Arbeitsplatz der Zukunft

Editorial: Das Ende der Glaspaläste

Der „Arbeitsplatz der Zukunft“ zeigt sich nicht nur in humaner Architektur und farbenfrohem Bürodesign. Sondern auch in der Art und Weise, wie wir miteinander arbeiten

Von Marc-Sven Kopka

Schon die alten Römer wussten: „Plerumque enim, dum mutatur locus, mutatur et mentis affectus.“ Wenn mich meine sich immer stärker verflüchtigenden Schullatein-Kenntnisse (und diverse Online-Übersetzungshilfen) nicht trügen, heißt das so viel wie: Wenn sich der Ort verändert, ändern sich auch die Ansichten.

Marc-Sven Kopka, VP Corporate Marketing & Communications XING AG

Marc-Sven Kopka, VP Corporate Marketing & Communications XING AG

Aber auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn sich Ansichten und Gewissheiten verändern, hat das Auswirkungen auf die Umgebung. Im Fall der Arbeitswelt, um die es in diesem Themen-Portal ja geht, ist es genau so: Dass Arbeit anders, besser und menschenfreundlicher organisiert wird, neue Freiheiten für Beschäftigte entstehen und das gleichzeitig zu mehr Innovation und Produktivität führt, hat tiefgreifende Auswirkungen auf einen Ort, an dem Berufstätige neben dem eigenen Zuhause wohl am meisten Zeit verbringen: das Büro.

Wo Meetings wechselnder Projektteams virtuell funktionieren, weil die Teilnehmer von unterschiedlichsten Orten aus arbeiten, verliert das frühere immobile Statussymbol an Bedeutung. Der Laptop ersetzt den Schreibtisch, die Freiheit, ihn an jedem Ort der Welt zu nutzen, der über W-LAN verfügt, erzeugt mehr Anerkennung als ein 50 Quadratmeter großer Palast aus Glas und Leder.

  • Was bedeuten die Veränderungen von Produktion und Organisation für unsere Arbeitsorte?
  • Welche Konsequenzen hat das etwa für unsere Innenstädte, die nicht zuletzt von Bürogebäuden geprägt sind?
  • Wie müssen Räume aussehen, an denen sich moderne Wissensarbeiter wohlfühlen?
  • Arbeiten wir alle bald nur noch von zu Hause? Wollen wir das?
  • Wie organisiert man Teamspirit, wenn die Teammitglieder sich – wenn überhaupt – nur noch sporadisch treffen (auf hübschen, ergonomisch durchgestylten Stehhockern, wie unser Beitragsbild zeigt)?

All diesen Fragen geht XING spielraum im Dezember nach. Besonders freue ich mich über unser Auftaktstück, den fulminanten Gastbeitrag von Jan Teunen, den ich vor zwei Jahren auf der Veranstaltung „Spaces“ in Köln kennengelernt habe. Er hielt einen faszinierenden Vortrag, der – kein Scherz – mit dem Urknall begann und fern in der Zukunft endete. Was er, den ich als „Architektur-Philosophen“ bezeichnen würde, zum Büro als „humanen Spielraum“ zu sagen hat, ist wegweisend.

Apropos Spielraum: Da mit diesem Jahr auch das erste Jahr von XING spielraum zu Ende geht, ist es an der Zeit, Danke zu sagen. Wir sind am 1. Mai mit der Idee gestartet, ein Themen-Portal ins Leben zu rufen, das sich konsequent den Chancen widmet, die die Veränderung der Arbeitswelt mit sich bringt, auf das wir ein winziges Bisschen dazu beitragen, dass die Arbeitswelt etwas besser wird.

Ob das auf Resonanz stoßen würde, war zum Start vollkommen unklar. Umso mehr freut es uns, dass XING spielraum nach allen Metriken, die uns zugänglich sind, bereits die Nummer 2 der Themen-Blogs im Karriere- und Berufssegment ist. Das freut uns und ist zugleich Ansporn für die Zukunft. Dafür: Danke von der gesamten spielraum-Redaktion!

Bleiben Sie uns gewogen.

 

 

 

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