beginnt, legt seinen Fokus offenbar. Ob eine solche Einstellung gepaart mit der Distanz zu Erfolgen im persönlichen Leben führen, wage ich zu bezweifeln. Und nach zweieinhalb Jahren eine positive Bilanz zu ziehen, halte ich selbst in unserer Gesellschaft für voreilig, in der Ehen gern nur das Teenageralter erreichen.

Marcus

24.04.2015

Ich stimme Marie und Sibylle voll und ganz zu. Es kommt eben darauf an. Ich halte es für schwierig, „ein Leben lang“ zu pendeln. Wenn man (noch) keine Kinder hat, keine Kinder will, keine Kinder bekommen kann oder die Kinder schon ihr eigenes Leben führen, kann eine Fernbeziehung für einige Jahre funktionieren. Und trotzdem ist es eine Beziehung.

Solche Kommentare wie von Nandus, der andere Standpunkte nicht akzeptiert, finde ich übel. Es gibt eben auch Menschen, die teilweise einen gewissen Abstand benötigen und dafür ist eine Fernbeziehung auch gut. Um so mehr freut man sich, wenn man sich wiedersieht. Manche Menschen bevorzugen lieber die Probleme im Büro unter der Woche mit sich auszumachen und am Wochenende gut gelaunt beim Partner zu sein, als „jeden“ Abend dem Partner von den beruflichen Problemen zu erzählen. Hier ist eben jeder anders. Manche brauchen die Nähe, manche eben den Abstand.

Die Entfernung und die Kosten sind ein wichtiger Punkt. Die vielen Reisen können auf Dauer nerven und sich negativ auf die Beziehung auswirken. Das Geld „nur“ für die Reisen auszugeben, kann auch weh tun, wenn man es besser direkt mit dem Partner ausgeben könnte. Vertrauen ist natürlich auch total wichtig.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, aber ich akzeptiere auch Menschen, die andere Ansichten haben, dass man im Leben in einer Phase sein kann, in der das Berufsleben in den Vordergrund rückt. Dies ist/kann/sollte nicht auf Dauer sein. Es kommen dann eben auch wieder andere Phasen, in denen die Nähe, evtl. Kinder, Freunde wieder wichtiger sind. Hier stimme ich mit Stephan total überein.

Am Ende muss es jeder mit sich und dem Partner ausmachen.

Wir lassen uns nach 3 Jahren Fernbeziehung (am anderen Ende der Welt, alle 2 Monate gesehen) scheiden, da wir gemerkt haben, dass wir verschiedene Menschen sind und verschiedene Beziehungen führen möchten. Ich der Nomade wie Dr. Hansen und sie der „typische“ Nandus. ;-) Wir haben’s probiert, aber es ging nicht.

Albrecht von Bonin

24.04.2015

Bei der Betrachtung dieses Themas sollte die Sicht des Arbeitgebers nicht vergessen werden. In der Suche von Spitzenkräften spielt nach unserer Erfahrung die Umzugsbereitschaft des Kandidaten meist eine wichtige Rolle für den Arbeitgeber. Führungskräfte für Jobs im Head Office sollten sich auch „am Schornstein“ ansiedeln, so der Wunsch. Man erwartet von ihnen ein deutliches Commitment zu Aufgabe und Unternehmen, oft auch Repräsentation des Arbeitgebers am Standort über die Wochenarbeitszeit hinaus in der Community. „Pendler“ haben es zudem nicht selten schwerer mit dem betriebsinternen Aufstieg, weil ihnen der sogenannte „Flurfunk“ und der intensive Dialog im Stammhaus fehlt. Sie werden i.d.R. seltener von der Unternehmensleitung wahrgenommen. Hier sind häufigere Präsenzzeiten im Head Office der Kompromiss, wenn ein Umzug aus familiären Gründen nicht realisierbar ist. Anders als bei befristeten Projekteinsätzen legen Unternehmen bei Placements von Führungskräften meist Wert auf nachhaltige Besetzungen. Kandidaten sind gut beraten, sich darüber mit Familie oder Partnerschaft klar zu werden.

