Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

Besser leben. Anders arbeiten.
Das New Work Themen-Portal.

XING-Klartext: „Schafft die E-Mail ab!“

200.000.000.000 E-Mails werden bald täglich verschickt. Ein Erfolg? „Ein Auslaufmodell!“ In unserer Reihe „XING Klartext“ schickt Stefan Pieper, Unternehmenssprecher von Atos, die E-Mail ins Museum und zeigt die positiven Effekte der Digitalisierung auf.

Von Stefan Pieper

Mittlerweile hat es sich ja rumgesprochen: Informationen sind das Öl des 21. Jahrhunderts. Von der Auswertung riesiger strukturierter und unstrukturierter Datenmengen und der Vernetzung von Maschinen und Geräten erwarten wir Großes: Produktiver sollen wir werden und effizienter. Neue Märkte und neue Produkte sollen entstehen, die noch besser auf unsere Kunden zugeschnitten sind.

Soweit die Theorie, hier ist die Praxis: Einer IDC-Prognose folgend wird sich die weltweite Datenspeicherkapazität bis 2017 verdreifachen auf den Wert von 7235 Exabyte (=269 Milliarden Blue-Ray Disks). Im gleichen Zeitraum wird die Anzahl der täglich gesendeten E-Mails auf rund 206 Milliarden steigen. Wenn wir beim Vergleich mit dem Öl bleiben wollen, müssten wir sagen: Wir haben riesige Quellen angebohrt, das Öl schießt aus der Erde – und wir können damit noch nicht umgehen!

Thierry Breton, CEO von Atos, hat im Jahr 2011 gesagt, dass unser Umgang mit Informationen vielmehr an die Zeit der extremen Umweltverschmutzung in der Zeit der industriellen Revolution erinnert – bei unserer täglichen Wissensproduktion fallen eine Unmenge an überflüssigen und redundanten Daten an, deren Bearbeitung Zeit, Ressourcen und Nerven kostet.

Um mit der permanent steigenden Menge an Daten – besonders am Arbeitsplatz – umgehen zu können, müssen wir unsere digitale Kommunikation neu strukturieren. Wir müssen in angemessener Zeit die wichtigen aus den unwichtigen Daten filtern, wir müssen Expertise identifizieren und nutzen; nur so werden wir positive Effekte aus der Digitalisierung ziehen.

Ein großes Hindernis auf diesem Weg ist ein vertrautes Instrument: die E-Mail. Nach einer Atos-internen Untersuchung verbringen Manager fünf bis 20 Stunden pro Woche mit dem Lesen und Schreiben von E-Mails. Mitarbeiter erhielten im Durchschnitt 200 E-Mails pro Tag, 18 Prozent davon waren Spam. Besonders das mittlere Management verbraucht im Schnitt 25 Prozent der Arbeitszeit mit dem Suchen von Informationen. Die E-Mail ist also ein Zeitfresser.

Aus diesen Erkenntnissen leitete Atos sein „zero email“ Projekt ab. Das Ziel war, innerhalb von drei Jahren weitestgehend auf den internen Einsatz von E-Mails zu verzichten und die notwendige Kommunikation innerhalb des Unternehmens mit Hilfe einer Reihe von alternativen, kollaborativen Instrumenten abzubilden.

Bei diesen Instrumenten handelt es unter anderem um Plattformen für Dokumentenablage und -bearbeitung, Instant Messaging und IP-Telefonie. Die genutzten Anwendungen sind alle nicht neu, sondern teilweise bereits seit Jahren auf dem Markt. Relativ neu ist dagegen der Einsatz des Enterprise Social Networks bluekiwi. Atos hat das Unternehmen bluekiwi im Jahr 2012 gekauft, unter anderem um das Netzwerk auf die besonderen Bedingungen des zero email Projektes zuschneiden zu können.

Begleitet wurde und wird die Einführung der neuen Instrumente von einem Change Management Programm und besonderer Aufmerksamkeit des Atos Managements. Der Top-Down Prozess ist eines der wichtigsten Elemente des Projektes, wissend dass die Einführung neuer „sozialer“ Instrumente in Unternehmen normalerweise scheitert, da die Mitarbeiter häufig mit den neuen Anwendungen alleine gelassen werden.

