Digitalisierung

Jeremy Rifkin über die Zukunft der Arbeit: "Es wird noch ein harter Weg"

„Wir werden einen radikalen Umbruch der Gesellschaft erleben – und unsere neuen demokratischen und technologischen Errungenschaften gegen viele Widerstände durchsetzen müssen“, sagt US-Soziologe Jeremy Rifkin. „Aber es wird sich lohnen“.

Er gilt als einer der berühmtesten Visionäre der Gegenwart. Bereits seit über 40 Jahren bereichert der amerikanische Ökonom, Soziologe und Erfolgsautor Jeremy Rifkin die Diskussionen über der Zukunft der globalen Gesellschaft. In über 20 Büchern schildert Rifkin die Auswirkungen der technologischen Umwälzungen auf das moderne Leben – vom Siegeszug des Internets bis zum neuen “Sharing”-Phänomen. In seinem aktuellen Werk „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ beschreibt er die Folgen von Digitalisierung und Automation, die seiner Meinung nach alles verändern werden: Wirtschaft, Arbeit, letztendlich unser gesamtes Dasein.

Im Video-Interview mit XING-spielraum-Redaktionsleiter Ralf Klassen anlässlich des New Work Days in Hamburg, auf dem er mit seiner Keynote das Publikum begeisterte, spricht Rifkin über die Herausforderungen, Risiken und Chancen, die dieser radikale Umbruch bietet.

Eine deutsche Zusammenfassung von Jeremy Rifkins aktuellem Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ bietet getAbstract als PDF.

 

12 Kommentare

Chrisso

18.03.2015

Beruhigend, dass Rifkin, die Computerintelligenz wegen der fehlenden Streblichkeit begrenzt sieht! Und: Ja, wir brauchen Politiker, die Tacheles über diese Form der „Revolution“ reden, ohne die Menschen zu verschrecken.

SilviaRK

18.03.2015

Jeremy Rifkin über die Zukunft der Arbeit

Alexander Hannemann

18.03.2015

Die Diskrepanz zwischen hochentwickelten Technologien und dem Unglück vieler Menschen in unseren Gesellschaften und erst denen der zweiten und dritten Welt erfüllt mich immer mehr mit einem ungeheuren Kulturpessimissmus.

Matthias Reinicke

18.03.2015

Ich bezweifele das Herr Rifkin etwas über die “ Gier des Menschen“ weiss.

Birgit Seiferth

18.03.2015

Herr Rifkin bringt es gut auf den Punkt und zeigt, wie und dass Änderung in allen Bereichen stattfindet, auch wenn es (meiner Meinung nach) noch nicht in Masse angekommen ist. Aufgrund meiner intl. Kontakte, stelle ich fest, dass in anderen Ländern in Gesprächen mit Menschen der Umwälzung tendenziell positiver gegenüberstehen und die Vorteile sehen. Ich persönlich sehe es als eine große Chance an und Technologie kann uns helfen. Die Weichen legen wir alle jetzt und entscheiden, ob wir Follower oder Pionier mit sind und dadurch unsere Wirtschaftskraft weiterhin aufrecht erhalten. Ich freue mich auf die neue Arbeitswelt.

Rolf Dindorf

18.03.2015

Jeremy Rifkin irrt, wenn er vom Ende des Kapitalismus philosophiert. Das mag sich gut verkaufen. Mehr nicht

Christoph Küskens

18.03.2015

Der von Rifkin geschilderte Ansatz birgt meines Erachtens unglaubliche Chancen und kann enormes menschliches Potential freisetzen, das dann direkt für die Menschen und Ihre Bedürfnisse eingesetzt werden kann. Wenn wir das richtig nutzen, werden die Menschen weltweit gesünder und zufriedener, gibt es viel Raum für geistiges Leben. Das würde enormen Kulturoptimismus mit sich bringen.

Christoph Mayer

18.03.2015

In der Form sind die Aussagen recht inhaltsleer. Die Gesellschaft wird nicht aufhören zu essen, zu bauen oder Auto zu fahren, und all diese Dinge das Lebens haben nun mal sehr hohe Grenzkosten.
Die Umwälzungen, die dringend nötig sind, liegen im Bereich Finanzwirtschaft und Geldpolitik!

