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Arbeit & Sinn

Editorial: Von Sinnforschern und Karrierestoppern

Geld? Karriere? Sozialer Aufstieg? Das waren lange Zeit die Hauptantriebsfedern für berufliche Motivation. Doch in Zeiten des New Work ändern sich die Prioritäten. Ein Editorial zu unserem Monatsthema von Spielraum-Redaktionsleiter Ralf Klassen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Ralf_Klassen_Portrait

unser Beruf hat einen hohen Stellenwert für uns. Er schafft Identität und gesellschaftliche Position. Die Frage „Was machen Sie beruflich?“ kommt in ersten Gesprächen nach dem Kennenlernen viel öfter vor als privater Smalltalk. So, als sei es tatsächlich die Arbeit, die unser Leben definiere – und nicht das, was wir außerhalb unser Büro- und Fabrikgrenzen tun.

Doch immer mehr Menschen haben ein Problem mit ihrem Beruf. Die Umfrageergebnisse wechseln, aber zwischen 50 und 80 Prozent aller berufstätigen Menschen in Deutschland sind mit ihrer Arbeit nicht (mehr) glücklich. Geld und Karriere, lange Zeit die treibenden Kräfte bei der Motivation für den Job, werden für viele Menschen zunehmend unwichtiger. Sie möchten eine andere Art von Belohnung erfahren, für die Zeit, Energie und Emotionen, die sie tagtäglich in ihren Beruf einbringen. Sie sind auf der Suche nach mehr ideeller Erfüllung, nach größerer Sinnhaftigkeit ihres Tuns.

Wissenschaftler der Universität Innsbruck haben als „wichtigste Sinnquelle“ für den arbeitenden Menschen die „Bedeutsamkeit der Arbeitsaufgabe“ ausgemacht. Eine Tätigkeit werde dann als besonders sinnvoll eingestuft, wenn ihre Folgen positive Auswirkungen haben. „Etwas zu schaffen, das für die Gesellschaft, die Umwelt oder andere Personen von Wert ist, wird als sinnstiftend erlebt“, so die österreichischen Forscher. Es muss dabei auch überhaupt nicht ein klassischer „Good Job“ für Greenpeace oder Unicef sein: Eine aktuelle Studie belegt, dass der Grad des beruflichen Engagements zum Beispiel auch schon mit größerer Nähe zum Kunden steigen kann.  Daneben spielen Teamwork, Teilhabe an betrieblichen Prozessen und Eigenverantwortung entscheidende Rollen,

Wir werden in den nächsten Wochen über die neue Suche nach dem Sinn in der Arbeit berichten: über Menschen, die Karrieren aufgegeben haben,  um dieses Gefühl für sich zu finden und Beratungsagenturen, die ihnen dabei helfen.  Wir werden mit den Glücksforschern der Uni Innsbruck reden und Menschen besuchen, deren Arbeit auf Außenstehende ganz und gar nicht sinnvoll wirkt – aber es dennoch im höchsten Maße ist.

Und natürlich möchten wir auch wieder mit Ihnen ins Gespräch kommen, in den Kommentaren unter den Artikeln  und auf der Seite der XING-Gruppe Arbeit. Zeit. Leben, wo wir viele unserer Themen regelmäßig zur Diskussionen stellen.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback, ob Anregungen, Verbesserungsvorschläge oder Kritikpunkte.

Ihr

Ralf Klassen

 

 

1 Kommentare

Brigitte Späth

17.11.2016

(…) Die Suche nach dem Sinn oder zumindest mehr Zufriedenheit und Erfüllung im Beruf nimmt stark zu. Aber nicht immer gibt es eine Lösung dafür, denn es muss zuerst der Unterhalt für das eigene Leben und das der Familie gesichert sein und dabei bleiben viele andere Bedürfnisse z.B. nach mehr Kulturerleben außen vor. Also, welcher Teil unserer Gesellschaft kann sich die Sinnsuche leisten?

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