Atos hat von Beginn des Projektes an die Mitarbeiter für sinnvolle und effiziente Kommunikation sensibilisiert. Der erste Schritt waren Tipps für einen maßvollen Umgang mit dem Instrument-. Beispiele: „Kein Blindkopie nutzen“, „Vorsicht im Umgang mit dem CC-Feld“ und „Überlegen Sie, ob ein Anruf nicht sinnvoller ist“. Die „zero email Botschafter“ werben intern für die neue Art der Kommunikation, geben Schulungen und Hinweise. Und schließlich wurden und werden Arbeitsprozesse, die die neuen Instrumente einbinden und ohne E-Mails auskommen entsprechend zertifiziert.

Welchen positiven Effekt hat das aufwändige Projekt? Zwei Beispiele zeigen, wohin es geht: Ein Mitarbeiter der Personalabteilung suchte eine Liste mit Ansprechpartnern, über ein Posting im ESN bekam er innerhalb von 24 Stunden die gewünschte Antwort, statt aufwändig zu recherchieren. Ein Service-Techniker konnte ein Problem mit Hilfe eines Experten aus einer ausländischen Niederlassung lösen, statt selbst langwierig nach dem Lösungsweg zu suchen. Die Vernetzung innerhalb des internationalen Unternehmens steigt an, auch wenn hier noch Entwicklungspotenzial existiert.

Wie viele E-Mails schreiben wir bei Atos noch? Auch wenn das Projekt „zero email“ heißt, das Hauptziel war und ist, die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt an die richtigen Adressaten zu bekommen und dafür den am besten geeigneten Kanal zu nutzen. Und E-Mails brauchen wir hierfür kaum noch. Zwar gibt es immer noch Arbeitsprozesse und Projekte, die mit Hilfe von E-Mails umgesetzt werden – insgesamt ist die Anzahl an internen E-Mails aber bereits massiv zurückgegangen. Für die Kommunikation mit der Außenwelt benötigen wir das Instrument (noch), sowie für bestimmte – nicht zuletzt rechtsverbindliche – Informationen innerhalb des Unternehmens. Aber Briefe und Faxe gibt es ja auch immer noch, die E-Mail wird sich – so unsere Prognose – in diese Gruppe der „historischen“ Kommunikationsmittel einreihen. Bei Atos früher, bei anderen vielleicht später.


Über den Autor:

Klartext_Mo0809_pieper_PortraitStefan Pieper ist Kommunikationsfachmann für digitale Trends und Entwicklungen. Er verantwortet die Presse-, Analysten- und Politik-Kommunikation bei Atos Deutschland. Der studierte Historiker und Betriebswirt begann seine Karriere in der Pressestelle der IBM Deutschland. Danach leitete er die interne und externe Kommunikation bei Lenovo in Deutschland, bevor er als Pressesprecher zu Atos Origin, einem der Vorgänger von Atos, wechselte.

Stefan Pieper auf XING / www.de.atos.net


Unsere Klartext-Themenwoche bietet Ihnen bis zum 12. September jeden Tag einen neuen Experten-Beitrag.

Donnerstag 4. September 2014

„Auf dem Weg in neue Dimensionen – dmexco 2014“

Von Christian Muche und Frank Schneider (Macher der Digitalmesse dmexco)

Freitag 5. September 2014

„Leben in der digitalen Welt  – ein Ausblick“

Von Tahssin Asfour (Startup-Experte und Berater)

Montag 8. September 2014

„Die Abschaffung der E-Mail!“

Von Stefan Pieper (Unternehmenssprecher Atos)

Dienstag 9. September

„Black- statt „Crackberry“ – die Smartphone-Regelung bei Volkswagen“

Von Heinz-Joachim Thust (Betriebsrat Volkswagen)

Mittwoch 10. September

„Raus aus der Dringlichkeitsfalle – fünf wertvolle Tipps zum digitalen Überleben!“

Von Prof. Lothar Seiwert (Bestsellerautor und Coach)

Donnerstag 11. September

„Disruption – nächster Halt Finanzindustrie“

Von Philipp Westermeyer (Serial Entrepreneur und Online Marketing Rockstar)

Freitag 12. September

„Holt die Gadgets in die Schule!“

Von Ralf Appelt und Christina Schwalbe (Universität Hamburg)

34 Kommentare

DB

08.09.2014

Nichts neues von Atos.
Versucht mal wieder neue Geschäftsfelder in den Vordergrund zu drücken um Geld zu verdienen.

