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XING-Klartext: Holt die Gadgets in die Schule!

Der digitale Alltag wird in unseren Schulen ausgesperrt. Das muss ein Ende haben. Digitalisierung ist weit mehr als die Fortsetzung der Bildung mit anderen Mitteln.  Ralf Appelt und Christina Schwalbe von der Universität Hamburg fordern im XING Klartext einen Tabubruch in der deutschen Bildungspolitik.

Von Christina Schwalbe und Ralf Appelt

Der Schulgong läutet. Die Schüler gehen in ihre Klasse und setzen sich auf ihre Plätze. Die Lehrerin beginnt den Unterricht. Schemenhaft lässt sich an der Wand ein Wolf erkennen. Es ist eine beschriftete Schwarz-Weiß-Kopie des Tieres, die auf eine Overheadfolie übertragen wurde. So oder ähnlich mag für viele von uns Biologieunterricht ausgesehen haben. Und wie sieht es heutzutage in Schulen aus? Der Overheadprojektor ist vielerorts durch den Beamer oder eine digitale Tafel ersetzt worden, Bilder sind nun eher farbig als schwarz-weiß und können an der digitalen Tafel direkt weiterbearbeitet oder beschriftet werden, Videos können einfacher abgespielt werden und häufig ist zumindest der Präsentationsrechner im Klassenzimmer mit dem Internet verbunden. Kurz gesagt: Die digitale Technik hat Einzug gehalten in die Klassenräume des 21. Jahrhunderts. Und das ist gut so!

Oder… – ist das gut so?

Denn wenn man einmal genau hinschaut merkt man: Es ist tatsächlich vor allem die digitale Technik, die in der Schule angekommen ist. Der digitale Alltag scheint auch weiterhin für und in Schulen kaum ein Thema zu sein. Der digitale Alltag, dass sind die digital geprägten Formen der Kommunikation, der Zusammenarbeit, ja insgesamt des Zusammenlebens, die uns in unserer Gesellschaft allgegenwärtig begegnen – sei es bei der Arbeit, bei der Kommunikation Jugendlicher in ihrer Freizeit, in der politischen Kommunikation, im Journalismus, im privaten Alltag… – nur eben eher selten in der Schule.

Die Idee, die heranwachsenden Kinder seien “Digital Natives”, also Eingeborene einer digitalen Welt und daher besonders kompetent im Umgang mit digitalen Medien, stellt sich bei genauerer Betrachtung als Illusion heraus. So lässt sich schnell feststellen, dass der Umgang mit Smartphones, Tablets und Co. zwar meist recht routiniert und ungehemmt erfolgt, von einem kritisch-reflexiven und produktiven Umgang mit diesen Möglichkeiten kann jedoch eher weniger gesprochen werden. Es scheint sich in vielen Fällen eher um “Digital Naives” zu handeln.

Eine kritisch-reflexive Medienkompetenz wird jedoch zunehmend zur Grundvoraussetzung für eine aktive Teilhabe an der Gesellschaft. Dies setzt ein Verständnis von Medienkompetenz voraus, das eben nicht nur technische Aspekte berücksichtigt, sondern auch – unter dem Schlagwort »Social Media« etwa – die sozialen Aspekte digitaler Medien einbezieht. Die Begleitung und Förderung einer kritisch-reflexiven Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, Chancen und Risiken digitaler Medien ist eine der wichtigsten gesellschaftlichen Aufgaben, um Jugendliche auf das Leben und Arbeiten in einer von digitalen Medien durchdrungenen Gesellschaft vorzubereiten. Und es ist eine Aufgabe, die uns alle angeht: Eltern, Schulen, außerschulischen Bildungseinrichtungen, Ausbildungsbetriebe etc..

