Neue Führung

Buchtipp: Schluss mit den Phrasen!

Das Anti-Ratgeberbuch “Kein Bullshit. Was Manager heute wirklich können müssen” beschreibt, wie in Unternehmen langfristig Veränderungen gelingen können

Von Paul Ingwersen

Acht von zehn Managern sind in einer Art „Hamsterrad“ gefangen, sagt Torsten Schumacher.  Sie rennen – immer leicht verspätet – ständig von einem Termin zum nächsten. „Viele Manager haben irgendwann das Gefühl, nicht mehr zu arbeiten, sondern gearbeitet zu werden.“ Doch die gängigen Lösungsansätze, wie ein Unternehmen gut und dynamisch geführt werden sollte, seien meist hohl, urteilt der langjährige Strategie- und Managementberater. Unzählige Ratgeberautoren, so Schumacher, lullen uns „mit einfachen Botschaften und pseudowissenschaftlichen Untersuchungen ein“.

kein_bullshit_cover_innenDeshalb hat Schumacher zusammen mit Markus Baumanns, dem Geschäftsführer der Hamburger Elitehochschule Bucerius Law School, nun ein Buch geschrieben über den „Bullshit seichter Erfolgsratgeber“ und darüber, was ein Manager wirklich können muss, damit er erfolgreich und nicht überfordert ist.

Denn Führung jeden Tag zu bewältigen, so die Autoren, ist schwer. Da helfen simple „Patentrezepte“ wenig. Die Zeit großspuriger Versprechen und kurzfristiger Erfolgsrhetorik gehe zu Ende. In Zeiten wirtschaftlicher Umbrüche, gefühlt ständig wachsender Komplexität und zunehmender Verunsicherung ist ein „sicherer Anker“ gefragt. Menschen, auf die Verlass ist, und die sich nicht wie „tausend Fähnchen im Wind“ ständig wenden. Mit banalen Phrasen und modischen Heilsversprechen lasse sich keine Zukunft gestalten. Schluss mit seichten Managementratgebern, Schluss mit dem „Bullshit“.

Aber was macht denn eigentlich nun einen wirklich fähigen Manager aus? Nun, er sollte auf jeden Fall den Menschen zugewandt sein, fordern die Autoren. Er muss natürlich entscheiden können und vor allem Orientierung geben. In Unternehmen sollten die Herausforderungen angenommen werden – und in Krisenzeiten statt den „Untergang des Abendlandes“ zu beklagen, lieber Zeichen einer „gesunden Neuorientierung“ sehen. Ein guter Manager muss abwägen und Widersprüche aushalten können. „Nur so sind Entscheidungen zu fällen, die den einzig legitimen Parameter berücksichtigen, den Kunden.“

Zudem brauche man, so Baumanns und Schumacher, mehr Zeit für die Auswahl von Führungskräften als sich gemeinhin genommen wird.

Und die Führungskräfte selbst? Die sollten sich auf „das erfolgskritischste Thema in der Leitung von Organisationen konzentrieren“, appellieren die Autoren, nämlich „die sorgfältige Auswahl und tägliche Zusammenarbeit der Menschen, die den lebendigen Organismus letztlich ausmachen“. Denn selbst die Ewiggestrigen, schreiben Baumanns und Schumacher, „dürften mittlerweile ahnen, dass die als ‚weiche Faktoren’ bezeichneten Fragen des Umgangs mit Menschen die relevanten harten Fakten für unternehmerischen Erfolg darstellen.“


Buchinfo:

Markus Baumanns, Torsten Schumacher “Kein Bullshit! Was Manager heute wirklich können müssen“.

Erschienen 2014 bei Murmann Publishing, 29,99 Euro. (als E-Book: 20,99 Euro)

7 Kommentare

Jan

16.10.2014

„Nur so sind Entscheidungen zu fällen, die den einzig legitimen Parameter berücksichtigen, den Kunden.“ – klingt ewiggestrig, wenn man bedenkt, dass diese Entscheidungen oft die arbeitenden Menschen betrifft, mit denen die Führungskraft seinen Alltag verbringt.
Jan

Michael Koehn

16.10.2014

Bisher wurden diese Führungsstile eher als Ausschlusskriterin angesehen.

Ist eben nicht immer gut, wenn mn seiner zeit voraus ist ;-)

LES

16.10.2014

Aha, also ein weiterer oberschlauer Ratgeber, der endlich mit dem ganzen „Bullshit“ aufräumt. Von einer Elitehochschule, selbstverständlich.

Hat es wirklich noch mehr davon gebraucht um die kranke Managerwelt zu gesunden?

Dilbert reicht mir dazu schon voll und ganz…

Sommer Josef

16.10.2014

Find ich gut!

Marco Hass

17.10.2014

„Die Zeit großspuriger Versprechen und kurzfristiger Erfolgsrhetorik gehe zu Ende.“
„……den einzig legitimen Parameter berücksichtigen, den Kunden.“

Ich finde alles was „einzig“ enthält, kann nie die ganze Wahrheit sein.
Zeit ist für mich auch kein Indikator für eine gute Führungskräfteauswahl, sondern nur ein kleiner Teil davon….

Aber „Bullshit“ ist bestimmt ein lustiges Buch ;-)

Marco Kagel

30.10.2014

Alles gut und schön. Wenn man sich aber über 90% der Firmen anschaut funktionieren die immer noch nach den alten Muster die hier zurecht kritisiert werden, zumindest in der NW-Schweiz.
Ich arbeite seit Jahren in so einer Firma die sieht die von Antimanagern dominiert werden, so komsumiere ich die hohlen Floskeln täglich.
Es bleibt zu hoffen, dass sich das in den nächsten Jahren endlich flächendeckend ändert.

Gert Stickl

03.11.2014

Was nützen einem die ganzen tollen Ratschläge, Tipps und Floskeln, wenn keiner den Sinn dahinter kapiert ?
Ein Ratgeber muss doch so sein, daß dieser dem Ratsuchenden nicht seine Meinung, Weisheit und Wirklichkeit aufdrängt, sondem diesem einen Weg zeigt, wie er (der Ratsuchende) in seiner Situation, Umgebung und Wirklichkeit zu Lösungen gelangt die seinen Zielen und Vorstellungen am nächsten kommen.