Arbeitsplatz Deutschland

Arbeiten im Ausland: Wohin zieht es die Generation Y?

GenY_Top10Andere Lebensformen, fremde Sprachen, neue Herausforderungen: Berufserfahrung im Ausland ist hoch angesehen und fördert die Karriere – so die gängige Auffassung. Doch wie sieht dies die Generation Y? Wir befragten mehr als tausend junge Berufstätige am „Arbeitsplatz Deutschland“ (unser aktuelles Fokusthema auf XING spielraum): „Wären Sie generell bereit, ein Job-Angebot aus dem Ausland anzunehmen und für unbestimmte Zeit in einem fremden Land zu arbeiten?“ Und falls ja: „Welches Land würden Sie bevorzugen?“

Die Antworten zeigen ein heftiges Dilemma: Einerseits sagt jeder Zweite (56%), dass er „grundsätzlich“ bereit sei, ins Ausland zu gehen. Spitzenreiter sind ganz klar die englischsprachigen Länder USA, Großbritannien und Kanada, knapp dahinter liegen die Schweiz, Australien und Schweden (vgl. Infografik).

Andererseits ist fast jeder Zweite (44%) skeptisch. Von diesen Skeptikern kann sich die Hälfte gar nicht vorstellen, einen Job im Ausland anzunehmen. Und die andere Hälfte ist sich (noch) nicht im Klaren, wie sie gegebenenfalls auf ein Angebot aus dem Ausland reagieren würde.

Befürworter und Skeptiker: Diese zwei fast gleich großen Gruppen unterscheiden sich stark. Diejenigen, die gern mal ins Ausland gehen würden, sind meist besser ausgebildet, eher männlich und wohnen eher in großen Städten.

Und warum zieht es die jungen Berufstätigen gerade in die angloamerikanischen Regionen? Es sind vor allem „Land und Leute (Mentalität)“, die attraktiv sind, aber auch die Lebensqualität und die Verdienstmöglichkeiten spielen eine große Rolle. Deshalb empfänden rund 30% der Befragten ein Angebot aus Schweden oder der Schweiz als durchaus verlockend. Lebensstandard und Sprachkenntnisse sind demzufolge die ausschlaggebenden Faktoren. Aus diesem Grund setzen die meisten Befragten auch Frankreich und Italien weit nach hinten; einzig Spanien rangiert noch knapp unter den Top 10. Das Ranking spiegelt die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise: Die höhere Arbeitslosigkeit, der niedrigere Lebensstandard und das schwächere Sozialsystem halten viele der jungen Erwachsenen auf Distanz.

GenY_Arbeitsländer_Gründe


Eckdaten der Erhebung:
Seit Frühjahr 2014 führt das Team des „HMS Think Tank Journalismusforschung“ (Leitung: Prof. Dr. Michael Haller) in Kooperation mit dem Business-Netzwerk XING und TrendResearch Hamburg jeden Monat eine Befragung der „Generation Y“ durch. Im Zentrum der Studie „Was wird aus den Digital Natives?“ stehen Fragen zum Informations- und Mediennutzungsverhalten sowie zur neuen Arbeitswelt. Diese ist Teil des Forschungsprojekts „Die Zukunft der Medien“. Diese Erhebungswelle fand im Januar / Februar 2015 statt. Es wurde eine Stichprobe von 1.024 jungen Berufstätigen zwischen 23 und 35 Jahren (mindestens mittlere Reife als formaler Bildung) mit einem standardisierten Fragebogen online befragt.

3 Kommentare

Josef Kittl

27.02.2015

Das Hauptproblem bei den Südländern, wie Spanien, Frankreich, Italien, liegt an der Sprache. Ich habe lange überlegt, mich in Nizza bei der IBM zu bewerben.
Da mein Englisch hervorragend ist, mein Französisch aber eher auf Urlaubsniveau angesiedelt ist, habe ich davon Abstand genommen. Ich war für 1 Jahr in Warschau, Polen, als GF von einer Holding. Da kam ich mit Englisch und Deutsch gut zurecht. Ein bisschen polnisch um Einkaufen zu gehen, habe ich während meines Aufenthalts dazu gelernt.

Aber die Arbeitgeber in Spanien und Frankreich erwarten, dass man spanisch oder französisch auf Businesslevel spricht.

Wenn man gut Englisch kann, ist man in UK, USA, Kanada und sogar Schweden gut aufgestellt.

MfG
Josef Kittl

Dominik

28.02.2015

Es ueberrascht mich nicht, dass China bei der Attraktivitaet nicht gut abschneidet. Aus meiner Erfahrung benoetigen viele Firmen aber vorallem in ihren chinesischen Niederlassungen Unterstuetzung durch Expats aus Europa und den USA. Das stellt viele (vorallem zentralistisch gefeuhrte) Unternehmen vor nicht unerhebliche Probleme.

Vanessa Hindinger

02.04.2015

Keine Statistik, aber dafür sehr subjektiv habe ich als Vertreterin der Gen Y mir auch mal ein paar Gedanken gemacht… http://www.work-with-vanessa.de/will-work-for-food-die-generation-y/