Arbeitsplatz Deutschland

Die Deutschen bei der Arbeit: Humorverbot und Schockzustände?

Todernst, überkorrekt, unflexibel. Manche Vorurteile halten sich einfach hartnäckig. Oder sind wir Deutschen bei der Arbeit tatsächlich so anders als alle anderen Nationen? Wir haben Zitate aus aller Welt gesammelt.

 

 Rawang Post, Malaysia

„In Deutschland bedeutet „Arbeitszeit“, dass nichts anders getan wird, als zu arbeiten. Facebook, Büro-Klatsch, stundenlanges Websurfen, und dann, wenn der Boss in Sicht ist, ein gefaktes Datenblatt auf dem Bildschirm zu klicken – das sind alles unakzeptable, unsoziale Verhaltensweisen. Sogar unter Kollegen gilt „Null Toleranz“ für solche „frivolen“ Aktivitäten.“

 

Studie der Dartmouth Universität, USA  

„Während ihres (Jobaufenthaltes) in den USA sind viele Deutsche verwirrt, weil sie ständig dafür gelobt werden, wenn sie Routinearbeiten ausführen. Einer der von uns interviewten Deutschen sagte: „Ich fand das positive Denken der Amerikaner sehr verwirrend. In Deutschland wird viel weniger gelobt. Das Loben in Deutschland tun wir nur verhalten. Amerikaner sagen immer ‚good job‘; wenn etwas schlecht war, sagen wir dagegen ‚das war Mist.'“ (…) Die typisch amerikanische Art, Dinge unkompliziert und informell zum Abschluss zu bringen, zum Beispiel das übliche Verfahren in Abwesenheit von Vorgesetzten, wichtige Dokumente für ihn auch unter Verwendung seines Namens zu unterschrieben, führte zu Schockzuständen und Ungläubigkeit bei den Deutschen. Oft wurde sogar mit Gefängnisstrafen gedroht.“

 

Infobroschüre für Arbeitssuchende, Libanon

„(Die Deutschen) arbeiten, weil sie es mögen, zu arbeiten. Das bedeutet, dass sich kaum jemand hier darüber beklagt, wenn es viel zu tun gibt. Libanesen sind von der Leidenschaft der Deutschen zu ihrer Arbeit irritiert.“

 

Studie der Universität Manchester, Großbritannien

„Deutsche mögen keine Überraschungen. Plötzliche Änderungen in geschäftlichen Angelegenheit sind unwillkommen – selbst, wenn sie mehr Erfolg bedeuten. Geschäft wird von den Deutschen sehr ernst genommen, Humor ist dort gar nicht erwünscht. Auch mit Glückwünschen für Erfolge sollte man nicht rechnen.“

 

Online-Portal „Internations“

Banner_NewWorkDay_spielraum„(Beim ersten Geschäftstreffen) sollten Sie potentiell kontroverse Themen wie Religion oder Politik vermeiden. Anmerkungen zur Nazi-Vergangenheit Deutschlands oder seiner Rolle in den Weltkriegen sind absolut tabu – auch, wenn sie scherzhaft gemeint sind.

Begrüßen Sie ihre deutschen Geschäftspartner oder Kollegen mit einem festen Händedruck, einem kurzen Nicken und einem höflichen Lächeln – aber akzeptieren Sie ihren Wunsch nach physischer Distanz and persönlichem Raum. Deutsche neigen (während der Arbeit) nicht zu ausschweifenden Bewegungen, emphatischen Gesten oder enthemmten enthusiastischen Gefühlsregungen – im Gegenteil, sie könnten verwirrt sein, wenn Sie so etwas machen.“

 

Job-Info „Expactica“, Niederlande

„Manche deutsche Arbeitstraditionen lassen Ausländer vollkommen ratlos zurück – etwa der mysteriöse „Mahlzeit“-Gruß zur Essenszeit. (…) Deutsche kommunizieren (während der Arbeit) sehr explizit. Sie formulieren wichtige Aussagen offen und direkt und ohne Ausschmückungen. SIe können dabei ruppig und angsteinflößend wirken, ohne es zu wollen oder zu merken. Dafür erkennen sie oft verbale Feinheiten oder indirekte Hinweise nicht, Botschaften zwischen den Zeilen oder non-verbale Signale. Sie verpassen darum oft die entscheidenen Inhalte einer Unterredung.“

 