Insbesondere in der Schule ist es daher wichtig, alltägliche digitale Medien sowie aktuelle Kommunikations- und Arbeitsformen als Selbstverständlichkeit in den Schulalltag zu integrieren. Neben technischen Fragen und Fragen der Handhabung von Hard- und Software müssen Schüler und Lehrer sich gemeinsam mit Fragen der Nutzung und der Wirkungen digitaler Medien beschäftigen, zum Beispiel:

  • Vor welche Herausforderungen stellen mich die aktuellen Medien im Alltag?
  • Welche Rolle können digitale Medien für meine Lernprozesse spielen?
  • Wie kann ich mein Smartphone auch in der Schule sinnvoll einsetzen?
  • Welche Möglichkeiten entstehen beim Einsatz bestimmter Dienste?
  • Wie kann ich Medien selbst erstellen oder abwandeln und wie kann ich ggf. von ihnen beeinflusst werden?
  • Welche Gefahren drohen und wie kann ich ihnen begegnen?
  • Wie gehe ich damit um, dass ich prinzipiell permanent erreichbar bin – und dies auch von mir erwartet wird?
  • Was kann es bedeuten, wenn das Private zunehmend öffentlich wird?
  • Wie verändern sich gesellschaftliche und politische Aushandlungs- und Beteiligungsprozesse?
  • Welche Rolle spielen digitale Medien für die persönliche und die öffentliche Meinungsbildung – zusätzlich zur Berichterstattung der Massenmedien?

Woher sollen nun aber die Lehrer selber medienkompetent genug sein, um den Eingeborenen in diese digitale Welt die nötigen Kompetenzen zu vermitteln; um das Handeln der Heranwachsenden in der digitalen Welt sinnvoll begleiten zu können und Jugendlichen zu helfen, sich von “Digital Naives” zu medienkompetenten und reflektierten Jugendlichen zu entwickeln? Woher sollen sie wissen, wie man mit dem permanenten Ablenkungspotenzial umgehen soll – vor allem, wenn Handys, MP3-Player und ähnliches von der Schule ausgeschlossen werden?

Wie und wann erwerben Lehrkräfte, die seit Jahren unterrichten, die benötigten Fähigkeiten, um gemeinsam mit ihren Lernenden einen angemessenen Umgang mit der Informationsflut des Internets zu entwickeln? Um im ständigen Überangebot richtige Quellen zu finden, wenn im Unterrichtsalltag das Internet gar nicht oder meist nur eingeschränkt zur Verfügung steht? Wie sollen Lehrkräfte verstehen, was informationelle Selbstbestimmung bedeutet, wenn sie selber das Internet kaum als Lebens- und Arbeitsraum nutzen (dürfen)? Und ganz grundlegend gedacht: Woher sollen sie wissen, welche Kompetenzen überhaupt für eine von digitalen Medien geprägten Welt nötig sind und künftig sein werden?

Um die Herausforderungen der digitalen Welt zu verstehen, muss man sich selbst reflexiv mit den technischen und sozialen Gegebenheiten und Veränderungen auseinandersetzen, sich aktiv mit den Möglichkeiten digitaler Medien beschäftigen, mit ihnen leben und arbeiten. Und nicht zuletzt: man muss bereit sein, jederzeit Neues auszuprobieren.
Eine Voraussetzung, die sich mit Funktion und Tradition des Schulwesens mitunter schwer vereinbaren lässt. Wenn man als Lehrer oder Lehrerin im schulischen Alltag nur begrenzt Zugang zu den Möglichkeiten digitaler Medien hat. Wenn mobile Geräte wie Smartphones und Tablets nicht zugelassen sind. Wenn der Internetzugang verboten oder auf Computerräume beschränkt ist. Wenn Lehrkräfte an deutschen Schulen häufig noch nicht einmal einen Computer als Arbeitsgerät zur Verfügung gestellt bekommen. Wenn in den chronisch vollen Lehr- und Stundenplänen kaum Zeit für eine angemessene Auseinandersetzung mit neuen Medien bleibt.

Klartext_1209_Schule_Aufmacher_finalDer Ausschluss digitaler Medien erfolgt in dieser kategorischen Form übrigens nur in der Schule. Als Begründung dienen die vermeintlichen Gefahren, die diese Medien mit sich bringen. Gefahren für den geregelten (Schul-)Alltag. Weil sich Unruhe und neue Möglichkeiten des Schummelns auftun könnten, so lauten häufig genannte Argumente. Dass womöglich die Organisation des zentralisierten Unterrichts oder Aufgabenstellungen, die sich durch eine schlichte Suchmaschinen-Anfrage beantworten lassen, ein Problem darstellen, gerät nur selten in den Blick. Und so wird billigend in Kauf genommen, dass Schülerinnen und Schüler entscheidende Dinge nicht lernen. Dinge, die sie jedoch für ihr späteres Arbeitsleben und für eine aktive und gestaltende gesellschaftliche Teilhabe dringend brauchen werden.