Seltsamerweise fällt in allen Auusagen gegen die Email immer „suchen von Informationen“

Klar wer seine emails ohne bzw. nur mit dürftiger Angabe im Betreff schickt und noch immer nicht zw. An: und Cc: unterscheiden will! weniger kann, der wird auch noch in 1000 Jahren darüber klagen und maulen.

Die Email ist und bleibt ein Top Kommunikationsunstrument, -vorausgesetzt man wendet Sie richtig u strukturiert an.
Ruckzuck sind Informationen, Anfragen, etc. übermittelt und, -wieder vorausgesetzt man hält sich an gewisse Regeln, auch wieder beim Absender.
Ganz abgesehen von möglichen Dateianhängen usw. usw.

Niemand braucht noch größere und aufgeblähtere Plattformen als neue „Idee“
Dort herrscht nämlich noch mehr Chaos, Datenüberfluss, Redundanz und Suchen.

Freundlicher Gruß
DB

dummy

08.09.2014

Bitte wer wartet heutzutage noch 24h auf eine Liste ! Nach spätestens 30Min. wird man angerufen/angechatted was damit ist ?

Edelplastic

08.09.2014

Lassen wir die Herrschaften bei Atos doch mal in Ruhe weiterträumen. Wir wissen alle, dass die Email nicht ersetzt werden kann.

Firmenintern im gleichen Gebäude braucht man natürlich nicht unbedingt das Emailsystem, jedoch um mit der Außenwelt zu kommunizieren wird sie benötigt.

Hier will ein Unternehmen nur Geld scheffeln, wobei ich doch hoffe, dass die Provider die Masche nicht unterstützen werden.

Thomas Böttiger

08.09.2014

Werbeartikel wie zu Hunderten. Die Realität sieht anders aus. Oder wie soll Unternehmensinformation verlustfrei übertragen werden und archiviert werden? Wikis, die keiner pflegt? Telefonate, die sich keiner merkt und deshalb doch wieder Notizen anfertigt? Chats, die man nicht wieder findet? Es mag Berufe geben, in denen man froh ist, wenn man für seine Kommunikation nicht mehr verantwortlich gemacht werden kann. Aber viele sind das nicht.

Peter

08.09.2014

Die Idee ist gut, die Umsetzung aber ungenügend. Für mich spielt es keine Rolle, ob ich 200 E-Mails erhalte oder 200 Messages über Instant Messaging oder als Ergänzung noch Anrufe. Wichtiger ist, dass Informationen rasch zentral von jedem alleine gefunden werden können und das Arbeitszeit möglichst störungsfrei genutzt werden kann.

Mike

08.09.2014

So ein Quatsch.
Bei uns wird von einigen Kollegen sehr viel mit Chat-Systemen gearbeitet.
Kann mal sinnvoll sein, aber das reißt einem mehr aus den Arbeitsprozessen (ähnlich wie ein klingelndes Telefon), als wenn E-Mail vernünftig eingesetzt wird. Ich liebe und bevorzuge E-Mails, weil ich da selbst entscheiden kann, was ich als wichtig oder unwichtig ansehe und wann, ob und wie ich darauf reagiere.
Also: „Lang lebe die E-Mail!“

Hanno

08.09.2014

1. es ist nicht die E-Mail: es sind die Anwender
2. E-Mail ist keine „Kommunikation“, sondern eine Informationsmedium.
Kommunikation ist ein „sozialer Akt“!
3. Warum gibt es keine „Nutzungsregeln“?
Mein Lieblingsbeispiel: „Reply top all“ nur in begründeten Ausnahmefällen (< 2/anno). Das hilft ungemein!
4. E-Mail Subordner anlegen = Chronophagie

5. Lehrt die Nutzer, wie man im PC suchen kann. Der Satz "Das kann ich doch." ist tendenziell falsch.

Ich möchte meine E-Mail und das Archiv dazu behalten!

