Arbeitsplatz Deutschland

Editorial: Arbeitsplatz Deutschland

Unser Denken über die Bedeutung und die Zukunft der Arbeit ändert sich. Wie weit der Wandel hin zum „New Work“ hierzulande wirklich schon ist, zeigt unser neues Fokusthema „Arbeitsplatz Deutschland“. 

Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG

Thomas Vollmoeller, CEO der XING AG

Mehr Demokratie in Betrieben, transparente Entscheidungsprozesse, flexible Arbeitszeitangebote, Social-Media-Tools als interne Kommunikation, der Mut, bei der Mitarbeiterwahl ganz neue Wege zu gehen – als wir in der vergangenen Woche in Berlin die Preise des New Work Award 2015 verliehen, konnte man spüren, wie schnell und nachhaltig der Wandel der (Arbeits-) Gesellschaft vonstatten geht. Es war ein toller, anregender Abend mit vielen interessanten Gesprächen unter Gleichgesinnten.

Und es wurde deutlich:  Was noch vor wenigen Jahren eher theoretischer Spielplatz von Arbeitswissenschaftlern, Soziologen und HR-Experten war, wird immer mehr gelebte Praxis in vielen deutschen, österreichischen und schweizer Unternehmen. Und zwar nicht nur in Starts-Ups oder Großkonzernen, sondern bemerkenswert oft auch in mittelständischen Betrieben, die häufig viel weiter sind in ihren New-Work-Bestrebungen als manche ihnen je zugetraut hätten.

Aber, und auch das ist Teil der Wahrheit: Wir stehen in Deutschland, trotz aller Fortschritte, erst am Anfang dieser „sanften Revolution“. Noch immer sind uns Länder wie die USA, Kanada, Schweden oder Dänemark in vielen Punkten voraus. Nicht schön für ein Land, dass sich qua Selbstverständnis immer an der Spitze des weltweiten Wettbewerbs sieht.

Auch deshalb wollen wir in unserem aktuellen Fokusthema „Arbeitsplatz Deutschland“ sowohl herausragende Beispiele für bereits gelungene Veränderungen hierzulande präsentieren, als auch kritisch nachfragen, warum es bei uns mit in einigen Bereichen mit dem „Neuen Arbeiten“ noch nicht richtig funktioniert – und wann und wie sich das denn ändern könnte.

Den Auftakt macht dabei Matthias Horx, einer der renommiertesten Gesellschaftsforscher Europas, der in seinen fünf Thesen die Situation hierzulande gewohnt pointiert analysiert und einen Ausblick gibt auf das, was uns alle zusammen in den nächsten Jahren erwartet. Weitere Beiträge unseres Fokusthemas beschäftigen sich zum Beispiel mit der Zukunft der Gewerkschaften, den wichtigsten Zahlen und Fakten zum Arbeitsplatz Deutschland – oder auch, wie amüsant es sein kann, wenn ausländische Beobachter uns und unser bisweilen anscheinend immer noch skurril anmutendes Verhältnis zum Job beschreiben.

Zum Schluss möchte ich noch einen Dank an Sie, liebe Nutzer, richten. Denn mit so vielen Besuchen  wie noch nie haben Sie unserem Spielraum im Januar einen fantastischen Start in das Jahr 2015 beschert. Auch Ihre vielen zustimmenden, aber auch kritisch-konstruktiven Kommentare bestärken uns darin, Ihnen mit unserem „Themen-Portal für eine neue Arbeitswelt“ ein unterhaltsames, informatives und inspirierendes Angebot zu machen, dass Sie mit den interessantesten Trends für Ihren Joballtag versorgt. Vielen Dank für Ihr Vertrauen.

Herzlichst

Ihr Thomas Vollmoeller


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1 Kommentare

Banis Evstradios

17.02.2015

Den Großteil meines Arbeitslebens habe ich bei amerikanischen Unternehmen in Deutschland verbracht. Dort habe ich erlebt, dass das was sie schreiben dort schon vor ca. 20 Jahren Realität war. Eine große Umsetzung erfolgte dabei zur Jahrtausend-Wende. Zu diesem Stichpunkt wurde vollzogen. Die Belegschaft wurde unabhängig ihrer Betriebszugehörigkeit auf die neuen unternehmerischen Erfordernisse getestet. Es wurde ausgesiebt, entlassen, umstrukturiert u.v.a.m. .Letztlich, wurde die Firma neu aufgestellt und neu zentriert. Mit neuem frischen Personal… Für mich waren damals schon die Amerikaner den deutschen Unternehmen meilenweit voraus. So sehe ich es auch noch heute ..