Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

New Work Award 2015: Preise für die innovativsten Arbeitskonzepte

Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Wer bei der Preisverleihung des New Work Awards 2015 im Museum für Kommunikation in Berlin den Preisträgern und Laudatoren lauschte, dem wurde klar: Anders als bisher. Denn es tut sich etwas in den Büros und Chefetagen. Oder wie es Jury-Mitglied Thomas Sattelberger formulierte: „Die Zeit der Scheinprogramme ist vorbei.“ Prämiert wurden echte kulturrevolutionäre Ansätze, insgesamt sieben Unternehmen durften den Preis für zukunftsweisendes Arbeiten mit nach Hause nehmen.

Die Gewinner des New Work Award zeigen, wohin die Reise geht: Demokratie, Autonomie, Transparenz, Diversität und Kollaboration lauteten die Schlagworte des Abends, welche sich wie ein roter Faden durch die prämierten Konzepte ziehen. Für ihre Vorreiter-Rolle, ihre zukunftsweisenden Ideen und die konsequente Durchführung wurden sieben Unternehmen in den Kategorien „Großunternehmen“, „KMUs und Start-Ups“ sowie mit dem „Sonderpreis der Jury“ ausgezeichnet. Auf Platz 1: Die Telekom Deutschland GmbH mit ihrem „Social Media Business-Programm“ in der Kategorie Großunternehmen sowie in der Kategorie KMUs und Start-Ups die auticon GmbH für die konsequente und erfolgreiche Beschäftigung von Autisten.

Unter dem Motto „Gegenwart trifft Zukunft“ hatten XING und FOCUS am Montagabend in die Hauptstadt geladen, um die Gewinner des New Work Award sowie die „Besten Arbeitgeber“ auszuzeichnen. Mehr als 260 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft waren der Einladung gefolgt, um beim Treffen der New Work-Avantgarde die Gewinner zu feiern, sich auszutauschen und inspirieren zu lassen. Durch den Abend führten Daniel Goffart (Leiter Hauptstadtbüro FOCUS) sowie Marc-Sven Kopka (VP External Affairs XING AG).

Keynote-Sprecherin und Organisationswissenschaftlerin Prof. Dr. Isabell M. Welpe richtete die Aufmerksamkeit auf die Treiber des überall zu beobachtenden Wertewandels in der Arbeitswelt: Globalisierung und Digitalisierung führten zu ganz neuen Führungskonzepten und zu einer Demokratisierung der Unternehmen. Welpe verglich die neuen Arbeitsmodelle mit der französischen Revolution als einem ursprünglich „demokratischen Experiment“, welches in der Rückschau sehr gut funktioniert habe. „Schauen wir uns die Experimente von heute an!“, forderte sie das Publikum mit Hinblick auf die New Work Award-Bewerbungen auf: Firmen, deren Führungskräfte gewählt werden, Unternehmen, in denen Angestellte über ihr Gehalt entscheiden – überall würden Unternehmen zu „Mini-Demokratien“.

Jury-Vorsitzender und Ex-Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger freute sich ebenfalls über den demokratischen „Spirit des New Work Award“ und darüber, dass die Jury „so wenig zu entscheiden habe“. Denn beim New Work Award entscheidet die Community, sie wählt aus der Shortlist der Jury die Gewinner. Bis auf eine Ausnahme: Den Sonderpreis der Jury, der dieses Jahr zum ersten Mal vergeben wurde. In einer herzlichen Laudatio für die Sonderpreisträger HEMA gab Sattelberger zu, wie sehr ihn das traditionsreiche Familienunternehmen aus seiner schwäbischen Heimat mit seiner Bewerbung überrascht habe: „Ein Bandsägen-Hersteller, der sagt, wir haben die Abteilungsleiter abgeschafft, es gibt jetzt nur noch Teamsprecher.“ Da sei ihm klar geworden, dass New Work längst nicht mehr nur ein Thema für IT-Startups und Medienfirmen sei. „Das ist etwas, das sich in den Mittelstand reinfräsen kann!“ Sattelberger zeigte sich überzeugt: „Die Preisträger des New Work Awards haben eine richtungsweisende Funktion!“