KopfvollerVerschwendung

08.09.2014

Bei diesem Traum würde die Zeitverschwendung auf das Suchen von Informationen in Wikis in deren Verwanden verlagert. Ganz zu schweigen, von den Aufwänden, die Dokumente dort abzulegen. In unserem 5000-Mitarbeiter-Unternehmen hat sich keine einzige Alternative zur Email durchsetzen können.

Andreas

08.09.2014

Wer auch immer Email totschreiben möchte, der sollte sich einfach mal http://onesecond.designly.com anschauen.

Bernhard

08.09.2014

Danke, *DB*, ich stimme 100% zu.

Die Krux ist, dass ich leider auch *dummy* zu 100% zustimmen muß, wobei genau diese nervigen Nachfragen m.E. die größten Zeitfresser sind. Wie oft muss nach diesen „Nerverlen“ erklären“:
„Wenn ich deine E-Mail schon gelesen hätte, dann hättest Du auch schon eine Antwort.“

Christel Paul

08.09.2014

> Hanno

danke für die klaren Worte = 100% Zustimmung

Werner Hahn

08.09.2014

Erinnert mich an die Nixdorf-Zeit, als wir vom papierlosen Büro sprachen. Noch nie wurden so viele Ausdrucke gemacht wie heute! Es lebe die e-mail!

Robert

08.09.2014

Hallo Hanno, wie ist das gemeint mit dem 5. Punkt. Würde mich brennend interessieren …
LG Robert

Robert

08.09.2014

Hallo Hanno, wie ist das gemeint mit dem 4. Punkt: E-Mail Subordner anlegen? Würde mich brennend interessieren …
(bitte meinen vorherigen Kommentar ignorieren)
LG Robert

Lutz

08.09.2014

ICH möchte entscheiden (wie Mike), ob und wann ich meine Arbeitsprozesse unterbreche
ICH möchte nicht am Telefon unverbindlich vollgelabert werden. Wer schreibt, denkt meist intensiver nach, um weniger schreiben zu müssen.
ICH möchte wichtige E_Mails als Dokument einem Projekt zugeordnet archivieren können.
ICH möchte auch nicht stundenlang Besetztzeichen am Telefon hören
ICH möchte mich nicht mit diversen Chatsystemen beschäftigen und damit den Computer vollmüllen.
ICH …
… würde gewiss noch mehr Gründe für E-Mail finden, allerdings ist der derzeitige Zustand (NSA usw. lesen mit, hoher Spamanteil) wirklich unbefriedigend. Aber andere Kommunikationssysteme sind da auch nicht besser.

Dramsch

08.09.2014

Oh, super, ja die E-Mail ist ein Auslaufmodell. Und wie lächerlich ist denn bitte die Herleitung der Theorie: „erbringen Manager fünf bis 20 Stunden pro Woche mit dem Lesen und Schreiben von E-Mails … Besonders das mittlere Management verbraucht im Schnitt 25 Prozent der Arbeitszeit mit dem Suchen von Informationen. Die E-Mail ist also ein Zeitfresser.“.

Na klar! Also wenn ich mir überlege das ich dieses Arbeitspensum, wie in dem Artikel vorgeschlagen, via Telefon und Instant Messaging erledige. Heureka! Ich werd ja so massiv Zeitsparen, wirklich. Mal abgesehen, von der mangelnen Dokumentation bei Instant Messaging, und dem permanenten Online- und Verfügbar-Sein gegenüber Geschprächspartnern bzw. komplexe Abläufe via Telefon zu diskutieren. Ja, nein doch… das klingt wirklich sehr vielversprechend ATOS…

Die E-Mail ist im Business als Kommunikationselement nicht mehr wegzudenken. Wenn ich überlege, wie viel Zeit ich SPARE gegenüber anderen Kommunikationsmitteln… Ein absolut sinnloser Artikel, mit völlig falschen Ableitungen.