Erfreulicherweise gibt es aber auch Schulen, die sich trauen diesen Tabubruch zu begehen und digitale Medien nicht nur erlauben, sondern sie mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und Herausforderungen gezielt in die Schule holen. Und dabei geht es nicht um den Beamer oder die digitale Tafel, bei deren Einsatz das Denken häufig doch in der Logik des Overheadprojektors oder des Tafelbildes aus Kreide stecken bleibt. Inzwischen gibt es einige Klassen und Schulen die z.B. Smartphone- oder Tabletprojekte initiieren und die Geräte vollverantwortlich und ohne technische Begrenzungen in den Händen der Schüler belassen. Schulen, in denen Lehrer und Schüler sich gemeinsam daran machen, die Herausforderungen digitaler Medien zu entdecken und zu analysieren und entsprechende Handlungsstrategien zu entwickeln.

Doch auch hier gibt es eine zentrale Grundvoraussetzung, die zum Gelingen derartiger Pilotprojekte beitragen kann: Es bedarf geeigneter Fortbildungen und insbesondere der nötigen Zeit für die Lehrkräfte, sich in dieses Feld einzuarbeiten und die erlangten Erkenntnisse auf dem aktuellen Stand zu halten. Schulen müssen den Lehrenden Freiräume zur Exploration digitaler Welten und zur gemeinsamen Reflexion einräumen, damit diese zu kompetenten und erfahrenen Lernbegleitern im Bereich digitaler Medien werden können. Diese zeitlichen und finanziellen Ressourcen sollten dringend zur Verfügung gestellt werden.

Langfristig gesehen kann jedoch auch diese Herangehensweise, d.h. die Integration alltäglicher Geräte und Praktiken sowie die kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen, Potentialen und Gefahren digitaler Medien nur das Minimalziel sein. Generell müssen auch in der Schulentwicklung und in der Politik genau die gleichen Fragen gestellt werden: Was sind denn eigentlich die Herausforderungen unserer von digitalen Medien durchdrungenen Welt? Was heißt es z.B. für Prüfungsformen, wenn die jetzigen Aufgabenstellungen mit Hilfe des Internets gelöst werden können, ohne ein Verständnis der Inhalte entwickeln zu müssen? Welche Bildungsziele und Lehrpläne benötigen wir für die digitale Gesellschaft?

Kurz gesagt: Wenn digitale Medien in die Schule kommen, geht es nicht nur um alten Wein in neuen digitalen Schläuchen, nicht nur um die Fortführung gewohnter Lehre mit neuen Mitteln, mit neuer Technik. Die Leitfrage muss viel eher – eigentlich ganz simpel – lauten: Was sind notwendige Bildungsziele für eine digitale Welt? Und wie können diese sinnvoll erreicht werden?


Über die Autoren:

Klartext_1209_Schwalbe_Portrait_finalChristina Schwalbe, Dipl. Ing., M.A. ist Leiterin des eLearning Büros der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Ihre Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind Lernen und Lehren in digital-vernetzten Strukturen, pädagogische Medientheorie, Medienkulturgeschichte, Medienbildung & ePortfolio.

Christina Schwalbe auf XING

Klartext_1209_Appelt_Portrait_final Ralf Appelt, Dipl. Päd., M.A. ist Leiter des MultiMedia-Studios am Medienzentrum der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind die Unterstützung von Bildungsprozessen mit social Software, mobile learning und Visualisierung.

Ralf Appelt auf XING


Und hier sind noch alle Beiträge unserer Klartext-Themenwoche auf einen Blick. Vielen Dank für Ihr Interesse und die regen Diskussionen.