Japan Intercultural, Tokio

„Kundenservice in Deutschland ist genau das Gegenteil von dem in Japan. Wo ein japanischer Verkäufer ganz selbstverständlich sagt: „Entschuldigung, dass ich Sie habe warten lassen“, erwartet der Kunde in Deutschland gerade, dass er warten muss. Mehr noch: Wenn Sie zu kurz vor Feierabend ein Geschäft betreten, kann es Ihnen passieren, dass sie nicht mehr bedient werden – in der Überzeugung, dass auch die Verkäufer ein Recht haben, pünktlich nach Hause zu gehen. Es gibt (in Deutschland) kein Konzept, das besagt, dass der Kunde wichtiger als der Angestellte ist.“

39 Kommentare

Gerd Bewersdorff

06.02.2015

Sehr amüsant!
Ich habe in meinem Berufsleben die halbe Welt kennen gelernt.
Was ich immer wieder gehöhrt habe:
Die deutsche Arbeitsmoral, wie zum Beispiel Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Qualität wird überall geschätzt.

martinh

06.02.2015

Allesamt richtig

Daniela L.

08.02.2015

Stimmt absolut. Ich denke das ist auch der Grund dafür, dass deutsche Arbeitskräfte weltweit geschätzt werden.

Volker

09.02.2015

Nichts überraschendes.
Des einen Vorteil ist des anderen Makel.

„Fokus“ versus „spasslos“
„pünktlich“ versus „unflexibel“

etcetcetc.

Lebe und arbeite seit 10 Jahren in Asien, wenn die Leut meckern wollen, finden sie immer was. Ist halt einfacher,
A) die Unterschiede zu finden (als die größere Menge an Gemeinsamkeiten)
B) selber besser dazustehen (indem man nur die negativen Unterschiede behandelt)

Barbara Prashnig

09.02.2015

Sehr interessante Kommentare! Deutsche Arbeitstugenden verbunden mit einem etwas mehr ‚laid-back‘ Verhalten und aufrichtiges Lob, wenn angebracht, haben mir bei meiner internationalen Arbeit immer gute Dienste geleistet.

elke

09.02.2015

so denken die anderen über die Deutschen

Patrik

09.02.2015

Etwas Demut würde auch gut tun.

Beste Grüsse aus der Schweiz.

whisky

09.02.2015

Deutsche haben den Ruf selbst wenn sie nicht wissen wo sie sind oder wie sie hin müssen, stets pünktlich am richtigen Ort zu sein. Tugenden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gehen aber immer mehr verloren. Vieles Erwähnte stimmt leider oder zum Glück …

CrazyArbeiterin

09.02.2015

Ich finde Deutsche lustig;) Inkl. dem Reflex, ständig überall herumzuoptimieren, inklusive Hotel-Buffets :) Dadurch läufts doch auch irgendwie. Ich möchte nicht tauschen :)

J. Kramer

09.02.2015

Interessant und erschreckend richtig! Wir Deutschen können von anderen Kulturen etwas lernen!

ChrisE

09.02.2015

Das Zitat aus Tokio kann ich bestätigen.
Nicht ohne Grund spricht man diesbezüglich von der „Deutschen Dienstleistungsohnmacht“

Natze

09.02.2015

Zum großen Teil kann ich die Aussagen bestätigen; aber erschreckend für einen Deutschen zu lesen. Sind wir wirklich so?

Eichholz

09.02.2015

Ohne diese Einstellung, wären wir auch nicht ….

Aude

09.02.2015

Tatsächlich trifft das meiste zu. Ich durfte schon in Frankreich, England und den USA arbeiten, dort war es in allen Hotels und Restaurants lockerer. Trotzdem war die Arbeit effektiver. Ich habe in 5 * hotels und Restaurants mit 2 bis 3 Sternen Michelin gearbeitet. Dort wurde Disziplin genauso erwartet wie in Deutschland, aber wir haben auch gelacht. Und wie wir gelacht haben!!! Man hatte keine Angst zu versagen. Auch als Hoteltesterin durfte ich europaweit erfahren wie unterschiedlich, Hotels geführt wurden. Auch die Art und Weise wie ich nach meinen Checks von den verschiedenen Direktoren willkommen geheißen wurde war typisch. Sie hatten Angst vor mir. Teilweise war den Menschen sofort anzusehen wie sie mein Besuch beunruhigte und stresste.
In Frankreich haben sie mich zum Mittagessen eingeladen und versucht mich mit Wein „lockerer“ zu machen, damit die Deutsche einen besseren Bericht schreibt.
Die Holländer waren komplett unbekümmert und wollten plaudern.
Die Polen waren erst auch unsicher, konnten sich aber sehr über Lob freuen.
Natürlich sollte man nicht alles verallgemeinern, aber ich bin selber mit meiner Arbeit unglücklich, seitdem ich wieder in Deutschland bin. Erst dachte ich es liege an diesem einen Arbeitgeber, dann an mir aber es liegt an der übertrieben, steifen Art an Sachen ranzugehen. Spaß, Service am Kunden und das Wohlbefinden des Arbeitnehmers wird hier, zumindest in der Hotellerie, komplett falsch umgesetzt.

