Arbeitsplatz der Zukunft

Wetten? So sieht Ihr Büro bald aus!

Farbige Stehhocker, Infrarot-Heizungen, gemütliche Rückzugsräume – der Arbeitsplatz der Zukunft soll menschlicher werden.

Schon bald muss nicht mehr bei Google oder einem hippen Berliner Start-up arbeiten, um bei seinem Job rot zu sehen. Oder blau. Oder gelb. Denn zumindest, wenn es nach den Büromöbel-Designern geht, sollte es am Arbeitsplatz der Zukunft nicht mehr hauptsächlich weiß, grau oder schwarz sondern farbenfroh zugehen. Das Ganze natürlich bitteschön ergonomisch und aus nachhaltigen Materialien. Dieses war der Eindruck der diesjährigen Orgatec, der weltweit größten Messe für Büroausstattung, deren Highlights wir in unserer obigen Fotostrecke zusammengestellt haben.

Was weiter auffällt: Die wachsende Bedeutung der Teamarbeit findet sich auch immer stärker im Möbel- und Innenarchitekturdesign wieder, mit vielen Lösungen für regelmäßige oder spontane Meetings in größeren und kleineren Runden oder beeindruckend großen Touchscreens, an denen gemeinsam gearbeitet oder präsentiert werden kann.  Alles „auf Arbeit“ soll also noch ein bisschen menschlicher werden. Auch die Räume für individuelle Rückzüge sind angenehmer und freundlicher gestaltet, als die  „Cube“-Würfel der heutigen Großraumbüros. Mitunter reicht dazu schon ein Sessel mit Sichtschutzelementen. Oder ein Infrarot-Heizstrahler, der von oben wärmt.

Keine Orgatec natürlich aber auch ohne ganz exotische Ideen. Dieses Jahr zum Beispiel stellte das Schweizer Unternehmen Rinspeed Auto-Prototypen für die Vision vom autonomen Fahren vor (s. letztes Foto): Darin soll sich der moderne Wissensarbeiter nach Feierabend ganz in Ruhe und entspannt automatisch nach Hause bringen lassen. Oder doch noch etwas weiterarbeiten – Internetanschluss und Klapptisch sind eingebaut.

11 Kommentare

Regina

12.12.2014

In so einem Büro könnte ich mir schon vorstellen gerne zu arbeiten.

Hermann Rochholz

15.12.2014

Ich wette dagegen.
Ich wette weiterhin, dass niemand die Wette annimmt. Nicht einmal der Autor selbst.

Selbstverständlich sehe auch ich ein „vernünftiges“ Büro als ein Bestandteil des gegenseitigen Respektes Arbeitnehmer-Arbeitgeber.

Allerding lese zumindest ich seit 20 Jahren, dass „die Bedeutung der Teamarbeit wächst“. Für mich (auch für andere?) stellt sich die Frage, was denn in den vergangenen 20 Jahren passiert ist. Jeder Ingenieur sitzt mittlerweile in Großraumbüros. Sicher haben hier auch Leser schon chinesische Büros gesehen und erlebt. Hier muss doch laut Theorie die Kommunikation perfekt sein. (Dazu fällt mir dieser Artikel ein: http://www.sciencegarden.de/blog/2009-06-16/e-mails-und-haschisch ; :-).
Das Wort „Großraumbüro“ mit dem „ü“ und dem „o“ am Ende klingt phonetisch grausam. Menschen sind irrational, unlogisch und leicht zu manipulieren. Daher wurde das Wort durch den Anglizimus „Open Space“ „positiv belegt“. Wobei der zweite Wortbestandteil in den meisten Fällen doch als Zynismus betrachtet werden kann, denn „Space“ hat eben selten jemand.

Wichtig finde ich aber, dass „Rückzugsgebiete“ geschaffen werden (sollen – vermutlich werden solche aus Kostengründen gerne weggelassen- ich war bei Gebäudeplanungen schon zugegen).
Ein „Touchscreen“ – Für was? Berichte tippen? Wer ist die Zielgruppe dieses Büros? Architekten wie Pei gehen erst einmal hin und schauen, dass das, was sie entwerfen, „passt“.