Donnerstag 4. September 2014

„Auf dem Weg in neue Dimensionen – dmexco 2014“

Von Christian Muche und Frank Schneider (Macher der Digitalmesse dmexco)

Freitag 5. September 2014

„Leben in der digitalen Welt  – ein Ausblick“

Von Tahssin Asfour (Startup-Experte und Berater)

Montag 8. September 2014

„Schafft die E-Mail ab!“

Von Stefan Pieper (Unternehmenssprecher Atos)

Dienstag 9. September

„Black- statt „Crackberry“ – die smarter Feierabend bei VW“

Von Heinz-Joachim Thust (Betriebsrat Volkswagen)

Mittwoch 10. September

„Raus aus der Dringlichkeitsfalle – fünf wertvolle Tipps zum digitalen Überleben!“

Von Prof. Lothar Seiwert (Bestsellerautor und Coach)

Donnerstag 11. September

„Disruption – nächster Halt Finanzindustrie“

Von Philipp Westermeyer (Serial Entrepreneur und Online Marketing Rockstar)

Freitag 12. September

„Holt die Gadgets in die Schule!“

Von Ralf Appelt und Christina Schwalbe (Universität Hamburg)

18 Kommentare

6foot6

12.09.2014

Ah ja - und wer finanziert die Gadgets? Wie erklärt man dem sozial schwächer gestellten Kind oder Jugendlichen, dass es ohne oder mit einem veralteteten, gebrauchten oder mit einem einfachen und preiswerten Smartphone auskommen muss, während andere mit einem iPhone oder mit einem Android-Phone der neuesten Generation "auftrumpfen"? Wie soll vermieden werden, dass durch die Gadgets soziale Klüfte noch tiefer werden?

Peter Markom

12.09.2014

Eine Integration digitaler Medien in den Schulalltag hätte zur Folge, dass auch diejenigen, die sich dem "digitalen Wahnsinn" verschließen - ja, die gibt es, und gar nicht so wenige - zu Smartphones, Whatsapp und Dauererreichbarkeit gezwungen wären. Eine selbstgewählte Abstinenz ist legitim, durchaus nicht undifferenziert und den menschlichen Bedürfnissen nach echtem und unmittelbarem Erleben angemessen. Wer sich dem Druck zu always on widersetzt, sollte nicht (auch nicht implizit) automatisch als fundamentalistischer Technikverweigerer hingestellt werden. Und schn gar nicht auf dem Umweg über die Schule doch dorthin gezwungen werden. Ein entsprechender Erlass einer deutschen Schulbehörde, dass Facebook nicht für die Abwicklung schulischer Organisation zu verwenden ist, geht in die richtige Richtung.

Hans Franzl

12.09.2014

Schöne und richtige Überlegungen, dazu fehlt es aber meiner Meinung nach an Menschen die diese Inhalte vermitteln. Wer verfügt, denn bitte in der Schule über entsprechende Sachkompetenz zum Thema "Digitale Gesellschaft"? Da wissen die Schüler doch mehr als die Lehrer. Also geht es um Lehrerbildung im ersten Schritt. Das bedeutet aber auch eine Reform des universitären Ausbildungssystems für Lehrer. Damit sich dieses System ändert muß aber die Politik entsprechende Rahmenbedingungen schaffen und dann sind wir bei Politikern, denen es egal ist was Google, Amazon, Ebay, Apple, Microsoft, NSA und BND machen. Die selbst ernannte politische und wirtschaftliche Führungselite ist doch zu dumm zu erkennnen wo es lang geht.

Ralf

12.09.2014

Hallo zusammen, Im Prinzip wäre die Idee nicht schlecht, dass die Kinder aus der Schule heraus lernen würden mit den digitalen Medien Kompetenz aufzubauen. Leider sieht die Realität an unseren Schule eher so aus, dass man nicht mal genug Lehrern für die "Pflichtfächer" geschweige denn, dass irgendeinen der vorhandenen Lehrer Zeit dafür hätte sich mit den Schülern damit zu beschäftigen, wenn sie, wie Sie es selbst schreiben, überhaupt die Kompetenzen selber noch aufbauen müssten. Das heißt, solange der Staat nicht viel mehr in der Bildung investiert um sicherzustellen, dass keine Unterrichtsstunde mehr ausfällt, und dass die Lehrer auch genug Zeit haben sich entsprechend auszubilden, wird es weiterhin Zukunftsmusik sein bzw. bleibt als Einzelfall wo viel Wille und Engagement vorhanden ist. Meine 2 Cents wert... Schöne Grüße, Ralf