Alfred E. Neumann

09.02.2015

Es war kein Vorurteil dabei, das nicht tagtäglich bestätigt werden könnte. Der nach wie vor andauernde Trend der letzten lautet zudem: Arbeiten Sie mehr, wir zahlen auch gerne weniger!
Keine Erwähnung fand auch die nicht nur auf die Arbeitswelt beschränkte Tatsache, daß Deutsche immer alles besser wissen, selbst wenn sie keinen blassen Schimmer haben und z.B. die Situation, der Hintergrund völlig neu und unbekannt ist.

Roderich

09.02.2015

Arbeitsmoral, Pünktlichkeit…Wunderbare Tugenden solange diese richtigen und moralisch vertretbaren Zwecke oder Ziele dienen.

Torsten

09.02.2015

Nun, ich lesen und kommentiere diesen Artikel während der Arbeitszeit.
Nicht alle „Voruteile“ können also stimmen…

thfr

09.02.2015

Alles korrekt, ABER: es gibt auch keine scherzhaften „Anmerkungen zur Nazi-Vergangenheit Deutschlands oder seiner Rolle in den Weltkriegen“

Manche, wenige Themen gehen einfach mal überhaupt nicht !

Amara

09.02.2015

Deutsche Chefs arbeiten am Liebsten in Ihre eigene Tasche, WEQ im Gegensatz zum IQ hat sich noch nicht
herumgesprochen. Die deutschen Angestellten kommen mir immer
mehr vor wie Sklaven: Wenig Geld,
viel Arbeit, möglichst wenig privater
Austausch. Sekretärinnen werden
überwacht (ueber den Computer)
wieviele Berichte sie schreiben. Nach
56 Jahren ununterbrochenen Berufslebens bin ich heilfroh, dem
autoritären deutschen Regiment
entronnen zu sein, zum glorreichen Schluss musste ich noch nach
35 Jahren bester Arbeit vors Arbeitsgericht ziehen. Deutschland
nützt seine Arbeitskraefte aus!

Ralf Iwan

09.02.2015

Sehr interessant – und zum größten Teil wahr. Ich habe lange im Ausland (England, Mittlerer Osten und Asien) gearbeitet und gelebt und habe fast alle diese „Tugenden“ immer wieder gehört. Interessant ist das „gelobt“ werden vom Chef oder sich auch einmal für einen Erfolg feiern lassen bzw. gefeiert werden. In den angelsächsischen Ländern ganz anders – zum loben geht man in Dland in den Keller scheint es mir manchmal.

tobias

09.02.2015

Am besten gefiel mir das von den Niederlande, denn trifft zu 100% auf mich zu und auch in den anderen Texten kann ich mich ein wenig wieder finden bzw. meine Kollegen und Kolleginnen

Jochen Braxmeier

09.02.2015

Diesem Ruf der uns da nachgesagt wird gilt es auch in Zukunft gerecht zu werden!
Strebsamkeit, Pünktlichkeit und Fleiß-
Kurzum um die Deutschen bzw. Preußischen Tugenden haben unser Land so erfolgreich gemacht !
Weiterso !

Martin C

09.02.2015

Ja alles immer schön ordentlich,aber niemend sollte alles immer so ernst nehmen,schon gar nicht die eigene Arbeit oder,noch schlimmer,diejeniege von anderen.
ein bisschen mehr freundlich und lustig wäre schon nicht schlecht.

