XING-Klartext: Future Internet - Das digitale Unternehmen der Zukunft

Die Zukunft ist digital. Es wird alles digitalisiert werden, was digitalisiert werden kann. „Es ist unerlässlich, die Auswirkungen der Digitalisierung zu verstehen und die notwendigen Veränderungen voranzutreiben“, so Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG im XING-Klartext, „denn nur dann kann Deutschland seine führende Rolle als High-Tech- und Exportnation erhalten.“

Von Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft ist eine unumkehrbare Entwicklung. Mehr als 4,5 Milliarden Menschen kommunizieren bereits weltweit miteinander über soziale Netzwerke, wie das Business-Netzwerk XING. Das Marktforschungsinstitut Forrester prognostiziert für das nächste Jahr bereits 3,5 Milliarden digital vernetzte Produkte. Die Welt vernetzt sich rasant, und Daten strömen in immer größeren Mengen zwischen den verschiedenen Teilnehmern hin und her – ob zwischen Menschen, Maschinen oder Produkten. In dieser vernetzten Welt ist die Digitalisierung von Unternehmen ein Muss. „Die Zukunft ist digital“ – das ist der Tenor, der sich im Markt breit macht, und er trifft den Nagel auf den Kopf.

Die Digitalisierung ist dabei mehr als ein technologischer Megatrend. Die Digitalisierung treibt grundlegende gesellschaftliche Veränderungen auf der ganzen Welt voran. Sie verändert unser Leben jeden Tag, indem sie uns informierter, objektiver und damit produktiver macht und das nicht nur im Konsumentensektor, sondern bei Themen wie Innovationskraft, Chancengleichheit und Umweltschonung. Insgesamt treibt die Digitalisierung Wachstum und Wohlstand wie keine andere Veränderung unserer Zeit.

Worauf basiert der Drang zur Digitalisierung? Auf einer einmaligen Konstellation innerhalb der Technologiebranche, da gleichzeitig vier technologische Megatrends aufeinander treffen:

  1. Mobile: die mobile Datenkommunikation und mobile Nutzung des Internet, überall und zu jeder Zeit.
  2. Cloud Computing: die Verlagerung von Daten und Anwendungen ins Internet.
  3. Social Collaboration: die digitale Kommunikation über soziale Netzwerke im Internet.
  4. Big Data: die Bearbeitung und Analyse riesiger Datenmengen in Echtzeit.

Die technologischen Möglichkeiten führen dazu, dass riesige Datenberge, die heute in Millisekunden entstehen, in Echtzeit verarbeitet werden können. Digitale Daten und digitale Informationen werden somit zum wichtigsten Rohstoff für Konsumenten, für Unternehmen und für die öffentliche Hand. Die intelligente und legale Nutzung dieses neuen Rohstoffs hat eine derart wichtige Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft erlangt, dass bereits vom „Öl des 21. Jahrhunderts“ gesprochen wird.

Digital vernetzte Prozesse über die gesamte Wertschöpfungskette sind heute möglich. Software liefert Unternehmen, was sie für ihre Zukunftsfähigkeit benötigen: eine skalierbare, flexible Infrastruktur, die agil gestaltet werden kann und die relevanten Unternehmens-, Kunden- und Marktdaten in Echtzeit analysiert, einschließlich automatisierter Entscheidungshilfen.

Für jedes Unternehmen ist Schnelligkeit, Flexibilität und das Wissen darüber, was der Geschäftsnutzen für die relevante Zielgruppe bedeutet, der entscheidende Erfolgsfaktor. Dabei ist die eingesetzte Software der fundamentale Werkstoff, ohne den innovative Produkte und Dienstleistungen in Zukunft nicht mehr denkbar sind. „Software is eating the world“, heißt es bereits heute im Silicon Valley, und dieser Leitgedanke beschreibt, was wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in der ganzen Welt erleben werden: Alles was digitalisiert werden kann, wird auch digitalisiert werden.

Die Frage, die sich also stellt ist: Werden Unternehmen wie Google, Amazon oder PayPal diese Marktpotenziale abschöpfen, oder schaffen traditionelle Firmen die rechtzeitige Transformation zum „Digitalen Unternehmen“? Entscheidend ist, wie stark die traditionellen Marktführer an den bestehenden Geschäftsmodellen festhalten, anstatt sich selbst infrage zu stellen und die Herausforderung durch die Digitalisierung anzunehmen. Auf Basis neuer Technologien werden laufend neue Geschäftsmodelle entwickelt, die noch vor kurzem undenkbar gewesen wären und die ökonomische Logik auf den Kopf stellen. Wertschöpfende Innovationen entstehen dabei längst nicht mehr nur durch technologische Basiserfindungen. Vielmehr geht es um die Kombination digitaler Technologien mit bekannten Komponenten und das Wissen darüber, was der Kunde wirklich will.

Um im zukünftigen Wettbewerb zu bestehen, wird eine digitale Vision für die Kundenbindung durch digitale Produkte, durch intelligente Lieferketten und Services benötigt. Unternehmen brauchen eine digitale Strategie für die Art und Weise, wie sie mit dem wichtigen Rohstoff „Daten“ umgehen und wie diese Daten zu entscheidungsrelevanten Information werden. In Zukunft werden nur noch solche Unternehmen erfolgreich sein, die digital denken und sich dazu entschließen, Technologien einzusetzen, die ihre Geschäftsmodelle digitalisieren und damit agile, neue Geschäftsfelder erschließen sowie vorhandene schnell anpassen.