Eine reißerische Überschrift ohne Inhalt.

Bernhard H. Schmitz

08.09.2014

Schlechtes Beispiel: „Ein Mitarbeiter der Personalabteilung suchte eine Liste mit Ansprechpartnern, über ein Posting im ESN bekam er innerhalb von 24 Stunden die gewünschte Antwort, statt aufwändig zu recherchieren.“ Und wieviel Zeit haben alle Leser dieses Posts verbraten? Ich bin nicht gegen bessere Kommunikation, wenn sie besser als Email ist. Aber falsche Vergleiche führen zu Fehlentscheidungen.

Hamid Aminirad

08.09.2014

Email Versand ist die einzige Methode der Nachrichtenübermittlung, über die der Benutzer volle Kontrolle hat. Sprich er hat die Kontrolle darüber
– von wem er etwas empfängt
– wen er blockieren kann
– wo die Nachricht kategorisiert wird
– ob er die Nachricht liest
– ob die Nachricht überhaupt geladen wird
– wann er die Nachricht liest
– wann er sie beantwortet und
– wie lange er braucht, um eine Nachricht zu schreiben.

Das ist bei Chat oder Whatsapp oder skype oder SMS oder sonstigen Nachrichtenübermittlungsmethoden nicht der Fall. Da ist man gebunden, die Nachricht genau dann zu lesen wenn er verschickt wurde und man muss dann auch sofort alles stehen und liegen lassen, um möglichst bald und am besten in Kurzform zu antworten, ohne viel Inhalt übermitteln zu können.

Dazu kommt, dass überhaupt mit dem Gedanken zu spielen irgendetwas aus der Medienwelt durch Verbote oder Abschaffung beseitigen zu können, nur von Leuten stammt, die wirklich keine Ahnung von Computer- und Medienwelt haben, sondern eher aus der „Justizbranche“ kommen. Wenn etwas in der Technologiewelt abgeschafft wird, dann nur deshalb weil es obsolet geworden ist, d. h. dass seine Vorteile durch ein effizienteres System übertrumpft werden und dieser dann sein Platz einnimmt, aber nicht weil es verboten wurde. Dies ist bei Emails aber zumindest noch nicht der Fall, da die obigen Vorteile durch kein anderes Nachrichtenübertragungssystem übertrumpft werden. Vielleicht in Zukunft wenn einfachere und vor allem aber auch sicherere Methoden der Nachrichtenübermittlung erfunden worden sind, wird das der Fall sein, dass Emails obsolet werden. Eins noch: Durch Verbote wird nur erreicht, dass dann „Kriminelle“, die gerade dieses System wegen seiner vorhandenen Vorteile trotz des Verbots anwenden, plötzlich zum Vorteil kommen. Dadurch wird nur Kriminalität gefördert, ansonsten ist da keinem geholfen. Weder werden dadurch Spamsender weniger, noch werden Emailviren weniger, noch werden die Leute weniger Zeit mit Nachrichtenübermittlung verbringen, denn der Verbot wird ja nicht das Bedürfnis der Nachrichtenübermittlung aus der Welt schaffen oder die Bereitschaft von Spamsendern zu minimieren. Das Problem wird nur auf andere Bereiche verlagert. Dann wird mehr Whatsapp-Spam geben, mehr Skypespam, mehr SMS-Spam, mehr Anruf-Spam, mehr Facebook-Spam usw. usf.

Peter

08.09.2014

Mediennutzung liegt in der Verantwortung der jeweiligen Kommunikationspartner.
Das Medium Email hat an sich nichts Schlechtes, in bestimmten Situationen mag es bessere Medien geben, z.B. wenn schnell Zustände, Befindlichkeiten ausgetauscht werden sollen, und ein wirkliches Speichern ohne Belang ist. Echte Geschäftskorrespondenz ist das typischerweise nicht, eher elektronischer Kaffeeklatsch – auch der ist wichtig, nicht falsch verstehen.

