FutureMe-Traumberufe: Wie wird man eigentlich Skilehrer?

Im zweiten Teil unserer Reihe der Traumberufe widmen wir uns dem Beruf des Skilehrers. Schneebedeckte Gipfel, enthusiastische Gruppen angehender Ski- oder Snowboardfahrer und natürlich das beliebte Après-Ski – für viele gilt der Job des Skilehrers als Traumberuf. Doch wie wird man eigentlich Ski-Lehrer? Die XING-Datenbasis gibt Aufschluss (s. Faktenbox unten). Passend zu unserem XING spielraum Monatsthema „Lebensläufe“ haben wir darüber hinaus eine Berufsvertreterin befragt, deren Lebenslauf außergewöhnlich ist. Birgit Weitlaner hat zwei Jobs: Hauptberuflich ist sie als Projektmanagerin bei BMW tätig, nebenbei arbeitet sie als passionierte Skilehrerin.


Wie vereinbaren Sie Ihren Hauptberuf mit Ihrem Job als Skilehrer?

In meiner Freizeit arbeite ich als Skilehrerin. Das bedeutet, dass ich in den Wintermonaten an den Wochenenden und in meinem Urlaub auf der Piste bin. Trotz des hohen Zeit- und Organisationsaufwands bietet mir dieser extreme Tapetenwechsel eine exzellente Möglichkeit zum Ausgleich und Abschalten von meinem Hauptberuf. Die Kombination Hauptberuf und Skilehrertätigkeit lässt sich sehr gut miteinander vereinbaren. Das zeigt sich insbesondere an unserer Münchner Skischule: hier arbeiten zahlreiche Skilehrer hauptberuflich bei BMW.

Birgit Weitlaner beim Training in den Tiroler Alpen

Birgit Weitlaner beim Training in den Tiroler Alpen

Wie wird man eigentlich Skilehrerin?

Als gebürtige Tirolerin stehe ich bereits seit frühester Kindheit auf Skiern. Über die Jahre hinweg habe ich eine wahnsinnig große Leidenschaft zum Skisport entwickelt. Die Entscheidung eine Skilehrerausbildung zu absolvieren und diese Passion anderen Menschen zu vermitteln, fiel mir somit nicht schwer. Im alpenländischen Raum gibt es eine große Vielfalt an Ausbildungslehrgängen, die von den länderspezifischen Skilehrerverbänden angeboten werden. Mit der Ausbildung zum Skilehrer erhält man eine staatlich anerkannte und legitimierte Berufsausbildung.

Welche Skills muss man mitbringen?

Gut Ski fahren reicht schon lange nicht mehr aus! Die Tätigkeit des Skilehrers erfordert eine Vielzahl an Charaktereigenschaften und Kompetenzen. Die wichtigsten Voraussetzungen um Skilehrer werden zu können sind natürlich, dass man Freude am Skifahren hat und die eigene Technik tadellos ist. Dafür ist es essentiell, sportlich und körperlich belastbar zu sein. Zusätzlich sind soziale Kompetenzen wie der Spaß im Umgang mit Menschen, gewisse Führungsqualitäten,Rücksicht, Geduld, Einfühlungsvermögen sowie Verantwortungsbewusstsein unabdingbare Eigenschaften. Denn der Skilehrer trägt stets eine große Verantwortung für seine „Schützlinge“ und muss in der Lage sein sich klar und präzise auszudrücken. Es gilt jederzeit entscheiden zu können, wann ein Teilnehmer oder eine Gruppe mit den Lerninhalten überfordert ist und sich selbst oder die Gruppe womöglich gefährdet. Und zu guter Letzt braucht man als Skilehrer auch gute Kenntnisse über Schnee-, Wetterbedingungen und Lawinen.

Helfen Ihnen diese Skills auch in Ihrem Hauptberuf?

