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„Montags könnt ich kotzen“ – 5 Business-Bücher für die neue Arbeitswelt

In Zusammenarbeit mit der Social Reading-Plattform Sobooks stellt XING spielraum fünf Business-Bücher für die neue Arbeitswelt vor, die man gelesen haben sollte. Für alle, die keine Zeit haben, lange Rezensionen zu lesen, beantwortet Sascha Lobo auf den Punkt und sehr unterhaltsam die folgenden Fragen: Warum sollte man das Buch lesen? Wer muss das Buch lesen? Wer sollte das Buch auf keinen Fall lesen? Und: Das Buch in einem Tweet.

Montags könnt ich kotzen (Thomas Ramge)

Worum geht es?
Montags-konnt-ich-kotzenThomas Ramge arbeitet nicht nur als Autor, sondern auch als Coach. Dabei wühlt er tief in den Eingeweiden von Beratungsunternehmen und Konzernen. Diese Persiflage ist eindeutig eine Reaktion darauf. Mit einem Humor so trocken wie ein drei Wochen altes Brötchen erzählt er von genau dem Büroalltag, der in Deutschland zwar ganz selbstverständlich ist, aber eben auch irrwitzig. Der Ich-Erzähler Lukas Frey soll für die Konzern AG eine Produkteinführung koordinieren. Natürlich hat er dabei keine Probleme zu lösen, sondern Herausforderungen zu bewältigen. Und auch sonst wird er bei seinem Projekt zugehagelt mit den üblichen Quatsch-Begriffen und der allgegenwärtigen Schönfärberei. Sein Tag besteht vor allem aus der Kollision von unglaublich klugen Management-Methoden mit dem echten Leben. Und den witzigen bis deprimierenden Kollateralschäden, die dabei entstehen.

Warum sollte man das Buch lesen?
„Montags könnt ich kotzen“ muss gar nicht überzeichnen, was in deutschen Büros geschieht, denn jeder einzelne Abschnitt kommt einem unangenehm bekannt vor. Das Buch hilft vor allem dabei, eine gesunde Distanz zu den Absurditäten der Konzernwelt zu entwickeln und führt dadurch zu mehr Gelassenheit. Wenigstens bis zum nächsten Sales Incentive Action Day.

Wer muss das Buch lesen?
Alle, die unterhaltsamen Trost suchen, weil der stellvertretende Abteilungsleiter zum dritten Mal das gleiche Projekt gegen die Wand gefahren hat – und es trotzdem schafft, dass kein Vorgesetzter es bemerkt.

Wer sollte das Buch auf keinen Fall lesen?
Leute, die sich mit dem Büroalltag gut auskennen, aber eine Nackenstarre haben – denn bei der Lektüre kann man kaum aufhören, ständig zu nicken. Und Unternehmensberater.

Das Buch in einem Tweet:
„Sage mir, wie sehr Du den Montag hasst und ich sage Dir, wie schön Dein Job ist.“


Die Stein-Strategie (Holm Friebe)

Worum geht es?
steinstrategie3Der Untertitel offenbart es: „Von der Kunst nicht zu handeln“. Holm Friebe beschreibt, wie der hektische Aktionismus zwischen sozialer Vernetzung und ständigen Karrierechancen kontraproduktiv wirken kann, weil uns vorgegaukelt wird, dass wir jetzt aber wirklich reagieren müssen. Sonst! Die „Stein-Strategie“ darf aber nicht als Entschuldigung missverstanden werden, gar nichts mehr zu tun, sondern eben erst im richtigen Moment zu handeln. Und der kommt oft später als man denkt. Manchmal sogar nie, weil sich bestimmte Probleme von selbst auflösen.

Warum sollte man das Buch lesen? 
Weil der andauernde Hagel der Mails selbst denen die Sicht auf das Wesentliche versperren, die es eigentlich längst durchschaut haben. Und weil man nicht jeden Tag Steine als Vorbilder präsentiert bekommt.

Wer muss das Buch unbedingt lesen?
Leute, die es keine halbe Stunde aushalten, das Smartphone beiseite zu legen.

Wer sollte das Buch auf keinen Fall lesen?
Leute, die keine Erklärungen suchen, sondern Ausreden.

Das Buch in einem Tweet
Das Buch „Die Stein-Strategie“ von Holm Friebe hilft einem die eigenen Aktivitäten auf das Maximum zu reduzieren.


Management-Essentials (Frank Arnold)

Worum geht es?
mgmgessentialsIn seinem Buch „Management – Von den Besten lernen“ hat Frank Arnold mehr als 60 Management-Ikonen und ihre Wege zum Erfolg beschrieben. Aber manchmal ist 6 mehr als 60 – und deshalb ist die Auswahl in diesem Buch eingedampft. Und zwar auf sechs Figuren der Weltgeschichte: Bill Gates und Warren Buffett, Steve Jobs und Herbert von Karajan, Michelangelo und Jack Welch. Arnold macht dabei nicht den sonst üblichen Fehler zu erklären, wie Warren Buffet unter Zuhilfenahme eines sehr großen Vermögens ein noch größeres zu bekommen vermag. Stattdessen konzentriert er sich auf nachvollziehbare Strategien, Handlungen und Entscheidungen, aus denen man wirklich etwas lernen kann. Auch dann, wenn man derzeit nicht als Milliardär arbeitet.