Email hat aber auch viele Vorteile, u.a.:
Ich bestimme, was ich lese, was nicht. Regeln helfen, den Strom automatisiert zu lenken, zu archivieren, zu löschen, von Müll zu befreien.
Eine Email ist ein Dokument, persistent, ohne Bindung zu einem Hersteller/Service-Lieferanten. Korrekt verwendet, kann ich Vertraulichkeit und Integrität sicherstellen. Ich als Nutzer habe die Möglichkeit es zu verwalten, es vom Server zu kopieren etc, damit sogar die Verfügbarkeit providerunabhängig zu beeinflussen.
Mit vernünftigen Methoden ist es durchsuchbar.

Zudem, Email ist ein Medium, das helfen kann, der Sprachlosigkeit bzw. Spracharmut der Social Media zu trotzen, ohne Beschränkung in Länge und Inhalt.

Jeder, der der Email die Totenglocke läuten möchte, sollte ein Medium bereitstellen, dass diese Merkmale ebenfalls aufweist. Die derzeitigen Ansätze sehe ich als bestenfalls komplementär. Ich bin gespannt und skeptisch gleichermaßen. Der Papierbrief existiert auch immer noch – und hat seine Berechtigung.

Shredderbert

08.09.2014

Das „Medium e-Mail“ schon einmal vorab zu Grabe zu reden, ist sicherlich übertrieben.
Absolut empfehlenswert ist aber das Überdenken des Umgangs mit dem Medium e-Mail:
– ist die Mail wirklich nötig?
– kann ein Anruf oder ein kurzer Besuch beim Kollegen (bei räumlicher Nähe) die bessere Alternative sein?
– regelmäßige Überprüfung der Mail-Verteiler
– zentrale Ablage für Dokumente (Rundschreiben, etc.), in der Mail nur noch ein kurzer Link dahin.
– usw. usf.
Ein Schriftsteller bemerkte mal sehr treffend: „Nicht der Zustand ist das Problem, sondern unsere Unfähigkeit, mit diesem Zustand umzugehen“. Das passt für e-Mail wie die berühmte Faust auf’s Auge …
Übrigens: wirkliche Informationsverarbeitung findet nach wie vor im Kopf statt …

Uli

08.09.2014

Im bertrieblichen Rahmen könnte man durchaus auch mal an Intranet-Lösungen (schwarzes Brett) denken – aber es gibt deutliche Ausnahmen: „Kommst du in der Mittagspause mit zu McDoof“ ist keine Mail wert, da gehe ich lieber zwei Türen weiter und frage selbst. „Könntest du bitte mal diesen Text (Dateianlage) durchlesen und gegebenenfalls überarbeiten“ ist es sicher.

Ansonsten muss ich meinem Vorredner/-schreiber Hanno zu 98% Recht geben! :)

erictronic

08.09.2014

eMail ist ein Werkzeug – so wie SozialeNetzwerke oder InternetChat – und damit muss man eben umgehen können. Es fehlt eher an (Aus-)Bildung seitens der Nutzer zu Informationsmanagement als an neuen Werkzeugen. (Oder dent jemand wirklich, dass er mit einer Digitaluhr am Handgelenk mehr Zeit hat, als mit dem analogen Modell?) Und wenn man schon das Werkzeug wechselt: Sicherheit zuerst! – Wo sind die Chat-Dienste mit Ende-zu-Ende Verschlüsselung? Wo sind die, nach deutschem Datenschutz arbeitenden, Soziale Netzwerke?

MInka

08.09.2014

In einem eher konservativen Unternehmen wäre man schon froh über eine E-Mail statt eines Fax – auch das gibt´s noch !