Sebastian

12.09.2014

Hallo Zusammen, ein Artikel, der mir aus der Seele spricht. Ich bin der Meinung, dass die Herausforderungen und der hohe Anteil digitaler und (meist) sozialer Medien und Technologien im täglichen Leben natürlich einerseits in den "klassischen" Unterrichtsfächern reflektiert werden sollte (dafür sind dann eher "strukturelle" Fragen zu klären wie z.B. die o.ä. Sicherung des inhaltlichen Verständnisses trotz einfach möglicher Google-Suche etc.); andererseits sollte die Schulausbildung auch einen ganz konkreten Beitrag zur Medienbildung und -Kompetenz der Heranwachsenden leisten z.B. in Form eines eigenen Schulfaches (ähnlich Fächern wie Heimatkunde, Ethik etc.). Aus meiner Sicht ist die Änderungs- und Innovationsfrequenz unserer digitalen Welt derartig hoch, dass man speziell ausgebildete Pädagogen benötigt, um mit selbiger Schritt halten zu können. Der Verantwortung zur Erziehung medienkompetenter Kinder können m.E. selbst sehr internet- bzw. medienaffine Eltern doch schon lange nicht mehr umfassend nachkommen. Im Rahmen der Etablierung eines solchen Fachs und damit verbundener Lehrerausbildung ("Medienpädagik") stellen sich dann natürlich ganz klar die o.a. übergreifenden Fragen wie nach den notwendigen Bildungszielen in einer digitalen Welt, deren Beantwortung jedoch vor dem Hintergrund allgemein geltender, ethischer und sozialer "Standards" (Was ist gut? Was ist böse? etc.) vermutlich weniger komplex ist, als es zunächst den Anschein hat. Viele Grüße und viel Erfolg bei der Entwicklung und hoffentlich auch baldigen praktischen Einführung dieses spannenden Themas. Sebastian

Andreas Fiorino

12.09.2014

An und für sich ist der Einsatz von digitalen Medien in der beschriebenen Weise gut. Wenn sich dann auch noch vermeiden lässt, dass Unternehmen mit Werbung um die Schüler buhlen, dann ist das in Ordnung. Falls nicht, muss man das vorher regeln. Es kann nicht sein, dass Werbung über Handy´s u.a. Medien den Weg in die Schule finden. Besser ist es, wenn die Kid´s lernen, ihre Meinung z.B. auch über Social Media zu äußern und zu vertreten, um dann mit anderen ihre Interessen vertreten zu können. Aber vielleicht ist ja das auch ein Faktor, der die Schulen davor zurückschrecken lässt: ein "Sprachrohr" der Schüler, die organisiert auftreten könnten - in der Schule, in der Politik, in der Welt. Ja, es ist Zeit hierfür!

Susann

12.09.2014

Auch die technische Ausstattung der Schule muss auf dem aktuellsten Stand sein. Und gerade an diesen Mitteln hapert es vielerorts. Nicht alle Eltern haben die Möglichkeit, ihren Kindern ein Smartphone oder ein Tablet zu kaufen. Hier müsste man sich dann auf ein Modell einigen, damit alle Kinder die gleichen Voraussetzungen haben. Vor allem auch in Hinblick dessen, dass die Geräte in einigen Teilen unterschiedlich funktionieren.

trosito

12.09.2014

Ja, die Schule muss es richten, ist klar... Zu meiner Schulzeit war das Mofa DAS Ding des täglichen Alltages, das man haben musste, um sozial integriert zu sein. Und die Schule hat weder Fahrkurse, kostenlose Führerscheine oder gar einen kostenlosen Mofapool für Schüler gestellt... Man stelle sich vor: Ich musste mich um all das ganz PRIVAT kümmern... :-(

Harald Täuschel

12.09.2014

Ich finde, es gibt Dringlicheres: 8% Hauptschulabgänger ohne Abschluß, Migrantenkinder der 3. und 4. Generation ohne ausreichende Deutschkenntnisse, Schulabgänger die nicht ausbildungsfähig sind, usw. Da hilft keine digitale Kompetenz! Und um zu erklären, dass eine Karriere als Model nicht das Nonplusultra ist, braucht man kein Notebook.