Alexander Böhler

10.02.2015

Zu diesem Dialog muss ich einfach ein Kommentar abgeben. Die Deutschen sind vor allem durch Ihren exzellenten Ruf in Sachen Arbeitshaltung und Auftragsausführung bekannt. Dies ist unter anderem durch stille Gesetze und distanziertes Verhalten möglich. So wird ein Geschäftsführer nie offenen Kontakt mit Mitarbeitern pflegen, es sei den die Geschäfte erfordern es. Durch diese Gruppenbildung entsteht ein ungeschriebener Kontrollmechanismuss der andere Gruppen durch Beobachtung eine eifrige Arbeitshaltung abverlangt. Dinge wie sozialer Austausch während der Arbeitszeit werden untersagt und unter Strafe gestellt. Diese Verhaltensweisen könnten aber den Druck aus einer solchen Situation nehmen und das Arbeiten erleichtern. Folgen sind ein hoher Stressfaktor beim Arbeiten sowie durch Beobachtung genährte dauerhafte Konzentration. Somit ist es nicht verwunderlich das Mitarbeiter denen dies oftmals zu anstrengend wird, durch unnötige Arbeitsschritte oder zu langes Warten den Druck aus solch einer Situation zu nehmen. Firmen die die Philosophie des „Mittelpunkt Mitarbeiter“ verfechten, sollten Wert auf ungehinderte Entfaltung sowie genügend Spielräume für soziale Verhaltensweisen legen. Ein Mitarbeiter der aufgelockert und frisch aus einem Arbeitsschritt geht, kann die nächste Aufgabe schneller und mit besseren Ergebnissen bewältigen. Fühlt er sich jedoch permanent beobachtet und lastet der Druck einer Effizienzkurve auf Ihm wird es Ihm schwer fallen sich durchweg ohne Innehalten zu konzentrieren.

Alexander Böhler

10.02.2015

Ich hätte sogar eine Lösungsstrategie parat um den Mitarbeiter aufzulockern und gleichzeitig nicht die Geschäfte zu gefährden. Zu Beginn der Einstellung und in regelmäßigen Abständen wird die Fehlerquote sowie der Gesamtdurchsatz des Mitarbeiters bestimmt. Quartalsweise wird der in einer Woche produzierte Produktumsatz sowie die Fehlerquote bestimmt.
Fehlerquote/ (Produktumsatz/Zeit) ergibt den Leistungsfaktor eines Mitarbeiters. Nimmt man nun den zu produzierenden Produktumsatz eines Quartals als Richtwert kann man durch dieses Prinzip den Mitarbeiter durch Vorausschau entlasten. Man bildet den Mittelwert der einzelnen Produktumsätze der Mitarbeiter und den Mittelwert der Fehlerquote und wendet die obrige Formel an (1 Woche in Sekunden)
Nun weiß man ob man den Umsatz erreichen kann und hat Spielraum nach oben. Addiert man die Leistungsfaktoren der einzelnen Mitarbeiter und kommt auf eine Zahl >=1 ist man mit seiner Firma bei 100% oder darüber. Wenn man über 100% steht kann man auch dem Mitarbeiter Gutes tun, und ihn gezielt fördern und das Arbeitsklima verbessern.

Antony

10.02.2015

Da ist was dran. Leider begreifen die meisten zu spät dass es immer Arbeit gibt und man selbst nur ein Leben hat.

Den Sinn des Lebens hat bisher wohl kein Volk so richtig entdeckt. Die Deutschen sind aber eines der wenigen Völker, die sich davon weg bewegen.

Pat

10.02.2015

Übereifer und Selbstüberschätzung ist ineffizient. Betrifft auch gewisse Kommentatoren.

Pdahlheimer

10.02.2015

alles richtig, ich war geschäftlich in vielen Ländern unterwegs, bin öfters angeeckt, da ich in Besprechungen Dinge die meiner Meinung nach schlecht oder überhaupt nicht funktionieren, direkt in Gesprächen angesprochen habe, ohne vorher Höflichkeiten auszutauschen. Außerdem habe ich während meines Berufslebens auch ca 10 Jahre für ein großes US Unternehmen, teilweise in USA und in anderen europäischen und asiatischen Ländern gearbeitet, mir ging das permanente Belobigen, wenn ich nur den Job gemacht habe, für den ich ja gut bezahlt wurde, fürchterlich auf den Geist.

Mike

10.02.2015

Sehr lustig, dass sich die Deutschen in diesen Kommentaren von Ausländern selbst wiederfinden. Ich als in Deutschland arbeitender Nicht-Deutscher kann allerdings die wenigsten von den angeführten Vorurteilen bestätigen.

Die erste Anmerkung stimmt schon mal gar nicht – es wäre mir völlig neu, dass in deutschen Büros kein Facebook gelesen und nicht gesurft wird, und beim Öffnen der Zimmertür schnell das Excel-Sheet oder Outlook nach vorne gebracht wird. Hab ich in etlichen Firmen bereits so erlebt. Ob man’s gut findet, ist was anderes, es ist ist aber Realität.