Die Gewinner

Kategorie „Großunternehmen“

Platz 1: Telekom Deutschland GmbH
Der Platz eins beim New Work Award 2015 in der Kategorie Großunternehmen geht an die Telekom Deutschland GmbH für das „Social Media Business Programm“. Damit im Team so agil und schnell gearbeitet werden kann wie es die Kunden in sozial vernetzten Zeiten erwarten, wurde eine neue Art der Zusammenarbeit unter Mitarbeitern und Führungskräften etabliert. Keine starren Fachbereichsgrenzen, sondern eine virtuelle und weitestgehend hierarchielose Programm-Organisation. Hier zählen Vertrauen, Selbstverantwortlichkeit und die Selbstverwirklichung jedes einzelnen. Das Social Media Business Programm hat sich mit seinem Titel „Anders Arbeiten – Kunden begeistern“ hohe Ziele gesetzt und kraftvoll umgesetzt.

 

Platz 2: Daimler AG
Der zweite Platz beim New Work Award 2015 in der Kategorie Großunternehmen geht an die Initiative „Space Cowboys – Daimler Senior Experts“ der Daimler AG. Mehr als 460 potentielle Daimler-Mitarbeiter im Ruhestand haben sich im „Expertenpool“ des Unternehmens registriert und stellen dort ihre Erfahrungen und ihr Expertenwissen auf Abruf zur Verfügung. Seit Mai 2013 wurden bereits rund 150 Einsätze mit insgesamt über 11.000 Einsatztagen geleistet.

 

Platz 3: Microsoft Deutschland GmbH
Der dritte Platz beim New Work Award 2015 in der Kategorie Großunternehmen geht an die Microsoft Deutschland GmbH für die Initiative „New Way of Work“. Diese neuen Wege beschreitet Microsoft konsequent: Die Mitarbeiter entscheiden frei über ihre Arbeitszeit und ihren Arbeitsplatz und arbeiten, wann und wo es ihnen am besten passt. Zuhause, im Büro oder unterwegs. Die Konsequenz der Flexibilität? Hohe Mitarbeiterzufriedenheit und – weil sich Beruf und Familie besser vereinbaren lassen – mehr Frauen im Team.

 

Kategorie „KMUs und Start-Ups“

Platz 1: auticon GmbH
Der erste Platz beim New Work Award 2015 in der Kategorie „KMUs und Start-Ups“ geht an die auticon GmbH. Als erstes Unternehmen in Deutschland beschäftigt auticon ausschließlich Autisten als Consultants im IT-Bereich. auticon sieht ihr enormes Potential: Mustererkennung, Präzision, Logik und eine Affinität zur Fehlersuche zählen zu den herausragenden Fähigkeiten von Asperger-Autisten. Alle Consultants sind bei auticon fest angestellt und werden projektbezogen für Kunden eingesetzt – von den auticon-Job Coaches unterstützt. Die Arbeit von auticon macht deutlich: Autisten bereichern das Team und ihr fokussierter Blick zur Optimierung der Arbeitsergebnisse wird geschätzt.

 

Platz 2: Haufe-umantis AG
Der zweite Platz beim New Work Award 2015 in der Kategorie „KMUs und Start-Ups“ geht an die Haufe-umantis AG, einen der führenden europäischen Anbieter von Talent Management Software. „Mitarbeiter führen Unternehmen“ – mit dieser klaren Haltung werden hier Mitarbeiter zu Mitentscheidern. Und sie entscheiden die Dinge, auf die es wirklich ankommt: Strategie, Management und Prozesse werden demokratisch festgelegt. Entstanden ist eine demokratische, sich selbst verwaltende, agile Organisation, in der jeder gute Ideen und Initiativen treiben und verwirklichen kann.