Det

08.09.2014

Ein alternatives Medium, welches beliebige Länge, asynchrone Kommunikation, Archivierung, Threadverlauf, Zitate, Anhänge, custom Header, Filterung, Kategorisierung und Verschlüsselung erlaubt, würde sich wohl unweigerlich in ein Email Surrogat ohne wirklichen Mehrwert verwandeln.
Nicht die Email ist das Problem, sondern gewisse technische Schwächen hier und da, die durch Weiterentwicklung des Mediums leicht überwunden werden kann.
Alles andere ist ein Problem mangelnder Disziplin und/oder menschlichen Charakters. Mail Netiquette gibt es schon seit Beginn der Vernetzung, nur hält sich kaum noch einer dran.
Kulturelle „Ungezogenheit“, die an vielen Stellen zu spüren ist, aber durch das Verbot gewisser Technik gewiss nicht überwunden wird.
„Bitte halten Sie Funkdisziplin“ … hat es früher im äther geheißen….

Lothar Lipsky

08.09.2014

… an sich wurde schon alles geschrieben, und ich kann auch nur sagen, dass ich die Kommentare der User hier großteils für richtig halte.
Man sollte das Ganze auch etwas auch aus der gesamten „History“ betrachten… Früher musste man in Büchereien gehen, um sich Informationen zu holen, heute werden wir mit Informationen (sowohl positiv wie auch negativ) „vollgemüllt“.
Die Anwender müssen einfach lernen mit dieser „Informationsflut“ umzugehen, daran scheitert es derzeit noch … man muss heute einfach selbst entscheiden, was man lesen möchte und was nicht, dann hat man damit kein Problem…
MFG Lothar Lipsky
EDV-Sachverständiger
Datenschutzbeauftragter

Torsten

08.09.2014

Wir haben die gute alte E-Mail fast vollständig beerdigt. Nur nach Ausen und ausnahmslos qualifizierte E-Mail werden geduldet. Und dafür gibt es einen einfachen Grund – es ist und bleibt ein Brief, frei von bidirektionaler Kommunikation und wenn dann nur Zeitversetzt.
Kollaboration bei Dateien als auch bei Projekten ist die Evolution des E-Mail – PingPong und der gute alte Chat ist für die Verabredung zum Mittagessen allemal geeignet.
Also nichts neues bei Atos – aber Recht hat er schon, die E-Mal hat seine Zeit hinter sich.

yourIT

08.09.2014

Was ist an der Zero Mail Policy von ATOS neu? In unserem Unternehmen haben wir E-Mails bereits vor 12 Jahren abgeschafft – und zwar die internen zu 100%. Dafür haben wir genau 1 zusätzliche Software eingeführt, die es uns ermöglicht, alle Dokumente und Informationen größtenteils automatisiert zu Adressen, Ansprechpartnern und elektronischen Vorgangsakten zuzuordnen. Intern wird i.d.R. direkt am Originaldokument (z.B. Rechnung, E-Mail, etc.) kommuniziert. Ist doch klar: Wenn ein Unternehmen seinen Mitarbeitern nur Outlook / Exchange als Kommunikationsmedium zur Verfügung stellt, braucht es sich nicht zu wundern, wenn sich die Mitarbeiter intern E-Mails schreiben. Den Vorschlag von ATOS, die Kommunikation auf verschiedene Plattformen zu verteilen, halte ich für einen Rückschritt – dann fängt nur die Sucherei wieder an. Wenn ich dagegen un/strukturierte Daten sowie Kommunikation in einer Software zu Prozessen bündele, ist der Rest nur noch Organisation.

Matthias

08.09.2014

Mal ehrlich, wie viele eMails schreibt ihr noch an die Leute, mit denen ihr über Social-Media-Services verbunden seid? Hier und da mal, wenn es aus dem ein oder anderen Grunde erforderlich war.
Die Umstellung des Kommunikationsprozesses im privaten wie im dienstlichen verläuft eher schleichend und Dinge, die man vorher nicht für möglich gehalten hat, funktionieren plötzlich, ohne dass man es gleich bemerkt hat. Der eigentliche Wert der Social-Media-Services ist meiner Meinung nach nicht, dass man weniger Mails bekommt oder schreibt, sondern dass man eine Unmasse an Infos einfach im Vorbeigehen bekommt, die man sonst nur über eine Kette von Mails oder gar nicht bekommen hätte.