Das mit der „Mahlzeit“ ist in der Tat ne komische Sache, aber gerade für einen Ausländer nicht viel komischer als das bayrische Grüß Gott (wie soll ich den denn grüßen?!), oder das nordische „Moin moin“, vor allem wenn es abends ausgesprochen wird (da es sich ja doch schon sehr nach „Morgen“ anhört).

Warum das Nazi-Thema tabu ist, hab ich aber wirklich nie verstanden. Ist ja nicht so, dass Polen, Engländer oder Russen mächtig Spaß am Krieg hatten und heute bloß über die Deutschen lachen wollen. Und wenn schon ein Vertreter eines Landes, das selbst unter den Nazis massiv gelitten hat, darüber einen Witz abgibt, verstehe ich nicht, warum er hinterher von Deutschen auch noch (mehr oder weniger offenkundig) zusammen geschissen werden soll.

Dass die Läden so früh zumachen, was ja vor 10 Jahren noch viel schlimmer was als heute, liegt aber vor allem an fragwürdigen Gesetzeslagen, und weniger an den Läden selbst. Und dass die Aldi-Kassiererin pünktlich weg will, ist zwar ärgerlich, aber wohl nicht viel anders als bei der Walmart-Kassiererin.

Daniel

11.02.2015

Wir hauen einfach das raus, was wir denken und sparen an irgendwelchen Verschönerungen, welche sich zwar toll anhören würden, aber für die eigentliche Botschaft und Zielerreichung nur unerheblich sind. Wie einfach es wäre, wenn einfach nur jeder die Dinge direkt beim Namen nennen würde, einfach ehrlich und gerade raus =)!

Pati

12.02.2015

Tönt sehr nach Besserwisser und wie so oft von „deutschen“ im Ausland gezeigt und in den Ferien – als sehr überhebliche Art – erlebt…

Es geht auch anders, so wie die Ausländer „nichtdeutschen“ und die, die sich nicht dazuzählen…

Da kann man sich ein Beispiel nehmen und hoffen, dass es noch mehr von den einsichtigen, selbstkritischen Menschen gibt. Maschinen gibt es genug und nicht alle wollen eine „deutsche“ EU, da gibt es ja wie in der Schweiz verschiedenartige Menschen und Regionen. Eine Union oder Vereinigung heisst ja nicht, dass man den andern andersartigen Menschen zum gleichen machen muss beutet.

In den Ferien freut man sich dann an der anderen Kultur und deshalb ist jede Kritik unangebracht. Man ist dann auf fremden Boden in anderen Regionen – auch innerhalb und ausserhalb der EU – nämlich da, wo diese Menschen anders arbeiten und Leben – auch während der Arbeit…

David

13.02.2015

Echt amüsant…ich würde sagen das dieser Artikel eher einer für die Boulevardzeitungen wäre…Das lässt sich doch nicht verallgemienern!..Erst recht nicht länderübergreifend! Meine Berufserfahrungen im In- und Ausland ….Charaktersache beiderseits! Die einen bewundern die anderen kritisieren…subjektive Auffassung!

Dr. Timo Müller

13.02.2015

Es gibt noch einen großen Optimierungsbedarf bei der Feedback-Kultur in deutschen Unternehmen.
Dies zeigt auch ein Zitat von oben:
„In Deutschland wird viel weniger gelobt. Das Loben in Deutschland tun wir nur verhalten. (…) wenn etwas schlecht war, sagen wir dagegen ‘das war Mist.’”
Studien belegen, dass eine Feedback-Kultur, in der gelobt wird und in der angemessen kritisiert wird, ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreicher macht.
Diese Erkenntnis hat noch nicht alle Geschäftsführungen erreicht. Andernfalls würden die Geschäftsführungen sich selbst und ihre Führungskräfte mit dem entsprechenden professionellen Wissen zur Feedback-Kommunikation ausstatten.
In diesem Kontext eine exemplarische Studie:
„Untersuchung des IKuF – Instituts für Konfliktmanagement und Führungskommunikation: Jeder 3. direkte Vorgesetzte besitzt nicht die Kompetenz, angemessen Feedback zu geben.“

In Kürze erscheint in Spiegel-Online ein Artikel dazu, dass die Generation Y neue „Kommunikationsbedingungen“ am Arbeitsplatz „fordert“.