Platz 3: DEXINA AG

Der dritte Platz beim New Work Award 2015 in der Kategorie „KMUs und Start-Ups“ geht an die DEXINA AG aus Böblingen, ein Beratungsunternehmen für Projektmanagement. Mit der Philosophie LIVE@WORK! gelingt es Arbeit, Freunde, Familie und das, was jeder für sich selbst braucht, miteinander zu vereinbaren. Jeder darf sein, wer er ist und tun, was er kann – wo und wann er es für richtig hält. Wichtig dabei: der gezielte Einsatz und die Förderung persönlicher Fähigkeiten und individueller Stärken. DEXINA hat hierzu ihre Kultur radikal weiterentwickelt und eine besondere Arbeitswelt geschaffen: zum Beispiel mit Strandkörben und Bierbänken für Pausen, Meetings oder Arbeiten unter freiem Himmel.


Sonderpreis der Jury: Hema – Die Heermann Maschinenbau GmbH

Der Sonderpreis der Jury des New Work Awards 2015 geht an Hema, die Heermann Maschinenbau GmbH. Hema hat sich in den letzten Jahren vom Anbieter für Standardmaschinen zu einem Unternehmen für Sondermaschinen entwickelt. Und so mussten aus Standardprozessen, neue innovative und flexible Arbeitsprozesse werden. Die Lösung kam aus der IT: Agiles Projektmanagement, auch als Scrum bekannt. Passend für den Maschinenbau wurde ein flexibler Management-Rahmen geschaffen: selbst organisierende Teams, flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und Eigeninitiative der Mitarbeiter. Während früher jeder für sich nach Anweisungen eines Abteilungsleiters gearbeitet hat, steht heute das Team und die Kommunikation im Mittelpunkt. Das Ergebnis: keine Lieferschwierigkeiten mehr, zufriedene Mitarbeiter und der Jury-Preis!

Ganz herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner des New Work Award 2015!

Weitere Informationen und Porträts der prämierten Unternehmen finden Sie in den nächsten Tagen hier auf XING spielraum. Den Auftakt macht Jury-Preis-Gewinner HEMA – die Heermann Maschinenbau GmbH und ihre „Revolution auf Schwäbisch“. Mehr zur auticon GmbH, Platz 1 in der Kategorie „KMUs und Start-Ups“ erfahren Sie hier.

Über den New Work Award

Bereits zum zweiten Mal vergibt XING dieses Jahr in Zusammenarbeit mit den Medienpartnern Focus und Human Resources Manager den New Work Award. Der Award zeichnet Unternehmen aus, die Arbeit innovativ organisieren, traditionelle Konzepte wie beispielsweise feste Arbeitszeiten, hierarchische Organisationsstrukturen oder Gehaltsstrukturen in Frage stellen und damit Vorbild für andere Unternehmen sind. Denn tradierte Arbeitskonzepte und -organisationen erweisen sich als zunehmend ungeeignet, um dem vielschichtigen Wandel der Arbeitswelt gerecht zu werden. Aus den über 100 eingereichten Bewerbungen traf eine Experten-Jury eine Vorauswahl von insgesamt 18 als preiswürdig empfundenen Einreichungen für den New Work Award 2014, zehn KMUs/Start-Ups und acht Großkonzerne. Die finale Entscheidung trafen die Nutzer – über 50.000 Mal wurde die Voting-Seite aufgerufen.

 

10 Kommentare

V.

28.01.2015

So schön und wichtig diese Auszeichnungen auch sein mögen, was ich auch vollstens anerkenne: aber es zeigt sich doch wieder einmal mehr, dass es für hervorragende deutsche Leistungen keine deutschen Wörter zu geben scheint, um diese zu beschreiben und zu benennen. Oder doch: die Artikel für die Haufe-umantis AG und die Heermann Maschinenbau GmbH sind ein gutes Beispiel dafür, dass dies wohl doch noch möglich ist. Ein Dankeschön dafür.

Kinema GmbH

28.01.2015

Herzlichen Glückwunsch! Und wir haben den innovativen Stuhl für Sie: the evolution of behaviour ergonomics http://youtu.be/gP4EHqjL8Ns

Wittwer

28.01.2015

Sehr geehrte Damen und Herren, ja, schon schleichend hat sich der neue Arbeitsplatz verändert, neben den technischen Werkzeugen und Apps, vielmehr die Abkehr von traditionellen Vorgehen (Führungsmaxime, Machtvolle), hin zur digitalen Transformation. Bin gerade in "Veränderung" und mische mich vom ersten Tag in das Produktportfolio ein, bewerte es heute aus externer Sicht und richte es aus an Markt und Wettbewerb. Mal sehen wie es angesehen wird. Beste Grüße Andreas Wittwer

Agonafer

28.01.2015

Alle sprechen von demografische entwicklung , daher die idea „Space Cowboys – Daimler Senior Experts” ist der unvemeidbare Weg.