Sicher, all diese Kompetenzen und Eigenschaften kommen mir jeden Tag als Projektmanagerin bei BMW zu Gute. Fähigkeiten wie gute Projektorganisation, Verantwortungsbewusstsein, deutliche Projektkommunikation, Motivation und Selbstbewusstsein spielen eine wichtige Rolle. Nur durch klare Kommunikation kann ich beispielweise gewährleisten, dass die Projektmitarbeiter auf dieselben Ziele hinarbeiten. Nebenbei müssen sowohl Mitarbeiter, als auch Skischüler motiviert werden – kurz gesagt, ich arbeite in beiden Berufen mit Menschen, daher ist soziale Kompetenz unerlässlich.

Welchen Tipp würden Sie angehenden Skilehrern geben?

Viele angehende Skilehrer glauben der Job ist Dauerspaß. Endlose Ferien im Schnee, viel Freizeit, strahlender Sonnenschein, in der Mittagspause in fröhlicher Runde die kulinarischen Schmankerln auf der Hütte genießen und dann noch elegant ein paar Skischwünge bis zum Après-Ski machen – doch das Bild vom lockeren Winterjob trügt. Skilehrer ist vielmehr ein wahrer Knochenjob im Pulverschnee und erfordert wahnsinnig viel Geduld. Da die Ausbildung sehr zeit- und kostenintensiv ist, würde ich allen angehenden Skilehrern raten, sich wirklich grundlegende Gedanken darüber zu machen, ob sie den Job wirklich ausüben wollen.

Wie lange kann man diesen Beruf eigentlich ausüben? Ist man nicht irgendwann zu alt dafür?

Skilehrer kann man relativ lange sein. In meinem Umfeld gibt es Kollegen im Alter von 16 – 65 Jahren. Sehr bunt gemischt also. Und das bringt sehr viele Vorteile mit sich. Während die älteren Skihasen alt-bewährte Techniken wie Wedeln und Stockeinsatz im Unterricht vermitteln, probieren sich die Nachwuchsskilehrer in den unterschiedlichsten Schnee-Trendsportarten und legen Wert auf Carving-Technik und neuestes Material. Hier treffen also unterschiedliche Ski-Generationen aufeinander, die im Skischulwesen noch viel voneinander lernen können.

Zum Schluss Ihr persönlicher Tipp: Welches ist Ihrer Meinung nach das schönste Ski-Gebiet?

In Österreich, speziell in Tirol, gibt es wahnsinnig viele wunderschöne Skigebiete. Zu meinen Favoriten zählt natürlich nach wie vor meine Heimat, das relativ neu erschlossene Großglockner Ressort Kals-Matrei in Osttirol mit seinem eindrucksvollen Panorama. Hier punkten neben dem landschaftlichen Aspekt auch die anspruchsvollen Abfahrtspisten. Das i-Tüpfelchen auf der Kulisse sind die kulinarischen Spezialitäten der Adlerlounge, Österreichs höchst gelegenem Haubenrestaurant, mit Blick auf den Großglockner.


 

FutureMe-Profil: Schneesportlehrer auf XING

Der/die typische Schneesportlehrer auf XING ist zwischen 30 und 35 Jahre alt, arbeitet in der Sportbranche und hat ein Jahresgehalt von etwa 48500 EUR. Er/sie lebt in München, hat Sportwissenschaft, Tourismus oder Marketing studiert und beschreibt seine/ihre Qualifikationen mit Sportwissenschaft, Organisationstalent und Kreativität.

Facts

Typische Qualifikationen: Sportwissenschaft, Fitnesstraining, Gruppenreisen, Engagement, Belastbarkeit

Ausbildungsgänge: Sportwissenschaft, Tourismus, Marketing

Berufe vor der Schneesportlehrer Karriere: Verkaufsförderer, Lehrling, Trainee, Koch

Berufe nach der Schneesportlehrer Karriere: Projektleiter, Schulleiter, Projektmanager, Marketing Manager

Gehaltsspanne: 27.500 – 69.500 EURO

*Die hier angegebenen Daten basieren lediglich auf den Daten der Mitglieder von XING

0 Kommentare