Mit freundlichen Grüßen,
Dr. Timo Müller, IKuF-Institut

orp

16.02.2015

Dankeschön für die Reflektionen hier! Ich bin mulitkulturell erzogen worden und habe für große deutsche und diverse ausländische Banken gearbeitet. Leider kann ich nur bestätigen, dass bei aller Korrektheit und Professionalität der Deutsche beim Arbeiten den Humor, den Spaß und etwas mehr Sensibilität vermissen lässt. Es ist ein gutes Feedback, welches wir aus dem Ausland erhalten, für das man dankbar sein sollte. Wer sich natürlich nicht verändern will oder gleich angegriffen fühlt, bleibt dann eben stehen.

Andi S.

17.02.2015

Wer sind denn diese „Deutschen“? Nord-, Süd-, West- oder aus dem Osten? Alle gleich? Ich erlebe unsere Arbeitskollegen aus dem deutschen Raum als humorvoll und arbeitsam. Am ehesten kann ich noch dieser Aussage zustimmen (zitat): Deutsche kommunizieren (während der Arbeit) sehr explizit. Sie formulieren wichtige Aussagen offen und direkt und ohne Ausschmückungen. SIe können dabei ruppig und angsteinflößend wirken, ohne es zu wollen oder zu merken.
Der Grund für Aversionen könnte in unserer Schulzeit liegen. Wir „Schweizer“ wurden meistens auf Hochdeutsch unterrichtet resp. belehrt…

FlorianL

23.02.2015

“Während ihres (Jobaufenthaltes) in den USA sind viele Deutsche verwirrt, weil sie ständig dafür gelobt werden(…)

Echt???
Ich hatte als Kind gelernt das Eigenlob stinkt. Mittlerweile habe ich diese Einstellung verworfen, da man sich ja selbst loben muss, sonst tut es niemand. Die Chefs denken wenn man jemand lobt, wird bald eine Lohnerhöhung fällig.

In Deutschland kann man 1 Million tolle Dinge machen, macht jemand nur einen Fehler geht es nur noch darum welcher Kopf rollt.

Auch wenn mir der Datenschutz in den USA nicht gefällt, wäre es vllt. echt eine Möglichkeit dort zu arbeiten und glücklich zu werden.

Ralf Kirchhoff

08.06.2015

An den Kommentaren stimmt meiner Erfahrung nach so ziemlich alles und auch wieder nicht. Als ich 4 Jahre in den USA studiert habe, fiel mir schon sehr auf, um wie vieles freundlicher und hilfsbereiter ganz generell der Umgang miteinander dort ist. – Wie alles, haben aber auch unsere Schwächen oft den Kern unserer Stärken in sich. Die meisten Eigenschaften kann man daher – je nachdem, aus welcher Warte man sie betrachtet, mal so, mal so beurteilen. Mehr Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft wären aber wünschenswert, gewachsen aus echter Wertschätzung des Anderen, das möchte ich schon sagen. Oder anders gesagt: An Amerika habe ich mich damals über Nacht gewöhnt. Wieder in Deutschland heimisch zu werden, dauerte jedoch ca. 2 Jahre und war ein schmerzhafter Prozess gerade wegen der menschlichen Kälte.

M.B.

21.06.2018

Ich habe drei Jahre in einer sehr internationalen Firma gearbeitet. Alle waren entspannt, freundlich, es wurde viel gelacht, es gab Lob. Dann habe ich (leider) in eine deutsche Firma gewechselt: Kälte, Unfreundlichkeit, kein Lob, Grüppchenbildung.

IB

14.09.2018

Das stimmt wohl leider. Warum ist das denn aber so? Fühlen wir uns denn damit wohl? Führt dieses Verhalten denn nicht zu Depression? Ich meine weshalb tut man sich es selbst an so zu sein? Wir sehen doch wie Zb die Menschen in den USA glücklich zu sein scheinen? Jedenfalls freundlich und herzlich, gute Laune…und wir rennen mit finsterer Miene rum? Wollen wir das ? Zeit das zu ändern. Wieso schauen wir uns nicht einfach das majestätisch tolle Verhalten aus anderen Ländern ab? Finde auch dass hier die meisten Menschen optisch sehr unattraktiv wirken durch ihre schlechte Laune und strenge Art (dies wiederum färbt doch ab auf das Äußere, und dann ist man noch unattraktiv für das andere Geschlecht)….alles in einem klingt nicht nach einem erfüllenden leben, deshalb ändern..Amerikaner würden hier sagen it’s not that hot