Uwe Simons

12.09.2014

Sehr geehrte Herrschaften! Leider muss ich Ihnen in der Aussage: "Die digitale Technik hat Einzug gehalten in die Klassenräume des 21. Jahrhunderts" widersprechen. Ich bin selber in der Branche tätig... Lt. Statistiken sind nur knapp 20% der Klassenräume in Deutschland mit Interaktivität o.ä. ausgestattet.... (http://www.futuresource-consulting.com) Kann man da schon von Einzug gehalten in Deutschland sprechen? Mit freundlichen Grüßen Uwe Simons

Florian

12.09.2014

Danke für den sehr zutreffenden Beitrag. Was in der Schule ansteht ist nicht weniger als ein Kulturwechsel. Nichts ist in einem derart tradierten und regulierten System wie der Schule schwieriger. Eine Generationenaufgabe...

Beat Rüedi

13.09.2014

Bildet die AusbildnerInnen an den PH's aus!

Henry Stint

13.09.2014

Ein Gefühl welches mich schon nach wenigen Zeilen beschleicht zwingt mich zu folgender Frage: haben die Autoren selbst Kinder? Ich glaube die Antwort bereits zu kennen...

Holger Braack

13.09.2014

Interessanterweise wird mal wieder nicht auf das Alter der Kinder eingegangen. Es ist sicher nicht sinnvoll, Kinder in der Grundschule oder auch in den ersten Klassen der weiterführenden Schulen an Computern zu unterrichten. Kinder lernen nachgewiesener Maßen mit Computern nicht besser oder schneller. Im Gegenteil: Ich kenne eine Menge Studien, die einen Zusammenhang zwischen schlechten Schulnoten und Computernutzung bei Jugendlichen nahelegen, aber keine seriöse Studie, die das Gegenteil zeigt. Sicherlich ist es irgendwann mit 14 oder 15 hilfreich, Medienkompetenz zu vermitteln, aber wer bis dahin ausreichend Lebenskompetenz erworben hat, dem fällt es auch dann nicht schwer, mit die Anforderungen des digitalen Lebens umzugehen. Umgekehrt ist das oft schwieriger. Das habe ich in meiner Arbeit vielfach sehen können. Holger Braack, Filmemacher

Jörg Liesemer

14.09.2014

Ich finde es sehr sehr schlimm, wenn Sie das wirklich ernst menen. Kinder leben heute zu sehr in einer digitalen Welt. Ich plädiere für genau Dax Gegenteil, damit die Kinder wieder mit echtem Blick auf das wesentliche eingestimmt werden, ohne digitale Medien. Man muss nicht seinen Namen tanzen können um wieder zu wichtigen Lehren zu kommen, aber ich denke das werden Sie nicht verstehen. Digitales raus aus der Schule, die Kinder sollen wieder auf natürlicher Basis lernen, das macht sie auch nicht zu Eingeborenen, oder jaaa Fremdwörter bzw. Anglozismen bestimmen ja Ihre Welt, also nennen Sie ja Natives solche Schüler. Schade daß Sie für einen Fortschritt plädieren, der am Ende nur eine Vereinsamung und Verdummung führt.

