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Arbeit & Sinn

"startsocial": Profi-Hilfe für die Engel

Der Verein „startsocial e.V.“ berät und fördert soziale Projekte ehrenamtlicher Helfer.

Es ist eine „Armee der guten Taten“, die sich jeden Morgen zwischen Flensburg und München aufmacht, um anderen Menschen zu helfen. Freiwillig, unentgeldlich, sehr oft zusätzlich zu ihrem eigenen Job. Sie kümmern sich um Obdachlose oder vernachlässigte Kinder, organisieren Hilfe für Behinderte, betreuen Schwerkranke und ihre Angehörigen. Ohne ehrenamtliche Helfer, da sind sich alle Experten einig, würde vieles viel schlechter aussehen in Deutschland.

Doch die sozialen Projekte, ob als Einzel- oder Gruppenidee entstanden, stoßen bei der Umsetzung häufig auf ganz praktische Probleme. Wie organisiert man sich richtig? Wie komme ich an Spenden und andere Hilfsgelder? Wie vernetze ich mich mit anderen Projekten? Gerade in der Startphase, aber auch darüber hinaus, sind soziale Initiativen durchaus vergleichbar mit Startup-Unternehmen wie in der „klassischen“ Wirtschaft. Einfach ausgedrückt: Auch „Engel“ brauchen Starthilfe, bevor sie richtig abheben können (s. Werbeplakat links).

startsocial_Poster_Aufmacher_1Der Gedanken, dass auch ehrenamtliche Projekte wie ein normale Firma aufgebaut und geführt werden müssen, war die Grundidee, die vor rund zwölf Jahren zur Gründung von „startsocial“ unter Federführung der Unternehmensberatung McKinsey sowie weiteren Vertretern aus der Wirtschaft führte. Der Verein fördert soziale Initiativen, die sich für ein Beratungsstipendium bewerben können. Alljährlich werden bundesweit 100 Beratungsaufträge vergeben, aus deren Kreis in einem Wettbewerb schließlich auch noch die besten Ideen mit Geldpreisen prämiert werden.

Seit Beginn von „startsocial“ wurden so über 1000 Projekte von ebenfalls ehrenamtlich arbeitenden Coaches und Juroren beraten und beurteilt, meist sehr erfahrene Manager aus Unternehmen und sozialen Institutionen, die mit ihrem „Wissenstransfer“ dafür sorgen, dass die Gründungen der Initiativen auf stabilen Beinen stehen. Einer dieser Coaches ist Heidi Stopper, bis vor kurzem Personalvorstand der ProSiebenSat1-Gruppe und nun als Business-Coach tätig, die über ihre Erfahrungen im Interview mit XING spielraum berichtet.


Frau Stopper, was hat Sie zu Ihrem Engagement bei „startsocial“ bewogen?

Stopper: „Startsocial“ ist eine großartige Initiative, die großartige Projekte fördert und weiterbringt. Als Coach ganz nah die Realisierung eines sozialen Projektes mitbegleiten zu können, ist sehr beglückend und lehrreich.

Coaches, auch für Startups, gibt es viele. Was macht „startsocial“ anders?

"Startsocial"-Coach Heidi Stopper: "Herzliche und bereichernde Begegnungen" (Fotocredit: ProSiebenSat.1)

„Startsocial“-Coach Heidi Stopper: „Herzliche und bereichernde Begegnungen“ (Fotocredit: ProSiebenSat.1)

Stopper: Die Kombination ist toll und einzigartig. Als Businesscoach coache ich meist Unternehmen und Start-ups, die nicht im Non-Profit-Bereich arbeiten. Die Coachees und die Coaches sind daher mit sehr unterschiedlichem Erfahrungshintergrund zusammengestellt und dies ist für das ergebnis und die Art der Zusammenarbeit sehr hilfreich – für beide Seiten. Ich habe ebenso viel gelernt wie die Projektteilnehmer und habe große Motivationsschübe erfahren durch die Arbeit bei „startsocial“.

Gibt es ein besonders schönes oder auch trauriges Erlebnis, das Sie als Coach gehabt haben?

Stopper: Mir ist jeder Mitarbeiter des Projektes sehr ans Herz gewachsen und ich habe großen Respekt vor ihrer Ausdauer und der Unermüdlichkeit gewonnen. Ich hatte nur positive Erfahrungen und sehr herzliche und bereichernde Begegnungen. Ich kann gerade Topmanagern empfehlen, als Coach in diese tolle Welt einzutauchen und einen etwas anderen Blick und große Motivation zu gewinnen.

Auch soziale Projekte unterliegen wirtschaftlichen Grundbedingungen. Fällt ihren Schützlingen die Trennung zwischen gesellschaftlichen Engagement und geschäftlichen Realitätssinn schwer?

Stopper: In unserem Projekt waren es sehr erfahrene Personen, die verantwortliche Positionen in den Einrichtungen wahrnehmen. Das Bewusstsein für wirtschaftliche Rahmenbedingungen war durchaus vorhanden. Meiner Erfahrung nach lag der Mehrwert von den Coaches vor allem im konstruktiv-kritischen Blick von außen, Projektmanagementerfahrung und vor allem auch Marketing und Funding Expertise.


Mehr Infos zu „startsocial“ finden Sie hier.

Heidi Stopper auf XING

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