Zorn

24.04.2015

Ich bin mit und ohne Partner in einer anderen Städten gewesen.
Letztendlich ist die Beziehung daran zugrunde gegangen. Keiner von beiden war in der Heimat. Das soziale Umfeld ist darunter zerbrochen.
Weder Schollenmensch noch Wackeldackel passt hier für eine Beschreibung und ist „Lachs“ daher gesprochen. Die Verantwortung der Firmen für solch Entscheidungen sind mitunter fragwürdig, Herzlich Willkommen und wenn es um eine Lösung des Arbeitsverhältnis geht, sitzt man oftmals auf den Kosten, wenn nicht sogar immer, für einen Umzug in die Heimat.
Zudem wünschen sich Unternehmen Flexibilität und stellen im Nachgang zur Vita dann Fragen die mir jenseits von Gut und Böse erscheinen…..

Andre

24.04.2015

Fernbeziehung lohnt sich nur, wenn man absolut überdurchschnittlich verdient, keine Kinder hat und nicht viel Wert auf die Familie legt. Doppelte Haushalt, Flüge etc. kosten viel, Kinderbetreuung ist nicht möglich, man entfremdet sich. Ein Freund von mir ist „für die Karriere“ nach München gegangen. Die Ehe war nach einem Jahr aus. Jetzt geht sein hart verdientes Geld als Unterhalt an seine Exfrau. Mit einem Job vor Ort hätte ihm das sicherlich nicht passiert.

Guy

24.04.2015

Hallo,
ich arbeite in Köln, aber lebe mit meiner Familie in Aachen und das halte ich für einen guten Kompromiss, da ich jeden Tag zuhause bin. Mein Arbeitgeber bietet die Möglichkeit zum Home Office, welche ich allerdings noch nie in Anspruch genommen habe, weil ich mich mit meinen Kollegen so gut verstehe. Ich könnte mir eine Fernbeziehung vorstellen, wenn eine Absprache mit meiner Frau stattgefunden hat und sowieso für eine begrenzte Zeit. Was nützt es das ganze Geld zu sammeln, wenn die Beziehung nicht ausgelebt werden kann? Aber letztendlich sollte jeder wissen, was für ihn am Besten ist.

Dana S.F.

24.04.2015

@ Marcus: „den partner lieber gut gelaunt am Wochenende sehen“ – nun, ist das dann wirklich eine Bindung oder doch eher nur eine Freizeitbeschäftigung, eine nette Abwechslung zum Haupt -Lebensinhalt, dem Job? die Frage ist, was macht diese neoliberale Lebensweise auf Dauer mit den Menschen, ihrer Bindungsfähigkeit? der andere als Lebenspartner oder als Hobby? ich habe auch 2 Fernbeziehungen geführt als ich beruflich noch mitten in der Entwicklung war und mir fiel auf wie unheimlich leicht es war, sich daraus zu lösen, das Leben ging einfach seinen gewohnten Weg , in dem der Wochenendpartner ja ohnehin nur die Rolle des Gasts hatte… das gab mir sehr zu denken und ich wollte das nicht mehr. so war ich konsequent, als ich meinen heutigen Mann kennen lernte: als wir uns verlobt hatten habe ich meine Stelle trotz guter Bezahlung aufgegeben um zu ihm zu ziehen. er ist selbstständig und daher örtlich gebunden. Ich suche noch immer nach einer neuen Festanstellung hier in der Region,aber das war es mir wert. wir werden dieses Jahr zum zweiten mal Eltern und es war die richtige Entscheidung, zu einem Zeitpunkt (bin 32), den die Natur auch noch vorgesehen hat für Nachwuchs! die Ökonomie darf nicht die Natur des Menschen korrumpieren, finde ich. da ist die Grenze einer verantwortbaren Strebsamkeit!

Nandus

25.04.2015

@Marcus: ich verstehe sehr gut, dass Sie sich gegen meine Kommentare wehren. Letztlich eine Form von Selbstschutz – man müsste ja einen großen Teil des Eigenen Lebenskonzepts in Frage stellen, täte man das nicht. Wenn Sie sich aber selbst fragen, wie nahe Sie dem Menschen sind, mit dem Sie die vermeintlich erfüllende Fernbeziehung führen und dabei wirklich ehrlich sind (zu sich), könnte ich Stein und Bein schwören, daß Sie zu einem erschütternd-ernüchternden Ergebnis kommen. Daran wären im Übrigen nicht Sie „schuld“ (wenn man überhaupt von Schuld sprechen sollte) sondern unsere absurde Gesellschaft, die solche Einstellungen und Werte geradezu fördert. Die Konsequenzen daraus erleben wir, wie schon erwähnt, in einer grassierenden Egomanie in allen Lebensbereichen. Die Frage, die sich Jeder „Fernbezieher“ wirklich stellen muss ist doch: bin ich damit WIRKLICH glücklich?