MeinName

08.09.2014

Oh Atos, wenn ihr ja wirklich so inovativ ausgerichtet wärt, dann fragt ich mich warum ihr so verschlafen beim Kunden arbeitet. Gerade das Thema Email wurde ganz massiv bei einem Kunden, den Atos hauptberuflich betreut, verpennt. Über den Artikel lache ich nur. Macht euren Job erst einmal beim Kunden ordentlich, dann könnt ihr von innovativen Vorschlägen Träumen.

Benjamin

08.09.2014

Hallo Zusammen,

ich gebe meinen Vorrednern recht, die eMail ist unverzichtbar und die guten Gründe sind mehr als einmal genannt worden.

Wer sich aber von Instand Messangern stressen lässt, weil der Freund, der Partner oder der Kollege meint dieser müsste sofort antworten, der ist selber schuld! Ich lasse mich schon lange nicht mehr stressen. Wenn eine sofortige Antwort benötigt wird, dann gibt es immer noch ein Telefon.

Der E-Mail Software und den Firmen die immern noch alten Version einsetzen, gebe ich aber auch eine Teilschuld. In meinem Beruf muss ich immer wieder mal nach alte E-Mails suchen und das auch in einer Teammailbox. Das kann die Nadel im Heuhaufen werden. Das wird natürlich mit neuerer Software immer besser aber eingesetzt wird diese nicht und dann gibt es immer noch sehr spielraum für Verbesserungen.

Dann gibt es noch die Kollegen die ein neues Thema beginnen mit dem Betreff des letzten Projektes, dann wird es erst richtig lustig und ich könnte da noch einiges mehr erzählen!

Mein Fazit, die E-Mail ist in vielen Teilen schneller gewachsen als die Software die uns ja helfen und nicht noch mehr Arbeit verursachen soll.

Schönen Abend noch.

mv

09.09.2014

Der Artikel ist meiner Meinung nach richtig schlecht. Begründung: siehe andere Komentare. Mehr Gründe gibts telefonisch nach Terminanfrage per E-Mail.

Bernd

09.09.2014

Für mich fehlt da ein w

Stefan Zauner

09.09.2014

Ich habe in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn (ca. 8 Jahre) stets mit einer Kombination aus

1) E-Mail
2) Instand Messaging
3) Eine Art Wiki für Informationen, die allgemein verfügbar sein sollen und
4) Telefon

gearbeitet. Das vorgestellte Konzept ist also ein uralter Hut. Und ich kenne viele weitere Unternehmen, in denen ich nicht gearbeitet habe, welche das aber auch so handhaben.
Die E-Mail ist dabei für mich übrigens das mit Abstand angenehmste Kommunikationsmittel, weil man selbst entscheiden kann, wann man kommunizieren will und normalerweise keine umgehende Antwort erwartet wird. Instand Messaging und Telefon unterbrechen den Arbeitsfluss, sollten also nur in wirklich wichtigen und dringenden Fällen zu verwenden.
Eine zentrale Informationssammlung hat durchaus seine Berechtigung, konkurriert aber auch in keiner Weise mit der E-Mail.

Wie furchtbar schlecht dieser Artikel ist, unterstreicht noch der Satz „Aber Briefe und Faxe gibt es ja auch immer noch…“. Zurück in die Bürosteinzeit? Gerade diese Dinge haben wir ja Gott sei Dank weitestgehend mit der E-Mail ersetzt. Leider noch nicht vollständig…

Ex Atosianer

11.09.2014

Es verwundert nicht, das KEINER meiner Ex Kollegen versucht eine Lanze FÜR diese angebliche Neuerung zu brechen. Wenn es gut funktionieren würde, gäb es Postings. Was ich davon noch mitbekommen habe war so ein Wiki ähnliches System in dem für den 24×7 Support alles abgelegt werden sollte und ein vermehrter Einsatz von einem Chattool. Beides informiert den Nutzer, man kann’s schon ahnen, per Email …
Noch dazu geht die Kommunikation zum/vom Kunden fast nur per Mail oder Ticketsystem das jede Änderung per Email mitteilt.

Noch Fragen?

Und die Mailinglisten in die man eingetragen wurde waren 90% Spam weil es einen nicht betraf.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.