Arbeitsplatz der Zukunft

Design Offices: "Tischkicker gibt es bei uns nicht"

Michael Schmutzer, Gründer und Geschäftsführer des Working-Space-Anbieters „Design Offices“  über flexibles Arbeiten, inspirierende Büroatmosphäre und Garagentore als Raumteiler.

Herr Schmutzer, lange Zeit galt das „Home Office“ als modernste Variante der digitalen Arbeitswelt. Sie bieten mit Ihren Design Offices Orte an, wo Menschen gemeinsam arbeiten – und wenden sich dabei bewusst nicht nur an junge Freiberufler.

"Design Office" - Chef Michael Schmutzer: "Ein attraktives Büro ist ein Mehrwert"

„Design Office“ – Chef Michael Schmutzer: „Ein attraktives Büro ist ein Mehrwert“

Michael Schmutzer: Heute weiß man, dass viele im Home Office vereinsamen. Menschen brauchen Kommunikation, müssen sich austauschen, reiben und vernetzen. Manche vielleicht auch nur tage- oder stundenweise. Die meisten wollen unter anderen Menschen sein. So buchen so einige Unternehmen bei uns ein Büro, um zum Beispiel sechs bis acht Leuten eine Heimat in der Großstadt zu geben. Ob IT-Unternehmen oder Vertriebsexperten.

Was erwarten junge Arbeitskräfte? Gilt für die Generation Y, die zwischen 1980 und 1995 geborenen, das Prinzip der „Vertrauensarbeitszeit“ – egal wo?

Schmutzer: Die Generation Y hat oft noch gar nicht entschieden, wo sie dauerhaft ihr „Zuhause“ haben. Aber sie wissen, sie möchten mit anderen arbeiten. Deshalb haben unsere Kunden, die um Talente ringen, einen Wettbewerbsvorteil: Sie bieten ein Büro, in der Stadt, in der ihre Mitarbeiter leben. Im „war of talents“ kann das maßgeblich sein.

Ihre Zielgruppe ist aber wohl nicht das typische Start-up-Publikum aus den üblichen Co-Working-Spaces. Wen genau sprechen Sie mit Ihrem Angebot an?

Schmutzer: Unsere Kunden kommen aus der Industrie und dem Mittelstand. Und, es sind in der Tat selten die jungen Start-Ups, sondern eher die Klientel „40 Plus“ – Menschen, die schon Karriere gemacht haben. Sie suchen Büros im professionellen Umfeld. Der Bedarf an flexiblen Büros und Showrooms, in denen Produkte präsentiert werden können, wird noch weiter steigen.

Wie wichtig ist Design und Ästhetik für einen Arbeitsplatz von heute?

Schmutzer: Ein attraktives Büro ist ein Mehrwert. Wir setzen auf Qualität mit Lifestyle-Ambiente. Gute Ideen entstehen in einer Umgebung, die inspirierend ist. Herzen mit Motivationsschrift wird es bei uns allerdings nicht geben. Unsere Räume sind überwiegend in neutralem Design gestaltet – und verspielt sind höchstens funktionale Elemente wie das Garagentor, das als optimaler Raumteiler fungiert. So können Tagungsräume als Eventfläche genutzt werden. Das ist mein Lieblings-Gestaltungsdetail – das Garagentor, weil es der Urbegriff für Unternehmertum ist. Wir sind in gewisser Weise ein Lifestyle-Innovator. Unser Motto ist: Heute arbeiten, wie es morgen alle wollen.

Welche Anforderung stellen Ihre Kunden denn an ein Büro auf Zeit?

Schmutzer: Bei uns ziehen keine Firmen ein, die die Aufenthaltsdauer ihrer Mitarbeiter mit Kicker, Fitnessstudio, „Micro-Kitchens“ oder Pyjama-Days verlängern möchten. Die das Berufliche und Private verschwimmen lassen. „Shishi-Design“ wie in manchen großen Internet-Unternehmen wird eher nicht gewünscht. Das Büro soll wie ein Büro aussehen und nicht wie ein zweites Wohnzimmer. Das soll nicht heißen, dass wir keine behaglichen Rückzugsorte bieten. Wir haben zum Beispiel einen „Fireside Room“ mit digitalem Kamin, in dem entspannt oder auch gearbeitet werden kann. Der Mix muss einfach stimmen.

Das Interview führte Silja Schriever


Miet-Arbeitsplatz von "Design Offices": "Das Büro soll wie ein Büro aussehen und nicht wie ein zweites Wohnzimmer."

Miet-Arbeitsplatz von „Design Offices“: „Das Büro soll wie ein Büro aussehen und nicht wie ein zweites Wohnzimmer.“

Über Design Offices:

Jobresidenzen auf Zeit: Unternehmen können bei „Design Offices“ Arbeitsplätze, Büro- und Konferenzräume mieten. Das Sharing-Konzept will mit exklusiven Lage, hoher Funktionalitäten und „atmosphärischer Qualität“ punkten. 2010 eröffnete der erste Standort von Design Offices in Nürnberg. Darauf folgten München mit zwei Dependancen und Düsseldorf. 2014 kamen Frankfurt sowie Berlin hinzu. Auf fünf Etagen sind zum Beispiel in der Hamburger Dependence von Design Offices, die im November eröffnet wurde, unterschiedlich große Bereiche eingerichtet worden: vom einzelnen Arbeitsplatz im „Co-Working-Space“, separate Büros von in den Größen S,M und L, Konferenzräume über den „Trainingroom“. Die Bereiche können teilweise oder komplett gemietet werden, möbliert oder unmöbliert, stunden-, tageweise oder auch für ein Jahr und länger. Wer sich temporär einquartiert, braucht nichts mitzubringen außer seinem Notebook und Telefon. Flatscreens, Whiteboards, Stifte und Papier sind in den Büros vorhanden. Auch ein „Virtual Office“ können Kunden einrichten, eine repräsentative Adresse mit Postservice.

Web: www.designoffices.de

Kontakt: Michael Schmutzer auf XING

Angebot: Sonderkonditionen für XING-Premium-Mitglieder 

1 Kommentare

Tobias

07.03.2018

Das sieht ziemlich cool aus. Dass es keine Tischkicker gibt, ist dennoch irgendwie schade ;)

LG
Tobias