Und ich versichere, dass ich mich NIE in ein autonom fahrendes KFZ setzen werde. Zumindest nicht, wenn es fährt. Die erste Kenntnis der Softwareentwickler ist nämlich „There’s always one more bug“. Und zumindest der kompetente Wissensarbeiter weiss das (der Leser verzeiht- ich halte mich für einen solchen). Der moderne aber sicher nicht; er ist es gewohnt, sich in sein/ihr Schicksal zu begeben. Mal ehrlich- wir sind mit Consumerprodukten umgeben (wie der Laptop, an dem ich hier tippe) und wir finden dauernd Fehler. Und es werden auf allen Computer-systemen regelmäßig Systemupdates eingespielt. Früher hiess das Patch- Also „Flicken“- müssen wir dann demnächst das Auto regelmässig zum Update ans Kabel stecken? Und wenn man es vergessen hat, hat man einen Unfall verschuldet?

Sehr interessant ist für mein Dafürhalten auch, dass Open Space genau von den Leuten „gepriesen“ wird, deren primäre Aufgabe die Kommunikation ist. Aber genau diese setzen sich nicht hinein. Irgend etwas kann definitiv a priori nicht „stimmen“. Oder?

Ezio Bernaroli

16.12.2014

Nur farbige Hocker und Bürostühle sind eindeutig nicht das Ziel für ein angenehmes Büro- bzw. gesundes und kreatives ARbeitskonzept.

Petra Schaberger

19.12.2014

Wer hat sich das denn als Innovation ausgedacht? Ein Möbelbauer/designer?
Ich würde zuerst wissen wollen, welches Konzept sich hier unter dem Stichwort ‚Menschliches Büro‘ wegduckt.
Der Halbkreis mit meterhohen Regalen – wozu? Wo sind die Fenster? Frische Luft? Die ergonomischen Schreibtische die sich verstellen lassen. Wo ist das Homeoffice? Oder es mit anderen Worten von Anderson zu sagen:
“Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling, Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören dazu.” :-D

Schmeling

19.12.2014

Ich kann Frau Schaberger nur zustimmen. Immer die Wand anschauen – da kann nur Beschränktes bei rauskommen. Da lobe ich mir mein altmodisches Büro mit Blick in die Weite auf Grün, Fluss, Berge, eine Strasse, wenn ich mal nachdenken und nicht telefonieren oder auf den Bildschirm gucken muss.

Leines

20.12.2014

Was für ein schmarrn! Wer in so einem Büro arbeiten möchte, soll sich eine ausrangierte Legebatterie für Hühner kaufen. Das ist günstiger und hipper. Die Zukunft im Office papierlos. Teure Designermöbel sind kein Mittel gegen die zunehmenden Erkrankungen am Arbeitsplatz. Im Gegenteil!

LG

20.12.2014

Mal wieder Luxus für ein paar Auserkorene.

Obwohl das erste Bild schon lustig ist. Ganz oben kommt dann die Arbeit hin, die keiner machen will…

CSn

23.12.2014

Design vs. Funktionalität.
Nein, so wird wohl kaum ein Büro gestaltet werden. Auch da vielgepriesene ‚papierlose Büro‘ ist so eine Utopie. Jeder vernünftige Mensch wird immer sein Backup in Papierformat wahren und der Cloud misstrauen. Zudem werden die Anschaffungskosten die meisten Unternehmer beim tradiertem Design halten – zumindest auf absehbare Zeit.

m.rohrbach

04.01.2015

nein danke, lieber nicht. Wenn ich ein solches Buero wie Bild 1 sehe, dann bin ich froh, bin ich zu dem Zeitpunkt pensioniert, wenn sowas populär werden sollte.
Die Mitarbeiter werden mit solchen Zukunftsaussichten kaum gesünder arbeiten als heute. Die einzigen die was davon haben sind die Designer udn Büromöbelindustrie.
Mit ein paar trendigen Farben und Formen ändert sich die Belastung nicht merklich. Was zählt, ist die Funktionalität und Abwechslung, womit die Arbeits-/Sitzhaltung beeinflusst und Wirbelsäule, Augen, etc geschont oder eben überbelastet wird.

Peter Hirtler

24.06.2015

Ich bin mir sicher, dass sich die Arbeitswelt verändern muss. Vor allem, weil es effektiver sein muss. Wenn es gleichzeitig auch noch wohnlicher ist und somit die Kultur im Unternehmen stimmt, dann ist dies nahezu perfekt. Der Geldbeutel spielt dabei weniger eine Rolle, als der Wille sein Unternehmen in diese Richtung zu entwickeln. (…)

Küster-Emmer Elke

11.01.2016

Nie und nimmer würde ich mich mit Blick zur Wand und mit Rücken zur Tür setzen!