Job: Gehen oder bleiben?

Psychologe Christoph Burger über einen neuen Karrierebegriff und den richtigen Zeitpunkt für einen Jobwechsel (www.christophburger.de). Das Interview und der von Christoph Burger erstellte Selbst-Test ist im Beileger “FOCUS Network – 44 Seiten Karriere-Extra”  des FOCUS-Magazins Nr. 14/2015 erschienen. In Kooperation mit XING bietet der Beileger zahlreiche weitere Karriere-Themen, Interviews, Network-Tipps, Termine und Events (zum kostenlosen Download).

CburgerDie jüngere Generation stellt klassische Karreriemuster und –werte in Frage. Welche Wirkung hat das?
Die Idee von Karriere wandelt sich stark. Viele junge Fach und Führungskräfte wünschen sich, persönliche Werte und berufliche Entwicklung zu verbinden – und sie wollen selbst entscheiden, wie sie arbeiten. Ich nenne die moderne Karriere daher Kwerkarriere.

Was versteckt sich dahinter?
Kwerkarriere setzt sich aus „wer“, „quer“ und „K“ für Kommunikation zusammen. „Wer“: Hier geht es um die eigene Persönlichkeit, an die jeder seine Karriere anpassen muss – und nicht umgekehrt. Dahinter stecken ganz persönliche Werte und Träume, die jeder Einzelne von seinem Job und Leben mitbringt. „Quer“ meint neue, kreative Karriere- Ideen, und die Kommunikation kommt ins Spiel, wenn ich meine Ideen bei der Jobsuche vermitteln muss, in Bewerbungsunterlagen oder modernen Netzwerken. Ich beobachte, dass immer mehr Köpfe diesen Begriff leben.

Woran merke ich, dass ich mich verändern sollte?
Jeder sollte sich regelmäßig fragen, ob er in seinem Job zufrieden ist, ob er ihn fordert. Wer seinen Bereich fast unverändert mehr als fünf Jahre bearbeitet, sollte sich an was Neues wagen: andere Aufgaben suchen oder auch einen neuen Arbeitgeber.

(Header-Foto: Michael Leis für FOCUS-Magazin.)

Selbsttest

8 Kommentare

Veteran

09.04.2015

Wechseln? Als ob das so einfach wäre. Der Autor scheint recht naive Vorstellungen von der Arbeitswelt zu haben. Wer nicht gerade unter 35 ist und ein Top-Spezialist in Gebieten, die tagesaktuell abgefragt werden, muss sehr lange suchen. Und wird sich nicht unbedingt verbessern können. Wer über 45 ist, hat eh keine Chance, egal welche Kenntnisse er mitbringt.

Oliver Senn

09.04.2015

Dies finde ich sehr wichtig, denn was Spass macht, lohnt sich auch!

Wechselwilli

11.04.2015

Veteran hat recht. Trotz bester Qualifikation habe ich kaum eine Chance beruflich weiter zu kommen. Entweder zu alt (50) und/oder für einen Arbeitgeber zu teuer.
Da nützt die ganze Erfahrung nichts.
Der Artikel und der „Test“ sind wertlos da überhaupt nicht hilfreich.

Symbiont

28.04.2015

Viele Aussagen im Test enthalten gleich mehrere Aspekte, die ich äußerst verschieden beantworten müsste. So ist das auf Fernsehzeitungsniveau und hat mit einer Messmethode nichts zu tun. Wo sind die seriösen Angebote für einen kritischen Dialog über die eigene Situation? Weder mit dem Arbeitgeber, noch mit dem Betriebsrat, noch mit dem Betriebsarzt last sich vernünftig redden. Überall nur Beschwichtigung und Durchhalteparolen für die vom Burnout am häufigsten betroffene Altersgruppe. Das nervt ganz besonders, wenn man eben wie schon angesprochen über 45 ist. Müssten wir nicht in Frage stellen, ob es überhaupt von Managementkompetenz zeugt, wenn ewiger Jugendwahn und Personalkosten als Top-Priorität betrachtet werden? Welches Unternehmen ist denn auf dieser Schiene tatsächlich nachhaltig besser geworden in den letzten 20 Jahren? Ist es vielleicht diese stoische Haltung, die den Wertewandel der jungen Generation hervorruft?

Wolfgang

08.05.2015

Selbstverständlich ist wechseln zu keiner Zeit einfach. Es ist langwieriger Prozess, der schon mal kräfteraubend sein kann. Nichts desto trotz hat „jeder“ die Möglichkeit etwas zu verändern, so er denn wirklich will. Und das auch noch mit über 45.

Christian

23.07.2015

Wie Wolfgang schon sagte, es ist ein langer Prozess. Es sagt auch keiner das man seinen Job von heut auf morgen kündigen soll. Es schade aber nichts ab und zu mal die derzeitige Jobsituation zu hinterfragen und nach Alternativen zu schauen. Manchmal muss man Jahre auf den richtigen Job warten.

petra von Bassewitz

12.08.2015

hmmm … da fehlen aber doch eine ganze Menge wichtige Fragen – besonders die Frage nach den Chancen und Risiken für einen neuen besseren (!) Job.
Und natürlich auch ein Fragenkomplex um heraus zu finden, ob die Situation der Unzufriedenheit wirlklich etwas mit Job & Unternehmen zu tun hat, sondern mit einem selber. Jobwechsel als Mittel gegen Job- Unzufriedenheit ist das schlechteste Mittel !

Martina

15.01.2016

Ich sehe das als einen guten ersten Test, dessen Fragen und Antworten mir selbst aufzeigen, wo ich zufrieden bin und wo Änderungsbedarf besteht. Das muss keine wissenschaftliche Messmethode sein.