Nandus

25.04.2015

@Albrecht von Bonin: eben, völlig korrekt dargestellt. Und finden Sie das etwa gut? <- Die Frage geht an jeden hier! In welcher Welt leben wir denn, wenn ein anständiger Job davon abhängig ist, ob man seine Familie vernachlässigt?

Nandus

25.04.2015

@ Zorn: eben, weil es die Unternehmen nämlich einen großen Sch… interessiert, was mit dem Arbeitnehmer wird, sofern diese nicht davon profitieren. Was kümmert es das Unternehmen, wenn der Mensch nicht mehr für dieses tätig ist?

Hans Mayer

27.04.2015

Die Tatsache, dass die Proseite von einem Kinderlosen besetzt wird spricht Bände. Ich verurteile niemenden der eine Fernbeziehung führt, aber die Frage ist doch was mache ich mit der Pro-Aussage? In dem Moment, in dem ich Pro bin muss ich damit ja auch meinen, dass man es von Menschen VERLANGEN kann, dass sie Fernbeziehungen eingehen und das ist genau der Punkt an dem es zu weit geht, weil so u.U. Menschen mit Kindern aus dem Berufsleben gekegelt werden und alle Bekenntnisse zur kinderfreundlichen Gesellschaft zu Makulatur werden. In gut bezahlten Jobs mit genügend Nannys im Hintergrund mag ja alles funktionieren, aber dass ist ein seltenes Privileg und nicht verallgemeinerbar. Und für mich käme das ohnehin nicht in Frage, weil ich meine Kinder im Alltag erleben möchte und nicht nur aus der Ferne. Die Vorstellung, dass meine Töchter mir nicht regelmäßig in der Woche Ihre Geschichten aus Schule und KIta erzählen können wäre mir ein Grauen. Das ist mir Wichtig und ich habe das Gefühl, dass dies auch den Töchtern wichtig ist.

Nandus

29.04.2015

@ Hans Mayer: eine für mich zutiefst nachvollziehbare Stellungnahme, die ich voll unterstütze. Genau diese Gefahr sehe ich auch: vornerum wird großes Galama um Kinderfreundlichkeit der Gesellschaft veranstaltet und wenn es dann an Hard Facts und Umsetzung geht, wird hintenrum weitgehend wirtschaftsfreundlich und damit zumeist familienfeindlich gehandelt. Da kann ich nur empfehlen zur Abwechslung mal eine nicht so systemgesättigte Partei zu wählen um dieser (realen) Gefahr zu begegnen. Es soll nämlich welche geben, die da eine ganz andere Linie fahren…

Klaus

01.05.2015

@ Klaus und @ Nandus: Als schön oder erstrebenswert empfinde ich die Pendelei auch nicht, ich habe selber 5 Jahre Wochenendbeziehung hinter mir und habe nun das Glück, dass wir beide in München zusammenleben UND einen Job haben. Ich verstehe nur nicht, wenn davon gesprochen wird, dass es heute VERLANGT wird eine Fernbeziehung zu führen. Weder der Staat noch die Wirtschaft VERLANGT doch irgendetwas. Es gibt nun mal leider strukturschwache Regionen mit wenigen schlechtbezahlten Jobs (großer Teil der neuen Bundesländer aus denen wir herkommen) und wirtschaftlich sehr starke Regionen (besonders Süddeutschland). Was sollte der Staat oder die Gesellschaft daran ändern? Ganz platt gesagt: Wer Geld verdienen will, geht in den Süden (mit all seinen Nebenwirkungen wie hohen Mieten, schwieriger Kinderbetreuung, weg von der Familie) und wer sich im Zweifel mit einem Gehalt nahe dem Existenzminimum zufrieden gibt (dafür Family in der Nähe, günstigere Mieten , evtl. bessere Kinderbetreuung) kann auch in der wirtschaftlich schwächeren Heimat bleiben. Das bestimmt jeder für sich selbst und keine „systemgesättigte Partei“, oder?