Klaus-Michael Erben

28.01.2015

Sehr gute Initiative! Hinter allem steckt das Vertrauen in das eigene Mitarbeiterpotenzial. Diese intelligent zu Wort kommen zu lassen, erfordert standortübergreifend mehr als nur die üblichen Telefonkonferenzen und die oft spärlichen Kick Offs. Manches heiße Eisen passt hingegen zu einer Online-Debatte.

WIE WIR ZUKÜNFTIG ARBEITEN WOLLEN, BESTIMMT, WIE UNSER IDEALER ARBEITGEBER SEIN SOLL

28.01.2015

Für das Employer Branding von Unternehmen allgemein sind gerade die Tops: 1) Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Interaktion und 2) Arbeits- & Alternativmarktclusterung interessant. Inhaltlich befasst sich das die Studie u.a. mit "Personalrecruiting und Arbeitgeberattraktivität", dem einsetzenden Wandel am Arbeitsmarkt, dem konzeptionellen Rahmenansatz der Arbeitgeberwahrnehmung, den Berufsphasen von Individuen, dem Employer Branding & einem inhaltlichen Modellrahmen der Attraktivitätswahrnehmung von Arbeitgebern, der Corporate Attractivness als Attraktivitätsindikator für Unternehmen & der Employer Attractiveness als recruitingrelevanter Teilaspekt der Corporate Attractiveness, sowie weiteren Detail-Aspekte im Kontext von Beliebtheit und Attraktivität eines Arbeitgebers. Zudem werden die Public-Service-Motivation, die Work-Life-Balance und das Gehalt in den Kontext des Employer Brandings eingeordnet und beschrieben. Quelle: http://crosswater-job-guide.com/archives/48827

Ralf

29.01.2015

Mit diesem Award gelingt es sicher, die Aufmerksamkeit auf neue und moderne Formen der Arbeitsorganisation zu richten. Meine Glueckwuensche an die Preisträger.

Ralf Korb

02.02.2015

Toll - gut zusammengefasst und gelungene Projekte, verdiente Preisträger. Mir ist es besonders recht das alle in Deutschland aktiv sind, somit hier auch neue Mehrwerte schaffen und auch die Chancen für gehandicapte oder Ältere erschliessen. Ich teste übrigens gerade SRCUm für den Vertrieb aus - daher toll was Hema da auf die Beine gestellt hat. Weiterhin viele tolle neue Preisträger in der Zukunft und auch den Gewinnern meine Anerkennung, den Respekt und die besten Wünsche. Ralf Korb

Joanna Kowolik

02.02.2015

Nachdem wir im Studium oft darüber diskutieren wann die Theorie aus aktuellen Publikationen zum Thema Personalentwicklung in den Unternehmen ankommen wird, bin ich gerade sehr positiv überrascht, dass sie scheinbar an machen Orten bereits gelebt wird.

Andreas

03.02.2015

Diese Unternehmen schlagen einen guten Weg ein. Jedoch fehlen meiner Meinung nach auch hier tatsächliche Innovationen für die Arbeitswelt. Wo gibt es z.B.eine echte Vertrauenskultur mit Vertrauensvereinbarungen statt Arbeitsverträgen. Wo gibt es echte Ideenförderung wie z.B. jede Idee hat sofort ein Budget? Wo gibt es Wunschgehälter? Wo gibt es freie Urlaubseinteilung? Wo gibt es Geld für Mitdenken anstatt körperliche Anwesenheit? Wo überträgt man den Mitarbeitern Verantwortung UND den Freiraum sich entfalten zu können? Das sind zukunftsweisende Ansätze die gelebt werden müssen damit die Zahl der innerlich gekündigten nicht noch weiter ansteigt. Also ich würde mich sofort in so einem Unternehmen bewerben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.