Es ist unerlässlich, die Auswirkungen der Digitalisierung auf bestehende Geschäftsmodelle zu verstehen und die erforderlichen Veränderungen voranzutreiben. Die Ergebnisse des Future Internet Kongress unterstreichen einmal mehr, dass die Digitalisierung große Chancen für Wirtschaft und Gesellschaft bietet. Die erfolgreiche Digitalisierung unserer Unternehmen und des öffentlichen Bereiches wird die Voraussetzung dafür sein, dass Deutschland seine führende Stellung als High-Tech- und Exportnation auch in Zukunft erhalten und weiter ausbauen kann.

Packen wir es an!


Über den Autor:

Karl-Heinz Streibich, Jahrgang 1952, ist seit Oktober 2003 Vorstandsvorsitzender der Software AG.

Zudem ist Karl-Heinz Streibich zuständig für folgende Konzernfunktionen: Corporate Communications, Global Legal, Global Audit, Processes & Quality, Corporate Office, Global Information Services, Corporate University und Top-Management-Entwicklung.

Im Laufe seiner Karriere hatte Karl-Heinz Streibich diverse Führungspositionen in der Informations- und Kommunikationstechnologiebranche inne. Unter anderem war er Leiter Marketing Operations der ITT Europe in Großbritannien, Vorsitzender der Geschäftsführung der debis Systemhaus GmbH sowie stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der T-Systems GmbH, wo er die Fusion der debis Systemhaus GmbH und der Deutschen Telekom IT verantwortete.

Karl-Heinz Streibich studierte an der Hochschule für Technik Offenburg und erlangte dort den Abschluss Diplom-Ingenieur (FH) für Nachrichtentechnik. An der Universität Stanford, Harvard und der London School of Marketing absolvierte er postgraduierte Kurse.

Er ist Mitglied des Aufsichtsrates der Deutschen Telekom AG, der Dürr AG und der Deutschen Messe AG, sowie ehrenamtlich tätig im Präsidium des deutschen IT–Verbands BITKOM sowie im Vorstand der regionalen Wirtschaftsinitiative Frankfurt Rhein Main e.V. und hält den Co-Vorsitz der Arbeitsgruppe 3 „Innovative IT-Angebote des Staates“ des Nationalen IT-Gipfels der Bundeskanzlerin. Zudem ist er Mitbegründer des deutschen Exzellenzclusters für Software und ist Mitglied des Wirtschafts- und Zukunftsrates der hessischen Landesregierung.

Kontakt Software AG: https://www.softwareag.com

Kontakt PR: Dominik Nagel, XING.

Mehr Informationen und Lektüre zum Thema finden Sie hier.


 

Unsere Klartext-Themenwoche bietet Ihnen bis zum 12. Dezember jeden Tag einen Experten-Beitrag:

Montag, 8. Dezember 2014
„Future Internet – Das digitale Unternehmen der Zukunft“
Von Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG

Dienstag, 9. Dezember 2014
„XING-Klartext: Digitaler Weckruf an die deutsche Industrie“
Von Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Deutschland

Mittwoch, 10. Dezember 2014
“XING-Klartext: Auch für Google gelten die Gesetze!”
Von Jan Philipp Albrecht, Verhandlungsführer des Europäischen Parlamentes für die neue EU-Datenschutzverordnung

Donnerstag, 11. Dezember 2014
„XING-Klartext: Big Data – Eine neue Sicht der Dinge“
Von Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger, Professor für Internet Governance and Regulation am Oxford Internet Institute

Freitag 12.12.2014 – Prof. Dr. Michael Waidner, Leiter Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie

 

 

 

4 Kommentare

Verena Czerny

08.12.2014

Die rechtzeitige Transformation zum „Digitalen Unternehmen“ gelingt am nachhaltigsten mit Change Management. Denn die Unterstützung der Stakeholder entscheidet über den Erfolg einer Veränderung. Welche 8 Phasen jedes Change Projekt durchläuft lesen Sie hier: http://www.clever-change.de/was-ist-change-management/

Marco Uras

08.12.2014

Dem Trend hinken manche noch gewaltig hinterher und ignorieren fahrlässig die Vorteile der Digitalisierung.
Ob aus Unwissenheit, Angst vor Unbekanntem oder Bequemlichkeit?

Holger Fürstenberg

08.12.2014

Dieser Artikel trifft den Nagel auf den Kopf, dürfte aber ruhig noch ein wenig kritischer mit der Bereitschaft der Industrie umgehen – gewohnte Pfade zu verlassen. Wir befinden uns quasi mitten in der nächsten Industriellen Revolution! Wie reagieren die meisten Unternehmen? Broschüren in PDF auf den Webseiten? Zuviel Informationen. Dabei bringen weniger Informationen, die aber richtig aufbereitet, mit den Medien die wir heute benutzen. Z.B. Videos, live Messages und instant Feedback viel mehr … es gibt noch viel mehr Möglichkeiten zu entdecken, um besser als der Mitbewerber dazu stehen …

Friedhelm Becker

08.12.2014

Um die Digitalisierung mit gutem Gewissen propagieren zu können, fehlt ihr noch eine entscheidende Eigenschaft: Die Sicherheit der genutzten Hardware! Solange Hardware (und viele Software-Tools!) Hackern das verbreiten von Schad-Software so leicht machen wie bisher, gibt es triftige Gründe, vorsichtig zu sein mit der Digitalisierung. Doch nun gibt es die Lösung: eine gegen Schad-Software sichere Rechner-Architektur für Computer aller Größenordnungen. Nähere Informationen unter friedhelm.becker@dcb-becker.de.