Klaus

03.05.2015

Weder Staat noch Unternehmen verlangen eine Fernbeziehung. Wir sind doch alle frei in der Entscheidung ob uns ein besseres Gehalt ein Umzug / Fernbeziehung wert ist oder ob man sich zugunsten der Familie und der gewohnten Umgebung mit einem Gehalt nahe dem Existenzminimum begnügt. Ich würde auch gern mit einem Münchener Gehalt in meiner Heimat Thüringen wohnen, aber das Leben ist halt leider kein Wünsch-Dir-Was :-(

Nandus

08.05.2015

@ Klaus: sie schreiben an sich Selbst? Da sollte mal ein Psychologe drauf gucken ;-)
Zurück zum Thema: sorry, aber was sie schreiben ist doch die „Friss-oder-Stirb-Mentalität“ die sich die letzten 15 Jahre als neokkapitalisitscher Grundgedanke in diesem Land etabliert hat. Sie stützen damit quasi Ihr eigenes Unglück (und das vieler Anderer). Viel konformer kann es sich das System quasi nicht wünschen – Glückwunsch! Wrum? Nun, Sie stellen Mißstände als unverrückbare Tatsachen hin und eine vermeintliche Wahlfreiheit zwischen sozialer Verelendung und „in der Mühle treten“ als echte Option. Das ist ähnlich wie: „du kannst ins Arbeitslager gehen oder wir erschießen dich gleich hier…du hast die Wahl, toll, oder?“ Wie wäre es einfach mal wieder den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu rücken und zu sagen: so nicht. Was hindert denn eine Partei daran zu sagen: wir sind die Vetreter des Volkes (im Ernst!) und wir diktieren Dir, liebe Wirtschaft mal ganz klare Bedingungen, die Arbeit so gestalten müssen in diesem Land, daß der Mensch wieder zu seinem Recht kommt, Familie und Partnerschaft wieder gut möglich sind. Aber so lange selbst vom potenziellen Wähler einer solchen Partei (Tip: die etablierten sind es nicht) in absurder Weise gegen sich selbst argumentiert wird, kann das freilich nix werden. Und natürlich verlangen Staat und Unternehmen so EINIGES von Ihnen. Wäre das nicht so, würden Sie Ihnen einfach so Geld geben. Aber ich nehme an, daß für eine solche Vorstellung – die nennt sich im Übrigen „bedingungsloses Grundeinkommen“ und existiert bereits im Kleinen – Ihre Phantasie nicht ausreicht. Versuchen Sie sich einfach mal von den Ketten, die Sie selbst um Ihren Geist gelegt haben zu befreien und „neu“ zu denken….

Klaus

19.06.2015

@ Nandus: Wenn ich Ihren letzten Beitrag richtig interpretiere heißt das folgendes: Ich wähle die richtige Partei, welche dann die Konzerne verpflichtet, Ihre Zentralen gleichmäßig in Deutschland zu verteilen, damit jeder in seiner Heimat einen auskömmlichen Job hat …. ??? Versteh ich nicht …. Aus irgendeinem Grund sind die gutbezahlten Jobs in Süddeutschland, das mag mit der vorangegangenen Wirtschaftspolitik (Franz-Josef-Strauß) zusammenhängen und das kann man gut oder schlecht finden. Ich würde mich wie gesagt auch über annehmbare Jobs in der Heimat freuen, die gibt es aber nicht und das ist FAKT! Was kann ich nun tun? Mich aktiv an der Demokratie beteiligen und die richtige Partei wählen, das ist schon richtig. Aber jetzt mal ganz ehrlich: Die Politik wird der Wirtschaft garnichts diktieren, auch nicht, wenn die „richtige“ Partei am Ruder ist. Die Politik ist lediglich das Sprachrohr der Wirtschaft um den Anschein der Demokratie zu waren. Find ich nicht gut, ist aber ein FAKT!
Das Konzept „Bedingungsloses Grundeinkommen“ kenne ich im Übrigen und finde ich einen interessanten Ansatz, da 1. Bürokratieabbau und 2. es nicht mehr zu dem absurden Phänomen kommt, dass man mit Hartz IV unter Umständen besser dasteht als mit einem Job.
Bitte erklären Sie mir nochmal genau den Ausgangspunkt der Diskussion:
1) Inwiefern VERLANGEN Staat oder Wirtschaft eine Fernbeziehung?
2) Sie sagen die Politik handelt familienfeindlich/wirtschaftsfreundlich. Was meinen Sie damit genau und wie würde eine familienfreundliche Politik aussehen?
Ich bleibe bei dem ganz konkreten Beispiel: Wenn ich das „Pech“ habe in einer wirtschaftlich schwachen Regionen geboren zu sein kann ich (neben der aktiven Beteiligung an der Demokratie) da bleiben und mich aufregen während ich Hartz IV beziehe ODER umziehen Richtung Süden und arbeiten. Gegenvorschläge sind sehr willkommen ;-)