Warum sollte man das Buch lesen?
Weil es einen Unterschied gibt zwischen den Leuten, die man als gesellschaftliche Vorbilder ansehen möchte und den Leuten, die einem wirklich etwas beibringen können. Und genau dieser Unterschied kommt im Buch perfekt heraus.

Wer muss das Buch unbedingt lesen?
Diejenigen, die glauben, dass man Management lernen kann, ohne die Haltung dahinter verstanden zu haben.

Wer sollte das Buch auf keinen Fall lesen?
Diejenigen, die allergisch auf Wirtschaftsanekdoten reagieren sowie Leute, die häufiger an der goldenen Großartigkeit des Kapitalismus zweifeln.

Das Buch in einem Tweet
„Management Essentials“ erklärt Bill Gates’ Erfolg so, dass man daraus für die Karriere als Vizeabteilungsleiter lernt. Wahrscheinlich.


Silicon Valley – Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt (Christoph Keese)

Worum geht es?
siliconvalley2Um vom Apple-Hauptquartier mit dem Auto zu Facebook zu fahren, braucht man fünfundzwanzig Minuten. Zwischendurch kommt man bei Google in Moutainview vorbei. Christoph Keese, Vice President der Axel Springer SE, hat einen sechsmonatigen Bildungsurlaub in Silicon Valley verbracht. Herausgekommen ist eine Art XXL-Reportage, die auch dann lohnt, wenn man seinem Arbeitgeber kritisch gegenübersteht. Denn das Buch zeigt, wie und von wem die digitale Gesellschaft gestaltet wird. Und leider auch, weshalb Deutschland in bedrückend vielen Bereichen ein digitales Entwicklungsland ist.

Warum sollte man das Buch lesen?
Weil es die derzeit spannendste deutsche Lektüre über den Ort ist, von dem die digitale Macht in die Welt strahlt.

Wer muss das Buch unbedingt lesen?
Alle, die glauben oder hoffen, dass die eigene Branche genau so weitermachen könne wie bisher.

Wer sollte das Buch auf keinen Fall lesen? 
Leute, die digitale, politische Gesellschaftskritik lesen wollen.

Das Buch in einem Tweet 
„Silicon Valley“ lässt die Leser die hyperreichen Nerds verstehen, die machtvoll die digitale Gesellschaft gestalten.


New Business Order (Christoph Giesa, Lena Schiller Clausen)

Worum geht es? 
nbo1„Wie StartUps Wirtschaft und Gesellschaft verändern“ – Schiller Clausen und Giesa glauben, dass soeben gegründete Netzunternehmen die nächste Epoche prägen. Das mag auf den ersten Blick nassforsch-naiv erscheinen, soll es in Teilen auch sein – aber die Argumente sind klug und präzise gesetzt. Sie stützen sich nämlich nicht auf Bauchgefühle, wie viele andere Autoren, sondern haben für dieses Buch offensichtlich das etwas aus der Mode gekommene Instrument der Recherche verwendet. Ein Zusatzsternchen gibt’s für den Mut, sich auf die Veränderungen der Arbeitswelt zu stürzen. Denn das gehört zwar zu den wichtigsten, aber eben auch trockensten Themen der gesamten Digitalwelt.

Warum sollte man das Buch lesen?
Weil es sich traut, optimistisch und trotzdem informiert in die Zukunft zu blicken. Seltene Kombination.

Wer muss das Buch unbedingt lesen?
Alle, die glauben, dass man die Welt nicht verändern könne. Oder die wissen wollen, wie genau das schon mal geklappt hat.

Wer sollte das Buch auf keinen Fall lesen?
Leute, denen die negativen Folgen der digitalen Vernetzung wichtiger erscheinen als die Möglichkeiten.

Das Buch in einem Tweet
In „New Business Order“ steht alles drin, was man über das Internet wissen muss, um die Wirtschaft zu verstehen.


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3 Kommentare

Thomas

22.04.2015

Warum kann man als Autor seine Texte nicht vor Veröffentlichung nochmal korrekturlesen? Hab ich da was verpasst – sind Fehler plötzlich nicht mehr Fehler sondern Zeichen einer neuen „Freiheit“ oder von ganz besonders galoppierender Kreativität?

Felix Dehn

22.04.2015

Hallo Thomas,
da hatte sich tatsächlich der Fehlerteufel eingeschlichen, danke für den Hinweis.
Gruß, Felix von XING

Hannes

29.04.2016

Montags könnt ich kotzen klingt wie eine Lebenseinstellung.

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