Olav Beck

23.03.2015

Ich kann mich einigen der „Vorredner“ nur anschließen, Wer glaubt das Industrie 4.0, Globalisierung usw. positive zukunftsweisenden Situationen darstellen der Irrt gewaltig. Ich persönlich sehr nur eine weitere Entmenschlichung der gesamten Situation. So wenig, wie das Internet kauft, produziert, Dienstleitungen generiert ohne das der Mensch irgendwie, irgendwo tätig war oder ist. Wer soll eigentlich diese Rechnung mal bezahlen, Bereits wir noch, oder doch erst unsere Enkel? Ich sage nur Freihandelsabkommen Europa VS USA nur die Konzerne würden gewinnen.

RalfLippold

23.03.2015

Sehens- und hörenswert auch der Vortrag von Jeremy Rifkin bei der Buchvorstellung in Washington D.C. im vergangenen Jahr

https://www.youtube.com/watch?v=ZjrbGmdT8Qc

2012 war er zudem Keynote Speaker beim 5. Dresdner Zukunftsforum http://www.dresdner-zukunftsforum.de/blog/2012/06/14/wir-brauchen-eine-vision-wir-brauchen-eine-dritte-industrielle-revolution-keynote-von-jeremy-rifkin/

Was er beschreibt ist nicht von der Hand zu weisen. Mentale Modelle und Verhaltensweisen in einer Gesellschaft wie in Deutschland stehen einer von ihm beschriebenen Veränderung großen Umfang bislang noch entgegen. Ähnlich ging es Veränderungen der Vergangenheit als die Eisenbahn, das Auto, das Flugzeug und der Computer das tägliche Leben vieler maßgeblich beeinflusste und tradierte Verhaltensweisen von „einem auf den anderen Tag“ obsolet werden ließen.

Peter Thalhammer

14.04.2015

Etwas aktualisiert seine Key Note auf der CeBIT März 2015:
http://www.cebit.de/de/news-trends/videos/mediathek/video-detailansicht.xhtml?id=16193
Man muss nicht alle seine Zukunftsvoraussagen teilen. Aber seine Theorie über die Zukunftswirksamkeit der drei Netze (Kommunikation, Transport, Energie) ist schon beeindruckend.

Ulli Pesch

22.06.2016

Ich habe auch schon mit großem Interesse einiger seiner Bücher gelesen. Auch das vom Ende der Arbeit und vom europäischen Traum (in dem er, für mich nicht ganz nachvollziehbar, zwar die unglaublich vielen Vorteile Europas auch gegenüber den USA über den Klee lobt, dann aber trotzdem meint, er wäre letztlich doch lieber US-Amerikaner). Übrigens war er Berater von Romano Prodi als der noch Kommissionspräsident war – hm, und schrieb genau zu dieser Zeit dieses Buch…
Man sollte nicht vergessen, dass Herr Rifkin eben US-Amerikaner ist. Und die sehen die Dinge in der Welt nun doch etwas anders sehen als die allermeisten Europäer. Wir sind nun doch kulturell nicht mehr so eng mit den USA verbunden, wie das immer noch Viele glauben mögen. Unsere Werte sind andere – wir machen uns mehr Gedanken. Ja, ja, die Bedenkenträger – das kann auch mal gut tun. Eben dann, wenn man nicht immer gleich alles gut findet und assimiliert, bevor man richtig darüber nachgedacht hat.
Die meisten US-Amerikaner (der wichtigste Vordenker in Sachen Zukunft der IT und damit der KI, Ray Kurzweil, wurde im Beitrag leider nicht genannt) denken da viel „positiver“, viel vorwärts-gewandter. Na ja, in einem Land, aus dem zwar die meisten Nobelpreisträger kommen, in dem aber immer noch ein 110 Volt Stromnetz fast alles Elektrische antreibt, in dem Sozialstandards wie wir sie kennen, fehlen, in dem es 10 Arbeitstage Urlaub für den Arbeitnehmer gibt, in dem Autos und Maschinen gebaut werden, die eigentlich nicht so wirklich konkurrenzfähig sind, weil die Technik veraltet ist (na gut, Tesla als Ausnahme) … die Aufzählung ließe sich noch eine Weile fortsetzen…
Nein, was die Zukunft bringt, das weiß niemand. Wenn aber schon, wie in einem anderen Artikel (ach ja, in dem fehlte Ray Kurzweil – nicht hier) davon gesprochen wird, dass Leute wie Gates vor zuviel Technik warnen, dann kann man das dieses Mal ruhig ernst nehmen.
Eigentlich könnte ich jetzt fast stundenlang weiterschreiben – was auch nichts ändern würde… ;-)