CoBu

16.09.2014

Ich finde den Beitrag wenig hilfreich, denn hier wird nur das getan, was in den letzten 15 Jahren immer getan wird und ich immer wieder beobachte. Es wird aufgelistet, was nicht funktioniert. Das ist einerseits korrekt, doch nur die halbe Wahrheit und von solchen Autoren sollte man erwarten, dass Lösungsideen angeboten werden. Wo ist denn der Beitrag der Autoren, die als Uni-Mitarbeiter die Chance hätten, Angebote zu machen, um den Lehrern zu vermitteln, wie sie neue Technologien im Unterricht einsetzen und nutzen können. Wo ist ihr Beitrag um den Lehrern didaktische und methodische Instrumente an die Hand zu geben, um den Schülern einen reflektierten Umgang mit den zur Verfügung stehenden Technologien zu vermitteln? Es wird an den Unis viel zu wenig bis kaum unterrichtsorientiert geforscht, sodass die Unterrichtspraxis davon aktuell kaum bis gar nicht profitiert. Der Hase liegt also viel weiter vorn im Pfeffer, sodass sich die Autoren eigentlich selbst fragen müssten wo ihr praxis- und alltagstauglicher Beitrag für die Lehrer besteht. Schade. Chance vertan aus meiner Sicht und nicht hilfreich für Lehrer.

Melanie Richter

16.09.2014

Eine weitere Herausforderung sehe ich in der Administration und Wartung der angeschafften Geräte. Dafür müssen funktionale Systeme her und in die Infrastruktur, wie Netzwerke, Wlan-Ausleuchtung im Schulgebäude und ein intelligentes Nutzermanagement her. Es gibt zwar viele Angebote in diesem Bereich, aber die Schulen verfügen oft nicht über ausreichende Autonomie, um jemanden für diese Tätigkeiten anzustellen. Also macht das eine ambitionierte Lehrkraft, die das jedoch neben ihrer normalen Unterrichtsverpflichtung erledigen soll. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich administriere ein Netzwerk von ca. 125 Laptops und PCs und habe "nebenbei" eine volle Stelle als Lehrerin in einer Ganztagsschule. Da bleibt immer etwas auf der Strecke und das wiederum verschreckt nicht so ambitionierte Kollegen, weil irgendwas immer nicht nach Plan funktioniert oder andere Kollegen Einstellungen verändert haben. Das beste Equipment nutzt wenig, wenn es nicht angemessen betreut wird.

Manuel

18.09.2014

Ich sehe hier insbesondere auch die Technologieanbieter in der Pflicht, sich für den Nachwuchs der Digital Natives zu engagieren. Hier gibt es zwar vereinzelte Projekte, leider jedoch viel zu wenige. Sie könnten die finanziellen Lücken füllen, und den heute bereits selbstverständlichen Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien auch im Sinne der eigenen Nachwuchsentwicklung nachhaltig positiv unterstützen. Das geht aber nicht, ohne dass auch entsprechende Qualifikationen auf der Lehrkörperseite vorangetrieben und die Lehrpläne entsprechend angepasst werden, denn meistens sind die Schüler ihren Lehrern heute auf diesem Gebiet zumindest in der täglichen Anwendung meilenweit voraus. Als Vertreter einer Organisation zur Aus- & Weiterbildung in der IT-Security kann ich auch des Praxis sagen, dass wir auf diesem Gebiet stark hinterherhinken, was letztlich auch der mangelnden Grundausbildung im Umgang mit der digitalen Welt zu verschulden ist. Auf der anderen Seite sind die Karrieremöglichkeiten für IT-Security-Experten heutzutage besser denn je, also auch für die berufliche Entwicklung würde die Verstärkung entsprechender Initiativen in den Schulen einen riesengrossen Fortschritt bedeuten! In den USA sind Hersteller wie Apple zumindest Hardwareseitig viel mehr in den Schulen vertreten. Themen wie Security Awareness, also der bewusste Umgang mit digitalen Kommunikationsmedien und die Erkennung und Vermeidung von Risiken in diesem Bereich werden in Unternehmen wichtiger denn je! Die müssen aber einen hohen Preis für die quasi nicht vorhandene Erziehung und damit frühzeitige Sensibilisierung der Heranwachsenden zahlen, indem Sie aufwändige Awarenessprogramme entwicklen und aufsetzen. Denn die Nutzung von Computern und Smartphones ist ja heute selbstverständlicher denn je, aber die wenigsten machen sich von selbst Gedanken über deren sichere Anwendung sowie die Preisgabe von persönlichen Daten im Internet. Ein hochspannendes Thema mit noch ganz viel Entwicklungspotential für die Zukunft!

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